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Veröffentlicht am 08.04.2019

Mord mit historischer Geschichte

1793
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"Stockholm im Jahr 1793: Ein verstümmeltes Bündel treibt in der schlammigen Stadtkloake. Es sind die Überreste eines Menschen, fast bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Der Ruf nach Gerechtigkeit spornt ...

"Stockholm im Jahr 1793: Ein verstümmeltes Bündel treibt in der schlammigen Stadtkloake. Es sind die Überreste eines Menschen, fast bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Der Ruf nach Gerechtigkeit spornt zwei Ermittler an, diesen grausamen Fund aufzuklären: den Juristen Cecil Winge, genialer als Sherlock Holmes und bei der Stockholmer Polizei für »besondere Verbrechen« zuständig, und Jean Michael Cardell, einen traumatisierten Veteranen mit einem Holzarm. Schon bald finden sie heraus, dass das Opfer mit chirurgischer Präzision gefoltert wurde, doch das ist nur einer von vielen Abgründen, die auf sie warten …"

1793 ist ein gelungener historischer Roman. Ich denke, dass der Autor eine gute Rechercheleistung erbracht hat und es hat sich wirklich authentisch beim Lesen angefühlt. Die Charaktere waren für mich genau so dargestellt, wie ich mir z.B. einen abgewrackten Soldaten mit (wahrscheinlich?) PTSD der zu viel trinkt Ende des 18. Jhdt. vorstelle.

Der Anfang zieht sich meiner Meinung nach ein wenig. Ich fand den ersten Abschnitt gut, indem er die Situation darstellt und Winge und Cardell vorstellt. Beim zweiten Abschnitt hätte ich fast aufgehört zu lesen, da er für mich nicht so wirkte, als ob es nicht wirklich zur Story beiträgt und er einfach nur unnötig lang wirkte. Der dritte Abschnitt war fast der Beste in meinen Augen, und der Schluss hat dann das Bild abgerundet und mich mit dem Buch versöhnt.

Die Schauplätze sind gut dargestellt, wenn ich auch öfters die Karte am Anfang des Buches zu Rate ziehen musste, da ich mir die ganzen schwedischen Namen der Plätze nicht merken konnte. Wenn man Stockholm kennt, ist dies aber sicher ein Plus, da es Wiedererkennungswert hat, aber für Orts-Unkundige manchmal etwas viel.
Einige Szenen sind nichts für Zartbesaitete, und ich musste ein- bis zweimal kurz durchatmen, aber das bin ich von schwedischen Krimis fast schon gewohnt. Obwohl ich dieses Buch nicht ganz als Krimi einstufen kann, da mir wirklich die Spannung (bis auf ein paar wirklich gut gelungene Stellen) fehlte.

Für mich war 1793 ein gelungener Ausflug in diese Zeit mit leichten Sherlock-Tendenzen.
Ich kann diesen Roman Lesern empfehlen, die historische Schauplätze mögen, vielleicht schon einmal in Stockholm waren, und dazu noch ein wenig Spannung ganz gut finden.

Veröffentlicht am 29.03.2019

Ein Rendez-vous mit Edith Piaf im Nachkriegs-Paris

Madame Piaf und das Lied der Liebe
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In der Zeit nach der deutschen Besatzung Frankreichs wird Edith Piaf der Kollaboration angeklagt und ihr wird mit einem Auftrittsverbot gedroht. In ihrem Privatleben lernt sie den aufstrebenden Sänger ...

In der Zeit nach der deutschen Besatzung Frankreichs wird Edith Piaf der Kollaboration angeklagt und ihr wird mit einem Auftrittsverbot gedroht. In ihrem Privatleben lernt sie den aufstrebenden Sänger Yves Montand kennen und sie nimmt ihn unter ihre Fittiche.

Der Roman bietet einen sehr gut recherchierten, glaubhaften Einblick in das Leben Edith Piaf's und die Inspiration zu La Vie En Rose. Ich habe bisher nur eine Verfilmung über ihr Leben gesehen und höre ein paar ihrer Lieder gerne, so dass mich das Cover neugierig gemacht hat.

