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Veröffentlicht am 19.09.2019

Hätte ich nur schon die Fortsetzung gelesen ...

Kingdoms of Smoke – Die Verschwörung von Brigant
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Prinzessin Catherine hat mich bereits in der Leseprobe für sich gewonnen und mit keinem einzigen Wort verloren. Schon ihretwegen würde ich unheimlich gerne noch viele weitere Bände lesen. Missen möchte ...

Prinzessin Catherine hat mich bereits in der Leseprobe für sich gewonnen und mit keinem einzigen Wort verloren. Schon ihretwegen würde ich unheimlich gerne noch viele weitere Bände lesen. Missen möchte ich aber keinen der Protagonisten. :) Einen Favorit habe ich nicht (insgeheim hoffe ich aber, dass sich March dazu entwickelt).

Alles in allem finde ich es genau richtig, dass König Aloysius' Absichten erst nach und nach enthüllt werden und ich erst dadurch richtig erfasst habe, welche Reise ich mit Kingdoms of Smoke angetreten habe.
Ich hätte es aber mit offenen Armen begrüßt, hätte es bereits im ersten Kapitel oder in einem bestenfalls spannenden, rätselhaften Prolog einen Hinweis auf den Dämonenrauch gegeben. Schließlich stellt Dämonenrauch die Basis von Kingdoms of Smoke dar. In diesem Sinne wäre mir – worauf ich insgeheim generell hoffe – (ein) Kapitel aus Prinz Boris' Sichtweise lieb gewesen … Ich hoffe, nicht zurecht zu befürchten, dass sich Prinz Boris und König Aloysius als „typisch böse Antagonisten“ erweisen, ergo lasse ich mich von der Fortsetzung überraschen.
Einen zweiten negativen Kritikpunkt habe ich leider noch. In Die Verschwörung von Brigant habe ich den Eindruck, dass sich Sally Green zu sehr an die Handlung klammert. Obwohl mich die klare Linie im Endeffekt begeistert, vermisse ich sozusagen die „Persönlichkeit“ der einzelnen Königreiche (bzw. der Königreiche, die ich bereits besucht habe) etwas. Ja, mir fehlt dann doch „Lebendigkeit“. Es ist ein Pluspunkt, dass sich Sally Green nicht in Details verliert, aber ich habe eben das Gefühl, dass sie sich aus genau dieser Angst heraus nicht richtig getraut hat, auch die Welt an sich zum Leben zu erwecken und nicht „nur“ die Charaktere.

Fazit


Der Auftakt von Kingdoms of Smoke überzeugt mich durch die erwähnte klare Linie, die Protagonisten und Sally Greens Schreibstil. Die Kulturen der bereits kennengelernten hätten detaillierter gezeichnet sein können, doch auf die Handlung und die Charaktere bezogen kann ich nicht von Schwächen sprechen und hoffe, dass es so bleibt.

Veröffentlicht am 30.08.2019

Durchweg fesselnder mysteriöser Auftakt - ein Jahres-Highlight!

Dunmor Castle - Das Licht im Dunkeln
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Inhaltsangabe
Mit der Ankunft im irischen Dorf Cerigh bricht ihre unvermutete Vergangenheit über Lexie Cavendish herein. Sie kennt sich im Ort aus, als würde sie dort leben und auch Dunmor Castle, das ...

Inhaltsangabe


Mit der Ankunft im irischen Dorf Cerigh bricht ihre unvermutete Vergangenheit über Lexie Cavendish herein. Sie kennt sich im Ort aus, als würde sie dort leben und auch Dunmor Castle, das sie renovieren soll, ist ihr vertraut.
Als Vollwaise möchte Lexie selbstverständlich herausfinden, wie sie mit der Burg in Verbindung steht. Doch um zu verhindern, dass sie wohlgehütete Geheimnisse aufdeckt, trachtet ihr anscheinend sogar jemand nach dem Leben …

