Platzhalter für Profilbild

MichaelaG

aktives Lesejury-Mitglied
offline

MichaelaG ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit MichaelaG über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.07.2017

Für einen Psychothriller zu wenig Thrill

Die Moortochter
1 0

Kurzbeschreibung
Helena ist eine ausgezeichnete Fährtenleserin und Jägerin, zwei Fähigkeiten, die sie als Kind erlernte, als sie mit ihren Eltern im Moor lebte.
Sie vergötterte ihren Vater, bis sie von ...

Kurzbeschreibung
Helena ist eine ausgezeichnete Fährtenleserin und Jägerin, zwei Fähigkeiten, die sie als Kind erlernte, als sie mit ihren Eltern im Moor lebte.
Sie vergötterte ihren Vater, bis sie von 15 Jahren erfuhr, dass er ein gefährlicher Psychopath ist, der vor Jahren ihre Mutter entführte.
Jahre später schafft er es, dem Hochsicherheitsgefängnis zu entfliehen.
Helena weiß, dass nur sie ihn finden, kann aber es wird eine harte Jagd, denn er hat noch eine Rechnung mit ihr offen.

Eindruck
Die Geschichte wird in der Vergangenheit und in der Gegenwart von Helena erzählt, als sie ein junges Mädchen war und nun eine erwachsene Frau ist.
Man weiß also gleich zu Beginn, dass ihr die Flucht aus dem Moor zu einem späteren Zeitpunkt gelungen ist, und wird erst einmal mit ihrer Kindheit vertraut gemacht.
Dieses Wissen nimmt natürlich erst einmal ziemlich viel Spannung weg, denn auch wenn der Vater brutal und grausam ist, weiß man zumindest, dass sie dieser Hölle eines Tages entkommt.
Dennoch gehen das beschriebene Verhalten des Vaters und auch seine Handlungen sehr an die Substanz, vor allem wenn man erkennt, wie sehr Helena in ihrer Unschuld ihn vergöttert.
Ihre Mutter, das ewige Opfer, nach all den Jahren ergeben und wehrlos, ist den sadistischen und gewaltsamen Attacken seelisch und körperlich völlig hilflos ausgesetzt.
Das Zusehen ihrer Tochter macht die Geschichte beklemmender.
Denn selbst wenn die Geschichte erst im letzten Drittel tatsächlich etwas spannend wird, ist sie zumindest eines: sehr oft beklemmend.
Doch auch sehr ruhige Passagen, die von dem Alltag im Moor zum Beispiel berichten, tauchen häufig auf und so gleicht die Geschichte oft einem tragischen Familiendrama.
Die Handlung und der Schauplatz sind sehr bildhaft beschrieben.
Die Autorin beschreibt sehr detailliert die Jagd im Moor aber auch die psychopathischen Handlungen des Vaters.
Die ganze Geschichte lässt sich dank dieser bildhaften Beschreibung gut im Kopf vorstellen und man bekommt schon fast das Gefühl, selbst dort anwesend zu sein.
Dies verstärkte meines Erachtens die bedrohliche Atmosphäre, bot aber nicht genügend Nervenkitzel für einen Psychothriller.

Auch die Charaktere sind sehr eindringlich und nachvollziehbar beschrieben.
Helena ist ein sehr schwieriger Charakter, der aber den Umständen entsprechend, sehr authentisch beschrieben ist.
Zunächst ist es diese vergötternde Haltung ihrem Vater gegenüber, die erschreckend aber durchaus nachvollziehbar ist.
Denn woher soll sie die Grenzen kennen, wenn sie so einsam aufwächst.
Später, als erwachsene Frau, ist es ihr Drang zur Freiheit und der Natur, ihre Dickköpfigkeit, die abschreckt und oft auf Unverständnis stößt.

Ihr Vater Jacob, ein brutaler Psychopath, der seine volle Härte zeigt, wenn ihm etwas nicht passt.
Er verkörpert die pure Bedrohung, vermittelt stets eine beklemmende Atmosphäre denn nie weiß man, was er als Nächstes plant.
Er bleibt so gut wie undurchschaubar und das macht ihn besonders gefährlich.

Die Mutter, als junges Mädchen entführt, hat sich in ihrer Rolle ergeben.
Machtlos muss sie zusehen, wie sich diese Vater-Tochter-Beziehung entwickelt, und ist den permanenten Attacken von Jacob ausgesetzt.
Dieses Schicksalsergebene hat mir oft zu schaffen gemacht, wird aber zu einem späteren Zeitpunkt etwas näher erklärt.

