Profilbild von Muchacha

Muchacha

Lesejury Profi
online

Muchacha ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Muchacha über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.03.2026

Der Schmerz zwischen den Zeilen

Paradise Beach
0

Bei dem Roman ,Paradise Beach‘ von Dara Brexendorf fesselte mich zu allererst das extrem beeindruckende Cover in seinen gedeckten Farben mit dem Titel in babyrosa Schrift.
Dieses Bild und der vielversprechende ...

Bei dem Roman ,Paradise Beach‘ von Dara Brexendorf fesselte mich zu allererst das extrem beeindruckende Cover in seinen gedeckten Farben mit dem Titel in babyrosa Schrift.
Dieses Bild und der vielversprechende Klappentext mit einer Mischung aus Schmerz, Ernsthaftigkeit und Liebe machten das Buch für mich zu einem Muss.

Ada, die Protagonistin leidet seit jeher an Endometriose, was sie aber über lange Zeit selbst nicht wirklich einordnen konnte. Aktuell erholt sie sich nur schwer von einer Endometriose-OP. Auch ihre Psyche spielt nicht so gut mit und sie taucht immer wieder ein in frühere, in sehr lange vergangene Ereignisse ,die im Zusammenhang mit ihrer Krankheit stehen. Rhythmischen Anlass dafür gibt der Räusperer in der Wohnung über ihr, sein Räuspern bringt bei Ada immer wieder alte Geschichten zum Vorschein.

Die Autorin erzählt Adas Geschichte wechselnd in tief berührenden Rückblicken in deren Vergangenheit und in Beschreibungen ihrer Gegenwart und schildert ihren Schmerz intensiv, vor allem in den Teilen der Vergangenheit.

Bei genauerer Betrachtung gibt das Buch auch zwischen den Zeilen so manches her, es kommt Verletzlichkeit zum Vorschein und teils auch leise Kritik am medizinischen, menschlichen und gesellschaftlichen System, wobei ich mir diese, v.a. in den Phasen des Jetzt-Zustandes, deutlicher gewünscht hätte.

Mitunter verliert sich die Darstellung immer wieder in vielen der einzelnen Erzählsträngen. Doch dies distanziert es auch vom medizinischen Fachbuch und macht es zum Roman.

Ein interessanter Debütroman, vor allem wenn man gerne zwischen den Zeilen liest.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 06.03.2026

Mord mit Gusto

Mira Belgusto und die tote Winzerin
1

Mit Mira Belgusto und die tote Winzerin‘ entführt uns die Autorin Angelika Lauriel ins malerische Veltlin, wo Reisejournalistin Mira im Frühjahr beruflich über kulinarische Köstlichkeiten berichtet.

Wegen ...

Mit Mira Belgusto und die tote Winzerin‘ entführt uns die Autorin Angelika Lauriel ins malerische Veltlin, wo Reisejournalistin Mira im Frühjahr beruflich über kulinarische Köstlichkeiten berichtet.

Wegen eines Hundes hat sie einen kleinen Unfall mit Claudio, einen Ex-TV-Moderstor, in Miras Augen eher Typ unsympathischer Promi und Schönling.

Da jedoch beide Mitleid mit dem kleinen, herrenlosen Hündchen haben, beschließen sie, ihn heim zu bringen. Dabei finde sie seine Besitzerin, die Winzerin Lucrezia, ermordet vor.

Schon stecken die mitten drin in einem Kriminalfall. Die Neugier ist geweckt und die beiden ermitteln, sehr gegen den Willen der ortsansässigen Carabinieri, auf eigene Faust. Die Hobby-Spürnasen decken etliche dörfliche und zwischenmenschliche Ungereimtheiten auf und kommen sich näher. Vorurteile werden abgebaut und es entwickelt sich Freundschaft. Claudio erweist sich neben Dulcinetta, dem Hündchen, das alles ausgelöst hat, als guter Begleiter und Berater in Sachen kulinarische Geheimtipps.

Trotz des etwas lauen Endes besticht die Geschichte sowohl durch einen angenehmen Sprachstil, der Lesende mitnimmt an wunderschöne Schauplätze, als auch durch interessante Protagonisten, in die mannshoch gut einfühlen kann.

