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Veröffentlicht am 13.01.2024

Toller Abschluss der Trilogie

Geteiltes Land – Zwischen Hoffnung und Aufbruch
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Der dritte Band der DDR-Saga beginnt im Jahr 1971 und endet mit dem Fall der Mauer 1989. Lydia, die jüngste Tochter der Familie Richter ist sportlich sehr talentiert und kommt in ein Sportinternat. Hier ...

Der dritte Band der DDR-Saga beginnt im Jahr 1971 und endet mit dem Fall der Mauer 1989. Lydia, die jüngste Tochter der Familie Richter ist sportlich sehr talentiert und kommt in ein Sportinternat. Hier freundet sie sich mit Christiane an und gemeinsam schaffen sie den Sprung in einen Reisekader, der ihnen die Möglichkeit eröffnet, an Wettkämpfen im Ausland teilzunehmen. Doch dann muss Lydia das Team verlassen, weil herauskommt, dass ihre Schwestern Republikflüchtlinge sind. Da ihr Vater Richter ist, bittet Christiane ihre Eltern um Hilfe, doch die Reaktion ist anders als erwartet.

Auch mit diesem Band konnte mich Farina Eden wieder überzeugen, geschickt erweckt sie die damalige Zeit zum Leben. Sie wurde inspiriert von wahren Begebenheiten und der eigenen Familiengeschichte. In diesem Band wird aufgezeigt wie mit Doping und illegalen Medikamenten die Sportlerinnen und Sportler zu Höchstleistungen getrieben wurden. Die Schäden und Spätfolgen, die diese Dinge anrichteten, spielten keine Rolle, Hauptsache Medaillen wurden errungen.

Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Durch die Kapitelüberschriften ist gut erkennbar, wer gerade erzählt. Ich erlebe Lydia, Christiane und die Trainerin Katja hautnah. Auch dieser dritte Band konnte mich begeistern und brachte mir wieder ein wichtiges Stück DDR-Geschichte näher. Alle Bücher dieser Trilogie haben mir sehr gut gefallen und werden noch lange nachwirken.

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Veröffentlicht am 08.01.2024

Gute Unterhaltung

Bei euch ist es immer so unheimlich still
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Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. Gekonnt hat die Autorin die Erzählung von Evelyn Borowski und ihrer Tochter Silvia verwoben.
Ein Erzählstrang beginnt im Jahr 1950. Evelyn heiratet Karl, der ...

Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. Gekonnt hat die Autorin die Erzählung von Evelyn Borowski und ihrer Tochter Silvia verwoben.
Ein Erzählstrang beginnt im Jahr 1950. Evelyn heiratet Karl, der genau wie sie Medizin studiert hat, obwohl sie mit Bestnoten abgeschnitten hat, wird sie im Krankenhaus nicht für voll genommen. Als ihre Tochter Silvia geboren wird, hört sie auf zu arbeiten und versucht sich um das Kind zu kümmern, doch die Arbeit fehlt ihr sehr.
Im zweiten Handlungsstrang erleben wir Silvia. Sie lebt in Berlin in einer Kreuzberger Wohngemeinschaft. Obwohl in Berlin Aufbruchstimmung herrscht, macht sich Silvia in dem Auto ihres Mitbewohners auf den Weg, um gemeinsam mit ihrer 12 Wochen alten Tochter Hannah in den Heimatort Ildingen zu fahren, den sie vor vielen Jahren verlassen hatte. Hier ist sie in Sprachlosigkeit und Stille aufgewachsen und will nun Antworten haben.
Alena Schröder konnte mich mit diesem Roman begeistern. Die Charaktere waren gut gezeichnet und ich konnte mich in sie hineinversetzen. Die Autorin hat einen Bogen geschlagen von der Nachkriegszeit bis zur Wende. Mit einer Leichtigkeit, aber trotzdem mit Tiefe, spiegelt das Buch die Veränderung in der Gesellschaft wider und hat den jeweiligen Zeitgeist mit einfließen lassen. Ich fühlte mich gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 04.01.2024

Geheimnisse werden aufgedeckt

Die Uhrmacherin – Tage voller Geheimnisse
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Sarah hat sich in der Uhrenstadt Grenchen eingelebt und reist nun in ihre Heimatstadt Luzern, um dort ein Praktikum bei den bekannten Uhrmacherehepaar Wernli anzutreten. Die Erinnerungen an ihrem Verlobten ...

Sarah hat sich in der Uhrenstadt Grenchen eingelebt und reist nun in ihre Heimatstadt Luzern, um dort ein Praktikum bei den bekannten Uhrmacherehepaar Wernli anzutreten. Die Erinnerungen an ihrem Verlobten kehren zurück, denn Hannes war am Fuß einer Felswand gefunden worden. Erst vermutete man einen Unfall, doch die Hinweise der Polizei deuten an, dass er dem Katholikenmörder zum Opfer fiel. Oder versucht jemand den Mord dem Serientäter in die Schuhe zu schieben? Sarah hofft, dass sie erfahren kann, wer Hannes auf dem Gewissen hat.

Dieses ist der dritte Band der Schweizer Uhrensaga, die 1874 spielt. Die Uhrenkunst nimmt in diesem Roman nur einen geringen Stellenwert ein, aber mit jeder Seite ist die Begeisterung für Uhren bei Sarah spürbar. Es ist nicht nur ein historischer Roman in dem eine kleine Liebesgeschichte eingebettet ist, sondern das Buch ist streckenweise spannend wie ein Krimi, wenn das Geheimnis um die Morde gelöst wird.

