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Veröffentlicht am 21.03.2021

Zombies = Romantikkiller? Nope!

Killing Zombies and Kissing You
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In "Killing Zombies and Kissing You" von Magret Kindermann begleiten wir die Protagonistin Bea durch eine post-apokalyptische Kleinstadt voller Zombies.

Da ist sie, die Zombieapokalypse. Bisher nur in ...

In "Killing Zombies and Kissing You" von Magret Kindermann begleiten wir die Protagonistin Bea durch eine post-apokalyptische Kleinstadt voller Zombies.

Da ist sie, die Zombieapokalypse. Bisher nur in Büchern, Filmen und Serien ein Thema, stolpern nun alte Freunde und Bekannte verwesend und fleischhungrig durch Beas Heimatstadt. Als letzte Überlebende wandert sie tagtäglich durch die vollgemüllten Straßen auf der Suche nach Essen und Waffen in den leerstehenden Häusern. Als sie eines Tages zu ihrem Unterschlupf zurückkehrt, klebt eine Nachricht für sie an der Tür. Sie ist also doch nicht allein! Bea beschließt umzuziehen. Wer weiß, wie die anderen Überlebenden drauf sind! Zum Treffen, zu dem sie auf dem Zettel eingeladen wird, geht sie auf keinen Fall ...

Obwohl ich echt ein Schisser bin, was Zombies angeht, konnte ich das Buch sehr gut lesen. Die Zombies hier sind zwar eine ständige Bedrohung und eine Gefahr für Leib und Leben, aber sie spielen dennoch keine so präsente Rolle. Der Fokus liegt auf Bea und wie sie als 18-jähriges Mädchen mit der Situation umgeht, ohne Eltern und ganz allein.
Ich mochte Bea sehr, sie ist glaubhaft dargestellt, handelt nachvollziehbar und ist angesichts des gefährlichen Umfelds erstaunlich cool unterwegs (ich bin neidisch!).
Die Autorin versteht es, fesselnd zu schreiben. Alles in diesem Buch ist am richtigen Platz. Sie lässt ihre Leser:innen genau das fühlen, was Bea fühlt. Ich war verunsichert, als Bea verunsichert war. Ich war wütend, als Bea es war. Einfach alles ist on point (ich weiß, ich wiederhole mich, aber es ist schlicht und ergreifend so).

Ich habe an diesem Buch nichts vermisst. Zudem ist es wunderschön gestaltet. Die Schlichtheit passt zum Text, denn die Welt nach der Zombie-Apokalypse ist nichts laut und bunt, sie ist still und schnörkellos. Wer gutes Zombie-Coming-of-Age lesen will, ist hier genau richtig. Ganz klare Leseempfehlung für dieses grandiose Buch!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.01.2021

Die Nacht zum Tag machen

Up All Night
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In "Up All Night" von April Dawson dreht sich alles um einen Zufall, der das Leben zweier Personen wendet, wenn auch mit vielen Umdrehungen, bis sie mal die Ausfahrt finden.

Taylor Jensen hat ihre Traumstelle ...

In "Up All Night" von April Dawson dreht sich alles um einen Zufall, der das Leben zweier Personen wendet, wenn auch mit vielen Umdrehungen, bis sie mal die Ausfahrt finden.

Taylor Jensen hat ihre Traumstelle in New York bei einer Modezeitschrift und lebt mit ihrem Freund zusammen, der gerade als Rockstar durchstartet. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit ihr: An einem Tag verliert sie Job, Freund und Wohnung. Ach, und das Auto wird ihr auch noch geklaut!
Vollkommen am Boden zerstört läuft sie durch New York, als jemand ihren Namen ruft - Daniel Grant, ihr Freund aus Kindertagen. Prompt bietet er ihr ein Zimmer in seiner WG an, doch Taylor will mit Männern nichts mehr zu tun haben. Doch was, wenn Daniel keine Gefahr für ihr Herz darstellt?