Dazu regionale Genüsse, jede Menge Gusto und sogar Rezepte dazu, mir lief das Wasser im Munde zusammen!

Für mich auch ohne blutrünstigen Ermittlungseifer eine sehr gelungene Symbiose aus Krimi und Wohlfühlroman,

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 01.02.2026

Im Club der toten Dichter

Stralsund ermittelt - Tote Dichter schreiben nicht
0

Annabel Raven nimmt in ihrem zweiten Kriminalroman der Reihe ,Stralsund ermittelt -tote Dichter schreiben nicht’ einen Club toter Dichter unter die Lupe.

Ein traumhaftes Ostsee-Setting von Stralsund ...

Annabel Raven nimmt in ihrem zweiten Kriminalroman der Reihe ,Stralsund ermittelt -tote Dichter schreiben nicht’ einen Club toter Dichter unter die Lupe.

Ein traumhaftes Ostsee-Setting von Stralsund mit viel Meer, Strand, dem beliebten Strandcafe und natürlich Neles Villa, in der früher eine bekannte Krimiserie gedreht wurde , gepaart mit etwas dänischem Bornholm-Ambiente zum einen.

Zum anderen Team Weingold, bestehend aus drei Hobbyermittlern: Nele, Hauptfigur und Psychotherapeutin, ihre Freunde Fanny die Hackerin und Hector der Gärtner, die die Aufklärung des Mordes an Fahrradhändler Stein unterstützen möchten und dabei auf den Club der toten Dichter stoßen.
Sie ermitteln auf ihre eigene Art, engagiert, aber auch naiv und wirken mitunter wie drei Erwachsene, die der Pubertät nie entkommen sind. Wenn man aber davon absieht, sind sie schon sehr pfiffig und liebenswert . Unterstützt werden die drei von einer befreundeten, wissenden, älteren Dame, die man einfach nur gerne haben muss.

Fehlt noch ein Kommissar!
Dieser ist ebenfalls mit Nele und ihrem Team Weingold befreundet spielt aber nur eine nebengeordnete Rolle, obwohl ja er eigentlich der zuständige Ermittler ist.

Ein Kriminalroman mit Betonung auf Roman, mittelmäßig spannend , jedoch recht amüsant und kurzweilig zu lesen, da aus verschiedenen Perspektiven und in angenehmen Kapitellängen erzählt wird.

Charmante Ermittlungen in traumhafter Umgebung, die darüber hinwegsehen lassen, dass nicht jedes Detail logisch zu Ende gedacht ist.
Liebens-und lesenswerte Urlaubslektüre und auch gut, sich ans Meer zu träumen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 17.12.2025

Eselweihnacht für die Jüngsten

Komm mit, Weihnachtseselchen
0

,Komm mit, Weihnachtseselchen‘ von Sophie Schönberg erzählt von einem kleinen Esel, der Weihnachten erlebt.

Er erwacht in einer kalten Winternacht, folgt dem Licht eines Sternes und findet unterwegs ...

,Komm mit, Weihnachtseselchen‘ von Sophie Schönberg erzählt von einem kleinen Esel, der Weihnachten erlebt.

Er erwacht in einer kalten Winternacht, folgt dem Licht eines Sternes und findet unterwegs einen Weggefährten.
Sie kommen an einen Stall und treten ein, doch darin verbirgt sich nicht das, was man bei einer klassischen Weihnachtsgeschichte vermutet.
Im Stall liegt ein kleines, frierendes Lämmchen.

Das Buch in altersgerechter Größe und Mitmachpappen-Aufmachung hat die ideale Seitenzahl, ist von Nadine Reitz herrlich farbenfroh, aber nicht mit zu vielen Reizen illustriert. Einziger Wermutstropfen für mich persönlich ist die Darstellung des Eselkopfes, der mich mitunter sehr an einen Fuchs oder an einen Hasen erinnerte, was die junge Zielgruppe jedoch nicht so empfand.

Die klare Sprache und die toll farbig hervorgehobenen Aufforderungen zu interaktiven Aktionen, wie z. B. das Streicheln oder Wärmen der Tiere oder irgendwo mitzuhelfen, begeistern die kleinen Zuhörer bzw. Mitleser.
Sie gewinnen das kleine Eselchen rasch sehr, sehr lieb und wollen ihm und den anderen Tieren immer und immer wieder gerne helfen.