Der Schreibstil ist sehr ansprechend. Neben der Geschichte um Sarah habe ich einiges über die Schweiz gelernt, die Uhrenindustrie in Grenchen und die Konfessionskriege, die sich dort abgespielt haben. Durch die Erzählweise wird der Zeitausschnitt in seiner Entwicklung nachvollziehbar. Historische und fiktive Personen spielen ausgezeichnet zusammen und bereichern das Geschehen. Hilfreich sind das Personenregister am Ende des Buches und allgemeine Schweizer Ausdrücke sowie einige Begriffe aus der Uhrenindustrie.

Mich hat dieser historische Roman schnell in seinen Bann gezogen und mir unterhaltsame Lesestunden bereitet.

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Veröffentlicht am 30.12.2023

Spirituelle Spuren?

Gottesopfer
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Schon im Prolog wird die Neugier geweckt. Zwei korrupte Hamburger Polizisten entdeckten auf ihrer Streifenfahrt eine „Skelettfrau“. Keiner kannte sie. Um den Hals trug sie einen Eisenring, an dem eine ...

Schon im Prolog wird die Neugier geweckt. Zwei korrupte Hamburger Polizisten entdeckten auf ihrer Streifenfahrt eine „Skelettfrau“. Keiner kannte sie. Um den Hals trug sie einen Eisenring, an dem eine Kette befestigt war, doch an der Kette hing auch noch ein Ziegelstein. Ihr Kopf war kahl geschoren und ihre Augen hatten einen toten Blick. Doch wer hatte ihr diese Grausamkeiten angetan? Die Nachforschungen verlaufen im Sande und die Spannung wächst.
Ein Jahr später beginnen die nächsten Handlungsstränge, die in verschiedenen Orten von Europa spielen. Hauptprotagonist ist Sam O’Connor, Tatortanalytiker und Profiler bei Europool, der ein gestörtes Verhältnis zur Kirche hat. Sam soll eine Mordserie an Frauen aufklären, die alle nach mittelalterlichen Ritualen getötet wurden. Seine Spur führt nach Hamburg zu Pater Dominik, der sich immer an den verschiedenen Tatorten aufgehalten hat.
Tanja Pleva hat einen sehr bildhaften Schreibstil, der mir sehr gut gefällt und sich sehr flüssig lesen lässt. Mit Sam O’Connor hat sie einen sympathischen Ermittler erschaffen. Auch die anderen Charaktere werden sehr gut dargestellt mit all ihren Stärken und Schwächen. Durch die vielen kleinen Kapitel und wechselnden Orten wird der Einstieg in die Geschichte leicht gemacht und die Spannung sehr schnell aufgebaut. Bis zum Schluss hielt die rasante Entwicklung an und es fiel mir schwer das Buch aus der Hand zu legen.

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Veröffentlicht am 30.12.2023

Die Liebe zum Tanz

Eine Geschichte von Liebe und Feuer
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Victoria Hislop hat nicht nur einen wunderschönen Roman über die Liebe zum Tanz geschrieben, sondern dieses mit den geschichtlichen Hintergründen des spanischen Bürgerkrieges von 1936-1939 verbunden.
Der ...

Victoria Hislop hat nicht nur einen wunderschönen Roman über die Liebe zum Tanz geschrieben, sondern dieses mit den geschichtlichen Hintergründen des spanischen Bürgerkrieges von 1936-1939 verbunden.
Der Roman gliedert sich in zwei Hauptstränge, die miteinander verknüpft sind.
Im Jahre 2001 nehmen Sonia und ihre Freundin Maggie begeistert Tanzunterricht in London. Anlässlich ihres Geburtstages lädt Maggie Sonia zu einer Reise nach Granada ein. In der Bar El Barril lernt Sonia den alten Kellner Miguel kennen. Er führt sie in seinen Erzählungen in die Vergangenheit von Spanien zur Zeit des Bürgerkrieges. Anschaulich beschreibt Miguel das Leben der Familie Ramirez, die früher die Besitzer des El Barril waren. Doch dann bricht der Bürgerkrieg aus und nichts bleibt mehr wie es war. Die vier Kinder verlassen das Elternhaus. Emilio wird wegen seiner homosexuellen Neigungen verhaftet. Verraten von seinem Bruder, der mit den Faschisten sympathisiert. Der älteste Bruder meldet sich freiwillig, um die Republik zu unterstützen. Und auch Mercedes, eine schon bekannte Flamencotänzerin, macht sich als 16-jähriges Mädchen auf, um ihren heißgeliebten Gitarristen Javier aus Malaga zu suchen. Immer tiefer taucht Sonia in die Vergangenheit der Familie Ramirez ein und verfolgt gebannt den Erzählungen des Kellners Miguel ohne zu ahnen, dass auch ihr Leben mit der Familie Ramirez verknüpft ist.
Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Meine erste Vermutung auch auf Grund des Buchcovers, dass es sich um einen etwas schwülstigen Roman handelt, hat sich nicht bewahrheitet. Ich fühlte mich versetzt ins Spanien der dreißiger Jahre. Sehr detailliert wurde der Flamenco geschildert, so dass man meinte die Musik zu hören. Die Tanzenden konnte ich mir bildhaft vorstellen. Victoria Hislop hat sehr realistisch den spanischen Bürgerkrieg mit all seinen Auswirkungen beschrieben, den ich mir so nicht vorgestellt habe und von dem ich bisher sehr wenig gehört hatte.
Für mich ein sehr lesenswertes Buch, dass mir sehr viel Freude gemacht hat und gleichzeitig mir wissenswertes für die spanische Geschichte während der Franco-Zeit vermittelte.

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