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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.12.2018

Der übermäßige Konsum von Zucker kann tödlich sein ...

Beim Morden bitte langsam vorgehen
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Das Buch beginnt mit einer kurzen Erklärung der Protagonistin Irene, dass sie ein Notizbuch gefunden hat, welches ihre Mutter ihr damals zum Schulabschluss schenkte. In diesem Notizbuch möchte sie ihre ...

Das Buch beginnt mit einer kurzen Erklärung der Protagonistin Irene, dass sie ein Notizbuch gefunden hat, welches ihre Mutter ihr damals zum Schulabschluss schenkte. In diesem Notizbuch möchte sie ihre Geschichte niederschreiben - wie sie Horst, ihren Ehemann, vergiftete.

Irene ist seit 39 Jahren mit Horst verheiratet. 39 Jahre, in denen Horst den Ton angegeben hatte und Irene, um das Bild der braven Ehefrau bemüht, fügte sich ihm. 39 Jahre voll Sticheleien, Bevormundung und Einengung.

Eines Tages findet Irene in einem alten Karton, in dem sie Gardinen lagert, Bleibänder findet, die normalerweise zum Beschweren ebendieser Gardinen verwendet werden. Irene kommt ein Gedanke, erst zögerlich, doch dann immer konkreter: Blei ist doch giftig, nicht wahr?

Diese Geschichte ist unvergleichbar mit den Büchern, die ich bis jetzt gelesen habe. Die Abgründe einer fast vier Dekaden dauernden Ehe zu lesen, hat etwas Abschreckendes an sich. Man ist größtenteils auf Irenes Seite, doch ich muss sagen, dass man sich manchmal auch fragt, warum sie Horst diese vielen Jahre hat gewähren lassen.
Der Schreibstil ist absolut angenehm, das habe ich sehr genossen. Auch hat mich dieses Buch einiges gelehrt. Irene ist eben mittlerweile eine seniorige Frau, die viel Lebenserfahrung gesammelt hat.

Ich gebe dem Buch deshalb vier Sterne, weil es in sich absolut stimmig, aber kein Highlight ist. Dennoch bin ich sehr froh, dass ich dieses Werk gelesen habe. Zudem ist das Cover sehr schön und das Hardcover fasst sich toll an! Ich spreche eine absolute Leseempfehlung aus.

Veröffentlicht am 02.04.2018

Beim Lesen geht mir das Messer in der Hosentasche auf ...

Killer City
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"Killer City" von Wolfgang Hohlbein (Verlag Bastei Lübbe)

Inhalt
Chicago, 1893: Die kürzlich eröffnete Weltausstellung lockt Millionen Besucher nach Chicago. Alle wollen sich an den neuesten technischen ...

"Killer City" von Wolfgang Hohlbein (Verlag Bastei Lübbe)



Inhalt
Chicago, 1893: Die kürzlich eröffnete Weltausstellung lockt Millionen Besucher nach Chicago. Alle wollen sich an den neuesten technischen Wundern ergötzen. Doch unter die nichts ahnenden Besucher hat sich ein Raubtier gemischt.

Thornhill hat schon viele Menschen getötet. Immer auf der Suche nach seiner nächsten Beute, zieht er durch Amerika. In Chicago hofft er, in der Masse der Touristen unterzutauchen. Bald entflammt sein Hunger nach dem berauschenden Gefühl des Tötens, der tief am Grunde seiner Seele lauert, jedoch erneut. Und wenn die Dunkelheit ruft, muss Thornhill dem Ruf folgen -

Cover
Das Cover ist gut gewählt, es lässt viel Raum für Spekulationen und gibt kaum etwas über den Inhalt preis. Die Schriftart ist sehr ansprechend. Kurz gesagt, das Cover spricht mich absolut an.

Meine Meinung
In meiner Jugend habe ich fast ausschließlich Hohlbein gelesen, er war für mich DER Autor. Ich habe mich sehr über die Leserunde gefreut und gehofft, dass WH zu seiner alten Form zurückgefunden hat ...

Über das Buch kann man leider nicht viel erzählen, da sich vieles wiederholt, auch von alten Hohlbein-Werken.

Thornhill tötet, um die Lebensjahre seiner Opfer in sich aufzunehmen. Er scheint ein kaltblütiger Killer zu sein, hat aber Angst im Dunkeln..
Seine düstere Vergangenheit, als er noch der Junge Boy war, lässt einen sehr mitfühlen. In diesem Alter in einer Schlacht mitkämpfen und alle seine Kameraden sterben sehen zu müssen, kann man sich nur schwer vorstellen.
Diese Vergangenheit verfolgt ihn, besonders die Geschehnisse rund um die beiden Frauen, die ihn gerettet haben, als er ziellos und nahezu verdurstet durch die Gegend irrte. Er schwört Rache und bekommt sie auch.

Ein treuer Begleiter, wie in fast jedem Hohlbein-Roman, ist viel Blut und die detallierten Beschreibungen, wie dieses fließt. Der für WH charakteristische Satzbau lässt einen schnell in die Story finden, auch wenn man manche Sätze 3-mal lesen muss. Die historischen Hintergründe haben der Geschichte jedoch etwas griffiges gegeben, was mir gut gefallen hat.

Alles in allem konnte mich dieses Buch leider nicht begeistern. Gewiss hat WH schon so viele Geschichten in seinem Leben geschrieben, dass es sicherlich schwer fällt, etwas komplett neues zu entwickeln.
Ich danke der Lesejury, dass ich an der Leserunde teilnehmen durfte.

