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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.04.2019

Kein Thriller im herkömmlichen Sinn

Golden Cage. Trau ihm nicht. Trau niemandem. (Golden Cage 1)
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Bei diesem Buch spalten sich die Gemüter, da bin ich mir sicher. Auch ich finde es nicht so leicht für das neueste Werk von Camilla Läckberg eine Bewertung abzugeben. Allerdings habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten, ...

Bei diesem Buch spalten sich die Gemüter, da bin ich mir sicher. Auch ich finde es nicht so leicht für das neueste Werk von Camilla Läckberg eine Bewertung abzugeben. Allerdings habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten, da ich bisher noch kein Buch der beliebten Krimiautorin gelesen habe.

Nun also ein Psychothriller! Ich finde diese Bezeichnung für das vorliegende Buch gar nicht passend. Bei einem Psychthriller flattern die Nerven, das tun meine definitv nicht nach dem Lesen. Einen richtigen Psychthriller kann ich auch kaum mehr aus der Hand legen. Auch hier Fehlanzeige!

Dennoch hat mich das Buch gut unterhalten und am Ende ein klein wenig überrascht, und ich hatte nach dem Lesen des Klappentextes etwas ganz Anderes erwartet.

Klappentext: Faye und Jack sind das absolute Traumpaar. Sie haben das erfolgreichste Unternehmen Stockholms aufgebaut, wohnen in einem luxeriösen Apartment und sind umgeben von den Reichen und Schönen. Die gemeinsame Tochter Julienne ist die Krönung ihres Glücks. Doch der Schein trügt. Fayes Leben dreht sich nur noch um den verzweifelten Versuch, Jack zu gefallen. Seine Verachtung ist in jeder seiner Gesten spürbar. Als Jack und Julienne von einem Bootstrip nicht zurückkehren und die Polizei eine Blutlache im Apartment entdeckt, fällt der Verdacht schnell auf Jack. Hat er seine eigene Tochter getötet? Nichts in Fayes Leben ist mehr so, wie sie es kannte....

Die Geschichte wird in 2 Zeitebenen erzählt, die man gut auseinander halten kann, da die Jetztzeit von einem allwissenden Erzähler erzählt wird, die Vergangenheitsebene in der Ich Form der Protagonistin Faye. Hinzu kommen Polizeiberichte in Kursivschrift. Faye, die als Marthilda geboren wurde und irgendwann ihr altes Ich abgestreift hat, ist eigentlich eine starke Persönlichkeit. Sie ist intelligent und ehrgeizig, hat ein Studium an der Handelhochschule begonnen und mit Jack und dessen Freund zusammen eine sehr erfolgreiche Firma gegründet, basierend auf ihren Ideen. Trotzdem lässt sie es zu, das ihre Erfolge nach und nach nicht mehr geschätzt werden. Sie entwickelt eine Hörigkeit gegenüber ihrem Ehemann, der ihre Veränderung zwar bewirkt hat, ihre Abhängigkeit von ihm aber nur noch verachtet. Er betrügt sie nach Strich und Faden und als sie ihn in flagranti erwischt, zeigt er keinerlei schlechtes Gewissen und lässt sie mittellos zurück. Und endlich erkennt Faye sein wahres Gesicht und hat nur noch ein Ziel, Rache!

Sie ist nicht die sympathischste Protagonistin aber geschickt appelliert Läckberg an die Solidarität der Frauen und man verfolgt als Leserin (Ich weiß nicht wie es Männern an der Stelle geht!) gebannt jeden Schritt von Faye's ausgeklügelten Racheplan. Dieses Buch enthält zu hauf erotische Szenen, die man finden kann wie man will. Ich finde sie passen zu Faye's Charakter und ihr Umgang mit Sexualität ist ein entscheidender Teil ihrer Persönlichkeit. Gleiches gilt für Jack, den man schon als sexsüchtig bezeichnen könnte.

Mich hat das Buch gut unterhalten. Ich war gleichermaßen teilweise geschockt, angewidert und begeistert. Das ist zugegebenermaßen eine interessante Mischung, deshalb am besten selber lesen!

