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Veröffentlicht am 13.02.2019

Berühre mich. Nicht.

Berühre mich. Nicht.
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Klappentext
Sie dachte, dass sie niemals lieben könnte.
Doch dann traf sie ihn.

Als Sage in Nevada ankommt, besitzt sie nichts – kein Geld, keine Wohnung, keine Freunde. Nichts außer dem eisernen Willen, ...

Klappentext
Sie dachte, dass sie niemals lieben könnte.
Doch dann traf sie ihn.

Als Sage in Nevada ankommt, besitzt sie nichts – kein Geld, keine Wohnung, keine Freunde. Nichts außer dem eisernen Willen, neu zu beginnen und das, was zu Hause geschehen ist zu vergessen. Das ist allerdings schwer, wenn einen die Erinnerungen auf jedem Schritt begleiten und die Angst immer wieder über einen hereinbricht.
So auch, als Sage ihren Job in einer Bibliothek antritt und dort auf Luca trifft. Mit seinen stechend grauen Augen und seinen Tätowierungen steht er für alles, wovor Sage sich fürchtet. Doch Luca ist nicht der, der er auf den ersten Blick zu sein scheint. Und als es Sage gelingt, hinter seine Fassade zu blicken, lässt das ihr Herz gefährlich schneller schlagen …



- Ab hier beinhaltet meine Rezension Spoiler. -

Persönliche Meinung
Allein schon für den Titel möchte ich mich von Herzen bei Laura Kneidl bedanken. Perfekt getroffen. Bedanken muss ich mich auch dafür, dass der Liebesgeschichte nicht mehr als der meinem Empfinden nach angemessene Raum gegeben wird.
Am Schreibstil habe ich nur eines auszusetzen: Zeitangaben wie „am nächsten Morgen“, „am Abend“ sind mir ein Dorn im Auge, gerade, wenn mitten in Kapiteln ein Zeitsprung stattfindet. Laura Kneidl hat mir in „Berühre mich. Nicht.“ aber auch bewiesen, dass sie auf bessere Lösungen zurückgreifen kann – Stichwort 'Show, don't tell' ('Zeigen, nicht erzählen'). Daher kann ich hoffen, bezüglich Zeitangaben in Zukunft seltener auf 'tell' zu treffen.

Sages Angst, ihr Gefühlsleben, ihre Wünsche und Hoffnungen, aber an erster Stelle ihr Kampf gegen die Angst sind und bleiben für mich greifbar. Ich bin sogar mit jeder Seite trauriger geworden – was in Anbetracht ihrer Missbrauchserfahrung selbstverständlich als Pluspunkt von „Berühre mich. Nicht.“ anzusehen ist.
Bis auf Alan habe ich alle Charaktere ins Herz geschlossen. Sage und Luca allerdings ganz besonders.
Luca hat eine angenehme Persönlichkeit, insbesondere, weil er Sages spürbare Grenzen von Beginn an respektiert. Für mich ist es eine Wohltat, dass er Ruhe in Sages Leben bringen kann, auch wenn er wie jeder Mensch seine Päckchen zu tragen hat und selbstverständlich nicht immer ausgeglichen sein kann.
Meine Lieblingsszene ist daher auch …
»Setz dich.«
Er klappte den Sitz nach unten und nahm Platz. Demonstrativ schob er dabei die Hände unter seine Oberschenkel.
Ich runzelte die Stirn. »Was soll das?«
Er zuckte mit den Schultern. »Das letzte Mal, als du an meinem Gesicht herumhantiert hast, wolltest du, dass ich mich auf meine Hände setze.«

(Berühre mich. Nicht, S. 271f.)

Glücklicherweise nimmt Luca aber nicht alles hin und lässt Sage nicht einfach in ihr Unglück rennen, wie er oft genug beweist.

Meine Meinung zu den Nebencharakteren hebe ich mir für die Rezension zu Band 2 auf – noch sind hunderte Fragen offen, was ich auch genau so haben möchte.

Mit dem Ende von Band 1 komme ich (zur eigenen Überraschung) problemlos zurecht, da ich Sages Beweggründe schließlich nachvollziehen kann. Zum Teil liegt das aber selbstverständlich auch an meiner gerechtfertigten Hoffnung auf eine glücklichere Zukunft für Sage.