Julia Nachtmann liest diese Geschichte mit einer angenehmen hellen Stimme vor.
Ihre Stimme kann beruhigend wie energisch werden und so findet sie sich wunderbar in die Rolle der Protagonistin ein, überträgt mit viel Feingefühl die jeweilige Atmosphäre und verstärkt die beklemmenden Momente.

Fazit
„Die Moortochter“ hat mir soweit gut gefallen aber der Beschreibung als Psychothriller mag ich nicht so ganz zustimmen.
Dadurch das ich von vornherein von der geglückten Flucht wusste, wurde für mich schon der größte Teil der Spannung genommen.
Obwohl die Atmosphäre doch oft sehr beklemmend war, gab es eben auch sehr viele Momente, die eher einer ruhigen und tragischen Familiengeschichte glichen.

Veröffentlicht am 29.03.2018

Gefiel mir leider nicht ganz so gut wie seine Vorgänger

Jules Welt - Frühlingsglück und Gartenzauber
0 0

Es handelt sich hier um den 3. Band der Kreativroman-Reihe von Marina Boos.
Die Handlung als solche ist in sich abgeschlossen und bietet genügend Rückblicke, um mittendrin einzusteigen.
Dennoch empfehle ...

Es handelt sich hier um den 3. Band der Kreativroman-Reihe von Marina Boos.
Die Handlung als solche ist in sich abgeschlossen und bietet genügend Rückblicke, um mittendrin einzusteigen.
Dennoch empfehle ich die vorherigen zwei Bände zu lesen, um die Personen und den Ort kennenzulernen.
Der dritte Teil aus der „Jules-Welt“-Reihe steckt voller Frühlingsgefühle und widmet sich daher mit seinen kreativen Ideen sehr ausführlich dem Thema Garten- und Pflanzenwelt.
Parallel dazu verläuft die eigentliche Handlung mit Jule und ihrem Kreativ-Café in dem kleinen beschaulichen Ort Müggebach, in der die Protagonistin sich mehr und mehr in Müggebach eingelebt hat.
Sie beschäftigt sich mit ihren kreativen Projekten, erlebt ein kleines Abenteuer rund um gefundene Zeichnungen, die ein Geheimnis hüten, und bereitet sich voller Inbrunst auf ihr Jubiläum vor.
Obwohl der dritte Band einige interessante Anleitungen und Anregungen bereithält und auch die Handlung als solche wieder unterhaltsam und etwas geheimnisvoll ist, empfand ich diesen, im Gegensatz zum zweiten Band, trotz der geringen Seitenzahl, als etwas langatmig.
Das war natürlich schade, denn nicht alle kreativen Ideen sprechen mich gleichermaßen an und so hab ich mich immer über die eigentliche Handlung gefreut.
Hier jedoch bekam ich den Eindruck, dass Jule oft in ihren Plänen und Vorhaben auf der Stelle stand, was für mich teilweise etwas mühsam zu lesen war, da es einige Längen verursachte.
Auch die Dialoge bzw. die Übergänge zum nächsten Kapitel kamen mir zwischenzeitlich etwas sprunghaft vor.

Dabei lag es meiner Meinung nach weder an den Figuren noch an der Beschreibung des Handlungsortes.
Denn die Figuren haben sich tatsächlich weiterentwickelt und bieten einige Überraschungen.
Die Charaktere besitzen eh schon eine gewisse Tiefe und so war es eine Freude zu sehen, wie sich bestimmte Personen in Müggebach verändern und weiterleben.

Allein durch den recht bildhaften Schreibstil und die liebevolle Ortsbeschreibung bekommt man als Leser recht schnell den Eindruck, selbst in Müggebach zu sein.
Die Anleitungen werden recht verständlich beschrieben und einige leere Seiten, die zwischendrin abgebildet sind, regen wieder dazu an, eigene Ideen und Gedanken festzuhalten.

Fazit
„Frühlingsglück und Gartenzauber“ konnte zwar die Lust auf Frühling wecken, hatte für mich aber auch einige Schwächen.
Auch wenn „Müggebach“ und dessen Bewohner sich durchaus weiterentwickelt und es auch in diesem Teil einige kreative Anleitungen und Anregungen in diesem Roman gibt, so gefiel mir dieser Teil leider nicht so ganz gut wie seine Vorgänger.
Wer aber einen grünen Daumen und Freude an Gartenarbeit besitzt, wird sicherlich auch mit dem dritten Band seine wahre Lesefreude erleben.

