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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.01.2021

Um gruselig zu sein, reichen keine Kinder

Lieblingskind
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Meine Meinung:

Ich bin völlig ohne Erwartung an diese Geschichte rangegangen. Aufgrund des Lockdowns musste ich mir im Supermarkt ein Buch kaufen, weil ich bei meinem Freund leider keins mehr hatte. Viel ...

Meine Meinung:



Ich bin völlig ohne Erwartung an diese Geschichte rangegangen. Aufgrund des Lockdowns musste ich mir im Supermarkt ein Buch kaufen, weil ich bei meinem Freund leider keins mehr hatte. Viel Auswahl gab es nicht, aber "Lieblingskind" hatte ich bei einigen Leuten und auf sozialen Medien schon mal gesehen ohne aber den Inhalt zu kennen. Daher hab ich es einfach mal mitgenommen.

Genauso habe ich also auch angefangen zu lesen - ohne den Inhalt zu kennen und ohne etwas zu erwarten. Positiv überrascht wurde ich durch die düstere Tiefsinnigkeit. Der Protagonist ist sehr negativ, sehr von Leid geprägt und sieht deshalb nur die dunklen Seiten des Lebens. Aber gerade das hat mich irgendwie oft zum Nachdenken angeregt und mich häufig tief berührt.

Ein Zitat möchte ich gerne mit euch teilen:

Das ist das Dumme am Leben. Es sagt einem vorher nicht Bescheid. Es gibt einem niemals auch nur den kleinsten Hinweis, dass irgendein Augenblick der entscheidende ist. Dann bliebe einem ein wenig Zeit, sich darauf vorzubereiten. Und es lässt einen nie wissen, dass man etwas festhalten sollte – erst wenn es zu spät ist.

Solche kleinen Absätze haben mich irgendwie emotional sehr getroffen, an eigene Momente denken lassen, die man verloren hat oder in denen man gerne gewusst hätte, dass es das letzte Mal ist, dass man dies so erlebt. Das fand ich teilweise richtig stark und sehr ergreifend.

Die Geschichte an sich ist aber... wirklich furchtbar!! :D Die Autorin versucht eine düstere und sehr gruselige Stimmung zu erzeugen, schafft das meiner Meinung nach aber nur bedingt. Sie versucht dies über kleine gruselige Kinder zu realisieren, die plötzlich merkwürdig werden und Angst einjagen. Das alles wäre ja legitim, wenn die Geschichte irgendeiner Logik folgen würde oder eine Wendung am Ende das Ganze erklären würde. Aber das passiert nicht. Man wird stark im Dunkeln gelassen, soll einfach nur gegruselt werden und bekommt keine Erklärung geliefert. Das ist für mich leider zu wenig und dadurch alles andere als gruselig, sondern einfach nur unlogisch und unkreativ.



Fazit:



Leider versucht die Autorin durch altbekannte Tricks (kleine Kinder, in die scheinbar der Teufel gefahren ist) einen Gruselfaktor zu erzeugen, der aufgrund der fehlenden Logik aber einfach nicht wirkt. Mir hat lediglich die düstere Tiefsinnigkeit des Protagonisten gefallen. Alles andere war ein absoluter Flop. 2 Sterne!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.01.2021

Unsere Zukunft mit selbstfahrenden Autos?!

The Passengers
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Meine Meinung:

Nach "The One" (was ich ja unglaublich gefeiert habe) musste ich natürlich auch "The Passengers" von John Marrs sofort lesen. Und ich kann direkt vorweg nehmen, dass ich auch seine "alten" ...