Veröffentlicht am 18.04.2019

Die erste Liebe mit Fünfzehn

Der Sommer mit Pauline
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"Wer Tagebuch schreibt, nimmt sein Leben zu wichtig", sagt die Mutter zu Èmile. Doch der meint:"Wenn man sein Leben nicht wichtig nimmt, wer dann?"

Èmile ist 15 und ein bisschen altklug. Seine Familie ...

"Wer Tagebuch schreibt, nimmt sein Leben zu wichtig", sagt die Mutter zu Èmile. Doch der meint:"Wenn man sein Leben nicht wichtig nimmt, wer dann?"

Èmile ist 15 und ein bisschen altklug. Seine Familie ist ihm zuweilen etwas peinlich und dafür gibt es viele Gründe. Seine Eltern sind nicht gerade modisch auf dem aktuellen Stand. Die Familie wohnt zur Zeit im Wohnwagen, da das Haus noch nicht fertig ist und eine zusätzliche Wohnung zu teuer wäre,und sein Vater hat als Vertreter einen total uncoolen Beruf.

Seine Erlebnisse trägt Èmile in sein Tagebuch ein, seit er Pauline aus seiner Schule begegnet ist und sich sofort unsterblich in sie verliebt hat. Das Beste ist, sie scheint ihn auch zu mögen, und das obwohl sie aus deutlich previligierteren Kreisen kommt als er. Als sie ihn nach Venedig einlädt, weil sie dort mit dem Jugendorchester einen Auftritt hat, ist Èmile völlig aus dem Häuschen. Natürlich hat er die Rechnung ohne die Erwachsenen gemacht, die ihm zwar die Reise gestatten, die dann aber so ganz anders verläuft als er sich das vorgestellt hat.

Dieser sehr französische Jugendroman hat mir großen Spaß gemacht, denn auch wenn Èmile des öfteren über seine Eltern schimpft, ist seine Familie etwas Besonderes. Die Familienmitglieder sind inklusive älterem Bruder, der dann auch noch auftaucht, alle etwas schräg, zuweilen chaotisch aber fast immer humorvoll, und sie setzen sich bedingungslos füreinander ein.

Die Geschichte, die zur Zeit auch verfilmt wird, verbreitet einfach gute Laune. Als Leser wird man zurückversetzt in die schwierige Zeit der Pubertät, fiebert mit Èmile mit, dessen Gefühlsspektrum eine Bandbreite von nicht weniger als der totalen Verzweiflung bis zum unendlichem Glück umfasst.

Veröffentlicht am 14.04.2019

Heute hier, morgen dort, ein Leben als Reiseblogger

Der Wind nimmt uns mit
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Klappentext:

Maya bindet sich weder an Orte noch an Menschen. Obwohl die Reisebloggerin erst 32 Jahre ist, hat sie schon fast die ganze Welt gesehen. Nur an einen Ort möchte sie niemals: nach La Gomera. ...

Klappentext:

Maya bindet sich weder an Orte noch an Menschen. Obwohl die Reisebloggerin erst 32 Jahre ist, hat sie schon fast die ganze Welt gesehen. Nur an einen Ort möchte sie niemals: nach La Gomera. Dort wohnt ihre Adoptivmutter Karoline. Dass Karoline nicht ihre leibliche Mutter ist, hat Maya vor Jahren durch Zufall erfahren, und bis heute hat sie ihr nicht verziehen. Doch dann wird Maya schwanger, und Tobi, der Mann, mit dem sie eine flüchtige Affaire hatte, hält sich ausgerechnet auf der Kananreninsel auf. Nur widerwillig fliegt Maya dorthin, zu den Aussteigern und Künstlern, zu ihrer Mutter. Sie ahnt nicht, dass es die wichtigste Reise ihres Lebens sein wird.

Das Buch "Der Wind nimmt uns mit" ist der dritte Band der Sommerbuchreihe von Katharina Herzog, erschienen bei Rowohlt Polaris. Die beiden Vorgängerbände heißen "Immer wieder im Sommer" und "Zwischen dir und mir das Meer". Dieser 3. Band kann gut unabhängig von den beiden vorangegangenen Bücher gelesen werden. Auch das Cover ist so gestaltet, dass man es eindeutig der Reihe zuordnen kann und gefällt mir sehr gut. Muscheln und Blüten umrahmen einen roten Farbklecks, ein fröhlichen sommerliches Motiv.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und angenehm zu lesen, man kann innerhalb kürzester Zeit in die die Geschichte eintauchen. Auch das Thema "Reiseblogger" fand ich spannend, habe ich mir doch nie Gedanken darüber gemacht, wie diese modernen Nomaden wohl leben. Sicher ist es mutig seinen Besitz aufzugeben und mit kleinem Gepäck auf der ganzen Welt unterwegs zu sein, wunderschöne Orte zu sehen. So wird in dem Buch z.B von einem wunderschönen Laternenfest in Taiwan berichtet. Da könnte man Maya um ihren Job schon beneiden. Aber Maya flüchtet eigentlich vor ihrem Leben, scheut die Aussprache mit ihrer Ziehmutter Karoline und wirkt deshalb nur rastlos und kann das Schöne um sie herum gar nicht so richtig genießen. Außerdem erwartet sie noch ein Baby nach einem One Night Stand, und das passt so gar nicht in ihr Lebensmodell.

Der Roman wird in 2 Zeitebenen erzählt und man erfährt, auch Karoline hat ihr Päckchen zu tragen. Zeitweise fand ich die Geschichte von Karoline wesentlich interessanter als die von Maya, was daran gelegen haben mag, dass ich Maya's Handeln oft als unreif und wenig durchdacht empfunden habe. Leider haben sich so einige inhaltliche Fehler in die Geschichte eingeschlichen, die mich beim Lesen irritiert haben. So gibt es z.B unterschiedliche Angaben über das Geburtsjahr von Maya oder Tobi's Wohnort in München variiert und verwirrten mich als Leserin.

Maya war mir als Protagonistin nicht unbedingt sympatisch, ihr Verhalten oft nicht nachvollziehbar ,ihre Ansichten nicht ihres Alters entsprechend. Karoline hat mir da schon besser gefallen. Ein ehrliches Gespräch zur rechten Zeit hätte für alle das Leben einfacher gemacht, aber so ist das ja auch oft im wahren Leben, Ängste und fehlendes Vertrauen führen dazu, dass man sich selbst im Weg steht.

Im Großen und Ganzen fand ich das Buch ganz unterhaltsam, es war leider ein bisschen vorhersehbar und es gab nur wenige Überraschungen im Handlungsverlauf. Die beschriebenen Hippies fand ich schon ziemlich strange und total übertrieben ,aber gerade diese Figuren hat die Autorin nach realem Vorbild (siehe Nachwort) geschaffen. Die Landschaftsbeschreibungen fand ich klasse. Es gab viele schöne Szenen, die mich sofort in Urlaubsstimmung versetzt haben.

Ein schönes Zitat noch am Schluss: "Ich möchte mit Erinnerungen sterben, nicht mit Träumen." Ich kann das Buch leider nicht uneingeschränkt empfehlen.

Veröffentlicht am 10.04.2019

Eine Hommage an einen Weltstar

Marlene und die Suche nach Liebe
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Im 8. Band der Reihe "Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe" erschienen im Aufbau TB Verlag widmet sich der Autor C. W. Gortner dem Leben und Schaffen der Künstlerin Marlene Dietrich beginnend mit ihrer ...

Im 8. Band der Reihe "Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe" erschienen im Aufbau TB Verlag widmet sich der Autor C. W. Gortner dem Leben und Schaffen der Künstlerin Marlene Dietrich beginnend mit ihrer Kindheit bis zum Ende des 2. Weltkrieges.

In der "Ich Perspektive" erzählt der Autor die mitreißende Geschichte der androgynen Schönheit, deren Markenzeichen ihre langen Beine, ihre tiefe Stimme und ihr Faible für männliche Garderobe (Hosen) war.

Nach einer lieblosen Kindheit, in der sie von ihrer ehrgeizigen Mutter zu einer Karriere als Konzertgeigerin gedrängt wird, geht sie junge Marlene zunächst zur staatlichen Musikhochschule nach Weimar. Einmal den Fängen ihres strengen Elternhauses entkommen, blüht sie auf und setzt sich selbstbewusst über alle geltenden Konventionen hinweg. Sie wendet sich der Schauspielerei zu und hat ein ausschweifendes Liebesleben. Zahlreiche Geliebte beiderlei Geschlechts können ihre stetige Suche nach Anerkennung und Liebe jedoch nicht befriedigen. Sie heiratet, bekommt sogar ein Kind, trennt sich wieder, wird aber nie geschieden, Für ihre Tochter ist sie eigentlich fast nie present, die aufstrebende Karriere geht immer vor. Ihr ganzer Ehrgeiz zielt darauf ab ein Star zu werden, und sie wird tatsächlich ein Weltstar.

Trotzdem scheint rückblickend die Zeit , in der sie für amerikanische Soldaten an der Front gesungen hat die Zeit zu sein, die für sie die Sinnvollste ihres Lebens gewesen ist. Gegen Hitler und die Nazis hat sie immer klar Stellung bezogen.

Gortner beendet seine Hommage an Marlene Dietrich 1946. Die späten Jahre der deutschen Ausnahmekünstlerin sind nicht mehr Teil dieses interessanten Porträts. Ich fand diesen Biographieroman sehr spannend zu lesen, wusste ich doch bis dato nicht allzuviel über "The Dietrich".

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag über Lovelybooks zur Verfügung gestellt und ich empfehle es sehr gerne weiter.

Veröffentlicht am 08.04.2019

Ein sehr romantischer, gar nicht kitschiger Briefroman

Zeilen ans Meer
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Kurz vor ihrem Studium macht Lena eine Work &Travel Reise nach Australien und wirft zum Abschied eine Flaschenpost ins Meer. Sie hat ein paar Gedanken zu ihrem Australienaufenthalt zu Papier gebracht ...

Kurz vor ihrem Studium macht Lena eine Work &Travel Reise nach Australien und wirft zum Abschied eine Flaschenpost ins Meer. Sie hat ein paar Gedanken zu ihrem Australienaufenthalt zu Papier gebracht und bittet den Finder eine Nachricht an ihre beigefügte Adresse zu schicken und verspricht auf jeden Fall zu antworten. 16 Jahre später erhält Lena tatsächlich eine Rückmeldung von Sam aus Sydney, der die Flaschenpost beim Joggen am Strand gefunden hat. Wie versprochen antwortet Lena ihm und zwischen den Beiden entsteht ein reger Briefaustausch, bei dem sie sich immer besser kennenlernen.

Sicher könnten sie in der heutigen Zeit auf e-mails umschwenken aber der Briefwechsel ist reizvoller sowohl für Lena als auch für Sam. Einen Brief schreibt man mit viel mehr Sorgfalt und tatsächlich werden die Briefe immer persönlicher und offener. Jeder öffnet dem Anderen sein Herz. Selten habe ich so tolle, gefühlvolle Zeilen gelesen. Auch mir als Leserin ist das Herz aufgegangen. Die Worte haben mich tief berührt. Es ist deshalb nur eine Frage der Zeit bis sich zwischen Lena und Sam aus der Brieffreundschaft eine Liebesgeschichte entwickelt, die aber kein bisschen ins Kitschige abdriftet. Die Schwierigkeiten einer Fernbeziehung, Exfreunde und Freundinnen, die Schwierigkeiten als alleinerziehende Mutter zurechtzukommen und der nicht immer einfache Alltag, all das fließt in den Briefverkehr mit ein und lässt den Leser teilhaben an dem gesamten Gefühlsspektrum dieser beiden sympathischen Protagonisten. Da gibt es auch mal Mißverständnisse und Beziehungspausen, bei denen der Leser zweifelt ob diese Liebe eine Chance haben kann. Die Autorin schafft es einen Spannungsbogen bis zum Ende zu halten, so dass die Briefe niemals langweilig werden und man immer schnell erfahren möchte wie es weiter geht.

Dieser Roman ist wirklich hochemotional, sehr intensiv und wunderschön geschrieben, dass man ihn leichten Herzens weiterempfehlen kann. Ich werde ihn auf jeden Fall noch ein 2. Mal lesen und hoffe auf weitere tolle Bücher von Sarah Fischer.

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