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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.11.2019

Lesegenuss mit leichter Spannung

Das Geheimnis von Shadowbrook
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Dieser Roman verbindet eine Geschichte über eine starke Frau die ihren Weg findet mit leichter Spannung am Ende und einer Prise viktorianischer "gothic" Literatur. Das Cover hatte mich sofort angesprochen, ...

Dieser Roman verbindet eine Geschichte über eine starke Frau die ihren Weg findet mit leichter Spannung am Ende und einer Prise viktorianischer "gothic" Literatur. Das Cover hatte mich sofort angesprochen, von der Kurzbeschreibung war ich zuerst nicht überzeugt. Als ich dann die ersten paar Kapiteln gelesen habe, war ich hin und weg.
Vor allem die Schönheit der Natur wird sehr gut beschrieben und dadurch fühlt man sich besonders in den Szenen im Garten als ob man direkt im Geschehen ist. Clara wirkt sehr authentisch mit all ihren Fehlern und kleinen Schönheiten die sie, vor allem in der Natur, findet. Man fiebert mit ihr durch ihre Kindheit und später auf den Anwesen von Mr. Fox, als sie das Rätsel um den Geist aufklären will. Trotz ihrer Glasknochen ist sie stark und hat eine direkte Art. Diese Charakterzüge heben sie von ihrer Umgebung ab, aber machen sie so auch interessant.
Da man als Leser alles durch Clara's Augen sieht, hat man eine sehr einseitige Geschichte, aber dies trägt auch viel zur Story bei und alles ergibt am Schluss ein abgerundetes Bild. Man erfährt dadurch natürlich viel über Clara, und wenig über die Gedanken und Geschichten anderer Charaktere. Dies wurde jedoch von der Autorin auch an vielen Stellen durch geschickte Erzähltaktiken gelöst und ich hatte nicht das Gefühl, dass mir etwas fehlen würde.
Die Story ist einfach schön zu lesen und man hat dieses Gefühl, dass man etwas vor sich geht, aber man weiß nicht genau was. Die Autorin baut Spannung nach und nach, sehr langsam aber doch nicht uninteressant, auf und hält sie bis zum Schluss.
Es ist irgendwie schwer es zu beschreiben, ohne zu viel von der Story preiszugeben, aber für mich als Fan von viktorianischer Literatur, war es ein absoluter Lese-Genuss und ich kann den Roman nur weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 27.10.2019

Spannender Rätselspaß

Bis ihr sie findet
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Südengland an einem heißen Juliabend des Jahres 1983. Sechs Schulfreunde treffen sich, um gemeinsam im Wald zu zelten. 5 kommen wieder heim.

Ich habe mir ehrlich gesagt recht wenig erwartet, da bei solchen ...

Südengland an einem heißen Juliabend des Jahres 1983. Sechs Schulfreunde treffen sich, um gemeinsam im Wald zu zelten. 5 kommen wieder heim.

Ich habe mir ehrlich gesagt recht wenig erwartet, da bei solchen Büchern oft schnell klar ist, wer der Mörder war. Bei diesem Krimi war ich wirklich nach fast jedem Kapitel anderer Meinung wer der Mörder sein könnte. Selbst Verdächtige die ich schon längst ausgeschlossen habe, kamen immer wieder ins Spiel. Dieser Punkt war sicher einer der vielen, die dieses Buch für mich zu einem spannenden Leseerlebnis gemacht haben.
Das Cover ist so gestaltet, dass man sich dann während des Lesens diesen Wald und die ganze Umgebung gut vorstellen kann und die Atmosphäre aufbaut. Der Schreibstil trägt den Rest dazu bei, dass man sich alles gut vorstellen kann und das Gefühl hat nah am Geschehen zu sein.
Die Charaktere sind gut aufgebaut, wenn auch manchmal mit etwas nutzlosen Szenen, die leider nicht viel zur Story beitragen. DCI Jonah Sheen wird wohl am detailliertesten beschrieben, aber auch DC Hanson, als die "Neue", hat ein paar gute Stellen. Man merkt aber auch, dass die Autorin auf längere Sicht plant und somit nicht alles zu den Hauptcharakteren verrät.
Bei der Clique der fünf Freunde hat es mir echt geholfen, dass am Anfang und Ende des Buches eine Kurzbeschreibung jedes einzelnen war, da ich mich manchmal nicht wirklich ausgekannt habe wer jetzt wer ist.
Für mich war das Buch spannend zu lesen, da ich es kaum aus der Hand legen wollte. Es ist spannend aufgebaut und man kann seinen inneren Detektiv freien Lauf lassen. Absolut empfehlenswert für jeden Krimi-Fan.

Veröffentlicht am 16.10.2019

Außergewöhnliche Frau - gutes Buch

Die Zeit des Lichts
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Der Roman erzählt von Lee Miller's Zeit in Paris, ihre Anfänge und ihre Liebesbeziehung mit Man Ray. Miller wird von der Autorin als starke Persönlichkeit dargestellt, die aber auch ihre Schwächen hat. ...