Persönliche Meinung


Protagonisten & Handlung

Lexie wirkt auf mich, als ob sie ihren Beruf liebt und ihre Aufträge mit Ehrgeiz angeht. Umso kürzer kommt für mich ihr ursprünglicher Grund für ihren Aufenthalt in Cerigh, die Renovierung von Dunmor Castle, was aber durch gewisse Ereignisse nicht verwunderlich ist. Persönlich hätte ich gerne mehr von ihrem Auftrag und Dunmor rein als Burg mitbekommen, aber „Dunmor Castle – Das Licht im Dunkeln“ ist tatsächlich auch von der ersten Seite an spannend oder sogar unheimlich – man kann gar nicht anders als zu rätseln, die Luft oft panisch oder schockiert anzuhalten und ständig alle Theorien für neue über Bord zu werfen. :) Im Gesamtbild hätte ich es sicher doch unpassend gefunden, wäre Lexies Auftrag noch öfters im Fokus gestanden.
Da ich Lexie als sprunghaft kennengelernt habe, bin ich mit ihr leider noch nicht ganz so warm geworden – manche ihrer Gedankenwege kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Ich gehe aber davon aus, dass ich Lexie in ihrer Situation nur mehr Zeit zugestehen muss und sich das mit dem Abschlussband „Der Halt im Sturm“ legt. :) Doch ich mag sie und hoffe für sie, dass sie die gelüfteten Geheimnisse nicht völlig aus der Bahn werfen werden …

Greyson ist ein interessanter Protagonist, der mir keine andere Wahl lässt als ihn zu bewundern. Ja, Punkt. (Rezensionen schreibe ich, um Romane und Autor/innen zu würdigen, habe mir aber dennoch vorgenommen, die Spoiler zu reduzieren. )

Schreibstil
Kathryn Taylor schreibt wie gewohnt flüssig, bildhaft und fesselnd. Ich bin über rein gar nichts gestolpert. :)

Fazit



Kathryn Taylor hat wieder das perfekte Gleichgewicht zwischen Romantik und Spannung gefunden.
„Dunmor Castle – Das Licht im Dunkeln“ wird ein Jahres-Highlight bleiben.

Veröffentlicht am 25.08.2019

Eine Geschichte für mich :)

Herz aus Dornen
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Ich bin wirklich froh, Herz aus Dornen gelesen zu haben. (Bei für mich wenigen Seiten - ich bin der Meinung, dass um die vierhundert Seiten keiner Geschichte schaden können -, bin ich oft skeptisch, ob ...

Ich bin wirklich froh, Herz aus Dornen gelesen zu haben. (Bei für mich wenigen Seiten - ich bin der Meinung, dass um die vierhundert Seiten keiner Geschichte schaden können -, bin ich oft skeptisch, ob mich eine Geschichte wirklich nachhaltig fesseln kann ... und ich finde auch hier, dass fünfzig Seiten mehr nicht geschadet hätten, um mich komplett zu entführen, denn die handelnden Charaktere hatte ich alle vor Augen, die Welt, in der sie sich befinden, tat sich aber nicht so vor mir auf, wie ich es mir erwünscht habe. Am liebsten hätte ich auch Kapitel aus Sicht anderer Charaktere wie Sybil gelesen und hätte noch mehr mitgefiebert. Ich denke, sich beim Lesen von Herz aus Dornen zu gruseln hätte der Geschichte nicht gut getan, aber ich wäre definitiv noch überraschter von der Wahrheit gewesen, wenn mich ... nun ja, andere Charakter vielleicht sogar ungewollt in die Irre geleitet hätten.
Letztendlich geht es mir aber immer noch um die Geschichte an sich und die wird definitiv erzählt. :) Deswegen ist dieser Teil meiner Rezension auch in Klammern und kursiv gesetzt.)

