Profilbild von Mjoelni

Mjoelni

Lesejury-Mitglied
offline

Mjoelni ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Mjoelni über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.10.2019

Klassisches High Fantasy - episch, ohne zu langweilen

Wolfsthron
0

In Leo Carew's "Wolfsthron" geht es um den jungen Lord Roper aus dem Volk der Anakim, der in der ersten Schlacht, bei der er zugegen ist, mit ansehen muss, wie sein Vater von einem Pfeilhagel niedergestreckt ...

In Leo Carew's "Wolfsthron" geht es um den jungen Lord Roper aus dem Volk der Anakim, der in der ersten Schlacht, bei der er zugegen ist, mit ansehen muss, wie sein Vater von einem Pfeilhagel niedergestreckt wird. Nun ist er der Herrscher des Schwarzen Königreichs, das im Krieg mit Süddal liegt, dem verhassten Feind vom anderen Ufer des Flusses Abus, der beide Länder mehr schlecht als recht voneinander trennt.

Roper muss herausfinden, wem er trauen darf - und wem nicht. Uvoren, ein mächtiger Krieger und Hauptmann der Heiligen Wache strebt nach dem Thron, für den er, Roper, nie manns genug sein wird.

Das Heer aus Süddal zieht derweil mordend und marodierend durch das Schwarze Königreich und Roper sieht sich zwei Fronten gegenüber - in seinem eigenen Heim und draußen in der Wildnis, die seine Heimat ist und bedroht wird von dem Heerführer Bellamus, einem Emporkömmling und der Mörder seines Vaters.

Zugegeben, ich habe zu anfangs lange gebraucht, um in das Buch hineinzufinden. Im Nachhinein frage ich mich, warum. Was dem Anfang an fesselnden Phrasen und "Page Turnern" fehlt, macht der Rest des Buches ab ca. Seite 100 wieder wett.

Roper entwickelt sich sichtbar. Das habe ich seit langem nicht mehr erlebt bei einem Protagonisten. Alle Charaktere haben Tiefe und wachsen einem ans Herz. Der Autor hat die Welt Erebos zum Greifen nah formuliert, die Kultur der Anakim wunderbar durchdacht und ausgeschmückt mit Ritualen, Sprache und Anekdoten.

Ich gebe dem Buch 4 Sterne, da ich wirklich Zeit gebraucht habe, bis ich reinkam. Es handelt sich um großartiges High Fantasy und den Einstieg in eine Reihe, die viel vorhat. Leseempfehlung für alle Phantasten!

Veröffentlicht am 02.09.2019

Eine absolut außergewöhnliche Geschichte

Ich habe dir immer über alles die Wahrheit gesagt
0

Eine Info vorweg: Die Geschichte ist keine leichte Kost und springt mit der Protagonistin hart um.

Die Protagonistin, nennen wir Lilja, Silvia, Viv oder Mary, beginnt ein Studium an einer Medienakademie. ...

Eine Info vorweg: Die Geschichte ist keine leichte Kost und springt mit der Protagonistin hart um.

Die Protagonistin, nennen wir Lilja, Silvia, Viv oder Mary, beginnt ein Studium an einer Medienakademie. Sie ist eine graue Maus, die nicht wirklich Anschluss sucht. Sie ist still und eine Poetin - zumindest versucht sie eine zu werden.

Auf einer Wohnheimparty begegnet sie ihm. Sie hatten sich bei der Ankunft in dem Ort, wo die Akademie ist, bereits am Bahnhof und im Bus gesehen, doch bald darauf wieder vergessen. Da steht er nun und sie möchte, dass er sie küsst. Und noch mehr. Und bald wird es mehr, doch Lilja begreift zu spät, wem sie sich da hingegeben hat ...

Das Buch ist wahnsinnig mitreißend. Ich habe es innerhalb eines Wochenendes durchgelesen, weil es meiner Meinung nach der Schreibstil nicht zulässt, dass man längere Pausen beim Lesen macht. Die Rhetorik ist herausragend, nicht zu abgehoben, aber bin in den letzten Winkel einfallsreich. Manchmal war es hart, das Schicksal der Protagonistin zu lesen. Ich hab mit ihr gelitten, gleichzeitig aber nicht verstanden, warum sie nicht einfach geht und ihn zurücklässt.

