Der Schmerz zwischen den Zeilen
Paradise BeachBei dem Roman ,Paradise Beach‘ von Dara Brexendorf fesselte mich zu allererst das extrem beeindruckende Cover in seinen gedeckten Farben mit dem Titel in babyrosa Schrift.
Dieses Bild und der vielversprechende ...
Bei dem Roman ,Paradise Beach‘ von Dara Brexendorf fesselte mich zu allererst das extrem beeindruckende Cover in seinen gedeckten Farben mit dem Titel in babyrosa Schrift.
Dieses Bild und der vielversprechende Klappentext mit einer Mischung aus Schmerz, Ernsthaftigkeit und Liebe machten das Buch für mich zu einem Muss.
Ada, die Protagonistin leidet seit jeher an Endometriose, was sie aber über lange Zeit selbst nicht wirklich einordnen konnte. Aktuell erholt sie sich nur schwer von einer Endometriose-OP. Auch ihre Psyche spielt nicht so gut mit und sie taucht immer wieder ein in frühere, in sehr lange vergangene Ereignisse ,die im Zusammenhang mit ihrer Krankheit stehen. Rhythmischen Anlass dafür gibt der Räusperer in der Wohnung über ihr, sein Räuspern bringt bei Ada immer wieder alte Geschichten zum Vorschein.
Die Autorin erzählt Adas Geschichte wechselnd in tief berührenden Rückblicken in deren Vergangenheit und in Beschreibungen ihrer Gegenwart und schildert ihren Schmerz intensiv, vor allem in den Teilen der Vergangenheit.
Bei genauerer Betrachtung gibt das Buch auch zwischen den Zeilen so manches her, es kommt Verletzlichkeit zum Vorschein und teils auch leise Kritik am medizinischen, menschlichen und gesellschaftlichen System, wobei ich mir diese, v.a. in den Phasen des Jetzt-Zustandes, deutlicher gewünscht hätte.
Mitunter verliert sich die Darstellung immer wieder in vielen der einzelnen Erzählsträngen. Doch dies distanziert es auch vom medizinischen Fachbuch und macht es zum Roman.
Ein interessanter Debütroman, vor allem wenn man gerne zwischen den Zeilen liest.