Anfangs müsste Love befremdlich auf mich wirken, aber im Kontext der ganzen Geschichte finde ich das erste Kapitel doch spannend und genau richtig so. Ich bin immer noch überrascht, dass sie von manchen Menschen als Kreaturen spricht - schon anfangs lässt sich diese Bezeichnung nicht ganz mit meiner Wahrnehmung von ihrer Persönlichkeit vereinbaren. Allerdings bin ich vollkommen überzeugt, dass es (wieder einmal) an der typischen Aufregung beim ersten Lesen liegt. Alle Eindrücke sind selbstverständlich neu, manche werden einem nicht richtig bewusst, weil man immer weiter und weiter liest, um den Ausgang zu erfahren. Haha. :) Beim nächsten Lesen kann ich mich dann immer mehr auf alle Zwischentöne einlassen.
An wenigen Stellen wird mir zu schnell sozusagen vorgespult. Loves Aufeinandertreffen mit Sebastian hätte ich öfters hautnah miterleben können, weil ich echt gerne noch mehr Momente zum Schmunzeln erlebt hätte. Und ich habe Sebastian ebenfalls ins Herz geschlossen, aber damit hat mein Wunsch nichts zu tun ... ich werde einfach viel zu gern (durch Romane) zum Lachen gebracht (obwohl es mit einem anderen Charakter als Sebastian sicher nicht so amüsant wäre ...). :) An dieser Stelle danke ich Anna Jane Greenville für Sebastian.

John Coal ist mein Lieblingscharakter. Ich gehe nun nicht in Begründungen auf und fasse mich kurz: Er ist eine Romanfigur nach meinem Geschmack - und auch wenn ich froh bin, in "Herz aus Dornen" aus seiner Sicht nichts gelesen zu haben, will ich unbedingt noch weiterlesen, nur, damit vor allem er mich noch eine Weile begleitet. Hmpf.

Love ist aber nicht blass geblieben, falls meine Rezension nun danach klingt. Ich kann sie in jeder Situation verstehen und ich habe sie ohne Frage ins Herz geschlossen.
Während ihrer ersten Zeit in Coal Manor wäre es angenehm gewesen, wenn sie sich - um es aus Sicht eines Lesers zu beschreiben - in mehr Worten eingewöhnt hätte. Für die Handlung ist es nicht unbedingt wichtig, weil diese nicht vorangetrieben wird, wenn man nun etwas "geduldiger" auf Loves Alltag eingeht, aber mir ging es einen kleinen Tick zu schnell. Ich denke, sie ist in der ersten Zeit im Herrenhaus bzw. in der ersten Zeit mit John Coal definitiv zu ... überrascht sowie überfordert vom plötzlichen und merkwürdigen Lebenswandel und das bleibt dem Leser auch nicht verborgen, doch ich hätte mir in dieser ersten Zeit dennoch mehr Einblick in ihre Gefühlswelt gewünscht. Für sie ist es ein (ihrer Meinung nach) völlig neuer Alltag - und wie geschrieben wird mir die Geschichte an diesem einen Punkt zu schnell vorangetrieben.

Die Wahrheit hinter John Coals Verhalten und Entscheidungen ist eine absolute Überraschung für mich gewesen - in einem Moment beim Lesen bin ich aufmerksam geworden und habe mir gedacht, dass es kein Zufall sein kann, aber dieses ... Geheimnis habe ich dann glücklicherweise nicht erwartet.

Kommen wir zum Fazit. Mein Gefühl sagt mir an dieser Stelle, dass ich alles zum Ausdruck gebracht habe.

Fazit


Herz aus Dornen: Das Geheimnis von Coal Manor wird mich nicht schnell loslassen und ich werde immer mit positiven Gefühlen daran zurückdenken. (Und ich werde Herz aus Dornen auch öfters noch einmal lesen wollen.)
Die Geschichte ist für mich in sich schlüssig, die "wichtigsten" Charaktere (Love, John, Mary, Sebastian, Sybil, Francis, ... - Rose muss selbstverständlich mit Vorsicht miteinbezogen werden, aber dazu wird einem wenigstens die Möglichkeit gelassen) haben alle ihren Platz darin und in meinem Herzen verdient und vor allem über den Abschluss bin ich froh. (Nun ja, ich hoffe nun auch fest, dass ein bestimmtes Paar schafft, was ihnen ... vom Leben aufgebürdet würde und auf die beiden doch noch etwas wirkliches Gutes wartet. Es ist schön, dass Liebe stärker ist.
Danke an dieser Stelle dafür, dass ich optimistisch bleiben darf. (Hoffentlich habe ich mich hier nicht zu kryptisch ausgedrückt, weil ich nichts verraten will.))
Also definitiv eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 10.04.2019

Zwiegespalten wie (beruhigenderweise) die meisten Protagonisten, aber: Ich könnte 'Westwall' immer und immer wieder lesen

Westwall
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Vorsicht: Spoiler. :)


Persönliche Meinung
Westwall habe ich nie gern unterbrochen, ich habe immer unbedingt herausfinden wollen, wie es wohl weitergeht und meine Gedanken sind entsprechend immer schnell ...

Vorsicht: Spoiler. :)


Persönliche Meinung


Westwall habe ich nie gern unterbrochen, ich habe immer unbedingt herausfinden wollen, wie es wohl weitergeht und meine Gedanken sind entsprechend immer schnell wieder zu Westwall abgeschweift: Handlung und Schreibstil sind fesselnd, alle Charaktere haben Tiefe und sind auf ihre Weise besonders, aber …
Der Prolog. Ich kann mit dem Prolog nichts anfangen, er hat mich im Endeffekt nicht überzeugt. Obwohl er mich überrascht hat und ich mich die gesamte Zeit über vor der Situation im Prolog gefürchtet habe, finde ich ihn nach dem Abschluss nicht mehr spannend – sowieso bedeutet er nur heiße Luft, was Julias angedeuteten Sinneswandel angeht. Zum Glück nur heiße Luft, selbstverständlich. :)
Und in diesem Sinne muss ich es erwähnen: Kein Epilog. An sich völlig in Ordnung, der Verzicht fließt gar nicht in meine Bewertung ein! Und ich muss auch nicht zwingend wissen, welchen Weg insbesondere Julia nun eingeschlagen hat … aber ein Blick in die Zukunft wäre einfach schön gewesen. :)
Die regelmäßigen Sichtwechsel haben mich in Westwall nicht gestört, sondern zusätzlich zum Weiterlesen motiviert, tragen aber leider dennoch dazu bei, dass ich nicht genug mit in der Haut eines Protagonisten stecke – und das ist gerade in diesem Genre einfach ein Muss für mich. Müsste ich jedoch einen Protagonisten nennen, dem ich am nächsten stehe: Chris/Nick.

Zu den Charakteren nur ein kurzes Statement, damit meine Rezension nicht in eine Dankesrede ausufert ;):
Ich denke, man muss Julia mögen.
Mich stört nur, dass ich sie überhaupt nicht als Polizistin sehen kann – ihr Handeln ist grundsätzlich von ihren Gefühlen bestimmt, aber das kann ihr in ihrer Lage nicht vorgeworfen werden und trägt selbstverständlich zur Sympathie bei. Allerdings zweifelt sie anscheinend selbst leicht daran, für diesen Beruf geschaffen zu sein und letztendlich wird sie ja nicht einmal mehr Polizistin.
Das ist generell eine Stärke von Westwall: Die Menschlichkeit der Charaktere. Selbst Karl hat Seiten, über die ich gerne noch mehr erfahren hätte …

Für euch liest sich meine Rezension jetzt vielleicht überwiegend als eine negative. Nein – ein klares Nein. Ich möchte nur nicht (noch mehr) spoilern und das würde ich, wenn ich mich wieder einfach von meinen Gefühlen leiten lasse. :) Also habe ich mich auf die Begründung konzentriert, weshalb ich einen Stern abziehe …