Fazit
Zu bedauern ist nur, dass man früher oder später die letzte Seite gelesen hat … ^^ – aber dann wiederum gibt es ja den Abschlussband „Verliere mich. Nicht.“.
„Berühre mich. Nicht.“ werde ich zweifellos nicht vergessen. In diesem Sinne – ein riesiges Dankeschön dafür, dass es überhaupt möglich ist, die Dilogie lesen zu können.

Veröffentlicht am 06.02.2019

Die Liebe schreibt die schönsten Geschichten! Grace und James' Gefühle füreinander könnten aber greifbarer sein ...

Die Liebe schreibt die schönsten Geschichten
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Überwiegend kommt es mir so vor, dass die Kapitel nach dem Grundsatz 'In der Kürze liegt die Würze' geschrieben worden sein könnten – aber die richtigen Zeitpunkte sind meinem Gefühl nach noch nicht erreicht ...

Überwiegend kommt es mir so vor, dass die Kapitel nach dem Grundsatz 'In der Kürze liegt die Würze' geschrieben worden sein könnten – aber die richtigen Zeitpunkte sind meinem Gefühl nach noch nicht erreicht gewesen. Dementsprechend bin ich auch erst spät mit den Charakteren und der Geschichte selbst warm geworden: ab Kapitel 21.

Leider berührt mich „Die Liebe schreibt die schönsten Geschichten“ aufgrund des Schreibstils nicht so, wie es sein sollte. Da der Funke nicht übergesprungen ist, ist das Mitfiebern ausgeblieben. Zum Glück bleibt der Schreibstil eine Frage des Geschmacks.
Gelegentlich bin ich aber tatsächlich enttäuscht gewesen, wie beispielsweise bei «Stimmt», nickte ich [...] ¹. In einem verlegten Buch kann ich schwer über diesen Stil hinwegsehen.
Oder: Der Mann an der Bar schob ihm ein Pint Bier zu ², nicht 'der Barkeeper' oder eine sinngemäße Alternative, falls der Protagonistin Grace die Bezeichnung 'Barkeeper' nicht geläufig ist – was ich ihr ja keinesfalls verübeln würde.


SPOILER
Doch man muss bis auf Heather alle Charaktere ins Herz schließen. James, der nicht gleichzeitig denken und blinzeln kann (), ist allerdings meine unerreichbare Nummer 1. Grace folgt direkt auf ihn, denn ich habe es doch immer wieder geliebt, zu lesen, dass sie aus Nervosität redet und redet und redet, was letztendlich einfach nur unterhaltsam sowie einnehmend ist. Ihrer Küchenuhr-Anekdote, wie James sagt, spende ich Applaus.
SPOILER ENDE


Ja, ich habe mir gewünscht, dass im Roman Bezug auf den Titel „Die Liebe schreibt die Geschichten“ genommen wird. Ein ganz subtiler hätte mir schon gereicht. Nur ist der Originaltitel „You Are Loved“ (Du wirst geliebt), der perfekt zur gesamten Geschichte passt! Für den Abschluss habe ich mir dann erhofft, dass wenigstens noch auf Grace als Schriftstellerin eingegangen wird – so bedeutungslos kann ihre schriftstellerische Zukunft nun wirklich nicht sein, nachdem sie Rose als Haushaltshilfe vertreten hat, um bitter nötigen Abstand zu ihrem tatsächlichen Beruf zu gewinnen.

¹ Jo Platt: Die Liebe schreibt die schönsten Geschichten, Rowohlt Verlag GmbH, 2018
² Jo Platt: Die Liebe schreibt die schönsten Geschichten, Rowohlt Verlag GmbH, 2018


Fazit
Unter dem Strich bin ich nie zum Umblättern verleitet worden, bin ich nicht Teil der Geschichte gewesen. „Die Liebe schreibt die schönsten Geschichten“ ist ein bodenständiger, authentischer Roman, was mir zusagt. Etwas Prickeln hätte aber nicht geschadet: von der Anziehungskraft zwischen Grace und James spüre ich nichts.
3 Sterne mit einem aufrichtigen Dank an die Autorin Jo Platt für die Charaktere an sich und den Verzicht auf unnötige überzogene Dramen.