Spannende Idee!
West of Wicked. Folge deinem VerlangenSPOILER IM TEXT!
Ich habe die ursprüngliche OZ-Geschichte als Kind gesehen in der schwarz-weiß Filmversion wie auch in animierten Filmen - leider habe ich nicht mehr alle Details und Elemente im Kopf, ...
SPOILER IM TEXT!
Ich habe die ursprüngliche OZ-Geschichte als Kind gesehen in der schwarz-weiß Filmversion wie auch in animierten Filmen - leider habe ich nicht mehr alle Details und Elemente im Kopf, bin aber thematisch mit den Handlung vertraut. Mir sind einige Details wie auch ikonische Momente in Erinnerung geblieben (der Ziegelweg, Dorothys Kleid und auch wie sie die Hexe des Westens besiegt).
Besonders gut haben mir all die kleinen Anspielungen an das Original gefallen wie das blau-karierte Kleid (Dorothys Lieblingskleid ♥), der Picknickkorb oder all die bekannten Figuren, die Geschichte hat so einen Wiedererkennungswert ohne das sie zu sehr von der Vorlage abhängig ist.
Der Schreibstil von Nikki St. Crowe gefällt mir insgesamt sehr gut, da er sich angenehm flüssig liest, wozu auch die kurzen Kapitel beitragen. Ich bin allgemein ein großer Fan davon, wenn die Kapitel nicht unnötig in die Länge gezogen werden. Auch der Perspektivenwechsel gefiel mir sehr gut, da wir die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln und Momenten erleben konnten.
Die ganzen Figuren im Buch wie auch ihre Geheimnisse haben mein Interesse geweckt und ich hätte am liebsten Band 2 um noch mehr über die Beweggründe zu erfahren. Während ich Rook, die Vogelscheuche, eher undurchsichtig und verdächtig fand, hat der Blechmann mich dann deutlich mehr interessiert und gehört zu meinen Favoriten. Hinter seiner kalten und brutalen Fassade scheint deutlich mehr zu stecken, als man zunächst vermutet.
Auch Cleos weitere Entwicklung interessiert mich total, ich glaube sie wird noch eine größere Rolle in der Fortsetzung spielen.
Toto fand ich als Begleiter sehr lustig, ich fand die Momente sehr lustig in denen niemand wusste was ein Hund ist. Mir gefällt es das er kein gewöhnlicher Hund zu sein scheint. Seine Art wie er kommuniziert hat, Dorothy Sachen mitgebracht hat oder seine Reaktionen allgemein machen mich stutzig.
Leider hatte das Buch auch ein paar Schwächen - der ganze Aufbau von Kansas fühlte sich mit dem schnellen Übergang nach Oz irgendwie unnötig an.
Generell hat sich die Geschichte teilweise sehr gehetzt an manchen Stellen angefühlt und an anderen wiederum sehr langsam. Manche Entwicklungen wurden für mein Empfinden zu oberflächlich behandelt, während sich andere Passagen etwas in die Länge gezogen worden sind.
Besonders im Mittelteil des Buches hatte ich das Gefühl, das die Spannung durch all die offenen Fragen erhalten geblieben ist, auch die Chemie zwischen Rook und Dorothy habe ich nicht wirklich gespürt und den Spice fand ich irgendwie unpassend. Schlecht geschrieben war der Spice nicht, aber ich fand die Situation sehr unrealistisch.
Im Finale gab es dagegen ein paar Enthüllungen die ich so nicht erwartet habe - die Enthüllung um Rook habe ich so nicht erwartet obwohl wir wussten, das er Dorothy einiges verheimlich hat. Gleichzeitig hat das Ende einige neue Fragen mit dem Cliffhanger aufploppen lassen: Wie Dorothys Herkunft, die Rolle der Hexe des Westens, Cleons Geheimnisse und was mit Toto passiert ist.
Ich bin schon riesig gespannt auf Band 2 und überlege ihn mir aus ungeduld dann auf Englisch zu kaufen.
Insgesamt ist West of Wicked für mich eine spannende und kreative Neuinterpretation der Oz-Welt mit interessanten Figuren und einigen gelungenen Wendungen. An manchen Stellen hätte ich mir jedoch mehr Tiefe und eine ausgewogenere Erzählweise gewünscht. Trotzdem hat das Ende meine Neugier auf die Fortsetzung definitiv geweckt.
Fazit: Eine unterhaltsame Oz-Neuerzählung mit vielen Geheimnissen und einem starken Cliffhanger, die für mich jedoch nicht ganz ihr Potenzial ausgeschöpft hat. ⭐️⭐️⭐️✨ (3,5/5 Sterne)