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Veröffentlicht am 16.05.2021

alle Erwartungen erfüllt

Forever in Love - Das Beste bist du
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Dallas Cole freut sich darauf, endlich am College ihr Leben neu starten zu können. Sie möchte endlich nicht mehr die Tochter von „Coach Cole“ sein, sondern einfach nur Dallas. Weit weg hat ihr Vater sie ...

Dallas Cole freut sich darauf, endlich am College ihr Leben neu starten zu können. Sie möchte endlich nicht mehr die Tochter von „Coach Cole“ sein, sondern einfach nur Dallas. Weit weg hat ihr Vater sie nicht gelassen, die Rusk ist keine Schule, dir für ihr Tanzprogramm berühmt ist, aber es ist besser als nichts. Doch dann findet sie heraus, dass auch ihr Vater das College gewechselt hat und nun das Football-Team der Rusk betreuen wird. Auf einmal ist es so viel schwerer, die neue Freiheit zu lieben. Der einzige Lichtblick ist Carson, der charmante, aber unbekannte Typ, der Dallas auf ihrer ersten College-Party den Kopf verdreht. Doch es gibt etwas, das Dallas nicht über Carson weiß und dieses Geheimnis überschattet die Beziehung zwischen den beiden.
Carsons Traum ist es professioneller Footballspieler zu werden. Er sieht es als seine einzige Chance, etwas im Leben zu erreichen, denn Football spielen ist sein größtes Talent. Allerdings ist der Weg zum Profi hart. Carson war auf keiner renommierten Highschool und hat es über einige Umwege ins Football-Team der Rusk geschafft. Aber er hat nur wenig Zeit die Trainer von sich zu überzeugen und ein Stipendium zu gewinnen. Denn mehr als ein paar Semester an der Rusk kann sich Carsons Familie nicht leisten. Daher arbeitet er Tag und Nacht für seinen Traum. Zwischen Uni, Training und Hausaufgaben hat er keine Zeit für Partys oder Mädchen. Und trotzdem geht ihm die rothaarige Schönheit, die ihm auf einer Party buchstäblich in die Arme gefallen ist, nicht mehr aus dem Kopf. Da er für eine Beziehung keine Zeit hat, lässt er sich auf eine Freundschaft mit Dallas sein. Doch es fällt beiden zunehmend schwer, ihre Beziehung „rein freundschaftlich“ zu halten. Und dann muss Carson Dallas auch noch vor der Wette beschützen, die das Footballteam eingegangen ist.
Die Handlung des Buches entwickelt sich flüssig und bietet einigen Stoff für Konflikte und Spannung. Ich muss als einzigen negativen Punkt meiner Bewertung anführen, dass mich das Klimax des Dramas rund um die Wette des Footballteams etwas enttäuscht hat. Die Art und Weise, wie Dallas von der Wette erfährt und wie sie dann darauf reagiert, ist für mich nicht ganz logisch. Man hätte hier meiner Meinung nach für mehr Herzschmerz sorgen können. Aber das ist ein kleiner Punkt, der gegenüber der restlichen wunderschönen Geschichte zu vernachlässigen ist.
Dallas und Carson sind zwei liebenswerte Charaktere. Beide sind eher introvertiert und sehr auf sich und ihre persönlichen Ziele fokussiert. Gerade deshalb passen sie sehr gut zusammen. Sie geben wenig auf oberflächliche Bekanntschaften und Small Talk und wissen daher eine ernsthaft Freundschaft umso mehr zu schätzen. Diese Charaktereigenschaften werden im Buch sehr gut herausgearbeitet und deshalb kommt einem die Handlung an keinem Punkt konstruiert oder unlogisch vor. Man erfährt über Dallas familiären Hintergrund und ihre Vergangenheit etwas mehr, aber Carson ist trotzdem kein flacher Charakter. Ich finde es besonders schön, dass alle Beide in eigenen Kapiteln zu Wort kommen und die Geschichte aus beiden Perspektiven erzählt wird.
Cora Carmack (bzw. die ÜbersetzerIN) hat einen tollen, flüssigen und lebendigen Erzählstil. Ich war komplett von der Geschichte gefangen und hätte sie in einem Rutsch zu Ende lesen können, würde ich nicht ab und zu ein paar Stunden Schlaf benötigen. Man kann sich super in die beiden Protagonisten hineinversetzen und fühlt richtig mit. Auch die romantischeren bzw. „heißeren“ Szenen sind meiner Meinung nach sehr geschmackvoll geschrieben und treffen genau den richtigen Ton.
Ich bin ganz ehrlich, ich liebe die „Forever in Love“-Reihe von Cora Carmack. Bis jetzt hat es jeder ihrer Footballspieler geschafft, sich einen Platz in meinem Herzen zu erobern. #bookboyfriend
Ich habe die Bücher der Reihe nicht in der richtigen Reihenfolge gelesen und das ist problemlos möglich. Dieser Band war der dritte, den ich gelesen habe und er steht den beiden anderen in nichts nach. Eine ganz klare Empfehlung meinerseits!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.05.2021