Ganz ehrlich: Ohne Ilse hätte das Buch nur 3 Sterne bekommen. Ilse rettet alles! Ich liebe sie und bin dankbar, dass ich sie kennenlernen durfte. Sie ist eine so tolle Freundin für Lilja, Silvia, usw.

So unangenehm die Thematik manchmal ist, ist es doch nur eine fiktive Geschichte (hoffe ich) und absolut lesenswert. Ich bin froh, dass mich der Titel und das Cover so neugierig gemacht hat. Volle 5 Sterne - lest dieses Buch!

Veröffentlicht am 02.09.2019

Vom Leben und Kämpfen in der Ewigen Stadt

Bestias
0

"Bestias" ist der erste von drei Teilen der Bestien Chroniken von Greg Walters.

Die Geschichte beginnt mit einer rasanten Verfolgungsjagd durch die Gassen Kols, in dessen Mittelpunkt der Straßenjunge ...

"Bestias" ist der erste von drei Teilen der Bestien Chroniken von Greg Walters.

Die Geschichte beginnt mit einer rasanten Verfolgungsjagd durch die Gassen Kols, in dessen Mittelpunkt der Straßenjunge Tarl steht. Er flüchtet sich in einen umzäunten Hof und sieht sich drei furchteinflößenden Wachhunden gegenüber, die sich über eine Zwischenmahlzeit freuen ...

Ceres, die junge Magi in Ausbildung macht ihrem Frust mit Magie Luft. Doch was ist der Preis dafür, sich zur Wehr zu setzen, auch wenn es berechtigt ist?

Balger, ein Barbarensohn, versucht seiner Gefangennahme und Verschleppung nach Kol zu entgehen und rennt mit seinem Vater durch das weitläufige Land. Doch dieses wird, sobald es dunkel wird, von den Bestien heimgesucht, die die Menschen nahezu restlos ausgerottet haben ... Aber: Dum spiro spero!

Der Autor hat diese drei grundverschiedenen Charaktere in einen Schmelztiegel gepackt – Kol, die letzte Stadt der Menschheit. Obwohl die ersten Szenen actionlastig sind, startet nach meinem Gefühl das Buch eher langsam. Ich habe etwas Zeit gebraucht, um mich an die Protagonisten zu gewöhnen. Doch als ich dann drin war in der Story, hat sie mich sehr mitgerissen. Greg Walters greift jeden Aspekt einer solchen Insel auf, lässt seine Figuren sich damit beschäftigen und schafft es sogar, dass wir mit den Monstern mitfühlen (ich habe das zumindest ?). Das Setting, das sich an das Alte Rom anlehnt, ist mal was anderes. Sonst lese ich immer nur Fantasybücher, die in einer vollkommen fiktiven Welt spielen, ohne Referenz zur Vergangenheit oder Gegenwart unserer Welt.

Ich habe das Buch sehr genossen und ich freue mich auf den 2. Teil, den ich bestimmt auch bald lesen werde. Ich möchte mich beim Autor nochmals für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanken, welches diese Rezension in keinster Weise beeinflusst hat. Eher im Gegenteil – hätte Greg mir sein Buch nicht in die Hand gedrückt, hätte ich es wahrscheinlich nicht gelesen. Fazit: Volle fünf Sterne und eine absolute Leseempfehlung!!! (Die drei Ausrufezeichen sind nicht übertrieben.)

Veröffentlicht am 06.08.2019

2. Teil leider schwächer als der Auftakt der Reihe

The Offer
0

"The Offer" ist der 2. Teil der Being-with-you-Reihe von Karina Halle. Das erste Buch "The Pact" hatte mir wirklich sehr gut gefallen und obwohl Bram McGregor, Lindens großer Bruder, mir im 1. Teil nicht ...

"The Offer" ist der 2. Teil der Being-with-you-Reihe von Karina Halle. Das erste Buch "The Pact" hatte mir wirklich sehr gut gefallen und obwohl Bram McGregor, Lindens großer Bruder, mir im 1. Teil nicht so zugesagt hat, wollte ich dem Buch, in dem er Protagonist ist, eine Chance geben.

