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Nicawa

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.06.2026

Viel Anziehung, wenig Tiefgang

Don't let me fall # 01
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"Don't Let Me Fall" klang für mich nach einer emotionalen Hockey Romance mit verbotener Liebe, Slow Burn und viel Gefühl. Leider konnte mich die Geschichte nicht wirklich überzeugen.

Schon auf den ersten ...

"Don't Let Me Fall" klang für mich nach einer emotionalen Hockey Romance mit verbotener Liebe, Slow Burn und viel Gefühl. Leider konnte mich die Geschichte nicht wirklich überzeugen.

Schon auf den ersten Seiten steht die körperliche Anziehung zwischen Ash und Colt im Mittelpunkt. Dadurch fiel es mir schwer, eine echte emotionale Verbindung zu den Figuren aufzubauen. Statt einer langsam wachsenden Beziehung wirkte vieles auf mich eher oberflächlich und vorhersehbar. Obwohl einige ernste Themen angesprochen werden, bleiben sie meist an der Oberfläche und bekommen nicht die Tiefe, die sie verdient hätten.

Besonders enttäuscht hat mich der Sports-Romance-Aspekt. Eishockey spielt in der Handlung kaum eine Rolle und dient eher als Hintergrundkulisse. Wer sich auf Teamdynamik, Training oder echtes Hockey-Feeling freut, wird hier nicht auf seine Kosten kommen.

Der Schreibstil lässt sich zwar angenehm und schnell lesen und das Ende hat mir deutlich besser gefallen als der Rest der Geschichte. Insgesamt konnte das Buch die Erwartungen, die Klappentext und Tropes geweckt haben, jedoch nicht erfüllen.

Für Leserinnen und Leser, die vor allem Spice und viel Liebesdrama suchen, könnte das Buch dennoch interessant sein. Für mich fehlten jedoch die emotionale Tiefe und das gewisse Etwas, um wirklich mitzufiebern.

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Veröffentlicht am 08.06.2026

Skurril, chaotisch, unterhaltsam

Hope Joanna
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Mit „Hope Joanna“ zeigt Horst Evers einmal mehr seinen besonderen Humor. Der Roman verbindet Krimi, Satire und Berliner Großstadtchaos zu einer Geschichte, die sich angenehm anders anfühlt als typische ...

Mit „Hope Joanna“ zeigt Horst Evers einmal mehr seinen besonderen Humor. Der Roman verbindet Krimi, Satire und Berliner Großstadtchaos zu einer Geschichte, die sich angenehm anders anfühlt als typische Ermittlerromane.

Im Mittelpunkt steht Hope Joanna Marlow, eine Polizistin mit ungewöhnlicher Vergangenheit, die plötzlich stärker in der Öffentlichkeit steht, als ihr lieb ist. Während Berlin zunehmend aus dem Gleichgewicht gerät, muss sie sich mit einem Fall beschäftigen, der schnell immer größere Ausmaße annimmt.

Besonders gelungen ist die Atmosphäre des Buches. Der Berliner Humor zieht sich durch die gesamte Geschichte, viele Dialoge sind trocken, pointiert und voller kleiner Beobachtungen aus dem Alltag. Gleichzeitig schafft es der Autor, aktuelle gesellschaftliche Themen locker in die Handlung einzubauen, ohne dass es belehrend wirkt.

Der größte Pluspunkt ist definitiv der Stil. Das Buch liest sich leicht, schnell und oft sehr unterhaltsam. Die Mischung aus Krimi und absurdem Humor funktioniert überraschend gut. Allerdings muss man sich auf die teils sehr überdrehte Handlung einlassen können. Nicht jede Szene wirkt komplett rund, manche Figuren bleiben etwas oberflächlich und zwischendurch verliert sich die Geschichte kurzzeitig in ihrem eigenen Chaos.

Wer einen klassischen, düsteren Krimi sucht, wird hier vermutlich nicht ganz glücklich. Wer aber Lust auf eine schräge, humorvolle und ungewöhnliche Geschichte mit viel Berliner Flair hat, dürfte mit „Hope Joanna“ viel Spaß haben.

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Veröffentlicht am 08.06.2026

Perfekte Fassade, starke Idee, schwache Landung

Yesteryear
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Was passiert, wenn das perfekte Leben plötzlich ohne Filter und Inszenierung bestehen muss?

Genau mit dieser spannenden Frage startet Yesteryear. Im Mittelpunkt steht Natalie Heller Mills, eine erfolgreiche ...

Was passiert, wenn das perfekte Leben plötzlich ohne Filter und Inszenierung bestehen muss?

Genau mit dieser spannenden Frage startet Yesteryear. Im Mittelpunkt steht Natalie Heller Mills, eine erfolgreiche Tradwife-Influencerin, die online das Bild einer perfekten Familie, einer idyllischen Farm und eines makellosen Lebens verkauft. Doch hinter den sorgfältig kuratierten Bildern verbirgt sich weit mehr, als ihre Millionen Follower ahnen.