Veröffentlicht am 28.02.2018

Als das Kätzchen den Wolf fand ...

Close to you
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"Close to you" von Isabell May (Verlag ONE)

Klappentext

Auf den ersten Blick scheint Violet ein unbeschwertes Mädchen zu sein. Vor Kurzem hat sie ihre Heimatstadt verlassen, um in Maine zu studieren. ...

"Close to you" von Isabell May (Verlag ONE)



Klappentext

Auf den ersten Blick scheint Violet ein unbeschwertes Mädchen zu sein. Vor Kurzem hat sie ihre Heimatstadt verlassen, um in Maine zu studieren. Sie findet schnell Anschluss am College, und vor allem Aiden geht ihr bald nicht mehr aus dem Kopf. Der Junge mit Bad-Boy-Image hat etwas an sich, dass sie auf unsichtbare Weise anzieht. Doch er zeigt ihr die kalte Schulter, ist kühl und distanziert. Als sie dann aber durch eine Verkettung blöder Umstände in seiner Wohnung einzieht, kann sie sich gegen ihre Gefühle nicht mehr wehren, und die beiden kommen sich näher. Und dabei findet Violet nicht nur mehr über Aiden und sein Geheimnis heraus. Auch sie selbst wird von ihrer Vergangenheit eingeholt -

Cover

Das Cover wirkt auf meine Auge leider etwas unruhig, obwohl das Pärchen, das darauf zu sehen ist, den Buchtitel sehr gut wiedergibt. Die Schriftart des Titel finde ich absolut toll!

Meine Meinung

Violet zieht es zum studieren weit weg von ihrer Heimat nach Maine. Man merkt beim Anfang der Geschichte sofort, dass es sich mehr um eine Flucht handelt. Sie trägt ein Geheimnis mit sich herum, das ihr soziale Interaktion sehr schwer macht. Zudem hat sie ihren besten Freund Jackson zuhause zurückgelassen, der ihr immer eine große Stütze war, auch in schweren Zeiten.
Durch Zufall "stößt" sie in der Uni auf Chloe und findet in ihr sehr schnell eine gute Freundin. Die furchtlose junge Frau ermutigt sie auch dazu, zu versuchen, ihre Furcht zu überwinden.

Das Setting der Geschichte stimmt, ich konnte mir die Stadt sehr gut vorstellen. Alle Charaktere sind liebevoll und detailreich gestaltet und beschrieben. Einige Szenen wirkten auf mich etwas unlogisch, was mich allerdings nicht weiter gestört hat. Ich habe mich auf keiner einzigen Seite gelangweilt oder nicht unterhalten gefühlt. Ich hatte das Buch wahnsinnig schnell durch, weil ich es einfach nicht mehr weglegen konnte.
Allein um Aiden kennenzulernen sollte man dieses Buch lesen, ich habe mich jedes Mal gefreut, wenn er in der Szene vorkam!

Ich habe in jedem Fall mein Herz an diese Geschichte verloren, vor allem an Aiden (merkt man das ^^).

Klare Empfehlung für alle, die gerne eine tolle, romantische Liebesgeschichte lesen wollen!

Veröffentlicht am 10.01.2018

Durch die Silberne Tür auf die Spielbretter der Welt

Das Spielhaus
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"Das Spielhaus" von Claire North (Verlag Bastei Lübbe)

Klappentext

Das Haus sieht aus wie jedes andere, doch lass dich nicht täuschen! Hier kannst du mehr gewinnen als Gold oder Juwelen — im legendären ...

"Das Spielhaus" von Claire North (Verlag Bastei Lübbe)

Klappentext

Das Haus sieht aus wie jedes andere, doch lass dich nicht täuschen! Hier kannst du mehr gewinnen als Gold oder Juwelen — im legendären Spielhaus. Und wenn du raffiniert genug bist, darfst du gegen die Besten der Besten antreten: die Spieler der Oberen Gemächer. Der Gewinn kann alles sein, was du dir je gewünscht hast: Macht über ganze Königreiche, ewige Jugend, immerwährendes Glück, Lebensjahre, um die Jahrhunderte zu überdauern. Doch je höher der Einsatz, desto tödlicher sind die Regeln.

Cover

Das Cover verspricht eine geheimnisvolle Geschichte und bringt einen in die richtige Stimmung, bevor man überhaupt eine Seite gelesen hat. Man möchte, dass sich die Tür weiter öffnet.

Meine Meinung

Ich bin vollkommen unvoreingenommen an das Buch herangegangen, da ich noch nichts anderes von der Autorin gelesen hatte.

Gleich die 1. Novelle startet absolut kryptisch und überfordert im ersten Moment, dieses Gefühl legt sich aber nach den ersten Seiten.

Die Geschichte fesselt einen sofort, man fliegt nur so durch die Kapitel. Ich möchte hier nicht zu viel verraten, nur so viel, dass alles miteinander verwoben ist und zwar von vorne bis hinten. Bei so einem abwechslungsreichen Inhalt in einem Buch ist das - wie ich finde - eine Kunst. Jede Novelle hat ihren eigenen Charakter. Ich habe noch nie ein Buch gelesen, das solch eine Struktur aufweist. Ich bin immer noch fasziniert.

Bei "Das Spielhaus" liest man quasi drei verschiedene Geschichten, die jedoch zusammen gehören. Wie, erkennt man jedoch erst nach und nach. Diese Überraschungsmomente erwischen einen wirklich immer unverhofft.

Ich kann dieses Buch uneingeschränkt empfehlen. Lest, Leute, lest!