Literatur meets Fantasy
Der seltsame Fall der Alchemisten-TochterFünf unterschiedliche Frauen, ein bekanntes Ermittlerduo und eine geheime Gesellschaft von Wissenschaftlern: Was haben all diese Figuren mit einer Mordserie in London zu tun?
In dem Fantasyroman „Der ...
Fünf unterschiedliche Frauen, ein bekanntes Ermittlerduo und eine geheime Gesellschaft von Wissenschaftlern: Was haben all diese Figuren mit einer Mordserie in London zu tun?
In dem Fantasyroman „Der seltsame Fall der Alchemisten-Tochter“ von der Autorin Theodora Goss, erschienen am 26. Oktober 2021 beim „Panini-Verlag“, taucht die Leserschaft in die Welt verschiedener literarischer Figuren aus dem 19. Jahrhundert ein. Es ist der erste Band der Saga um den „Athena-Club“.
Mary Jekyll, Tochter des Wissenschaftlers Henry Jekyll, steht plötzlich nach dem Tod ihrer Mutter in dem großen Haus alleine dar und hat kaum noch Mittel zur Verfügung. Bis sie auf ein seltsames Schreiben stößt, welches sie auf die Spuren ihres verstorbenen Vaters und seinem guten Freund namens Edward Hyde bringt, der mit Jekyll zeitgleich verschwand.
Auf diesen ist ein Kopfgeld ausgesetzt und das kann Mary sehr gut brauchen.
Auf ihrer Suche nach Hyde wird sie mit bestialischen Morden an jungen Frauen in London konfrontiert und kommt so in Kontakt mit Sherlock Holmes und Dr. Watson. Während den Ermittlungen tauchen nach und nach weitere mysteriöse weibliche Figuren auf, die Mary auf ihrem Weg begleiten und helfen.
Diana Hyde, Tochter des damaligen Freundes ihres Vaters, Beatrice Rappaccini, ein giftiges Experiment, Catherine Moreau, existent aufgrund tierischer Versuche und Justine Frankenstein, das lebende Ergebnis aus diversen toten Körperteilen.
Was haben ihre Väter bloß mit der geheimen Gesellschaft von Wissenschaftlern zu tun und wer hat die armen Mädchen auf offener Straße so schrecklich getötet?
„Der seltsame Fall der Alchemisten-Tochter“ ist ein grandioser Auftakt des Athena-Clubs im viktorianischen Großbritannien. Theodora Goss hat hier verschiedene literarische Figuren in einer Geschichte zusammengeführt und ihnen ein gemeinsames Abenteuer beschert.
Die Handlung ist durchweg spannend und zeigt, dass jeder Charakter in diesem Buch eine bedeutende Rolle zugeordnet bekommen hat.
Durch die vielen Protagonisten muss man als Leser/in erstmal im Kopf das Geflecht vor Augen haben. Die Namen sagen einem auf jeden Fall etwas, auch wenn man die einzelnen Bücher nicht gelesen hat. Da hilft einem das Internet, um eine Übersicht zu erhalten. Definitiv muss man sich beim Lesen konzentrieren und mal eben so für zwischendurch eignet sich dieses Buch eher weniger. Der Schreibstil ist dennoch verständlich. Außergewöhnlich ist das Layout, da die Geschichte so gestaltet wurde, dass diese als erster Entwurf eines Buches erzählt wird und des Öfteren durch Kommentare von den fünf Frauen oder der Hausangestellten unterbrochen wird. Der Lesefluss wird dadurch holprig und bringt einen ab und zu aus dem Handlungsstrang raus.
Mir persönlich hat diese Art gut gefallen, kann mir aber auch vorstellen, das einige sich daran extrem stören und dieses nicht mögen. Ich fand es abwechslungsreich und sehr amüsant.
Was mir besonders an diesem ersten Band gefallen hat, war die Vorstellung der fünf weiblichen Charaktere. Jede einzelne durfte aus ihrer Sicht ihr Leben erzählen und so bringt es die Personen einfach sehr nah an den Lesenden heran. Man fühlt mit ihnen mit und kann aufgrund der Vergangenheiten sämtliche Charaktereigenschaften besser verstehen und Handlungen nachvollziehen.
Gerade die Verflechtung der Personen aus damaligen Klassikern ist eine fantastische Idee um eine ganz neue Fantasy-Reihe entstehen zu lassen. Ich freue mich definitiv auf die weiteren Teile dieser Saga und hoffe, dass es nicht bei einer Trilogie bleiben wird.
Ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter und vergebe daher 5 von 5 Sternen.