Der Roman erzählt von Lee Miller's Zeit in Paris, ihre Anfänge und ihre Liebesbeziehung mit Man Ray. Miller wird von der Autorin als starke Persönlichkeit dargestellt, die aber auch ihre Schwächen hat. Sie wird am Anfang als etwas in die Jahre gekommene Fotografin und Journalistin mit PTSD beschrieben, aber das Hauptaugenmerk liegt auf ihren Anfängen und wie sie sich als Künstlerin versucht einen Namen zu erarbeiten.
Ich liebe historische Romane, besonders wenn sie mit fundiertem Wissen über die historische Persönlichkeit belegbar sind, und in diesem Roman ist das gelungen. Die Stellen über Lee Miller's Arbeit und ihren "drive" es als Künstlerin zu schaffen haben mir sehr gut gefallen. Man kommt sich wirklich vor als würde man als Leser mit ihr in der kleinen Dunkelkammer im Man Ray's Pariser Studio stehen und mit Licht experimentieren.
Miller war eine außergewöhnliche und starke Frau, leider waren mir die vielen Liebesszenen, wenn sie auch kurz waren, für meinen Geschmack zu viel. Dies mag daran liegen, dass ich kein Fan von Romanzen und Liebesgeschichten bin und eher über die Epoche und die Persönlichkeit selbst etwas erfahren möchte und mit ihr durch diese Zeit gehen möchte.
Das Cover ist, finde ich, sehr gut gestalten und hat mich sofort angesprochen. Die Story ist auf jeden Fall interessant, auch wenn man nie etwas von Lee Miller und Man Ray gehört hat. Wer dann auch noch gerne Liebesgeschichten mag, ist mit diesem Buch gut beraten.

Veröffentlicht am 10.10.2019

Die Zeugin sieht alles...

Melmoth
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Helen Franklins Leben nimmt eine jähe Wende, als sie in Prag auf ein seltsames Manuskript stößt. Es handelt von Melmoth - einer mysteriösen Frau in Schwarz, der Legende nach dazu verdammt, auf ewig über ...

Helen Franklins Leben nimmt eine jähe Wende, als sie in Prag auf ein seltsames Manuskript stößt. Es handelt von Melmoth - einer mysteriösen Frau in Schwarz, der Legende nach dazu verdammt, auf ewig über die Erde zu wandeln. Helen findet immer neue Hinweise auf Melmoth in geheimnisvollen Briefen und Tagebüchern - und sie fühlt sich gleichzeitig verfolgt. Liegt die Antwort, ob es Melmoth wirklich gibt, in Helens eigener Vergangenheit?

Melmoth ist, außer das ein wunderschönes Buch ist, auch eine wunderschöne Sprache. Sarah Perry schreibt unglaublich schöne, lyrische Sätze. Dies verlangt dem Leser zwar etwas an Konzentration ab, hat mir aber sehr gut gefallen, da es mal ein anderes Leseerlebnis war.

Die Story, an sich, ist sehr interessant und mystisch. Einzelne Kapiteln sind Erzählungen aus der Vergangenheit von Menschen die Melmoth gesehen haben und bietet einen "historischen" Hintergrund für die Geschehnisse in Helen Franklin's Zeit. Dieser Teil hat mir immer besonders gut gefallen, da es für mich persönlich etwas interessanter als Helen's Story war.

Helen war für mich leider etwas gewöhnungsbedürftig. Sie wird als ein tragischer Charakter dargestellt, die eine geheimnisvolle Vergangenheit hat. Ich bin irgendwie nicht mit ihr und ihrer Geschichte warm geworden. Zwischendurch habe ich auch gedacht, dass sie in der falschen Zeit platziert ist, da sie für mich sehr wie Charaktere aus den Anfängen des 20. Jahrhundert wirkte und ich mich manchmal erinnern musste, dass die Geschichte in der jetzt-Zeit spielt.

Ich kann dieses Buch Lesern empfehlen, die gerne tragische Charaktere lesen und die auch gerne etwas mystischere Bücher lesen. Das schöne Cover hilft auf jeden Fall bei der Kaufentscheidung!

Veröffentlicht am 01.09.2019

Whodunit in einer spannenden Endlosschleife

Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle
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Maskenball auf dem Anwesen der Familie Hardcastle. Am Ende des Abends wird Evelyn, die Tochter des Hauses, sterben. Und das nicht nur ein Mal. Tag für Tag wird sich ihr mysteriöser Tod wiederholen – so ...

Maskenball auf dem Anwesen der Familie Hardcastle. Am Ende des Abends wird Evelyn, die Tochter des Hauses, sterben. Und das nicht nur ein Mal. Tag für Tag wird sich ihr mysteriöser Tod wiederholen – so lange, bis der Mörder endlich gefasst ist

Stuart Turton hat mit dem Buch eine "whodunit"-Story perfekt mit der, fast schon Sci-fi, Idee einer Endlosschleife verbunden. Die Ideen und Geschehnisse, die der Hauptcharakter hat sind so gut beschrieben, dass man als Leser sich gut identifizieren kann und mitfiebert. Die Story ist mit vielen Wendungen und Überraschungen gespickt, dass es nie langweilig wir und ich mit immer darauf gefreut habe endlich weiterzulesen; was man übrigens schnell tun sollte, denn das einzige Manko ist, dass es so einige Figuren gibt, die man sich alle merken muss um immer auf den Laufenden zu bleiben und mitzuraten.

Das Buch wird als Agatha Christie-esk beschrieben, und ich denke, dass dies wirklich zutrifft. Es beginnt schon bei dem setting in einem alten, verwahrlosten Anwesen. Turton beschreibt die Umgebung und das Anwesen sehr detailliert und ich habe es mir wirklich gut vorstellen können. Die Hardcover-Edition hat auch einen schönen Lageplan, der sicherlich ein Pluspunkt ist.

Die Sieben Tode der Evelyn Hardcastle ist zwar nicht spannend im Sinn von Action-geladen, aber spannend im Sinn von "ich will wissen wer der Mörder ist". Ich kann gar nicht viel über das Buch sagen, ohne etwas zu verraten. Ich bin auf jeden Fall angenehm überrascht, wie gut die Story wirklich ist. Aber was ich definitiv sagen kann ist, dass ich es jedem Krimi-Fan und Freund einer guten "whodunit"-Story ans Herz legen kann.