Meine Meinung:



Nach "The One" (was ich ja unglaublich gefeiert habe) musste ich natürlich auch "The Passengers" von John Marrs sofort lesen. Und ich kann direkt vorweg nehmen, dass ich auch seine "alten" Krimi-Werke nun alle auf meine Wunschliste gepackt habe. Für mich ist dieser Autor einfach großartig, schreibt wundervoll und hat total verrückte Ideen... , aber ich fange an zu schwärmen. Deshalb jetzt etwas nüchterner:

In "The Passengers" werden mehrere Passagiere in ihren selbstfahrenden Autos entführt. Der Hacker nutzt die sozialen Medien, um über die Zukunft der Passagiere zu bestimmen und veröffentlicht dabei unglaubliche Geheimnisse. Ich mag total, wie der Autor hier verschiedene Themen unserer Gesellschaft aufgreift und kritisiert. Es geht natürlich um die immer weiter voranschreitende Forschung bezüglich künstlicher Intelligenz, aber es geht auch um Wahrnehmung von Persönlichkeiten über soziale Medien. Wie stellt sich jeder dar? Was steckt wirklich hinter den Personen und was glauben wir über sie zu wissen, nur weil wir ein paar wenige Details über die Person kennen? Auf welcher Grundlage urteilen wir? John Marrs hat zwar einen Hang zum Extremen - was man insbesondere am Ende des Buches feststellt und was mir persönlich auch nicht so gefallen hat - aber ich finde gut, wie er mich zum Nachdenken anregt. Und vielleicht muss er dafür eher in die extreme Richtung gehen um besser zeigen zu können, was er eigentlich meint. Ich war auf jeden Fall auf jeder Seite einfach nur gefesselt und wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Das ethische und moralische Dilemma in dieser Geschichte ist so gut untermauert und lässt einen sich selbst oft in Frage stellen.

Nebenbei hat es mir übrigens auch sehr gut gefallen, dass er die Plattform "Match Your DNA" aus "The One" einbaut. Auf diese Weise zeigt er, dass seine Geschichten alle in der gleichen Zukunfts-Welt spielen und damit irgendwie aufeinander aufbauen. Find ich sehr sehr gelungen!



Fazit:



Für mich ein weiteres absolut großartiges Werk von John Marrs, der zwar einen Hang zum Extremen hat, aber vielleicht gerade diese Richtung einschlagen muss, damit wir über seine Gesellschaftskritik nachdenken und verstehen, was er uns sagen will. Ich kann nicht weniger als 5 Sterne geben, auch wenn mir das Ende vielleicht etwas zu übertrieben ist :)

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.01.2021

Süß, naiv und vorhersehbar

Im freien Fall oder wie ich mich in eine Pappfigur verliebte
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Meine Meinung:

Jahrelang stand dieses Buch auf meiner Wunschliste bis ich es dann mal auf einem Flohmarkt ergattern konnte.... und dann lag es nochmal ein Jahr auf dem SUB. So richtig viel verpasst habe ...

Meine Meinung:



Jahrelang stand dieses Buch auf meiner Wunschliste bis ich es dann mal auf einem Flohmarkt ergattern konnte.... und dann lag es nochmal ein Jahr auf dem SUB. So richtig viel verpasst habe ich dabei aber um ehrlich zu sein auch nicht.

Das Buch mit dem sperrigen Titel "Im freien Fall oder wie ich mich in eine Pappfigur verliebte" ist irgendwie eine sehr typische Jugendbuchgeschichte, die aber - ähnlich zum Titel - mit einem sperrigen Schreibstil daher kommt. Die Dialoge sind manchmal recht unangenehm zu lesen, irgendwie anstrengend und nicht sehr jugendlich. Man hat nicht das Gefühl, dass sich da junge Teens unterhalten. Man kommt aber in den Stil ganz gut rein und gewöhnt sich irgendwie an das etwas gestelzte Gehabe der Jugendlichen :)

Die Geschichte an sich ist sehr naiv, sehr süß, aber auch unglaublich vorhersehbar. Ich wusste nach ungefähr 100 Seiten was eigentlich los ist und was das große Geheimnis ist. Der Leser soll immer wieder in die Irre geführt werden und grübeln, was so bei mir natürlich nie einsetzen konnte, weil ich eh schon wusste was Sache ist. Auch der Überraschungsmoment fehlte bei mir komplett. Das Ende war für mich abzusehen und einfach nicht sonderlich gelungen.