Ein eindeutig sehr motivierendes, altersgerechtes Buch, das sicher immer wieder gelesen werden will und das den Jüngsten weihnachtliche Themen wie Vertrauen, Liebe, Nähe und Wärme auch ohne religiöse Aspekte wunderbar vermittelt. Empfehlenswert, auch wenn es wenig mit der eigentlich beworbenen und von mir erwarteten Weihnachtsgeschichte mit dem kleinen Jesuskind zu tun hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 04.12.2025

Eine Ehe eingehen, nur für den schönen Schein?

This isn't happiness
1

This isn‘t happyness, eine Erkenntnis, die Amy lange nicht auffiel, für sie aber auf dem Weg ihrer eigenen Hochzeitsvorbereitung langsam und sicher immer deutlicher in den Vordergrund rückt.

Amy, Lehrerin ...

This isn‘t happyness, eine Erkenntnis, die Amy lange nicht auffiel, für sie aber auf dem Weg ihrer eigenen Hochzeitsvorbereitung langsam und sicher immer deutlicher in den Vordergrund rückt.

Amy, Lehrerin und Protagonistin, seit 10 Jahren mit Josh, ebenfalls Lehrer, liiert und verlobt lebt ihren Alltag ohne besondere Vorkommnisse. Während Amy stets engagiert für mehr oder weniger beruflichen Erfolg kämpft, scheint diese Anerkennung ihrem Partner nur so zuzufliegen, sodass er seit einiger Zeit jegliche freie Minute zur Optimierung seines Bodys im Fitnessstudio nutzt.

Gleichzeitig herrscht bei beiden aber sexuelle Flaute seit Ewigkeiten, die Amy aus purer Verzweiflung mit einer Strichliste dokumentiert.

Amy wirkt nicht wirklich glücklich, darum stürzt sie sich umso mehr in die Hochzeitsvorbereitungen. Familie und Freunde haben schließlich hohe Erwartungen. Josh lässt ihr dabei relativ freie Hand, solange er trainieren kann und seine Ruhe hat.

Sowohl gemeinsame Interessen, als auch Aktivitäten sowie die Kommunikation reduzieren sich immer stärker auf das Allernötigste.
Amy wirkt immer zurückgezogener. Sie weiß insgeheim längst um die Sinnlosigkeit dieser Hochzeit, will dies aber nicht wirklich wahrhaben, bis Lace, ihre Brautkleid-Schneiderin auftritt. Sie hält Amy ihr trauriges Dasein wie einen Spiegel vor Augen und lebt ihr den Mut vor, sie selbst zu sein und Neues auszuprobieren.

Dies öffnet Amy den Blick für vieles, sie sieht klarer; leider auch Josh!!
So entdeckt sie seine geheimen sexuellen Vorlieben, seine Untreue und noch so einiges, was ihren Bräutigam in keinem guten Licht darstellt. Josh erlaubt sich im Verlauf der Geschichte so einiges,
Amy legt allmählich die rosarote Brille ab, zieht die notwendigen Konsequenzen und verhindert das Schlimmste, die Hochzeit.

Dank Lace versucht sie sich in verschiedenen Metiers, lässt sich auf Menschen wieder ein und wirkt zunehmend aufgeschlossener, neugieriger und toleranter. Sie lernt, mit Rückschlägen umzugehen und auch die sich allmählich offenbarenden Hintergründe zu Lace‘s Auftreten schaden Amys Entwicklung nicht.

Jede Partnerschaft bringt Veränderungen mit sich, doch der Autorin gelingt es, zu zeigen, dass sich ein kritischer, scharfer Blickwinkel immer lohnt, um nicht irgendwann hoffnungslos nur noch irgendeinem, von anderen erwarteten, schönen Schein hinterherzulaufen.

Mit flüssigem Schreibstil, teils schonungslos bis entwürdigend, teils hoffnungsvoll und mit Humor durchsetzt, wie auch mit angenehmen Kapitellängen, deren Überschriften meiner Meinung nach nicht nötig wären, handelt es sich um ein Buch das man gerne in einem Satz durchlesen mag.

Selten , dass eine Geschichte mit einer erhofften Trennung endet, dennoch hätte ich Amy oft mehr Power und Eigenregie gewünscht.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema