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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.09.2025

Die Geschichte zusammengefasst

Eine Geschichte der Menschen mit Behinderung
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Robert Ralf Keintzel schließt mit seinem Buch eine schmerzlich spürbare Lücke in der Geschichtsschreibung. Die Darstellung und Wahrnehmung von Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen in Antike, ...

Robert Ralf Keintzel schließt mit seinem Buch eine schmerzlich spürbare Lücke in der Geschichtsschreibung. Die Darstellung und Wahrnehmung von Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen in Antike, Mittelalter und Renaissance. Seine Recherche bringt Licht in einen Bereich, der viel zu lange ignoriert oder verzerrt dargestellt wurde.

Was dieses Werk besonders macht, ist die enorme Fülle an Fakten, Quellen und historischen Einordnungen. Es vermittelt nicht nur Wissen, sondern ein neues Bewusstsein. Denn die Geschichte von Menschen mit Behinderung ist Teil unserer gemeinsamen Geschichte. Sie verdient Aufmerksamkeit, Respekt und ein genaues Hinsehen. Dieses Buch hilft, Vorurteile zu hinterfragen und Zusammenhänge besser zu verstehen.

Bei aller inhaltlichen Stärke ist das Buch nicht ganz fehlerfrei, kleinere Ungenauigkeiten trüben das Gesamtbild etwas. Dennoch mindern sie den großen Verdienst des Autors nicht.

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Unerwartete Wendungen

Eine von uns
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Ein Psychothriller, der einem den Boden unter den Füßen wegzieht



Samantha Hayes entführt uns in "Eine von uns" auf einen nervenaufreibenden Trip, der mit jeder Seite mehr an Tempo und Intensität gewinnt. ...

Ein Psychothriller, der einem den Boden unter den Füßen wegzieht



Samantha Hayes entführt uns in "Eine von uns" auf einen nervenaufreibenden Trip, der mit jeder Seite mehr an Tempo und Intensität gewinnt. Was zunächst wie ein Akt der Hilfsbereitschaft beginnt, verwandelt sich rasch in einen Albtraum, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint.



Nach einem verheerenden Brand steht das Leben von Gina, ihrem Mann Matt und den Kindern plötzlich Kopf. Die vorübergehende Zuflucht im Haus einer alten Freundin scheint ein rettender Anker zu sein. Doch als eine Fremde auftaucht und sich als Haushälterin namens Mary ausgibt beginnt ein Spiel voller Täuschung, Angst und psychologischem Druck.



Hayes versteht es meisterhaft, Unsicherheit zu säen. Der Roman lebt von seiner dichten Atmosphäre, seinen clever gesetzten Wendungen und dem Gefühl, dass nichts so ist, wie es scheint. Genau so muss ein Psychothriller sein, verstörend, spannend und unvorhersehbar.

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Illustrationen zum Verlieben

Wo de lu - Mein Weg - Der blaue Keks
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"Wo de lu – Mein Weg – Der blaue Keks" ist weit mehr als ein illustriertes Buch, es ist ein kleines Kunstwerk, das tief berührt und lange nachhallt. Jidi, in China als Ausnahmekünstlerin gefeiert, schafft ...

"Wo de lu – Mein Weg – Der blaue Keks" ist weit mehr als ein illustriertes Buch, es ist ein kleines Kunstwerk, das tief berührt und lange nachhallt. Jidi, in China als Ausnahmekünstlerin gefeiert, schafft mit ihrem Werk etwas ganz Besonderes: eine berührende Erzählung über das Leben, die Liebe, den Tod und über all die kleinen, stillen Begegnungen, die uns prägen.

Die Geschichte selbst ist wundervoll komponiert, mal zart, mal melancholisch, manchmal fast magisch. Die Episoden, in denen der geheimnisvolle Mann und das junge Mädchen verschiedensten Menschen begegnen, fügen sich zu einem großen Mosaik menschlicher Erfahrung. Es war für mich erfrischend anders als vieles, was ich zuvor gelesen habe, voller Tiefe, ohne belehrend zu sein, und getragen von einer leisen, aber eindringlichen Weisheit.

Ganz besonders hervorheben möchte ich die Illustrationen: Sie sind atemberaubend schön, detailreich und mit so viel Liebe und Emotion gestaltet, dass man sich in jedem Bild verlieren könnte. Jidis Stil hat etwas Träumerisches, fast Schwebendes, eine visuelle Sprache, die perfekt zur erzählerischen Stimmung passt.

"Mein Weg" ist ein Buch für alle, die das Besondere suchen, sensibel, kunstvoll und zutiefst menschlich. Es ist eine Reise, die man nicht so schnell vergisst.

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Höchste Spannung auf engstem Raum

Der Stau
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Ein raffinierter Kriminalroman mit psychologischem Tiefgang und originellem Setting



Der Roman Stau überzeugt mit einem ebenso bewährten wie wirkungsvollen erzählerischen Kniff: dem sogenannten "Locked-Room"-Prinzip. ...

Ein raffinierter Kriminalroman mit psychologischem Tiefgang und originellem Setting



Der Roman Stau überzeugt mit einem ebenso bewährten wie wirkungsvollen erzählerischen Kniff: dem sogenannten "Locked-Room"-Prinzip. In diesem Fall ist es jedoch kein klassischer Raum, sondern ein Abschnitt der Autobahn, auf dem nichts mehr geht, ein Ort, den niemand verlassen kann. Die Leiche, die Zeugen, der Täter: alle sind gefangen im zähflüssigen Stillstand, eingeschlossen zwischen Lichthupe und Leitplanke.



Im Zentrum steht Kommissarin Belinda, die gerade aus dem Urlaub zurückkehrt, erschöpft, gedanklich bereits auf dem Weg in den Vorruhestand. Doch als sie im Stau strandet und zufällig auf einen Mordfall stößt, kann sie nicht anders, als sich erneut von ihrem kriminalistischen Instinkt leiten zu lassen. Ohne Uniform, ohne offizielle Autorität, aber mit ungebrochenem Scharfsinn übernimmt sie die Ermittlungen zunächst gegen den Widerstand der Umstehenden, dann zunehmend mit deren Unterstützung.



Die Autorin versteht es meisterhaft, die beklemmende Kulisse zu nutzen, um ein vielschichtiges Gesellschaftspanorama zu entwerfen. In den einzelnen Fahrzeugen, die wie kleine Inseln nebeneinander stehen, entfalten sich nach und nach die Geschichten ihrer Insassen. Jeder von ihnen trägt ein Geheimnis mit sich, jede Figur ist sorgfältig ausgearbeitet und verleiht dem Roman Tiefe und Farbe.



Stau ist ein psychologisch dichter, atmosphärisch klug konstruierter Kriminalroman, der nicht nur durch die Spannung fesselt, sondern auch durch die originelle Erzählidee. Ein intelligentes, packendes Leseerlebnis.

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Lyrische Spitze

Nacht. Ein Gedicht
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„Nacht“ ist ein ungewöhnliches Buch. Schon auf den ersten Seiten wird klar: Hier wird nicht einfach erzählt, hier wird gesprochen, geflüstert, gereimt. In dichter Sprache entfaltet sich eine Geschichte ...

„Nacht“ ist ein ungewöhnliches Buch. Schon auf den ersten Seiten wird klar: Hier wird nicht einfach erzählt, hier wird gesprochen, geflüstert, gereimt. In dichter Sprache entfaltet sich eine Geschichte voller Schatten, Gefahr und innerer Abgründe. Die Reimform wirkt dabei nie gezwungen, sondern verleiht dem Titel etwas fast Traumwandlerisches.

Die Handlung ist spannend, manchmal beklemmend, und der Rhythmus treibt sie auf eine ganz eigene Weise voran. Besonders eindrucksvoll ist, wie die Sprache Spannung aufbaut, ohne plakativ zu sein.

Vier von fünf Sternen für ein mutiges, sprachlich herausragendes Werk, das zeigt, wie dicht Poesie und Spannung nebeneinander liegen können.

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