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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.05.2019

Eine tolle Geschichte

Someone New
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Someone New ist das erste Buch, das ich von Laura Kneidl gelesen habe. Und obwohl ich normalerweise andere Genre bevorzuge, hat mich dieses Buch nicht zuletzt wegen des Covers angesprochen. Desweiteren ...

Someone New ist das erste Buch, das ich von Laura Kneidl gelesen habe. Und obwohl ich normalerweise andere Genre bevorzuge, hat mich dieses Buch nicht zuletzt wegen des Covers angesprochen. Desweiteren hat mich auch der enorme Hype rund um die Veröffentlichung neugierig gemacht.

Inhalt:

In dem Buch geht es um die 18 - jährige Micah, die aus einem wohlhabenden Elternhaus stammt und pünktlich zum Beginn ihres Studiums ihre erste eigene Wohnung bezieht. Ihr neuer Nachbar Julian entpuppt sich hierbei als keinen Geringeren als den netten Kellner, der wegen ihr seinen Job verloren hat.

Nach und nach entwickelt sich zwischen den Beiden eine tiefe Freundschaft und Micah muss sich eingestehen, dass sie tiefere Gefühle für Julian hat. Doch dieser hat ein Geheimnis, das er Micah nicht offenbaren kann.

Meine Meinung:

Ich kann grundsätzlich eher wenig mit Klischee behafteten Geschichten anfangen, in denen es darum geht, dass zwei sogenannte "Love interests" über hunderte von Seiten umeinander herum eiern, um sich am Ende doch zu kriegen. Und ich gebe zu, dass ich das aufgrund des Genres ein bisschen befürchtet hatte. Aber ich wurde von Beginn an eines Besseren belehrt. Die Geschichte konnte mich von Anfang an fesseln, was ich wirklich nicht erwartet habe. Der Schreibstil ist toll, verständlich und präzise werden die Dinge auf den Punkt gebracht. Und die Protagonistin Micah ist trotz ihres jungen Alters sehr reif. Auch die Nebencharaktere bestechen durch ihre angenehme Art. Man fühlt sich direkt wohl mit der Geschichte.

Der Autorin gelingt es außerdem, sehr heikle und auch wichtige Themen in der Geschichte unterzubringen, ohne, dass diese aufgesetzt oder konstruiert wirken. Sie trifft mit der Geschichte den Nerv der Zeit und zeigt gleichzeitig auf, wie hinterwäldlerisch manche Leute auch im 21. Jahrhundert noch sind.

Auch die Liebesgeschichte von Micah und Julian wird behutsam erzählt, ohne Ereignisse unnötig in die Länge zu ziehen.

Im Nachwort wird noch einmal genau auf die Hintergründe zu der Geschichte eingegangen, was ich in Anbetracht dessen, dass ein Thema Teil der Handlung ist, was immer noch gegen große Vorurteile zu kämpfen hat, sehr interessant und wichtig finde.

Fazit:

Das Buch hat mir von der ersten bis zur letzten Seite ausnahmslos gefallen, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Auch die Tatsache, dass es eigentlich nicht mein Genre ist, war völlig unbedeutend. Ich glaube, dass die Geschichte sehr gut dazu geeignet ist, um sich mal an ein New Adult Buch heran zu trauen, auch wenn man sonst wie ich eher andere Genres liest.

Ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung im Januar, in der zwei Nebencharaktere des Buches in den Fokus rücken werden.

Ich kann das Buch wirklich jedem ans Herz legen, der gerne Geschichten mit Tiefgang liest.

Veröffentlicht am 20.05.2019

gelungenes Debüt

Löwenzahnkind
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Ich wollte dieses Buch lesen, seit ich es das erste Mal in der Verlagsvorschau gesehen habe.

Inhalt:

Die Stockholmer Polizistin Charlie Lager wird gemeinsam mit ihrem Kollegen Nach Gullspang geschickt, ...

Ich wollte dieses Buch lesen, seit ich es das erste Mal in der Verlagsvorschau gesehen habe.

Inhalt:

Die Stockholmer Polizistin Charlie Lager wird gemeinsam mit ihrem Kollegen Nach Gullspang geschickt, um die dortigen Ermittlungen im Vermisstenfall der 17 jährigen Annabelle zu unterstützen. Was niemand weiß ist, dass Charlie selbst ursprünglich aus Gullspang kommt und keine guten Erinnerungen mit diesem Ort verbindet. Außerdem hat sie ein ziemlich offensichtliches Alkoholproblem, was verständlicherweise bei ihren Vorgesetzten nicht gut ankommt.

Nach und nach stellt sich Charlie ihrer Vergangenheit und kommt so auch nach und nach hinter Annabelles Geheimnis.

Meine Meinung:

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm, die Kapitel relativ kurz, was ich sehr angenehm finde. Die Geschichte wird aus drei Sichten erzählt: einmal in der Gegenwart über die Ermittlungen im Vermisstenfall und Charlies Kamof mit den Erinnerungen, einmal über die Geschehnisse vor Annabelles Verschwinden und einmal aus Sicht einer Figur, deren Zusammenhang mit dem Ganzen erst kurz vor dem Ende gelüftet wird.

Die Geschichte ist gut aufgebaut und das Setting sehr anschaulich erzählt.

Die Protagonistin ist nach außen eine nahezu perfekte Ermittlerin mit blütenreiner Karriere, wenn man allerdings etwas an der Oberfläche kratzt tun sich Abgründe auf. Ich bin mir noch nicht ganz schlüssig, wie ich die Person Charlie finden soll.

Was mich allerdings ein bisschen gestört hat war, dass die wörtliche Rede oft durchbrochen wurde, indem man die Antworten nicht mehr als wörtliche Rede, sondern in der Vergangenheitsform erzählt hat. Das ist doch eher ungewöhnlich und ich hätte es besser gefunden, wenn man bei einer Art geblieben wäre.

Desweiteren hätte das Tempo höher sein können, und die Auflösung des Ganzen kam mir viel zu plötzlich und wurde auch nur relativ kurz abgehandelt. Da hätte man definitiv mehr raus machen können.

Mein Fazit:

Trotz kleiner Kritikpunkte handelt es sich bei Löwenzahnkind um ein gelungenes Debüt und ich bin gespannt, wie es mit dieser Thriller - Reihe weitergehen wird.

Veröffentlicht am 18.05.2019

Tolle Illustrationen

Collins geheimer Channel 2 - Wie ich die Schule rockte
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Wie ich die Schule rockte ist de zweite Teil aus der Reihe um Collin und seinen geheimen Youtube Channel. Für mich war es das erste Buch, das ich von der Autorin gelesen habe, da ich es bei einer Verlosung ...

Wie ich die Schule rockte ist de zweite Teil aus der Reihe um Collin und seinen geheimen Youtube Channel. Für mich war es das erste Buch, das ich von der Autorin gelesen habe, da ich es bei einer Verlosung gewonnen habe.

Man kann aber diesen zweiten Teil der Reihe auch problemlos lesen, ohne den ersten Teil vorher zu kennen.

Das Buchcover ist unheimlich schön gestaltet, hat bei der Schrift Einkerbungen und besticht durch eine gut gewählte Farbkombination. Wie auch die wirklich schönen Zeichnungen im gesamten Buch, stammt das Buchcover von Falk Holzapfel.

Die Schrift ist ziemlich groß und daher sehr gut zu lesen, insgesamt erinnert die gesamte Aufmachung an Kinder - und Jugendbücher, die im Tagebuchstil verpasst wurden. Die Kapitel sind von der Länge her überschaubar und das buch lässt sich relativ schnell lesen.

Sicher ein großer Spaß für Fans von Reihen wie "Gregs Tagebuch".

Veröffentlicht am 17.05.2019

Erwartungen nicht erfüllt

Was geschah mit Femke Star
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Dieses Buch wollte ich schon länger lesen, da es auf vielen Social Media Plattformen und Bücherseiten hochgelobt wird. Nur leider kann ich jetzt, nachdem ich das Buch beendet habe, diesen enormen Hype ...

Dieses Buch wollte ich schon länger lesen, da es auf vielen Social Media Plattformen und Bücherseiten hochgelobt wird. Nur leider kann ich jetzt, nachdem ich das Buch beendet habe, diesen enormen Hype nicht nachvollziehen.

Als allererstes möchte ich einmal bemängeln, dass die Seitenzahl auf sämtlichen Onlineplattformen mit 430 angegeben wird, tatsächlich aber über 502 Seiten verfügt, und da ist das lange Nachwort noch nicht eingerechnet. Sowas finde ich immer sehr bedauerlich, da gerade auch wir Buchblogger immer bemüht sind, die Rahmendaten korrekt zu überbringen.
Inhaltlich:

Die Thematik ist hochbrisant und auch ich finde es sehr wichtig, dass das eine Plattform bekommt. Sexueller Missbrauch, Vergewaltigung, emotionale Erpressung, dass alles sind Fakten, vor denen man sich nicht verschließen sollte, und es ist gut, dass dies in einem Jugendbuchthriller thematisiert wird.

Leider harkt es hier teilweise arg an der Umsetzung. Es dauert oft sehr lange, bis die Autorin mal klar auf den Punkt kommt, und ich fand es teilweise sehr anstrengend, der Geschichte zu folgen. Dieses ganze Gedankenspiel der Protagonistin ist zum Teil so verworren, dass ich es für die Geschichte eher als störend empfand.

Natürlich ist mir klar, dass Opfer von sexueller Gewalt psychisch mit Sicherheit ziemlich angeschlagen sind, aber ich denke, das hätte man auch weniger verworren in die Handlung einarbeiten können. Desweiteren bin ich der Meinung, dass dem Ganzen sehr an Tempo fehlte und 150 - 200 Seiten weniger dem sicher nicht geschadet hätte.

Außerdem zog sich die Geschichte teilweise wie Kaugummi und ich musste nach spätestens 50 Seiten eine Pause einlegen, was mir bei Büchern, die ich wirklich fesselnd finde, nicht passiert. Das kann aber natürlich auch an der wirklich sehr verstörenden Handlung liegen, dass man da mal öfters durchatmen muss.

Trotz meiner Kritikpunkte hat mich das Buch sehr betroffen gemacht; ich bin entsetzt wie leichtfertig offenbar bei vielen Jugendlichen mit dem Thema Sex und sexuelle Selbstbestimmung umgegangen wird. Klar, es ist nichts neues, dass Frauen, die sich sexuell frei ausleben oft immer noch als Schlampen betitelt werden, wohingegen Männern eher anerkennend auf die Schulter geklopft wird, aber trotzdem war ich wirklich schockiert, was sich da teilweise in der Geschichte draus entwickelt hat. Und das nicht im positiven Sinn.

Fazit:

Die Thematik finde ich nach wie vor wichtig, und es ist auch mutig, alles so ungeschönt und knallhart zu präsentieren, aber nichts desto trotz bin ich der Meinung, dass bei der Umsetzung einiges nicht gelungen ist.

Veröffentlicht am 14.05.2019

Potenzial verschenkt

Kaltenbruch
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Kaltenbruch ist ein kleiner, rheinischer Ort, indem ein Mord geschieht, weshalb der Düsseldorfer Kommissar Peter Hoffmann vor Ort ermittelt.

Das Buch hat keinen wirklichen Hauptprotagonisten, es wechseln ...

Kaltenbruch ist ein kleiner, rheinischer Ort, indem ein Mord geschieht, weshalb der Düsseldorfer Kommissar Peter Hoffmann vor Ort ermittelt.

Das Buch hat keinen wirklichen Hauptprotagonisten, es wechseln ständig die Personen, die im Fokus der Geschichte stehen.

Und einige Charaktere scheinen vom 2.Weltkrieg traumatisiert, was in Rückblenden erzählt wird. Grundsätzlich finde ich sowas nicht verkehrt und es erklärt vielleicht auch hier und da, wie es letztlich zu den aktuellen Geschehnissen kommen konnte, aber wirklich relevant ist das nicht.

Auch der ständige Wechsel der Figuren im Mittelpunkt und die damit einhergehenden Informationen zu deren bisherigen Lebenslauf finde ich teilweise zuviel, weil man doch Gefahr läuft, den Überblick zu verlieren.

Ich hatte am Anfang auch enorme Schwierigkeiten, mich in die Geschichte rein zu finden, was Schade ist, da die Geschichte weniger als 400 Seiten hat.

Der Schreibstil ansich ist völlig in Ordnung, nur hätte man sich allgemein vielleicht eher auf weniger Personen fokussieren sollen, und deren Beteiligung an dem Ganzen dafür ausbauen können.

Was ich leider auch bemängeln muss, ist, dass manche Geschehnisse vorauszusehen sind und dadurch die eh nicht besonders große Spannung noch gemindert wird.

Trotz allem handelt es sich hier um einen recht soliden Roman, aus dem man meiner Meinung nach allerdings viel mehr hätte rausholen können.