Veröffentlicht am 29.03.2018

Eine emotionale Achterbahnfahrt, bei der man unwillkürlich hin- und hergerissen ist

Der Junge auf dem Berg
0 0


Eindruck
John Boyne erzählt in diesem Roman die tragische und sehr bewegende Geschichte von Pierrot, der nach dem Tod seiner Eltern im Berghof aufwächst und in Adolf Hitler eine Art Vaterfigur sieht.
Er ...


Eindruck
John Boyne erzählt in diesem Roman die tragische und sehr bewegende Geschichte von Pierrot, der nach dem Tod seiner Eltern im Berghof aufwächst und in Adolf Hitler eine Art Vaterfigur sieht.
Er vergöttert den Führer, schaut zu ihm auf und lässt sich mehr und mehr von den falschen Idealen des Nationalsozialismus locken.
Hautnah erlebt der Zuhörer diese Entwicklung und wird so zum direkten Beobachter einer unglaublich dramatischen Geschichte.
Zunächst sind es immer wieder leise versteckte Anspielungen, die die Richtung vorgeben und den Zuhörer ahnen lassen, welchen Weg diese Handlung nehmen wird.
Es ist eine emotionale Achterbahnfahrt, bei der man unwillkürlich hin- und hergerissen ist, den Protagonisten zu verurteilen und dennoch mit ihm mitzufühlen.
Unaufhaltsam sieht man die Welle der Konsequenzen auf ihn zurollen und weiß, es kann einfach nicht gut ausgehen.
Musikalische Untermalung kündigen neue Kapitel an und die Sprecher Boris Aljinovic und Roman Fuhrmann tragen diese Geschichte mit sehr viel Feingefühl vor.
Es gelingt ihnen, bedrohliche Szenen spürbar zu betonen und schaffen somit eine sehr intensive Atmosphäre, die diesen Roman noch lebendiger werden lassen.
Genau das bringt einen zusätzlichen Schauer ein, denn der Erzählstil an sich, der sehr in die Tiefe geht, ist schon ziemlich detailliert und bildhaft.

Dies gilt auch für die Beschreibung des Handlungsortes.
Ich kenne die Umgebung des Obersalzbergs ein wenig, aber selbst wenn man sie nicht kennt, kann man sich dank dieser bildhaften Beschreibung die Zeit und den Ort sehr gut vorstellen.
Ähnlich ging es mir mit den Figuren, deren Darstellung meiner Meinung nach eine absolute Glanzleistung ist.
Sie sind alle sehr detailliert beschrieben, sodass man ziemlich schnell ahnt, wie berechenbar oder auch unberechenbar diese sind.
Pierrot, die Hauptfigur hat sehr viele Gedanken in mir auslösen können.
Auf der einen Seite ist er ein unschuldiges, naives Kind, dass plötzlich Waise wird und sich dann zu einem skrupellosen Nazi entwickelt. Ihm scheint zumindest anfangs nicht bewusst zu sein, in welche Schwierigkeiten er gerät und will doch im Grunde genommen alles richtig machen.
Ein guter Junge sein, ein Soldat wie sein Vater!
So schwankte ich zwischen Mitgefühl und völligem Entsetzen.
Auch Adolf Hitler wird hier sehr eindringlich beschrieben, was dieser ganzen Handlung ein noch viel größeres Grauen verleiht.
Doch auch die Nebenfiguren sind sehr bildhaft gezeichnet und können unterschiedliche Gefühle auslösen.
So entsteht in dieser Handlung eine Art Sogwirkung, die bis zum Schluss erhalten bleibt, und trotz dieser Dramatik und dem ernstzunehmenden Hintergrund, bis zur letzten Minuten fesseln kann.

Fazit
„Der Junge auf dem Berg“ ist eine Geschichte, die man so schnell nicht mehr vergisst, weil sie einen nicht loslässt.
Selten beschäftigt mich eine Handlung dermaßen intensiv und lange, lässt mich nachdenklich zurück, mit dem Gefühl, dieses ganze Drama „live“ miterlebt zu haben.
Schon „Der Junge mit dem gestreiften Pyjama“ hat mich sehr beeindruckt aber mit diesem Roman hier, konnte John Boyne diesen Eindruck noch mal toppen!

