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MichaelaG

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Veröffentlicht am 22.09.2017

Einer dieser Romane, die sich ins Herz brennen und deren Geschichten man nicht mehr vergisst ...

Ein Leben mehr
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Die Geschichte, die hier erzählt wird, ist so eigenwillig und besonders, dass man gar nicht anders kann, als einzutauchen und das Geschehen zu verfolgen.
Der Gedanke, über sein Leben und seinen Tod selbst ...

Die Geschichte, die hier erzählt wird, ist so eigenwillig und besonders, dass man gar nicht anders kann, als einzutauchen und das Geschehen zu verfolgen.
Der Gedanke, über sein Leben und seinen Tod selbst zu entscheiden, zieht sich wie ein roter Faden durch dieses Buch.
Dabei wirkt es aber trotz des Themas nicht schwermütig, sondern lebensbejahend.
Nebenbei erzählt es von Schicksalen, insbesondere den großen Bränden, die einst einer dieser drei Männer, sein Name ist Boychuck, erlebt hat.

Doch erzählt diese Handlung auch von der Gesellschaft und den empfundenen Zwängen, dem Altwerden, der Liebe zur Freiheit und Natur und der Sehnsucht nach Nähe.
Die Autorin nähert sich sensiblen Themen wie zum Beispiel der Selbstbestimmung über Leben und Tod feinfühlig an, bringt sie aber ohne große Umschweife direkt auf den Punkt.
Besonders bei der Erwähnung der großen Brände fiel mir dieses auf, da sie sehr detailliert beschrieben sind.
Es gab viele Szenen bei denen ich innehalten musste um zu verarbeiten was ich da las, denn die Schilderungen der Erlebnisse gingen mir ein wenig an die Substanz.

So klingt der Schreibstil in meinem Augen, trotz der direkten Ausdrucksweise dennoch poetisch, stimmungsvoll und berührend.
Und so verhält es sich auch mit den Charakteren.
Obwohl sie dem Leser im Verlauf der Handlung mit ihren Schicksalen näher kommen, bleiben sie zum größten Teil auf Distanz.
Dies mag vermutlich an dem Schreibstil und der Erzählperspektive liegen, denn die Fotografin bleibt zum Beispiel „die Fotografin“ und der Leser wird zum Beobachter.
Im Laufe der Zeit lernt man zwar verschiedene Personen kennen, doch letztendlich waren es nur Marie und Charlie, die mich so richtig intensiv berühren konnten und deren Entwicklung mich noch vollends in ihren Bann zogen.

Der Schreibstil ist wie bereits erwähnt, sehr direkt aber gleichzeitig auch sehr detailliert. Der Leser wird aufgrund der Erzählperspektive zum Beobachter.
Oftmals hallen bestimmte Sätze noch eine Weile nach weil sie so wunderschön klingen und ergreifen.
Vor allem ist der Schreibstil sehr bildhaft. Ob es sich um den Schauplatz handelt oder auch die Personen, die großen Brände und andere Details, von Anfang an hatte ich das Gefühl mittendrin zu sein.

Fazit
„Ein Leben mehr“ ist einer dieser Romane, die sich ins Herz brennen und deren Geschichten man nicht mehr vergisst.
Der Roman erzählt trotz der geringen Seitenzahl voller Tiefe eine ganz besondere Geschichte, mit ganz besonderen Menschen, und ist wunderschön und traurig zugleich, aber auch so kraftvoll und lebensfroh, dass man ihn noch lange in Erinnerung behalten wird.
Es ist eine Geschichte, die noch lange nachhallt und die ich jedem empfehle, der Lust hat, mal etwas Außergewöhnlicheres fernab des Mainstreams zu lesen.

