Nach _dem_ Buch für den Sommer gesucht, dabei habe ich es bereits gefunden
Run Away With MeSowohl mit Danny und Angelo als auch deren Beziehung angenehm verbunden, lebt Run Away With Me stark von Rom selbst - und die Betonung liegt auf lebt, ich habe noch nie einen Besuch Roms in Erwägung gezogen, ...
Sowohl mit Danny und Angelo als auch deren Beziehung angenehm verbunden, lebt Run Away With Me stark von Rom selbst - und die Betonung liegt auf lebt, ich habe noch nie einen Besuch Roms in Erwägung gezogen, was ich dank des Buches aber nicht einmal möchte, denn ich bin mir sicher, schon dort gewesen zu sein …
Run Away With Me lebt außerdem von Albertos und Vittorios Geschichte (oder Angelos Version davon?) und von Dante Ferratas, Giovannis und Berninis. Und von John Keats … wegen Dannys Bemerkung, dass sie von John Keats verfolgt werden, habe ich sicher zu lange gelacht. Angelos Weltsicht und seine Persönlichkeit gefallen mir am besten am Buch, denke ich - eigentlich wäre das schon Dannys und Angelos Beziehung, dafür ist aber meine Befürchtung zu präsent, dass sie hauptsächlich ein Sprachrohr für besagte Geschichten anderer - nun - Protagonisten sind. Andererseits sind Danny und Angelo Teenager und sie haben einen einzigen Sommer, in einer Stadt, die Angelo nicht mehr am Herzen liegen könnte und auf Danny eine einzigartige Wirkung hat - und ich kann das Buch immer noch reinen Gewissens als Balsam für mein Herz (ja, hier stand ‘Seele’, fühlte sich plötzlich nicht korrekt an) beschreiben. Den Themen des Buches könnte ich einen ganzen eigenen Absatz widmen, kurzgefasst empfehle ich also, sich im Vorfeld darüber zu informieren.
Hätte mich ernsthaft etwas gestört, dann wären es unnötig häufige Erwähnungen wie “nicht-katholischer Friedhof” (“Friedhof” hätte mir nach der ersten Erwähnung genügt) oder der vom Regen nassen Statuen (kaum zu glauben, die gleiche Statue ist auch im nächsten Satz noch aus dem gleichen Grund nass) … aber das kommt mir pedantisch vor. Die paar stilistischen Kleinigkeiten stehen nicht der Handlung im Weg, also Schwamm drüber. Oder vielleicht lieber ein Handtuch, es wäre leicht, sich einzubilden, dass der viele Regen aus den Seiten tropft. Hm, wahrscheinlich ist dieser Witz nicht witzig (tatsächlich gehe ich gerade in meiner Fantasie bereits selbst durch Rom, mit Handtüchern für die Statuen, was mir zu ernst klingt, ich möchte gerade nicht so emotional werden - spricht wohl für Brian Selznick, dass mir die Statuen ebenfalls wichtig sind). Habt gerne einfach Taschentücher in eurer Nähe … ich musste nicht weinen, aber das liegt nur daran, dass ich bis heute leider nicht herausgefunden habe, wie ich während einer Leserunde entspannt bleiben kann.
Ich bin immer noch überzeugt, das letzte Kapitel nicht gelesen zu haben, denn ich muss einfach etwas übersehen haben. Bei manchen Büchern will man nicht das Ende erreichen, aus mir spricht nur die Traurigkeit. Unvollständig fühlt sich Run Away With Me nicht an. Und wieso sollte ich mich nicht freuen, auf eine mögliche Fortsetzung warten zu können?
Einen eigenen Stern gibt es für die Zeichnungen an sich und der Entscheidung, sie nicht auf die Kapitel zu verteilen (in anderen Büchern wurde ich davon leider immer aus dem Lesefluss gerissen), aber vor allem wegen meiner Reaktion, als ich beim erneuten Lesen begriffen habe, dass die Zeichnungen von Danny sein müssen.
Ich habe mir vorgenommen, es diesen Sommer zumindest ein drittes Mal zu lesen und mich auch dabei noch zu fühlen, als würde ich wie Danny und Angelo (natürlich lese ich bereits und finde, dieses Zitat erklärt meinen Gefühlszustand passender als mein ursprüngliches) “über den Rand der Welt in den dunklen, wilden Abgrund von Rom fallen”.