Veröffentlicht am 29.03.2018

Was hat sie wirklich gesehen?!

The Woman in the Window - Was hat sie wirklich gesehen?
0 0

Kurzbeschreibung
Seit einem traumatischen Erlebnis verlässt Anna Fox ihre Wohnung nicht mehr.
Ihren Alltag verbringt sie mit Fremden in Chat und einer Menge Alkohol, lässt sich ihre Lebensmittel liefern ...

Kurzbeschreibung
Seit einem traumatischen Erlebnis verlässt Anna Fox ihre Wohnung nicht mehr.
Ihren Alltag verbringt sie mit Fremden in Chat und einer Menge Alkohol, lässt sich ihre Lebensmittel liefern und beobachtet die Nachbarn aus ihrem Fenster.
Als eines Tages die Familie Russel gegenüber einzieht, erinnert sich Anna an ihr altes Leben zurück.
Kurze Zeit später wird sie Zeugin eines brutalen Überfalls. Sie will helfen und kann nicht, weil sie ihre Panik sie ans Haus fesselt. Als sie ohnmächtig wird, will ihr danach niemand glauben.

Eindruck
Was hat sie wirklich gesehen?
Wenn es ein Satz den gesamten Handlungsverlauf beschreiben kann, dann dieser!
Denn genau darum geht es in diesem nun ja, nennen wir ihn mal gutmütig Spannungsroman.
Die Themen Alkohol- und Medikamentenmissbrauch, Agoraphobie, Depressionen und Stalking beschreiben diese Geschichte schon ganz gut und sind ausschlaggebend für die gesamte Handlung.
Der Zuhörer wird zusammen mit der Hauptfigur zum Beobachter und erlebt ihren Alltag, geprägt von ihrer Angst und Einsamkeit.
Gemeinsam mit ihr, beobachtet er aus ihrem Fenster die Nachbarn, achtet auf jede Veränderung und auf jede Stimmungsschwankung der Protagonistin.
Verschiedene Fährten und Wendungen leiten zwar immer wieder in die Irre, lösen dabei leider aber auch diverse Längen aus, die meiner Meinung nach die eh schon geringfügige Spannung wieder zunichtemachen.
Eine leicht fesselnde Atmosphäre kann man dieser Geschichte dennoch zugestehen, denn letztendlich wird die Ausgangsfrage tatsächlich erst zum Schluss beantwortet.

Sehr gelungen fand ich dagegen die Beschreibung der Figuren.
Anna als Protagonistin ist aufgrund ihrer Erkrankung unberechenbar und dies wird dem Zuhörer immer wieder bewusst. Genau wie ihre Mitmenschen, weiß man selbst nie so genau, woran man bei ihr ist, wie und warum sie reagiert wie sie reagiert.
Diese Stimmungsschwankungen sind aber meiner Meinung nach authentisch für ihren Umgang mit ihren Medikamenten und der Kombination mit dem Alkohol.
Auf die Konsequenzen ihrer Erkrankung wird zwar immer wieder eingegangen, allerdings eher oberflächlich, was völlig in Ordnung und für die eigentliche Handlung ausreichend ist.
Gut gelungen finde ich auch die Nebenfiguren, denn auch bei ihnen weiß man nie so genau, wo man dran ist und dies macht die Handlung natürlich deutlich interessanter und auch überraschender.

Nina Kunzendorf wertet die Geschichte mit ihrer kräftigen, energischen Stimme zusätzlich auf.
Sie passt perfekt zur Protagonistin, scheint sich sehr gut in die Welt voller Ängste hineinzuversetzen und kann spannende so wie verzweifelnde Momente sehr gut betonen.
Selbst alkoholgeschwängerte (lallende) Dialoge gelingen ihr ausgezeichnet.

Fazit
„The Woman in the Window – Was hat sie wirklich gesehen“ ist eine durchaus interessante Geschichte mit einem überraschenden Ende, für die ich mir aber etwas mehr Spannung gewünscht hätte.
Sie hat ihre Stärke, die meiner Meinung nach besonders bei der Beschreibung der Figuren liegt aber auch ihre Schwäche, die sich durch diverse Längen bemerkbar machen.
Ich bin froh mich in diesem Fall für das Hörbuchformat entschieden zu haben, denn dank Nina Kunzendorf wird diese Geschichte noch mal zusätzlich aufgewertet, und die langatmigen Passagen lassen sich leichter überbrücken.