Ach ja, im Anhang gibt es neben einem Interview mit Autor Benedikt Gollhardt noch Informationen über den Westwall. Meine Sternebewertung soll sich alleine auf den Thriller beziehen, doch für mich persönlich kommt für diese Extras der fehlende Stern dazu. :)


Fazit


Zweifellos macht man sich nach 'Westwall' Gedanken, wie die Realität tatsächlich ist. Was vor der eigenen Haustür tatsächlich geschieht. Ich werde nun nicht paranoid und sehe in jedem z. B. Ira oder Badtke, aber mein mulmiges Gefühl ist auf jeden Fall – nun – stärker.
Ich hoffe von Herzen auf eine Fortsetzung, denn wie Autor Benedikt Gollhardt im Interview selbst sagt: Die Figuren sind noch nicht auserzählt.

Für die Charaktere und für die Handlung gibt es von mir jeweils fünf Sterne und: Applaus. Vielen Dank! :)

Veröffentlicht am 24.03.2019

Wieso?

Ein ganz neues Leben
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Vorsicht: Spoiler. :)




Inhaltsangabe
Lou hat sich verändert und wohnt inzwischen in London – aber: wohnt, nicht lebt. Hoffnung auf einen Neubeginn schöpft sie erst, als sie in ihr Leben tritt: Lily. ...

Vorsicht: Spoiler. :)




Inhaltsangabe


Lou hat sich verändert und wohnt inzwischen in London – aber: wohnt, nicht lebt. Hoffnung auf einen Neubeginn schöpft sie erst, als sie in ihr Leben tritt: Lily. Wills Tochter.

Persönliche Meinung


Band 2 habe ich mir selbstverständlich geholt, um herauszufinden, wie es mit Louisa weitergeht. Nach monatelangem Zögern aber – und vielleicht hätte ich auf mein Bauchgefühl hören sollen, obwohl Lou mir glücklicherweise auch nach diesem Band noch am Herzen liegt. Die Handlung hat sogar nur minimal mit meiner – nun ja – Enttäuschung zu tun.
Aber: Wieso wird diese Fortsetzung nicht aus Lilys Sicht erzählt?
Lilys Umgang mit dem Tod und mit der Tetraplegie ihres Vaters – hätte das im Mittelpunkt gestanden, wäre mir die Fortsetzung mehr ans Herz gewachsen, davon bin ich überzeugt.

Zu den Charakteren und zur Handlung
Jojo Moyes hat auf jeden Fall keine Hemmungen, wenn es darum geht, die Schattenseiten ihrer Charaktere aufzuzeigen und ihre Charaktere (ja, nachvollziehbare) Fehler machen zu lassen. Außerdem ist sich als Autorin nicht für Ausdrucksweisen wie Lilys (gelegentlich) zu fein – mir fällt das positiv auf, weil ich dazu nicht in der Lage wäre. Lilys Art, nichts zu beschönigen ist aber auch einer der Pluspunkte von 'Ein ganz neues Leben', daher bin ich nicht mal peinlich berührt. Sehr angenehm.
Ein, zwei echte Lichtblicke vor dem wirklich schönen Ende hätten mir gut getan. Echte positive Erlebnisse, solange diese mehr als ein paar Minuten währen. Je weiter die Handlung fortgeschritten ist, desto deprimierter bin ich gewesen und die Leselaune ist mir bereits etwas vergangen, bevor ich die Hälfte gelesen habe. Zwischendurch habe ich mir mit unangenehmer Regelmäßigkeit nur noch gedacht: was wird Louisa bis zum Ende noch so Richtung Abgrund ziehen? Wird es besser? Wieso wird es nicht jetzt besser?! Bitte wenigstens auf der nächsten Seite … Die berührende Feier auf dem Dach kann es leider nicht herausreißen, gibt der Geschichte aber ihren würdigen Abschluss.