Seine und Nicolas Geschichte beginnt auf der Hochzeit von Steph und Linden. Bram ist fasziniert von Nicolas Körper und ihre kühle Art fordert ihn heraus, anstatt abweisend auf ihn zu wirken. Den Bram ist ein Playboy und daraus macht er kein Geheimnis ...

Bald begegnen sie sich wieder, doch der Abend endet mit einem Schock. Nicolas Tochter bekommt einen Zuckerschock und muss ins Krankenhaus. Nicola, die alleinerziehende Mutter ist und jeden Monat jeden Dollar zwei Mal umdreht, steht ohne Krankenversicherung vor dem Ende ihrer finanziellen Existenz. Da überrascht Bram sie mit einem Angebot, das sie nicht ablehnen kann - er lässt sie kostenlos in seinem Haus wohnen. Doch was will er als Gegenleistung dafür?

Bram hat sich meiner Ansicht nach im Laufe des Buches sehr gemacht, doch habe ich die knisternde Stimmung aus dem 1. Teil vermisst, die zwischen Steph und Linden einfach phänomenal war. Nicola empfinde ich als etwas zu passiv. Sie lässt sich gerne erobern, was an sich auch in Ordnung ist, doch nimmt das der Geschichte den Drive. Trotzdem mochte ich die Geschichte. Ob ich den 3. Teil lesen werde, weiß ich noch nicht. Zumindest nicht sofort. Eine Leseempfehlung spreche ich dennoch aus, denn schlecht ist das Buch auf keinen Fall.

Veröffentlicht am 01.07.2019

Treffen sich ein Buchling und ein Bücherdrache im Ormsumpf ...

Der Bücherdrache
0

Mir hat das Hörbuch ausnehmend gut gefallen! Dies liegt vor allem an der lebhaften Erzählweise des Synchronsprechers Andreas Fröhlich, den ich auch schon live erleben durfte.

"Der Bücherdrache" ist mein ...

Mir hat das Hörbuch ausnehmend gut gefallen! Dies liegt vor allem an der lebhaften Erzählweise des Synchronsprechers Andreas Fröhlich, den ich auch schon live erleben durfte.

"Der Bücherdrache" ist mein erstes Buch von Walter Moers, und damit auch aus dem Zamonien-Universum, gewesen. Zu Beginn hat mich dessen Schreibweise etwas verwirrt, da er sich sehr eloquent ausdrückt, jedoch lockert er es an den richtigen Stellen mit amüsanten Formulierungen auf. Man kommt sich als Leser bzw. Hörer daher nicht durchweg überfordert ob der hoch angesiedelten Sprache vor.

In der Geschichte begleiten wir den Buchling Hildegunst Zwei, der in einer Geschichtslehrstunde von dem Ormdrachen Nathaviel erfährt. Nach der Stunde prahlen sechs Klassenkameraden, die als Gruppe schlicht "Die Klassiker" genannt werden, damit, dass sie nicht nur von dem Drachen wissen, sondern ihn sogar schon einmal gesehen haben. Dort draußen, im Ormsumpf! Der Lehrer hatte ihnen aufgegeben, sich eine Frage für Nathaviel auszudenken, der aufgrund seines über Jahrtausende hinweg entstandenen Buchpanzers und des damit aufgesaugten Wissens zum Ohrakel aufgestiegen ist. Die Klassiker finden Hildegunst Zwei's Frage so gut, dass sie ihm die Aufnahme in ihren Geheimbund "Die Ormlinge" versprechen, wenn er eine Aufgabe erfüllt. Er soll zum Drachen gehen, ihm seine Frage stellen ("Die ist gut, wirklich guuut!") und ihm auch noch ein Buch aus dem Panzer entfernen als Beweis, dass er wirklich dort war.
Hildegunst Zwei wagt den Weg hinaus aus der Ledernen Grotte, hinein in den Ormsumpf. Ob das so klug war? ...

Ich gebe der Geschichte volle fünf Sterne, weil ich mich von vorne bis hinten unterhalten gefühlt habe und die Lesung durch Andreas Fröhlich einfach gigantisch ist!