Veröffentlicht am 14.03.2018

Trabbel hoch 3

Die Trabbel-Drillinge - Heimweh-Blues und heiße Schokolade
0 0

Kurzbeschreibung
Franka, Bella und Vicky sind eineiige Drillinge und damit richtig berühmt.
Als die öffentliche Aufmerksamkeit in den Medien eskaliert, flieht ihre Mutter mit ihnen aufs Land, um dort ein ...

Kurzbeschreibung
Franka, Bella und Vicky sind eineiige Drillinge und damit richtig berühmt.
Als die öffentliche Aufmerksamkeit in den Medien eskaliert, flieht ihre Mutter mit ihnen aufs Land, um dort ein Bio-Hotel zu eröffnen.
Die Drillinge sind entsetzt: monatelange Baustelle, das W-lan eine Katastrophe und dann zu dritt in einem Doppelbett schlafen?
Der Schwesternstreit ist vorprogrammiert und es ist fraglich ob Frankas berühmter Trostkakao tatsächlich über diesen tatsächlich kitten kann.

Meinung
Zwölf ist ein verdammt schwieriges Alter, und wenn man Geschwister hat, ist das manchmal auch ganz schön anstrengend.
Besonders tricky ist es, wenn man als eineiige Drillinge zur echten Berühmtheit wird und dann trotz allem sehr unterschiedlich ist.
So sehr wie die Trabbel-drillinge nämlich zusammenhalten, so sehr können sie sich auch zerstreiten.
Dann heißt es Trabbel hoch 3!
Die Autorin Anja Janotta hat hier den Auftakt zu einer unterhaltsamen Reihe erschaffen, die in ihrer ersten Geschichte, aber trotz des amüsanten Hintergrundes auch eine gewisse Ernsthaftigkeit aufweisen kann.
Sie bedient sich aktueller Themen, wie bewusster Ernährung, und der Gründung eines Bio-Hotels,
thematisiert familiären Zusammenhalt, Freundschaft und einen Wohnortwechsel, der einige Konsequenzen nach sich zieht und mit denen die Geschwister erst einmal klarkommen müssen.
Denn von der Stadt so plötzlich aufs Land zu ziehen ist eine gewaltige Umstellung!
In der Schule fallen die Drillinge zum Teil selbst verschuldet, durch ihre Eigenarten auf und so entwickelt sich schon Mobbing in der Klasse und im Dorf, auch wenn dies dazu führt, dass die Drei wieder zueinanderfinden und zusammenhalten.
Sie widersetzen sich jeder Schikane und zeigen dem Dorf was es bedeutet ein Trabbelburg zu sein.

Die Zeichnung der Charaktere fand ich sehr interessant, zumal die Autorin hier sehr auf die Verbundenheit der Geschwister eingeht.
Dennoch bleiben alle drei Mädchen sehr unterschiedlich in ihren Charakterzügen und letztendlich eroberte Franka bei mir sämtliche Sympathiepunkte.
Doch auch die anderen Charaktere fand ich sehr gelungen. Ich konnte sie mir ohne Weiteres bildlich vorstellen und fand sie, egal welche Eigenschaften sie besaßen, authentisch.

Der Erzählstil ist sehr jung und frech gehalten.
Die Drillinge sind ziemlich vorlaut und können ganz schön hart fluchen.
Dabei schrecken sie auch nicht vor Ausdrücken wie A******* und Schei** zurück.
Mir persönlich machte es wenig aus und mir ist klar, dass dieser Ton zumindest in der Schule zur Umgangssprache gehört, dennoch möchte ich es liebe erwähnen.

Die Sprecherin Mia Diekow passt sehr gut zu diesem Hörbuch.
Ihre junge, heiter klingende Stimme lässt die Drillinge noch viel authentischer erscheinen und es ist eine Freude, ihr dem gesamten Verlauf zuzuhören.

Fazit
„Die Trabbel-Drillinge“ ist ein turbulenter und unterhaltsamer Auftakt, in dem die Geschwister ihrem Namen alle Ehre machen.
Seid vorgewarnt, hier erwarten Euch Trabbel hoch 3, die zwar manchmal etwas anstrengend sind aber das Herz im Sturm erobern können.