High Society und dunkle Geheimnisse - Macht euch auf eine emotionale Achterbahnfahrt gefasst!
Marigold Manor 1: Hidden LiesMir wurde das Buch als Rezi Exemplar zur Verfügung gestellt, was meine Meinung allerdings nicht beeinflusst hat.
Ich habe gut in das Buch hineingefunden. Die Grundstimmung ist zwar nicht gerade fröhlich, ...
Mir wurde das Buch als Rezi Exemplar zur Verfügung gestellt, was meine Meinung allerdings nicht beeinflusst hat.
Ich habe gut in das Buch hineingefunden. Die Grundstimmung ist zwar nicht gerade fröhlich, sondern hat etwas Gedrücktes und Emotionsgeladenes, aber gerade deswegen war ich auch so gespannt, was genau auf Marigold Manor passiert ist, das sowohl Lolas als auch Aivens Leben so verändert hat.
Lola ist seit dem Tod ihrer Schwester Keela vor zwei Jahren nicht mehr die gleiche. Sie brach ihr Tiermedizin-Studium ab und ist seitdem fest entschlossen, Keelas Traum wahrzumachen und Dressurreiterin zu werden. Doch das ist nicht alles. Sie will die Umstände ihres Todes verstehen, und diese führen sie geradewegs zu Aiven Audley und Marigold Manor. Als Lola also die Chance bekommt, nicht nur als Wildcard-Gewinnerin an der Legacy League teilzunehmen, sondern auch für einen Podcast mit Aiven nach Marigold Manor zu gehen, nutzt sie diese natürlich. Marigold Manor ist der prestigeträchtige Ort, an dem die Elite ausgebildet wird, aber auch der Ort, der etwas mit Keelas Tod zu tun hat. Und so beginnt eine gefährliche Zeit für Lola, in der sie nicht weiß, wem sie vertrauen kann und auch nicht ahnt, was sich Schlimmeres hinter den Mauern abspielt. Und als wäre das nicht genug, spukt auch Aiven ständig in ihrem Kopf herum, der sie zwar immer von oben herab behandelt, aber hinter dessen Fassade auch eine Verletzlichkeit zu sein scheint, die sie anzieht…
Lola mochte ich wirklich gerne, sie ist mutig und stark, lässt sich nicht unterkriegen und ist fest entschlossen, Rache für den Tod ihrer Schwester zu nehmen. Ich konnte ihren Wunsch gut nachvollziehen, dass sie antworten wollte und ihre Trauer lieber verdrängt hat und sich in ihrer Wut vergraben hat, doch nach und nach muss sie erkennen, dass dieser Weg sie nur auffrisst und selber in Gefahr begibt. Dennoch fand ich ihren Weg wirklich mutig, auch wenn ihr immer wieder Steine in den Weg gelegt werden, besonders gerne von Aiven.
Aiven mochte ich auch gerne, obwohl ich mir vielleicht ein wenig mehr Tatkraft von ihm gewünscht hätte. Andererseits steckt er tief in seinem Strudel aus Selbsthass und Schuldgefühlen fest. Gleichzeitig wird von seinem Adoptivvater unglaublicher Druck auf ihn ausgeübt, also konnte ich sein Verhalten durchaus verstehen. Er hat sich sehr zurückgezogen, leidet und findet keinen Ausweg, dennoch versucht er Lola auf seine Art zu schützen.
Die beiden zusammen sind ein interessantes und gegensätzliches Paar. Wo Lola nach Rache brennt, versteckt sich Aiven hinter meterdicken Mauern des Eises. Man konnte die Anziehung der beiden spüren, dennoch stoßen sie sich gegenseitig von sich, da sie beide ihre Geheimnisse haben. Mir hat am Ende tatsächlich ein bisschen ihre Beziehungsentwicklung gefehlt, das Buch endet eher abrupt, nachdem die Geschehnisse aufgedeckt wurden, und es bleibt keine richtige Zeit für die beiden als Paar.
Insgesamt hat mir das Buch aber richtig gut gefallen, es ist allen voran sehr spannend und bringt gleich eine leicht gedrückte Stimmung mit, hinter der nicht nur der Wettkampf im Dressurreiten steht, sondern auch die Geschehnisse rund um Marigold Manor. Ich verrate dazu nichts, weil ich nicht Spoilern möchte, aber wer mit gewissen Themen Probleme hat, sollte die Triggerwarnung lesen, es wird durchaus unschön. Aber auch ansonsten haben mir die Beziehungsdynamiken rund um Lola, Aiven und ihre Freunde gut gefallen, weshalb ich auch schon sehr gespannt bin auf Rivers und Henrys Geschichte.