Ich glaube, die Autorin hatte hier eine süße Idee, die gerade junge Mädchen sehr anspricht. Ich glaube, dass es mir als 13-jähriges Mädchen (oder vielleicht etwas älter) extrem gut gefallen hätte.



Fazit:



Für mich ein absolutes Teenie-Buch, welches mir als 13-Jährige extrem gut gefallen hätte, als Anfang 30-Jährige aber doch zu süß, zu naiv und vorallem zu vorhersehbar erscheint. Ich gebe solide 3 Sterne!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.01.2021

Disney-Liebhaber oder Bookshelf-Fetischist?

Disney – Villains 1: Disney Villains: Die Schönste im ganzen Land
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Meine Meinung:

Man kann sagen, was man will - aber die Disney Villains Buchreihe ist, wenn man lediglich die Cover betrachtet, unfassbar schön und für Bookshelf-Fetischisten meiner Meinung nach ein absolutes ...

Meine Meinung:



Man kann sagen, was man will - aber die Disney Villains Buchreihe ist, wenn man lediglich die Cover betrachtet, unfassbar schön und für Bookshelf-Fetischisten meiner Meinung nach ein absolutes Must-Have. Die Reihe sieht im Regal einfach gut aus und macht so richtig was her!

Inhaltlich wäre ich da dann wiederum etwas vorsichtiger. Ich selbst bin kein absoluter Disney-Liebhaber. Ich mag die Filme, ich finde sie aber auch oft zu romantisiert und zu Stereotype. Ich bin also eher der Schlag "Ich hätte die Bücher gerne im Regal". Dennoch bin ich unvoreingenommen an die Geschichte rangegangen und hab mir kurz vorm Lesen nur nochmal ins Gedächtnis gerufen, was in Disneys Schneewittchen eigentlich genau passiert ist (... da kommt ja keiner mehr mit bei den ganzen Prinzessinnen).

Im ersten Teil der Reihe "Die Schönste im ganzen Land" erfahren wir nun also wie die böse Stiefmutter überhaupt so böse geworden ist und warum sie so einen Hass auf das kleine Mädchen entwickelt hat und sie sogar umbringen wollte. Grundlegend ist das gut gelungen. Wir erleben die Sicht der "bösen Stiefmutter" und sollen ihren Untergang verstehen, nachvollziehen und miterleben können. Ich hatte mir dabei erhofft, dass man sich noch ein bisschen besser in die Königin hineinversetzen kann. Mir ist das nicht so ganz gelungen. Das liegt aber daran, dass sie natürlich sehr verwirrende und sehr eigensinnige Gedanken hat und dabei in eine Gedankenspirale gerät, die für Außenstehende einfach nicht nachvollziehbar ist. Ich bin also nicht ganz sicher, ob es so gewollt war, dass man ihr Verhalten gar nicht so richtig nachvollziehen kann oder ob das Ziel nicht eigentlich ein anderes war.

Auch der Schreibstil lässt einen nicht unbedingt von Seite zu Seite hechten. Ich musste mich schon stark dazu motivieren, das Buch zur Hand zu nehmen und habe mich so von Kapitel zu Kapitel gearbeitet. Ich muss ehrlich zugeben, wenn man Disney-Liebhaber ist und Lust auf die Geschichte aus der Villains-Sicht hat, dann ist das sicherlich eine gute Reihe. Da ich mich dann nach kurzer Überlegung doch gut an den Schneewittchen-Film erinnerte, hatte das Buch für mich gar nicht so einen großen Mehrwert, auch wenn man natürlich Hintergrundinfos bekommt. Ich glaube ich hätte mir hier einfach doch noch mehr Geheimnisse und Infos gewünscht. Trotzdem werde ich die Reihe weiter verfolgen und schaue mal, ob mich die nächsten Villains vielleicht mehr überzeugen.