Leider nicht so gut wie Teil 1

Lotus House - Sanfte Hingabe
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Handlung
Amber St. James ist 22 Jahre alt und arbeitet ehrgeizig daran, Kinderärztin zu werden. Sie lebt bei ihren Großeltern, von denen sie auch groß gezogen wurde und hat abseits der Uni wenig Zeit für ...

Handlung
Amber St. James ist 22 Jahre alt und arbeitet ehrgeizig daran, Kinderärztin zu werden. Sie lebt bei ihren Großeltern, von denen sie auch groß gezogen wurde und hat abseits der Uni wenig Zeit für Hobbys oder gar Dates. Dazu kommt, dass sie als strenge Katholikin sowieso nichts von Sex vor der Ehe hält. Da sie im Rahmen des Studiums allerdings notgedrungen etwas über Sexualität lernen muss, entschließt sie sich, den Stier bei den Hörnern zu packen und als Assistentin in Dash Alexanders Tantrakurs zu helfen. Der Tantralehrer ist nicht nur ein Experte auf dem Gebiet, sondern auch noch verdammt gutaussehend. Dash erkennt, dass Amber in Sachen Sex noch ein wenig scheu ist und möchte ihr helfen. Und das hat auch etwas mit dem Knistern zu tun, dass seit ihrem ersten Treffen für ihn deutlich zu spüren ist.

Meine Meinung
Amber und Dash sind zwei tolle Charaktere, in die ich mich von Anfang an gut hineinversetzen konnte. Im Buch erfährt man tiefergehend etwas über sie und bekommt einen genauen Einblick in ihr Seelenleben. Auch die Anziehung zwischen den beiden ist sehr deutlich und nachvollziehbar zu spüren. An einigen Stellen hätte ich mir ein wenig mehr Hintergrundinformationen gewünscht. Über Dashs Familie erfährt man gar nichts, obwohl das Leben seiner Eltern einen Einfluss auf die Beziehung mit Amber hat. Ich finde es auch schade, dass Amber abseits des Studiums keine Interessen oder Hobbys zu haben scheint, zumindest wird darüber nichts erzählt.
Die Vorraussetzungen für eine interessante Liebesgeschichte sind definitiv gegeben. Eine intelligente, aber etwas verklemmte Studentin und ein sehr leidenschaftlicher Tantralehrer versprechen eine explosive Kombination zu werden. Die Tatsache, dass eine Abschlussarbeit im Fach „Sexualkunde“ für das Medizinstudium der Grund für ihr Aufeinandertreffen ist, muss hier sehr großzügig übersehen werden. Ich finde das ein wenig an den Haaren herbeigezogen. Auch der Rest des Medizinstudiums wird ziemlich falsch beschrieben. Eine Nachtschicht im Krankenhaus soll abgeleistet werden, während man zeitgleich noch Anatomie und Physiologie lernt. Die Entscheidung für eine Fachrichtung muss schon im ersten Jahr fallen. Das alles sind Dinge, die so natürlich nicht stimmen, aber vielleicht auch nur mich gestört haben, weil ich mich in dem Bereich ein bisschen besser auskenne. Mehr Recherche an dieser Stelle hätte trotzdem nicht geschadet. Trotzdem entwickelt die Handlung eine schöne Dynamik und man kann Miterleben, wie Dash und Amber sich näher kommen. Wie in jeder guten Romanze gibt es natürlich auch ein bisschen Drama, bzw. Missverständnisse. Diese waren für mich zugegebenermaßen ein bisschen seltsam. Ich kann mich mit den religiösen und spirituellen Ansichten in diesem Buch nur wenig identifizieren. Daher kamen mir die Probleme der beiden nicht wirklich wie Probleme vor und ich habe das Drama teilweise nicht verstanden und daher auch nicht richtig mitfühlen können. Ich habe mich über ihr Happy End gefreut, aber richtig mitgefiebert habe ich am Ende nicht mehr.
Der Erzählstil des Buches ist sehr flüssig und lebendig und kann daher über viele der kleinen Makel, die ich für mich empfunden habe, hinweg führen. Die Worte werfen das Kopfkino an und man vergisst, dass man ein Buch liest. Ich selbst habe es daher (fast) in einem Rutsch durchgelesen und mich gut unterhalten gefühlt. Auch die expliziten Szenen sind intensiv, aber nicht ordinär geschrieben, sodass man definitiv die Anziehungskraft zwischen Amber und Dash mitfühlen kann. Teilweise ist die Autorin mit ihren Beschreibungen aber für meinen Geschmack etwas über das Ziel hinaus geschossen. Ich finde es ein wenig unrealistisch, dass man Funken oder Regenbogen sieht, weil einen jemand anfasst; selbst für einen Roman, der im Yoga-Center spielt. Das ist sicherlich Geschmackssache, war für mich allerdings ein wenig zu kitschig.
Insgesamt fand ich das Buch gut, aber es kann für mich nicht an den ersten Teil der Serie heranreichen.