Veröffentlicht am 18.08.2017

Wenn Bücher und ihre Geschichten unser Herz erobern …

Harte Tage, gute Jahre
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Kurzbeschreibung
Es ist 1941.
Die siebzehnjährige Mare verlässt, von ihrer großen Liebe enttäuscht, den Hof der Eltern und steigt zur Oberkaseralm in den Chiemgauer Alpen auf.
Mit der Zeit werden die Tiere ...

Kurzbeschreibung
Es ist 1941.
Die siebzehnjährige Mare verlässt, von ihrer großen Liebe enttäuscht, den Hof der Eltern und steigt zur Oberkaseralm in den Chiemgauer Alpen auf.
Mit der Zeit werden die Tiere und Bergwelt zu ihrer Heimat.
Alles verändert sich, nur Mare bleibt auf dem Berg.
Etwas Schöneres gibt es für sie nicht – bis zu ihrem Tod.

Eindruck
Es ist immer wieder ein kostbares Geschenk, wenn Bücher und ihre Geschichten unser Herz erobern …
Doch beginnen wir von vorne:
Harte Tage – gute Jahre, ein Titel, der nicht treffender hätte sein können!
Über 70 Jahre lebte sie auf und mit dem Berg. Allein mit ihrem Berggeist und ihrem Vieh.
Maria Wiesbeck, von allen stets Mare genannt, wollte kein anderes Leben mehr nach 1941, als sie sich entschied, dort oben am Geigelstein zu leben.
Christiane Tramitz beschreibt die Biographie einer Sennerin, die all die Jahre ihr Vieh und auch die Menschen versorgte.
So nimmt die Autorin den Leser mit hoch auf die Alm, lässt ihn Mare und ihr Leben begleiten.
In guten wie in schlechten Zeiten.

Erzählt wird die Handlung, die einige fiktive Inhalte besitzt, immer wieder in Vergangenheit und Gegenwart.
Der Leser bekommt immer wieder Einblicke in die Gedanken und Stimmungen der Sennerin.
Dadurch entsteht der Eindruck, als säße man direkt neben ihr.
Er bekommt das Gefühl stets bei Mare zu sein, mit ihr die harte Arbeit zu verrichten und dem Wetter zu trotzen.
Gemeinsam mit Mare lernt er verschiedene Menschen kennen.
Menschen, die es gut mit ihr meinen und Menschen, die ihr neiden und Zwietracht säen.
Es ist ein Zeitzeugenbericht, der von der Kindheit erzählt, der Jahre zwischen dem Krieg und nach dem Krieg, dem hinfallen und aufrichten.
Und während die Zeit sich unaufhaltsam weiterdreht, die Welt sich modernisiert, bleibt sie bei Mare stehen.
Denn es ist gut so, wie es ist.

Mare, die natürlich der Hauptcharakter in dieser Geschichte ist, hat nicht lange gebraucht, um sämtliche Sympathiepunkte bei mir zu erobern.
Ihre freche, sture aber auch erfrischende Art brachte mich sehr oft zum Schmunzeln aber auch zum Kopfschütteln und weckte in mir den Wunsch, sie ganz persönlich kennenlernen zu wollen.
Sie hat so richtige Ecken und Kanten, kann unglaublich schwierig und fast schon unnahbar sein und doch spürt man nichts als Respekt und Achtung.
Sehr bewegend und beeindruckend empfand ich den großartigen und unter die Haut gehenden Schreibstil der Autorin.
Sie verwendet viele Dialoge und stellt diese auch mit dem bayrischen Dialekt dar, dennoch hatte ich keinerlei Probleme in die Handlung hineinzufinden.
Im Gegenteil, es ließ die Geschichte noch authentischer und lebendiger wirken.
Es fühlte sich wirklich so an, als wäre man neben Mare, als würde man sie kennen und man bekommt früher oder später das Bedürfnis sie zu schützen oder sie gar zu fürchten.
Christiane Tramitz beschreibt unglaublich bildhaft und beschönigt nichts. Sie stellt diverse Szenen dar, wie sie sind, schockiert damit den Leser und lässt ihn aber bedrückt und nachdenklich zurück.
Es gab Situationen, bei denen ich fassungslos war, um nur wenige Zeilen später darüber zu grübeln, dass es so wie es ist, das Beste für Mare ist.