Ich mochte das Buch sehr. Ich konnte es zunächst nicht weglegen, es war ein Fest, es zu lesen. Auf den letzten 100 Seiten wird es allerdings seltsam. Taylors Reaktionen sind teilweise - auch mit zwei zugedrückten Augen - nicht nachvollziehbar. Auch ist ihr Lebensinhalt nach dem Rauswurf bei dem Magazin so marginal, da hätte ruhig mehr passieren können. Geld auf der hohen Kante und Herzschmerz hin oder her, ich fand es einfach extrem unrealistisch, nur daheim rumzuhängen. Tae ist okay, aber mehr auch nicht.
Daniel hingegen liebe ich. Was für ein Mann! Auf allen Ebenen ist er viel zu gut für diese Welt. Ich hätte mir mehr Kapitel aus seiner Sicht gewünscht.
Was mich an dem Buch stört, sind die unnötigen und negativen Erwähnungen von Körpergewicht. Eigentlich positiv von der Autorin gewollt, stoßen mir Formulierungen wie "Sie trägt Größe 44, sieht aber trotzdem fabelhaft aus" sauer auf. "und sieht fabelhaft aus" wäre besser gewesen.

Für Leser:innen, die Wert auf Lektorat und einen guten Buchsatz legen: Versucht, darüber hinweg zu sehen. Absätze sind falsch gesetzt, es fehlen Satzzeichen und in einem Kapitel wechselt die Perspektive plötzlich von Taylor zu Daniel und nach einer Seite wieder zurück. Wie man das übersehen kann, ist mir schleierhaft.

Also: Schöne Story, die beim Lesen Spaß gemacht hat, aber die aufgezeigten Punkte haben mich leider nur 3 Sterne vergeben lassen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.01.2021

Nicht mal in den Flitterwochen haben sie Ruhe vor Ermittlungen

Aset
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"Aset" ist der 2. Band von Roxane Bickers Trilogie "Die Herren des Schakals" und führt uns dieses Mal weg von München nach Ägypten.

Rosa und Paul haben geheiratet. Dieses freudige Ereignis nimmt Rosa ...

"Aset" ist der 2. Band von Roxane Bickers Trilogie "Die Herren des Schakals" und führt uns dieses Mal weg von München nach Ägypten.

Rosa und Paul haben geheiratet. Dieses freudige Ereignis nimmt Rosa zum Anlass, gemeinsam mit ihrem frisch Angetrauten, Daisy und Maresh sowie Carl und Franz nach Ägypten zu reisen, um ihren Vater und Paul bekannt zu machen. Doch kurz nach ihrer Ankunft erfährt Rosa, dass ihr Vater verschwunden ist und obendrein aus seiner Grabungsstätte Stücke entwendet wurden. Wurde Rosas Vater Opfer von Entführern oder hat er sich gar mit den Schätzen abgesetzt? Rosa und Daisy beginnen zu ermitteln ...

Auch in der Fortsetzung von "Inepu" weiß die Autorin eine fesselnde Geschichte mit bemerkenswerten Schauplätzen zu verbinden. In "Aset" nimmt sie uns mit nach Kairo und Assuan, lässt uns mit großen Schiffen und kleinen Nussschalen über den Nil treiben, die lebhaften Märkte der Städte erleben und im luxuriösen "Old Cataract Hotel" absteigen. Ganz besonders beachtenswert ist das umfassende und fundierte Wissen, das die Autorin aufgrund ihrer Tätigkeit als Ägyptologin - wie auch beim 1. Teil - in das Buch einfließen lässt. Die Ausgrabungsstätten sind dank der detaillierten Beschreibungen fast greifbar, doch ich bin froh, dass Bücher die olfaktorische Ebene noch nicht wiedergeben können, so plastisch wie die Autorin den Geruch in den freigelegten Gräbern beschreibt ;)
Selten sind mir Buchcharaktere so ans Herz gewachsen, aber besonders Carl und Franz mag ich sehr. Darüber hinaus sind alle Protagonist:innen absolut real in ihrem Auftreten und im Umgang mit den Dingen, sie sie umtreibt. Zwischenmenschliche Konflikte wirken ebenso nachvollziehbar wie die Gefühle der Charaktere füreinander.
Aufgrund der kurzen Kapitel fliegt man nahezu durch das Buch, was so leider viel zu schnell ausgelesen ist. Zum Glück steht uns der 3. Teil noch bevor, der hoffentlich nicht allzu lang auf sich warten lässt.
Klare Leseempfehlung für alle, die gerne Kriminalgeschichten lesen und auch mythischen Komponenten gegenüber offen sind. Wer obendrein Ägypten bequem vom Lesesessel aus bereisen will, sollte auf jeden auf seine Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 23.01.2021

Kleine, gemeine Geschichte, die mehr bietet als nur Ingwer und Intrigen

Tante Hetty
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"Tante Hetty - Ingwer und Intrigen" - eine Novelle über eine Frau, die sich mit den Falschen anlegt, hält die Leser:innen von der ersten bis zur letzten Seite in Atem.