Fazit:



Ich - als Bookshelf-Fetischist - möchte diese Reihe gerne im Regal stehen haben. Inhaltlich habe ich aber gar nicht so viele neue Infos und Geheimnisse über die böse Stiefmutter erfahren, wie gehofft. Wenn man aber Disney-Liebhaber ist, dann ist das sicherlich eine gute Reihe. Ich verfolge das ganze weiter, aber gebe dem ersten Band erstmal vorsichtige 3 Sterne!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.01.2021

Wie ein kleiner scharlachroter Sportwagen, der erstmal an Fahrt aufnehmen muss und dabei wie ein roter Blitz vorbeischießt

The Belles 1: Schönheit regiert
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Meine Meinung:

Der Titel meiner Rezi wirkt merkwürdig, ist aber ganz bewusst gewählt. Ich möchte nämlich gerne damit beginnen, dass ich zu Beginn ganz schlecht in die Geschichte reingekommen bin - und ...

Meine Meinung:



Der Titel meiner Rezi wirkt merkwürdig, ist aber ganz bewusst gewählt. Ich möchte nämlich gerne damit beginnen, dass ich zu Beginn ganz schlecht in die Geschichte reingekommen bin - und das lag insbesondere an dem doch sehr eigensinnigen Stil der Autorin. Es gibt nicht eine Szene in der sie nicht irgendwelche Vergleiche oder Metaphern anstellt. Jede Kleinigkeit wird beschrieben, jede Farbe eines Gegenstandes verglichen (dabei haben erstaunlich viele Dinge die Farbe von Granatäpfeln und erstaunlich viele Dinge haben die Eigenschaften von cremigen, klebrigen, süßen, sauren .... Süßigkeiten) - es nimmt quasi gar kein Ende. Daran muss man sich wirklich gewöhnen! Ich habe dafür ein kleines bisschen gebraucht, weil ich es stellenweise unfassbar nervtötend fand. Wenn man sich aber dann damit abgefunden hat und ein bisschen darüber hinwegsieht, kann einen die Geschichte wirklich begeistern.

Die Autorin erzählt in ihrem wirklich traumhaften Weltsetting eine Geschichte, die gar nicht so traumhaft ist und dabei Themen wie Schönheit und Perfektion indirekt kritisch betrachtet. Dabei gibt es sowohl Charaktere, die sehr naiv sind, und in ihrer gelernten Unwissenheit bleiben und strikt bleiben wollen, aber auch Charaktere, die sich daraus befreien und den eigenen Kopf anstrengen. Camelia macht dabei eine sehr interessante Entwicklung durch und ist als Protagonistin meiner Meinung nach sehr gut gelungen, weil man in ihr den Zwiespalt und den Widerspruch regelrecht sehen kann. Natürlich agiert sie dabei bis zum Ende hin häufig naiv, aber wenn man sich immer wieder in den Kopf ruft, dass sie so aufgewachsen ist und nicht gelernt hat, etwas in Frage zu stellen, kann man definitiv verstehen, warum sie so ist.

Ich wurde immer mehr in diese Geschichte hineingesogen und muss sagen, dass meine zuerst kritische Haltung ganz schnell einer extremen Leselust gewichen ist. Dieses Buch hat mir soooo Lust auf mehr gemacht und ich freue mich schon richtig auf Band 2, den ich hoffentlich bald ergattern kann. Auch in der Danksagung wurde mir nochmal klarer gemacht, um was genau es der Autorin eigentlich geht und ich finde die kritische Betrachtung des Schönheitswahns in unserer Gesellschaft wirklich gelungen. Man erlebt richtig, wie die Autorin der Gesellschaft den Spiegel vorhält und laut fragt "Möchtet ihr wirklich so sein?"



Fazit:



Ein wunderbares Buch mit einer starken aber indirekten Gesellschaftskritik bezüglich unserer Wahrnehmung von Schönheit und Perfektion. Auch wenn der Stil der Autorin sehr eigensinnig ist und man sich an die Metaphern und Vergleiche gewöhnen muss, hat es mich am Ende überzeugt. 4 Sterne!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere