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Veröffentlicht am 04.06.2019

Witzige Idee und einige echt verführerische Rezepte

Die One-Pot-Challenge
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Das Buch ist wie eine kleine „Küchenschlacht“ aufgebaut. Die drei Köche Sandra Schumann, Sarah Schocke und Martin Kintrup liefern rund um eine vorgegebenen Zutat ein Rezept, passend zu ihrem „Küchengerät“ ...

Das Buch ist wie eine kleine „Küchenschlacht“ aufgebaut. Die drei Köche Sandra Schumann, Sarah Schocke und Martin Kintrup liefern rund um eine vorgegebenen Zutat ein Rezept, passend zu ihrem „Küchengerät“ Pfanne, Topf oder Blech. Eine ganze Menge Seiten gehen dabei schon mal für „Kampfansagen“ der Köche drauf, nämlich immer eine Doppelseite vor jedem Gericht zur vorgegebenen Zutat. Das wäre weniger platzraubend, wenn nicht jedes Mal ein „lustiges“ Foto der Köche (das sich übrigens öfter mal wiederholt) dabei wäre. Auch Jumbo kommt vor der Zubereitung – ebenfalls mit „lustigem“ Foto - zu Wort. Er erzählt mehr oder weniger Wissenswertes über die Hauptzutat, um die sich das Rezept dreht. Die Rezepte selbst benötigen dann auch jeweils eine Doppelseite. Nach jedem Rezept fällt Jumbo Schreiner sein Urteil und wählt mehr oder weniger einen Favoriten aus.

Die Idee ist zugegebenermaßen unterhaltsam und das Buch unterscheidet sich deutlich von anderen Kochbüchern. Dennoch finde ich es durch die erwähnten Komponenten ein wenig aufgebläht vor, künstlich auf fast 180 Seiten hochgejubelt. Es sind und bleiben ja insgesamt nun mal nur 60 Rezepte, die, ohne die zugegebenermaßen appetitanregenden Fotos locker auf 60 Seiten Platz fänden.

Zugutehalten kann man dem Buch auf jeden Fall, dass die Rezepte relativ einfach nachzukochen sind und man mit Zutaten auskommt, die man entweder zu Hause hat oder leicht besorgen kann. Wirklich ausgefallene Gewürze oder Zutaten werden nicht verarbeitet. Es sei denn, man sieht das ganz eng und findet Kokosmilch, Kardamomkapseln oder Süßkartoffeln zu exotisch. Ich glaube, das Exotischste im Buch ist wohl Halloumi und Tahin. Die Beschreibungen sind verständlich und sehr gut nachvollziehbar. Zur besonderen Verdeutlichung ist jedes Rezept noch zusätzlich mit einem Piktogramm des verwendeten Küchengerätes versehen (einmal wurde dabei aber aus einer Pfanne ein Blech – finde ich aber nicht so schlimm).

Geschmäcker sind verschieden, deshalb ist es immer schwer, über Gerichte zu urteilen. Ich mag kein Schweinefleisch, deshalb fällt dieses Dreier-Gespann für mich raus. Aber ich liebe Süßkartoffeln und Hähnchen – hier punkten alle Gerichte bei mir. Insgesamt finde ich die meisten Rezepte alltagstauglich und vor allem relativ schnell und einfach zubereitet. Wenig bis gar kein Chi-Chi und damit gewinnt man bei mir sehr schnell Punkte. Das ergibt dann insgesamt, auch wenn das eingangs vielleicht gar nicht danach klang, vier Sterne von mir für dieses Kochbuch, das alles ist, nur nicht langweilig oder „abgedroschen“.

Veröffentlicht am 04.06.2019

13 Gründe – Abrechnung oder Beichte?

Tote Mädchen lügen nicht
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Clay bekommt ein Päckchen mit 13 Kassetten. Kassetten! Wer nutzt heute denn noch sowas? Als er dann die erste Kassette einlegt, hört er Hannahs Stimme. Das wäre an sich kein Grund zur Aufregung, doch Hannah ...

Clay bekommt ein Päckchen mit 13 Kassetten. Kassetten! Wer nutzt heute denn noch sowas? Als er dann die erste Kassette einlegt, hört er Hannahs Stimme. Das wäre an sich kein Grund zur Aufregung, doch Hannah ist eine ehemalige Mitschülerin, in die Clay verliebt war und die sich vor zwei Wochen das Leben genommen hat. Auf den Kassetten soll zu finden sein, wie es dazu kam …

Der Stil dieses Hörbuches ist ganz besonders und sehr gut gemacht. Robert Stadlober transportiert mit seiner Stimme und der Art, wie er liest, sehr gut, wie es einem Teenager in dieser Situation gehen muss, zumal Clay von Hannah zurückgewiesen wurde, ihr nie Böses wollte und sie seine Hilfe und sogar Gespräche abgelehnt hat. Dass er zu den Personen gehört, die diese Kassetten hören müssen, als eine Art Strafe quasi, verbessert seinen Seelenzustand nicht wirklich.

Shandra Schadt liest Hannahs Part. Es ist sehr schön gemacht, wie immer wieder zu hören ist, wie Kassetten eingelegt, umgedreht, gestartet, gestoppt werden. Die Fröhlichkeit in Shandras/Hannahs Stimme ist befremdlich, macht insgesamt aber schon Sinn. Was sie zu sagen hat, klingt zunächst ganz normal – Teenagererlebnisse eben. Insgesamt entsteht aber ein Bild, das gar nicht schön ist. Und, zumindest in meinen Augen, nicht nur die anderen, sondern auch Hannah selbst nicht im allerbesten Licht dastehen lässt.

Während Clay eine Kassette nach der anderen hört, will er auch wissen, wer sie noch zu hören bekam. Und er will diese Personen treffen, sie konfrontieren, sehen, was das Hören bewirkt hat.

So ergibt am Ende alles ein völlig anderes Bild, als man erwartet hat. Aus Opfern werden Täter, aus schwarz wird weiß, aus Verzweiflung wird Schuld. Einem „gesunden“ Menschen wird es schwer fallen, Hannahs Gedanken nachzuvollziehen. Auch ich habe immer wieder „aber …“ gedacht. Nur leider sind Depressionen nicht rational und so handeln labile Menschen eben anders, als es gefestigte Menschen tun würden.

Die Themen Mobbing, sexuelle Übergriffe, Pubertät, psychische Labilität, Hilflosigkeit, falsche Eitelkeit und vieles mehr werden hier mehr oder weniger intensiv behandelt. Dass Selbstmord keine Lösung, kein Ausweg ist, wird nicht gesagt, aber deutlich klar gemacht. Eine Lösung gibt es dafür nicht – eigentlich ist die Aussage, dass nichts so ist, wie es scheint und Kettenreaktionen unberechenbar sind.

Verwirrend, düster, dennoch gut. Denn das Buch hat das Potenzial, Teenager über sich und andere nachdenken zu lassen und zu sehen, dass scheinbar harmlose Scherze in Kombination mit gewissen Ereignissen fatale Folgen haben können und Suizid nie eine Lösung ist – weder als Flucht noch als Selbstbestrafung.

Nicht perfekt, aber ein sehr gutes Jugendbuch. Von mir gibt es vier Sterne.

Veröffentlicht am 03.06.2019

Eine urige Art, Speisen zu bereiten

Holzbackofen
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Hach ja, so ein Holzofen, mit dem man backen, grillen und braten kann, ist einfach toll! Niemand kann abstreiten, dass Pizza und Brot aus dem Holzbackofen einfach unvergleichlich gut schmecken. Aber auch ...

Hach ja, so ein Holzofen, mit dem man backen, grillen und braten kann, ist einfach toll! Niemand kann abstreiten, dass Pizza und Brot aus dem Holzbackofen einfach unvergleichlich gut schmecken. Aber auch ganz viele andere Gerichte lassen sich darin zaubern.

Das Buch beginnt bei den Grundlagen: Dem Ofen selbst, der Befeuerung, der Grundausrüstung. Alles Informationen, die sehr hilfreich sind. Schnell wird auch klar – hier geht nichts einfach nur so. Ein wenig Arbeit ist erforderlich. Der heimische Herd und Backofen sind bequemer, eindeutig. Aber die Arbeit lohnt sich!

Danach startet es mit den Rezepten für Pizza – und hier wird auch gleich eine geniale Timeline geliefert, sodass rein gar nichts schieflaufen kann.

Anschließend geht es ans „Braten und Grillen“. Quer durch alle Leckereien, Fleisch und Fisch, aber auch Gemüse und sogar Snacks, finden sich Anregungen, die geradezu unwiderstehlich sind.

Mein Lieblingsabschnitt folgt mit „Backen“. Man muss es ausprobiert haben, um zu verstehen, warum es Sinn macht, sich so viel mehr Mühe zu machen, statt einfach nur den Küchenbackofen anzuwerfen. Aber eines steht fest: Wer einmal ein Brot oder einen der herrlichen Kuchen aus dem Holzbackofen gekostet hat, plant sofort den eigenen Holzbackofen im Garten!

Dann folgt ein Abschnitt über das Abkühlen des Ofens – und bringt noch weitere Rezepte mit. Die Resthitze nutzen! Wunderbar! Insgesamt lässt sich gerade beim Holzbackofen die Hitze gut nutzen und Gerichte entsprechend geplant, ergeben ein tolles Menü.

Die Rezepte selbst sind sehr gut und übersichtlich gegliedert und aufgebaut. Die Zutatenliste steht separat zu den einzelnen Arbeitsschritten. Zudem gibt es zu jedem Rezept einen einführenden, sehr interessanten Text. Fast alle Rezepte sind bebildert und bei vielen gibt es noch Zusatztipps.

Ein Buch, nicht nur für Neulinge in Sachen Holzbackofen, zumal die Rezepte auch gut in jedem anderen Ofen (nur nicht so herrlich „holzig-rauchig“) nacharbeiten lassen. Ich bin total begeistert und gebe die vollen fünf Sterne.

Veröffentlicht am 02.06.2019

Vollkommen unspektakulär

Bunburry - Vorhang auf für einen Mord
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Selfmade-Millionär Alfie McAlister erbt ein Cottage im verschlafenen Städtchen Bunburry. Sofort wird er von den beiden alten Damen Liz und Marge mit Beschlag belegt. Da sie das beste Karamell der Cotswolds ...

Selfmade-Millionär Alfie McAlister erbt ein Cottage im verschlafenen Städtchen Bunburry. Sofort wird er von den beiden alten Damen Liz und Marge mit Beschlag belegt. Da sie das beste Karamell der Cotswolds und vielleicht der ganzen Welt machen und Alfie eine Weile Abstand von London und seinem dortigen Leben sucht, lässt er sich von den beiden dazu anstiften, einen Mordfall zu lösen.

Cosy-Crime ist etwas Schönes. Besonders mit viel britischem Humor und alten Damen á la Miss Marple. Doch leider sind die Protagonisten recht langweilig, die Gegend wirklich total verschlafen und sogar die Verdächtigen und Verbrecher ohne Substanz. Mir fehlt auch der typische britische Humor. Es ist gewollt, aber nicht gekonnt. Das ist besonders schade, da es die erste Folge einer Serie ist. So habe ich aber überhaupt kein Interesse an den weiteren Folgen.

So ein bisschen kommt es mir vor, als ob zu viel des Guten zusammengeworfen wurde. Alfie ist wohl in einer Art Midlife-Crisis, finanziell unabhängig (Selfmade-Millionär – spätestens seit Jonathan und Jennifer Hart von „Hart aber Herzlich“ die Ideallösung für solche Reihen), trifft auf zwei ältere Damen im Stile von Miss Marple oder den Tanten aus „Arsen und Spitzenhäubchen“, erbt noch dazu ein Cottage von einer ewig nicht mehr besuchten Tante und löst Mordfälle, die die Polizei nicht lösen kann.

Für mich alles ein bisschen zu verklärt. Vieles vorhersehbar, der Humor nur marginal vorhanden und somit wenig spannend. Schade! Cosy-Crime ist an sich eine tolle Gelegenheit zum Entspannen. Hier ist es leider eine ideale Möglichkeit zum Einschlafen. Daran ändert leider nicht mal Uve Teschners wunderbare Art zu lesen nichts. Ich kann nur zwei Sterne geben.

Veröffentlicht am 31.05.2019

Gut zusammengestelltes Basiswissen für verantwortungsbewusste Hundehalter

Hunde
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Dieses Buch richtet sich vor allem an all jene, die zum ersten Mal einen Hund aufnehmen. Aber auch alte Hasen können hier den einen oder anderen sinnvollen und sehr hilfreichen Tipp finden. Man lernt eben ...

Dieses Buch richtet sich vor allem an all jene, die zum ersten Mal einen Hund aufnehmen. Aber auch alte Hasen können hier den einen oder anderen sinnvollen und sehr hilfreichen Tipp finden. Man lernt eben nie aus!

Hauptsächlich geht es um den Start mit einem jungen Welpen. Die Thematik Tierheim-Hund wird nur am Rande behandelt. Die fünf Themen, die hier behandelt werden, unterteilen sich in

- Eine besondere Freundschaft
- Der beste Start
- Zeit der Pubertiere
- Zuverlässige Begleiter durchs Leben
- Service

Jedes der Themen wird in mehreren passenden Kapiteln ausführlich behandelt. Dabei erfährt der Leser auch viel über die Geschichte des Hundes und wie er zum Begleiter des Menschen wurde. Es gibt viele Ratschläge, die man vielleicht so gar nicht erwartet hätte. Ebenso werden Fragen beantwortet, die man vermutlich vergessen hätte. Ganz klar wird herausgearbeitet, dass ein Hund ein Lebewesen mit Ansprüchen und Bedürfnissen ist, kein Spielzeug und auch kein Selbstversorger. Ein Hund braucht Aufgaben, Rituale, Beschäftigung – er läuft nicht einfach nur nebenher und ist damit glücklich und zufrieden!

Immer wieder finden sich kleine Kästchen mit zusätzlichen Tipps, Zusammenfassungen, Ratschlägen, Hinweisen. Und das ganze Buch ist gespickt mit tollen Fotos, die Lust auf einen Hund machen, aber auch unmissverständlich darlegen, dass ein Hund viel Zeit beansprucht und Arbeit bedeutet.

Übungen und Hundeschulen gehören zwingend dazu und auch hierauf wird eingegangen. Aber auch die traurigen Momente werden einfühlsam behandelt. Es wird nicht ausbleiben, dass der verantwortungsbewusste Hundehalter noch weitere Bücher, die einzelne Themen tiefer behandeln, kaufen wird. Das ist aber völlig normal und keine Kritik. Für mich ein sehr hilfreicher Ratgeber, der fünf Sterne verdient hat.