Die Geschichte ist gut erzählt und man möchte gerne weiterlesen. Der Schreibstil gefiel mir gut und ist flüssig. Ich mochte die Einteilung des Buches in verschiedene Abschnitte Piaf's Leben zu dieser Zeit. Es verleiht dem Leser einen guten Einblick in ihr Leben und ihre Persönlichkeit wirkt sehr authentisch. Ich bin kein großer Liebes-Roman-Fan, so dass mir die, manchmal sehr subtile, Liebesbeziehung in diesem Roman sehr gut gefiel und mit nicht zu viel geworden ist, da nicht nur die Liebesgeschichte im Vordergrund steht. Der Roman behandelt auch das Talent und die Stärke einer bewundernswerten Frau. Ich hatte ein sehr angenehmes Leseerlebnis und konnte komplett abschalten.

Die Umgebung ist so gut beschrieben, dass ich manchmal dachte einen Abstecher durch das Nachkriegs-Paris mit Piaf zu machen. Dieses Buch ist wirklich gut zum Abschalten geeignet und um in eine komplett andere Welt einzutauchen. Die ganze Buchreihe des Aufbau-Verlags finde ich sehr schön gemacht, wie auch diese Cover beweist, und ich werde sicher mir noch das ein oder andere zulegen müssen.

"Madame Piaf und das Lied der Liebe" ist etwas für Liebhaber historischer Romane und Liebhaber der Schönheit und dem Flair von Frankreich und seinen Chansons.

Veröffentlicht am 07.03.2019

Spannend für YA Leser

The Hurting
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Nell lebt ein schwieriges Leben und muss sich immer für andere klein machen, bis sie Lukas begegnet.

The Hurting ist ein spannender YA-Roman, der für mich mal was anderes war. Ich liebe spannende Geschichte, ...

Nell lebt ein schwieriges Leben und muss sich immer für andere klein machen, bis sie Lukas begegnet.

The Hurting ist ein spannender YA-Roman, der für mich mal was anderes war. Ich liebe spannende Geschichte, aber lese nicht viel YA. Aber dieser Roman hat mich irgendwie angesprochen, da ich Sturmhöhe von Emily Bronte auf der Uni gelesen habe und die Idee einer Neu-Umsetzung hat mir gut gefallen. Die Charaktere und die Story spiegeln eindeutig Sturmhöhe wieder, auch wenn ich mir kurz nicht sicher war, welche Figur Nell wohl ist, was die Sache wieder interessant gemacht hat.

Der Schreibstil war für mich am Anfang gewöhnungsbedürftig, da die Autorin eher kurze Sätze schreibt, was die Story auch prägnant macht. Zwischendurch wollte ich ehrlich gesagt kurz aufgeben, aber es war dann doch spannend und hat mir alles in allem gut gefallen. Die Umgebung ist wirklich gut beschrieben, und mir wurde zwischendurch richtig kalt. Die Autorin hat das Überleben in der Wildnis gut geschildert und packend erzählt.

Fazit: YA-Leser finden in The Hurting sicher ein gutes Leseerlebnis. Für Leser, die Sturmhöhe kennen, ist dies ein neues Erlebnis die Geschichte zu lesen und stellenweise wiederzuerkennen.

Veröffentlicht am 04.03.2019

Doyle vs. Sherlock-Fan: wer löst das Rätsel zuerst?

Der Mann, der Sherlock Holmes tötete
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London 1910: Arthur Conan Doyle versucht nach einem Attentat auf sein Leben den Tod eines Mädchens zu lösen.
2010: Herold wird in die "Baker Street Irregulars" aufgenommen und findet im gleichen Hotel ...

London 1910: Arthur Conan Doyle versucht nach einem Attentat auf sein Leben den Tod eines Mädchens zu lösen.
2010: Herold wird in die "Baker Street Irregulars" aufgenommen und findet im gleichen Hotel die Leiche von Alex Cale, der die verschwundenen Tagebücher Doyle's gefunden hat und auf der Konferenz der Irregulars vorstellen wollte.