Achtung, kleiner Spoiler!
Ich schreibe dies in den Nachtrag, weil ich nicht jeden spoilern möchte. Aber mich hat ein Aspekt der Geschichte sehr gestört. Meiner Meinung nach wird viel zu viel Wert auf die Tatsache gelegt, dass Amber noch Jungfrau ist und mit dem Sex bis zur Ehe warten möchte. Klar, das entspricht ihren religiösen Ansichten und steht daher im Einklang mit ihrem Charakter. Aber es wird die ganze Zeit davon geredet, dass die Jungfräulichkeit einer Frau ein einzigartiges Geschenk ist, dass sie nur einmal in ihrem Leben geben kann. Und dann doch bitte an den richtigen Mann. Und das wird nicht nur von Amber so gesehen, sondern von Dash ebenfalls. Als ob es einfach eine allgemeingültige Tatsache wäre. Dash findet es natürlich toll, wie unschuldig sie ist und dass kein Mann sie jemals so „gehabt“ hat.
Ich finde das toxisch. Wann verabschieden wir uns endlich von dem Bild, dass Frauen bitte unschuldige Jungfrauen zu sein haben, während Männer sich durch die Gegend v*** und dadurch ja „ach so erfahren“ sind. Mit irgendjemandem müssen sie diese Erfahrungen schließlich machen oder nicht? Dash ist ein Tantra-Lehrer. Es wird im Laufe des Buchs sehr deutlich, dass er viele verschiedene sexuelle Erfahrungen gemacht hat. Und vielleicht gerade deshalb weiß er, wo der G-Punkt ist und wie man multiple Orgasmen erreicht. Warum wird immernoch das Bild der keuschen Schönheit und des promiskuitiven Draufgängers romantisiert? Ich finde es total in Ordnung über sexuell unerfahrene Charaktere zu schreiben. Und natürlich kann man mit 22 noch Jungfrau sein. Aber das sollte einfach nicht bewertet werden. Das betrachten der Jungfräulichkeit als eine Art „heiligen Status“, den man irgendwie verlieren und nie wieder erreichen kann ist wirklich anachronistisch und heute nicht mehr angebracht. Das ist nicht nur langweilig, sondern auch unrealistisch und sollte keine Wunschvorstellung für unsere Gesellschaft sein.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.05.2021

eine schöne Überraschung

The Hardest Fall
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Dylan und Zoe gehen auf die selbe Universität in Los Angeles. Abgesehen davon haben ihre Leben wenig gemeinsam. So wenig, dass sie sich in 2 Jahren auf dem Campus erst zweimal über den Weg gelaufen sind. ...