Fazit
„Harte Tage gute Jahre“ ist ein ganz besonderes Portrait über eine ganz besondere Frau.
Es ist eine Erzählung, die mir noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird.
Ich war gerne da oben bei Mare am Geigelstein.
Denn ja, genauso fühlte es sich an, als wäre man mit ihr in all den Jahren auf der Alm gewesen.
Hat mir ihr gearbeitet und ist mit ihr müde geworden.
Müde der Jahre und der Menschen.
Zum Schluss ließ mich diese Erzählung nachdenklich zurück, tief berührt von einer ergreifenden Geschichte über eine großartige und bemerkenswerte Frau.
Es gäbe noch so wahnsinnig viel über dieses Buch und der Sennerin zu erzählen aber ich kann Euch einfach nur ans Herz legen, es selbst zu lesen.
Anschließend habe ich mir über YouTube noch Videos über Mare angesehen.
Diese Videos bestätigten mir mein Bild von Mare. So wie ich sie mir vorgestellt habe.
Daher empfehle ich Euch ebenfalls mal auf YouTube danach zu suchen, aber erst NACHDEM ihr das Buch gelesen habt, da Euch sonst womöglich schon zu viel verraten wird.

Veröffentlicht am 31.07.2017

Für einen Psychothriller zu wenig Thrill

Die Moortochter
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Kurzbeschreibung
Helena ist eine ausgezeichnete Fährtenleserin und Jägerin, zwei Fähigkeiten, die sie als Kind erlernte, als sie mit ihren Eltern im Moor lebte.
Sie vergötterte ihren Vater, bis sie von ...

Kurzbeschreibung
Helena ist eine ausgezeichnete Fährtenleserin und Jägerin, zwei Fähigkeiten, die sie als Kind erlernte, als sie mit ihren Eltern im Moor lebte.
Sie vergötterte ihren Vater, bis sie von 15 Jahren erfuhr, dass er ein gefährlicher Psychopath ist, der vor Jahren ihre Mutter entführte.
Jahre später schafft er es, dem Hochsicherheitsgefängnis zu entfliehen.
Helena weiß, dass nur sie ihn finden, kann aber es wird eine harte Jagd, denn er hat noch eine Rechnung mit ihr offen.

Eindruck
Die Geschichte wird in der Vergangenheit und in der Gegenwart von Helena erzählt, als sie ein junges Mädchen war und nun eine erwachsene Frau ist.
Man weiß also gleich zu Beginn, dass ihr die Flucht aus dem Moor zu einem späteren Zeitpunkt gelungen ist, und wird erst einmal mit ihrer Kindheit vertraut gemacht.
Dieses Wissen nimmt natürlich erst einmal ziemlich viel Spannung weg, denn auch wenn der Vater brutal und grausam ist, weiß man zumindest, dass sie dieser Hölle eines Tages entkommt.
Dennoch gehen das beschriebene Verhalten des Vaters und auch seine Handlungen sehr an die Substanz, vor allem wenn man erkennt, wie sehr Helena in ihrer Unschuld ihn vergöttert.
Ihre Mutter, das ewige Opfer, nach all den Jahren ergeben und wehrlos, ist den sadistischen und gewaltsamen Attacken seelisch und körperlich völlig hilflos ausgesetzt.
Das Zusehen ihrer Tochter macht die Geschichte beklemmender.
Denn selbst wenn die Geschichte erst im letzten Drittel tatsächlich etwas spannend wird, ist sie zumindest eines: sehr oft beklemmend.
Doch auch sehr ruhige Passagen, die von dem Alltag im Moor zum Beispiel berichten, tauchen häufig auf und so gleicht die Geschichte oft einem tragischen Familiendrama.
Die Handlung und der Schauplatz sind sehr bildhaft beschrieben.
Die Autorin beschreibt sehr detailliert die Jagd im Moor aber auch die psychopathischen Handlungen des Vaters.
Die ganze Geschichte lässt sich dank dieser bildhaften Beschreibung gut im Kopf vorstellen und man bekommt schon fast das Gefühl, selbst dort anwesend zu sein.
Dies verstärkte meines Erachtens die bedrohliche Atmosphäre, bot aber nicht genügend Nervenkitzel für einen Psychothriller.