Graham Moore's Roman spielt in diesen zwei Zeitsträngen und ergibt ein interessantes Bild eines Autors der Sherlock Holmes sterben lies um endlich seine Ruhe von ihm zu haben, und eines Sherlock-Fans, der sich manchmal mit Sherlock vielleicht zu sehr identifiziert.

Doyle's Zeitstrang gefiel mir sehr gut. Ich denke Moore hat gute Recherchearbeit geleistet und somit die Geschichte sehr glaubwürdig gemacht. Es tauchen auch einige Zeitgenossen Doyle's auf, und besonders Bram Stoker macht die Geschichte umso besser. Ich habe mich immer auf diese Kapitel gefreut, da sie auch, meiner Meinung nach, am spannendsten waren. Doyle's manchmal grimmige Art machten ihn sympathisch und menschlich. Der Mordfall und seine Ideen dazu waren gut gemacht.

Der Zeitstrang in 2010 fokussiert sehr stark Herold's Glaube daran so wie Sherlock denken zu können und den Mordfall so zu lösen. Herold war mir zwar sympathisch mit seiner Deerstalker-Jagdmütze, aber hatte manchmal einige Schwächen und ich war mir nicht immer einig mit seinen Entschlüssen.
Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und da die Zeitstränge abwechselnd in einem eigenen Kapitel abgehandelt werden, unterbricht es nicht den Lesefluss und man fühlt sich sofort in die richtige Zeit versetzt. Moore hat einige Parallelen in die Zeitstränge eingebaut und es hat mich immer gefreut diese zu finden und zu verknüpfen.

Fazit: Ein Spaß für jeden Sherlock Leser und die, die es vielleicht mal werden möchten. Der Zeitstrang mit Arthur Conan Doyle ist auf jeden Fall lesenswert und ein guter historischer Krimi.

Veröffentlicht am 03.03.2019

Sonntag-Nachmittags Roman

Das namenlose Mädchen
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Ein Mädchen wird in Maine (USA) auf der Straße von einem Ehepaar gefunden und in die Obhut des Sozialamts übergegeben. Der Fall landet auf Delia Lamont's Schreibtisch, als drei ermordete Personen in der ...

Ein Mädchen wird in Maine (USA) auf der Straße von einem Ehepaar gefunden und in die Obhut des Sozialamts übergegeben. Der Fall landet auf Delia Lamont's Schreibtisch, als drei ermordete Personen in der Nähe gefunden werden. Von dem Mädchen, Haley, ist nur der Vorname bekannt, und so beginnt für Delia die Suche nach dessen Eltern als ihr letzter Fall bevor sie mit ihrer Schwester eine Bäckerei eröffnet.

Der Klappentext verspricht Spannung, daher dachte ich sofort, dass dieses Buch etwas für mich sein könnte. Das Buch als solches ist eher langsamer als ein typischer spannungsgeladener Krimi. Das namenlose Mädchen ist wirklich ein gut geschriebener Roman mit einer Prise Spannung. Die Ermittlungen im Falle des Mädchens sind stellenweise spannend und man will wirklich wissen, wie es weitergeht. Dazwischen erfahren wir mehr über Delia und ihre Schwester Juniper. Vor allem dreht es sich um das Liebesleben, die Eröffnung der Bäckerei und die Vergangenheit der Schwestern. Man erfährt auch etwas über die Arbeit als Sozialarbeiterin und wie Delia es schafft von einem traumatisierten Kind Informationen zu erhalten.

Der Schreibstil gefiel mir sehr gut und da ich schon viel Mord ist ihr Hobby und andere Serien, die in der Gegend von Maine spielen, habe ich mir immer diesen Hintergrund vorgestellt. Die Charaktere sind gut aufgebaut und man erfährt viel über jeden, ohne dass man mit Informationen überladen wird.

Fazit: Ein interessanter Roman, der durch die Ermittlungen zu Haley's Fall Spannung erhält. Wäre das Buch ein Film, würde ich sagen, dass dies ein Sonntag-Nachmittag-Film ist. Es ist zwar unterhaltsam, aber für mich eher was für Zwischendurch.