Dylan und Zoe gehen auf die selbe Universität in Los Angeles. Abgesehen davon haben ihre Leben wenig gemeinsam. So wenig, dass sie sich in 2 Jahren auf dem Campus erst zweimal über den Weg gelaufen sind. Aber diese beiden Begegnungen gehen beiden nicht mehr aus dem Kopf. Zoe schämt sich bei der Erinnerung in Grund und Boden. Und Dylan fragt sich jedes Mal, wer dieses auffallend schüchterne Mädchen ist, dass jedes Mal vor ihm wegrennt, wenn sie sich begegnen.
Dann werden der Footballstar und die Fotographiestudentin gezwungernermaßen zu Mitbewohnern und auf einmal ist es wirklich schwierig, sich aus dem Weg zu gehen. Vor allem, wenn man das eigentlich gar nicht will. Während beide damit kämpfen „einfach nur befreundet“ zu sein, droht Zoes Geheimnis ihre Beziehung für immer zu zerstören.

Ich bin zufällig in meinem Ebookstore über dieses Buch gestolpert und hatte wenig Erwartungen an das Buch. Ich war auf der Suche nach einem leichten Lesegenuss für einen Nachmittag/Abend und war daher nicht zu kritisch bei der Auswahl. Und dann hat mich die Geschichte von Zoe und Dylan wirklich positiv überrascht.
Beide Charaktere sind wirklich sympathisch und man lernt sie sehr gut kennen, inklusive einiger lustiger Macken. Das Gleiche gilt auch für die Beziehung der beiden. Ich habe selten ein Buch gelesen, in dem eine Liebesbeziehung zwischen zwei Hauptcharakteren so langsam, aber sinnvoll und echt aufgebaut wurde. Das Verhalten der beiden ist immer nachvollziehbar und ich konnte mich richtig gut in sie hineinversetzen. Man fiebert wirklich mit, wann sie sich ENDLICH mal trauen, zu ihren Gefühlen zu stehen. Aber ohne, dass man dabei genervt ist. Und gerade weil es so lange gedauert hat, freut man sich umso mehr, wenn es endlich passiert.
Die Geschichte hat mich wirklich mehr mitgerissen, als ich erwartet hätte. Dadurch konnte ich auch über die leider diversen Rechtschreib- und Satzfehler hinwegsehen, die es leider ins Buch geschafft haben (zumindest in meine Ebook-Version). Hier hätte ein besseres Lektorat wirklich nicht geschadet.
Aber lasst euch davon nicht abhalten, die Geschichte hat es verdient, gelesen zu werden. Freut euch auf Zoe und Dylan!
Ehrlicherweise hoffe ich ja, dass wir noch einmal mit Ella Maise zusammen zurück nach LA auf den Campus kommen. Chris und Kayla haben definitiv auch ein Happy End verdient!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.04.2021

Zu schön, um fertig zu sein

Colorado Nights
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In dem Buch geht es um die Grundschullehrerin Hanna, die nach einer gescheiterten Ehe den zwielichtigen Geschäftsmann Jordan kennenlernt. Im Grunde geht es darum, ob sie sich auf ihn einlassen und ihm ...

In dem Buch geht es um die Grundschullehrerin Hanna, die nach einer gescheiterten Ehe den zwielichtigen Geschäftsmann Jordan kennenlernt. Im Grunde geht es darum, ob sie sich auf ihn einlassen und ihm vertrauen möchte. Durch viele Irrungen und Wirrungen wird ihr Vertrauen in ihn immer wieder getestet.

Das Positive möchte ich zuerst erwähnen. Ich habe das Buch an einem Nachmittag und Abend flüssig weggelesen. Wenn ihr also etwas leichte Unterhaltung für einen Sonntagnachmittag sucht, liegt ihr mit diesem Buch richtig. Es ist nicht kompliziert zu lesen und gut zu verstehen. Auch die Protagonisten und Nebencharaktere fand ich sympathisch, ich hätte sie gerne näher kennen gelernt. Die Szenerie am Fuße der Rocky Mountains ist vielversprechend und eine Gegend, in die ich mich gerne hineinversetzt habe.

Bei genauerem Hinsehen habe ich allerdings einige Punkte, die mich nicht überzeugt haben. Obwohl ich die Charaktere grundsätzlich mag, sind sie fast alle zu flach geraten. Hanna als Protagonistin ist besser ausgearbeitet, aber alle anderen wirken eher wie Kulisse. Besonders gestört hat mich hierbei, dass Jordan behauptet, Hanna sei „die faszinierendste Frau, die er seit Langem kennengelernt“ habe, allerdings wird nie gesagt warum. Hanna behauptet standhaft, sie sei langweilig und genauso standhaft und häufig behauptet Jordan das Gegenteil, ohne EINMAL zu begründen oder zu erklären, was genau er denn an ihr so faszinierend findet. Und ehrlich gesagt, wird das aus dem Plot auch dem Leser nicht wirklich klar. Keine Frage, Hanna ist sympathisch, aber es gibt meiner Meinung nicht viel besonderes an ihr. Man erfährt nichts über ihre Kindheit, oder Hobbys abseits von ihrem Job. Ähnlich flach sind auch die anderen Charaktere geworden, Nadja, sowie Jordans Geschwister und Eltern, werden eigentlich nur wenig geschickt eingesetzt, um die Handlung in die richtige Richtung zu schubsen.
Auch die Handlung ist bei näherer Betrachtung ziemlich löchrig und die Stimmungen und Handlungen der Personen sind teilweise richtig unlogisch. Viele Themen werden nur angerissen und danach nie richtig rund abgeschlossen. Dadurch wirkt die Geschichte wie eine Aneinanderreihung einzelner Szenen und nicht nach einem runden, schlüssigen Handlungsablauf. Ich möchte hier nur einige Beispiele nennen, also nicht weiterlesen, wenn ihr nicht gespoilert werden wollt!
Zu Beginn vermuten sowohl Hanna, als auch Jordan, dass ihre erste Begegnung nicht zufällig war, sondern sie aufeinander angesetzt wurden. Hier böte sich ein toller Spannungsbogen, der später nochmal zu einem Missverständnis und Konflikten führen könnte, aber die Tatsache wird später fast nicht mehr erwähnt.
Nach ihrem ersten Date, dass Hanna als komplett missglückt betrachtet, fühlt sie sich von Jordan fallen gelassen, weil er sich knapp 2 Wochen nicht bei ihr meldet. Sie wusste schon zuvor nicht, ob sie sich wirklich auf ihn einlassen soll und betrachtet das Experiment als gescheitert, bevor es überhaupt richtig begonnen hat. Er kommt dann noch einmal zu ihr ins Klassenzimmer und will mit ihr reden, aber sie ist abweisend. Sie klären das Missverständnis auch nicht, beide sind sauer aufeinander. Dann plötzlich wird Hanna von Männern verfolgt und flüchtet sich zu Jordan. (Er weiß auf einmal, was passiert ist, ohne dass Hanna ihm davon erzählt. Aber das wundert Hanna überhaupt nicht. Noch so ein Punkt, der nicht logisch ist). Sie haben einen Streit über ein anderes Thema und am nächsten Tag versöhnen sie sich und Jordan fragt „Wir sind also noch zusammen?“ Dabei WAREN sie ja nie zusammen!! Sie hatten ein Date, das sie auch noch schlecht fand und auf einmal waren die beiden ein Paar? Das ergibt für mich keinen Sinn.
Später wird Hanna von Jordans Bruder „entführt“, weil seine und Jordans Mutter mit ihr sprechen bzw. sie kennenlernen möchte. Das Gespräch verläuft sehr schlecht, die Mutter ist sehr unhöflich, Hanna möchte sich das nicht bieten lassen und geht. Beziehungsweise möchte sie gehen, aber Jordan (der sie inzwischen nach ihrer „Entführung“ gefunden hat), lässt sie nicht gehen. Aber anstatt dieses wirklich problematische Gespräch zu besprechen und den Konflikt zwischen Freundin und Mutter zu klären, macht Jordan sich in einem Gespräch halb über sie lustig, behauptet, seine Mutter hätte sie testen wollen und damit ist das Verhalten auf einmal in Ordnung. Da hatte ich nur noch Fragezeichen im Kopf.
Insgesamt werden in dem Roman viele vielversprechende Erzählstränge angefangen, die aber nicht befriedigend zu Ende gedacht werden. Es gibt auch noch einen entführten Jungen, der eigentlich gefunden werden soll, aber am Ende der Geschichte komplett vergessen ist. Das war fast das Traurigste an dem Buch. Außerdem gibt es noch einen Exmann, der sie zurück möchte. Zufälligerweise ist Jordan gerade dabei, die Firma, für die der Exmann arbeitet, zu zerstören, aber auch das wird nicht weiter ausgearbeitet. Dann gibt es da noch die Assistentin des Exmanns, mit der er Hanna betrogen hat. Über das gesamte Buch spielt sie so gut wie keine Rolle, am Ende verübt sie aber einen Anschlag auf Hannas Leben. Für den Leser quasi aus dem Nichts.

Zum Fazit; das Buch hat tolle Anlagen und lässt sich, wenn man unkritisch ist, super flüssig weglesen. Aber ich finde es fast traurig, dass die Geschichte keine Chance bekommen hat, sich zu entwickeln. Sie wirkt wie ein Brot, dass nur halb gebacken wurde. Ein bisschen mehr Zeit und Mühe und man hätte eine wirklich tolle Geschichte entwickeln können. Sogar über mehrere Bäde, da so viele Handlungsstränge und Konflikte angerissen werden. So wirkt es für mich leider ein wenig unreif.

  • Cover
  • Erzählstil
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Veröffentlicht am 11.05.2020

Konnte mich nicht mitreißen

Faking it - Alles nur ein Spiel
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In diesem Buch geht es um Max (eigentlich Mackenzie) und Cade, die auf ungewöhnliche Weise in eine Beziehung schlittern.
Max ist Musikerin und lebt das rebellische Klischee: gefärbte Haare, Piercings, ...

In diesem Buch geht es um Max (eigentlich Mackenzie) und Cade, die auf ungewöhnliche Weise in eine Beziehung schlittern.
Max ist Musikerin und lebt das rebellische Klischee: gefärbte Haare, Piercings, Tattoos. Damit will sie zum einen sich selbst ausdrücken und zum anderen gegen ihre Eltern rebellieren. Damit ihre Eltern ihr nicht den Geldhahn zudrehen, will sie einen Vorzeige-Boyfriend präsentieren. Zufällig trifft sie Cade, der wiederum das Klischee des "perfekten Sonnyboys" erfüllt. Er ist Schauspieler und mimt für ein Treffen mit ihren Eltern den Freund. Damit wäre die Geschichte schnell zu Ende, allerdings fühlen sich beide zueinander hingezogen, obwohl sie so gar nicht dem Typ des jeweils anderen entsprechen. So entspinnt sich eine Liebesgeschichte, die von den Ängsten, die beide aus ihrer Vergangenheit haben, infrage gestellt wird.
Die Anlage des Buches ist im Grunde genommen nicht schlecht. Die Spannung, die sich dadurch ergibt, dass beide eigentlich gar nicht zueinander passen, ließe sich gut in eine packende Geschichte umwandeln. Leider funktioniert das in diesem Buch nicht wirklich.
Zum einen sind mir die Hauptcharaktere des Buches zu weinerlich. Beide haben harte Schicksalsschläge hinter sich. Aber es geht im kompletten Buch gefühlt nur darum, wie kaputt sie sind, wie viele Selbstzweifel sie haben und warum sie deshalb keine Beziehung führen können. Ich finde es in Ordnung, dass Charaktere in Büchern persönliche Probleme haben, die gelöst werden müssen. Aber es sollte mehr geben, als das. Ich finde diese Konzentration auf Probleme aus der Vergangenheit deprimierend. Vor allem, weil sie immer wieder in die gleichen Verhaltensweisen verfallen.
Zum anderen finde ich die Beschreibung der Charaktere und der gesamten Geschichte sehr oberflächlich und flach. Es geht leider selten über die Klischeeebene hinaus. Insgesamt wirkt die ganze Geschichte dadurch konstruiert. Ängste der Hauptcharaktere scheinen kein Problem oder schon halbwegs überwunden zu sein, bis es plötzlich wieder in die Dramaturgie passt, dass sie doch wieder auftreten. Auch die Momente, in denen sich die beiden Ihrer Gefühle bewusst werden, scheinen ein wenig beliebig zu sein. Sie schauen sich an und auf einmal wissen sie es. Das scheint mir bei dem "Gepäck", dass sie mitbringen, einfach nicht realistisch zu sein.
Insgesamt ist die Anlage der Geschichte sehr gut gedacht und auch die Anziehungskraft zwischen beiden wird immer mal wieder auf schöne Weise deutlich. Allerdings konnte ich nie ganz in die Geschichte abtauchen und war nicht zu traurig, als sie zu Ende war. Ich würde das Buch nur bedingt weiterempfehlen.

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