Auch die Charaktere sind sehr eindringlich und nachvollziehbar beschrieben.
Helena ist ein sehr schwieriger Charakter, der aber den Umständen entsprechend, sehr authentisch beschrieben ist.
Zunächst ist es diese vergötternde Haltung ihrem Vater gegenüber, die erschreckend aber durchaus nachvollziehbar ist.
Denn woher soll sie die Grenzen kennen, wenn sie so einsam aufwächst.
Später, als erwachsene Frau, ist es ihr Drang zur Freiheit und der Natur, ihre Dickköpfigkeit, die abschreckt und oft auf Unverständnis stößt.

Ihr Vater Jacob, ein brutaler Psychopath, der seine volle Härte zeigt, wenn ihm etwas nicht passt.
Er verkörpert die pure Bedrohung, vermittelt stets eine beklemmende Atmosphäre denn nie weiß man, was er als Nächstes plant.
Er bleibt so gut wie undurchschaubar und das macht ihn besonders gefährlich.

Die Mutter, als junges Mädchen entführt, hat sich in ihrer Rolle ergeben.
Machtlos muss sie zusehen, wie sich diese Vater-Tochter-Beziehung entwickelt, und ist den permanenten Attacken von Jacob ausgesetzt.
Dieses Schicksalsergebene hat mir oft zu schaffen gemacht, wird aber zu einem späteren Zeitpunkt etwas näher erklärt.

Julia Nachtmann liest diese Geschichte mit einer angenehmen hellen Stimme vor.
Ihre Stimme kann beruhigend wie energisch werden und so findet sie sich wunderbar in die Rolle der Protagonistin ein, überträgt mit viel Feingefühl die jeweilige Atmosphäre und verstärkt die beklemmenden Momente.

Fazit
„Die Moortochter“ hat mir soweit gut gefallen aber der Beschreibung als Psychothriller mag ich nicht so ganz zustimmen.
Dadurch das ich von vornherein von der geglückten Flucht wusste, wurde für mich schon der größte Teil der Spannung genommen.
Obwohl die Atmosphäre doch oft sehr beklemmend war, gab es eben auch sehr viele Momente, die eher einer ruhigen und tragischen Familiengeschichte glichen.

Veröffentlicht am 11.07.2017

Sehr ruhig

The Couple Next Door
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Kurzbeschreibung
Anne und Marco sind bei ihrer Nachbarin zum Geburtstag eingeladen.
Diese möchte allerdings kein Baby dabei haben.
Marco überredet Anne, die kleine Cora daheim zu lassen, immerhin sind ...

Kurzbeschreibung
Anne und Marco sind bei ihrer Nachbarin zum Geburtstag eingeladen.
Diese möchte allerdings kein Baby dabei haben.
Marco überredet Anne, die kleine Cora daheim zu lassen, immerhin sind sie ja gleich nebenan und das Babyphone ist mit dabei.
Anne fühlt sich nicht wohl dabei und bereut ihre Entscheidung sofort, als das Baby plötzlich verschwunden ist.