Der Held der Geschichte ist Rupert, ...

"Tante Hetty - Ingwer und Intrigen" - eine Novelle über eine Frau, die sich mit den Falschen anlegt, hält die Leser:innen von der ersten bis zur letzten Seite in Atem.

Der Held der Geschichte ist Rupert, mit gerade mal 10 Jahren verwaist und den Launen von Tante Hetty ausgesetzt ist - bis sie ihn aussetzt, auf der Straße! Zum Glück wird Rupert von einer Geisterfrau gefunden, die ihn bei sich zuhause aufnimmt, wie sie es schon mit einigen Kindern gemacht hat. Rupert lebt sich dort bald ein, kann aber die Gräueltaten von Tante Hetty nicht vergessen. Doch gibt es nicht das Sprichwort "Man trifft sich immer zweimal im Leben"?

Das kleine Büchlein ist superschön gestaltet und verbreitet allein mit seinem Aussehen Steampunkstimmung. Während des Lesens war es ein kleines Auf und Ab, ob mir die Story gefällt oder nicht. Doch am Ende war ich absolut überzeugt! Sprachlich betrachtet ist es für meinen Geschmack etwas zu wenig Unterhaltung und zu viel Beschreibung, aber das kann auch nur mir so gehen.
Die Idee der Geschichte ist hundsgemein und deswegen so mitreißend. Rupert macht es einem leicht, mit ihm zu fühlen, denn er ist absolut liebenswert, so wie alle Kinder der bunten Truppe, die bei der "Geisterfrau" leben.
Ganz klare Leseempfehlung für dieses sprichwörtliche Kleinod des Steampunks.

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Veröffentlicht am 17.01.2021

Für mich leider das schwächste Buch der Autorin

Mord in Sunset Hall
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"Mord in Sunset Hall" ist das mittlerweile siebte Buch aus der Feder von Leonie Swann. Seit ich "Glennkill" von ihr gelesen habe, bin ich ein großer Fan ihrer Bücher und habe, bis auf eines, alles gelesen. ...

"Mord in Sunset Hall" ist das mittlerweile siebte Buch aus der Feder von Leonie Swann. Seit ich "Glennkill" von ihr gelesen habe, bin ich ein großer Fan ihrer Bücher und habe, bis auf eines, alles gelesen. Ich habe mich sehr über die Veröffentlichung dieses Buches gefreut, welches mich inhaltlich aber leider so gar nicht überzeugen konnte.

Die Geschichte handelt von der Rentnerin Agnes Sharp, die mit ein handvoll weiteren Rentner:innen ihren Lebensabend auf Sunset Hall verbringt, einem schönen Landhaus in einem kleinen Dorf.
Eines Morgens finden sie ihre Mitbewohnerin tot im Blumenbeet und auf dem Nachbargrundstück liegt ebenfalls eine Leiche auf der Veranda. War das ein Serienkiller? Agnes überlegt nicht lange und fängt an zu ermitteln, gleich ob die Dritten sitzen oder die Hüfte schmerzt.

Ich vermute, ich bin einfach noch zu jung für dieses Buch. Die durchaus nachvollziehbaren Probleme, die die Protagonistin tagtäglich quälen, nehmen einen nicht unbedeutenden Anteil am Text ein, was mir das Lesen zunehmend schwerer gemacht hat. Die schrulligen Charaktere aller Mitbewohner sind greifbar beschrieben, dies wurde mir aber auch irgendwann zu viel. Ich finde es total schade, dass mir dieses Buch nicht gefällt, enthält es doch Passagen, die absolut genial sind. Doch der Gesamteindruck lässt mich dem Buch 3 Sterne geben. Nichtdestotrotz ist Leonie Swann eine ausgezeichnete Autorin! Wer "Gray" von ihr noch nicht gelesen hat, sollte dies umgehend tun!

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