Hundertprozentig sympathisch sind mir leider nur Lily, Sam, Nathan und (zum Glück auch hier) Wills Mutter Camilla. Lou macht es mir aus den unter Schreibstil genannten Gründen schwer, dasselbe über sie zu sagen. Von ihrer Persönlichkeit her habe ich sie aber nach wie vor genauso gern wie in Band 1. :)

Schreibstil
Wie schon im ersten Band fällt mir auf – nur meiner Ansicht nach leider zu oft, während ich in 'Ein ganzes halbes Jahr' problemlos darüber hinwegsehen kann –, dass Lous Gefühle und Gedanken nicht immer ausformuliert wirken. In solchen Momenten kann ich ihr nicht mehr folgen.
Für mich als Leserin geht damit ein zu unangenehmes Gefühl einher: Frust. Mit Lou warmzuwerden ist in Band zwei schwer zu meistern, wenn einem so viel von ihren Empfindungen „vorenthalten“ wird. Es ist traurig, aber durch diese – so bezeichne ich es mal – Halbherzigkeit könnte man Lou entweder als einfältig wahrnehmen oder aber Lou ist es, der es an Tiefgang fehlt (was bis zu einem gewissen Grad vertretbar ist, hat man erkannt, wie Lou tickt, aber es geht so weit über meine Grenze hinaus, dass ich es ohne die überwiegenden Pluspunkte von 'Ein ganz neues Leben' unerträglich fände). Denn schon ein ihr schmeckender Wein … bleibt für mich einfach nur ein Wein. Oder war es Cola? Wasser? Anscheinend völlig unwichtig. Nein. Ich möchte wissen, was auslöst, dass sie sagen kann, der Wein sagt ihr zu – es gibt unzählige unterschiedliche Weine und Geschmack ist selbstverständlich nicht gleich Geschmack. Hört sich im ersten Moment kleinlich an, aber da Lou mir zu oft ein Rätsel bleibt, fällt es ins Gewicht.
Hätte ich sie nicht schon längst gern, was diese Fortsetzung tatsächlich vollkommen zurecht nicht einmal beeinflusst hat, wäre die Frage oft also: Wie soll ich Louisa ins Herz schließen oder zumindest verstehen? Eine Frage, die man als Leser eigentlich nicht stellen sollte. Wirklich schade. Band 3 werde ich aus diesem Grund nicht lesen können.

Das Kapitel aus Lilys Sicht sehe ich als unnötig an – im Endeffekt hätte sie Louisa auch erzählen können, was seit ihrem Rauswurf passiert ist. (Die Handlung trägt allerdings ihren Teil zu diesem Minuspunkt bei: unbedingt notwendig wäre es nicht gewesen, Lily an einen weiteren Menschen, der sie erpressen will geraten zu lassen. Erpressen auf die schlimmste Weise. Zusätzliche negative Energie – ja, die habe ich noch gebraucht …)
Als unnötig sehe ich auch den Wechsel der Erzählperspektive in diesem Kapitel an. Man könnte fast meinen, Louisa wäre plötzlich mal kurz in Lilys Körper gewechselt … :|

In puncto Schreibstil ist allgemein Luft nach oben, finde ich. Meinen Geschmack verfehlt er zumindest in 'Ein ganz neues Leben' trotz etlicher schöner Szenen, an denen ich nichts beanstanden kann. Im ersten Band ist mir, sofern ich mich nicht tatsächlich falsch erinnere, der Schreibstil nicht eher negativ aufgefallen (und weitere Romane von Jojo Moyes habe ich nicht gelesen).


FAZIT


Eine Empfehlung oder eher meine Glückwünsche spreche ich an alle aus, die durchhalten bzw. nicht meiner Meinung sind und den Abschlussband 'Mein Herz in zwei Welten' lesen werden. :) Das halte ich für unvermeidlich, wenn man die Reihe positiv in Erinnerung behalten möchte.
Rein für die Umsetzung gibt es von mir 4,5 Sterne und insgesamt gute 3,5 Sterne.