Meinung
Es handelt sich bei diesem Debüt um eine recht ruhige unblutige Geschichte, die ich persönlich aber eher als Krimi bezeichnen würde.
Der Einstieg fällt ziemlich leicht und man merkt zu Beginn schon, dass die Figuren alle etwas zu verbergen haben.
Die ersten Spannungen entstehen schon auf der Party und sobald entdeckt wird, dass das Baby verschwunden ist, entwickelt sich der Fall mit zunehmenden überraschenden Wendungen.
Immer mehr Geheimnisse kommen ans Licht und so verdächtigt man selbst alles und jeden.
Denn nicht nur Marco und Anne haben etwas zu verbergen und so stellt sich die Frage, wer dieses Baby entführt hat und ob es nicht von langer Hand geplant war.
Obwohl es so viele verschiedene Fährten gibt, kam für mich dennoch zu wenig Thrill auf.
Natürlich dreht sich die Handlung hauptsächlich darum, was mit Cora geschehen ist.
Dennoch kam mir trotz der Wendungen für einen Thriller zu wenig Spannung auf.
Leider war ich der richtigen Fährte auch viel zu früh auf der Spur und so blieb auch das Ende für mich wenig überraschend.

Die Charakterzeichnung fand ich allerdings sehr interessant, obwohl mir wirklich ALLE Figuren bis auf den Kommissar unsympathisch waren.
Für mich müssen Personen aber auch nicht sympathisch sein, sie sollen glaubhaft in ihrem Handeln wirken und das taten sie hier.
Denn wie bereits erwähnt haben alle Personen scheinbar etwas zu verbergen und wirken leicht durchgeknallt.
Marco, der von seinen Schuldgefühlen und schlechtem Gewissen fast erdrückt wird, und Anne, die nicht nur depressiv ist, sondern schier verzweifelt vor Angst um ihr Kind, wirken mit ihren Emotionen sehr glaubhaft.
Doch auch Cynthia, durchtrieben und hinterlistig und ihr Mann Graham, passten perfekt hinein und sorgten für die nötige Anspannung.

Die Sprecherin Friederike Kempter wertet die Geschichte deutlich auf.
Ihr angenehmes Sprachtempo und ihre angenehme Stimme passt wunderbar zur Erzählperspektive des personalen Erzählers.
Sehr gelungen ist ihr auch die Darstellung von Annes Gedanken.
Selbst kleine Pausen, wenn die Gedanken abgebrochen werden, setzt Friederike Kempter gekonnt ein.
So gelingt es ihr, eine gute Atmosphäre zu schaffen, die Lust macht weiterzuhören.

Fazit
„The Couple next Door“ ist ein recht ruhiger Thriller, der meiner Meinung nach noch etwas mehr Thrill hätte verkraften können und den ich daher eher als Krimi bezeichnen würde.
Zum Schluss konnte mich die Geschichte leider nicht wirklich überraschen und so wird sie mir wohl nicht wirklich lange in Erinnerung bleiben.

Veröffentlicht am 11.07.2017

Geheimnisvoll und mystisch

Dunkles Omen – Ein Cainsville-Thriller
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Kurzbeschreibung
Olivia Taylor-Jones steht kurz vor ihrer Hochzeit mit James, einem jungen aufstrebenden Politiker.
Doch dann erfährt sie plötzlich durch einen Zeitungsartikel, dass sie adoptiert wurde ...

Kurzbeschreibung
Olivia Taylor-Jones steht kurz vor ihrer Hochzeit mit James, einem jungen aufstrebenden Politiker.
Doch dann erfährt sie plötzlich durch einen Zeitungsartikel, dass sie adoptiert wurde und ihre leiblichen Eltern, verurteilt als Serienmörder, im Gefängnis sitzen.
Um mehr über ihre leibliche Familie zu erfahren, reist Olivia in den Heimatort ihrer Eltern und bemerkt, dass in diesem kleinen scheinbar hübschen Städtchen, nicht alles mit rechten Dingen zugeht.

Eindruck
Bist du abergläubisch?
Diese Frage muss sich die Protagonistin in dem Auftakt zu einer neuen Mystery-Thriller-Reihe von Kelley Armstrong stellen.
Die Geschichte spielt in dem kleinen Örtchen Cainsville, dass etwas Geheimnisvolles verbirgt.
Zwar sind die Bewohner größtenteils sehr hilfsbereit und scheinen Olivia vor etwas schützen zu wollen, doch stellt sich im Laufe der Zeit immer wieder die Frage, warum sie dies wirklich tun.
So braucht die Geschichte ihre Zeit, um sich Stück für Stück aufzubauen und obwohl es zahlreiche unheimliche und spannende Momente gibt, ist dieser Thriller dennoch sehr ruhig und bietet nur wenige actionreiche Szenen.
Immer wieder tauchen kleine versteckte Anspielungen auf mögliche paranormale Geschehnisse auf die etwas Gänsehaut verursachen auf, doch in erster Linie konzentriert sich der erste Band darauf, die Protagonisten und die Bewohner Cainsville kennenzulernen.

Dies ermöglichen verschiedene Erzählstränge, die von unterschiedlichen Personen beschrieben werden.
Dadurch bekommt der Leser das Gefühl, als Beobachter zu fungieren und der Spannungsbogen wird etwas erhöht.
Der eigentliche Erzählstrang wird von der Protagonistin ich der Ich-Perspektive geführt.
Sehr gut gefiel mir die leicht unheimliche und bedrohliche Atmosphäre, die sich über die gesamte Geschichte hinwegzog.
Man spürt, genau wie die Hauptfigur, dass etwas im Busch ist aber man kann es nicht greifen. Man kann nur ahnen, eigenen Theorien aufbauen und sie wieder verwerfen.
Doch statt frustriert zu sein, bekommt man nur noch mehr Lust den nächsten Band zu lesen!

Auch der Beschreibung der Charaktere bleibt sich die Autorin treu.
Ich mag es, dass ihre Figuren sehr schlagfertig sind und immer eine gewisse Anziehungskraft ausstrahlen.
Auch in dieser Reihe scheint ihre Protagonistin sehr taff und intelligent zu sein und ist alles andere als auf den Mund gefallen!
Dies verspricht einen hohen Unterhaltungswert in Bezug auf andere Personen, denn immer wieder kommt es zu amüsanten und sehr schlagfertigen Dialogen und einer gewissen Situationskomik.
Auf die einzelnen Bewohner von Cainsville mag ich nicht groß eingehen, es soll Euch selbst überlassen sein sie kennenzulernen.
Mir haben sie sehr gut gefallen. Von biestig bis freundlich, geheimnisvoll und bedrohlich, es ist alles vorhanden und passt wunderbar in diesen Ort.

Damit beweist sich wieder ihr gelungener Schreibstil, den ich schon seit Jahren zu schätzen weiß.
Die Autorin versteht es, ihre Handlungskulisse geheimnisvoll zu beschreiben und so bildhaft, dass ich das Gefühl hatte, ebenfalls in Cainsville zu sein.
Selbst wenn der Spannungsbogen abfällt, so bleibt die Geschichte dank der beschriebenen Atmosphäre fesselnd und lässt sich leicht lesen.
Immer wieder tauchen Gänsehautmomente auf und so kann man gar nicht anders als weiterlesen.

Fazit
„Dunkles Omen“ ist ein gut gelungener Auftakt, der neuen Mystery-Thriller-Reihe, die ebenfalls eine geheimnisvolle Geschichte verspricht.
Erhofft ihr euch einen hochspannenden und blutigen Thriller, so dürftet ihr enttäuscht werden.
Habt ihr aber Lust auf eine Mystery-Reihe, mit übersinnlichen Aktivitäten, geheimnisvollen Bewohnern, und einem Ort, dessen Geschichte noch entdeckt werden muss, dann lasst Euch von der Cainsville-Reihe genauso begeistern wie ich.
Ich bin sehr auf den zweiten Band gespannt, der unter dem Titel „Zeit der Schatten“ im September erscheinen soll.