Besonders zu Beginn konnte mich die Geschichte schnell fesseln. Die Autorin zeigt eindrucksvoll, wie stark soziale Medien von Inszenierung leben und wie groß die Diskrepanz zwischen öffentlichem Bild und Realität sein kann. Die Atmosphäre wirkt oft beklemmend und unterschwellig verstörend, während man sich ständig fragt, was hinter der Fassade wirklich verborgen liegt.

Natalie selbst ist dabei alles andere als eine sympathische Protagonistin. Sie handelt egoistisch, kontrollierend und häufig manipulativ. Trotzdem übt ihre Figur eine gewisse Faszination aus, weil man unbedingt verstehen möchte, wie sie zu dem Menschen geworden ist, der sie heute ist.

Auch wenn mich nicht jede Entwicklung überzeugen konnte, hat das Buch für mich einen erstaunlichen Sog entwickelt. Ich wollte unbedingt wissen, wie alles zusammenhängt und wohin Natalies Weg letztlich führt. Die Auflösung selbst konnte meine Erwartungen zwar nicht vollständig erfüllen und wirkte auf mich stellenweise etwas konstruiert. Dennoch blieb ich bis zum Schluss neugierig, denn hinter der Geschichte steckt letztlich die Tragik eines Menschen, der sein gesamtes Leben einer perfekten Illusion widmet und sich dabei immer weiter darin verliert.

Yesteryear ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt und interessante Diskussionen über Selbstinszenierung, Rollenbilder und die Macht sozialer Medien ermöglicht. Für mich war es ein unterhaltsamer, stellenweise fesselnder Roman mit einer starken Grundidee, der sein Potenzial am Ende jedoch nicht vollständig ausschöpfen konnte.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Spannend, atmosphärisch und gut durchdacht

Party of Liars
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Was nach der perfekten Party klingt, entpuppt sich schnell als eine spannungsgeladene Mischung aus Lügen und verborgenen Wahrheiten. In einer luxuriösen Villa in den Texas Hills eskaliert eine Sweet-Sixteen-Party ...

Was nach der perfekten Party klingt, entpuppt sich schnell als eine spannungsgeladene Mischung aus Lügen und verborgenen Wahrheiten. In einer luxuriösen Villa in den Texas Hills eskaliert eine Sweet-Sixteen-Party und endet mit einer Leiche auf der Tanzfläche.

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, wodurch sich die Ereignisse nach und nach zusammensetzen. Jede Figur bringt eigene Geheimnisse und Motive mit, sodass man lange nicht einschätzen kann, wem man trauen kann. Dabei entsteht nach und nach ein dichtes Geflecht aus Beziehungen, Konflikten und unausgesprochenen Spannungen. Besonders gelungen fand ich die Figurenzeichnung. Einige Charaktere bleiben lange undurchsichtig, am Ende aber fügen sich die einzelnen Handlungen zusammen und ergeben ein stimmiges Gesamtbild. Gerade diese Momente der Auflösung wirken gut durchdacht und runden die Geschichte überzeugend ab.
Die wechselnden Sichtweisen und der klare, flüssige Schreibstil sorgen für ein gutes Lesetempo. Gleichzeitig hält die Spannung konstant, weil man als Leserin immer wieder neue Vermutungen anstellt und bisherige Einschätzungen hinterfragt. Auch die Atmosphäre trägt viel zur Wirkung bei. Hinter der glamourösen Oberfläche liegt eine spürbare Unruhe, die sich durch die gesamte Handlung zieht und das Geschehen unterschwellig antreibt.

Ein kompakt erzählter Thriller mit durchgehendem Spannungsbogen, undurchsichtigen Figuren und einer schlüssigen Auflösung, der bis zum Ende zum Miträtseln einlädt.

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Warmherzig, klug und voller Menschlichkeit

Pina fällt aus
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„Pina fällt aus“ ist für mich ein echtes Highlight und eines dieser Bücher, das leise beginnt und dann immer tiefer unter die Haut geht.

Die Geschichte erzählt von Verantwortung, Fürsorge und davon, wie ...

„Pina fällt aus“ ist für mich ein echtes Highlight und eines dieser Bücher, das leise beginnt und dann immer tiefer unter die Haut geht.

Die Geschichte erzählt von Verantwortung, Fürsorge und davon, wie schnell ein ganzes Leben ins Wanken geraten kann, wenn eine zentrale Person plötzlich wegbricht. Dabei verzichtet das Buch auf große Dramatik und setzt stattdessen auf eine ruhige, sehr eindringliche Erzählweise, die sich erstaunlich nah anfühlt. Es bleibt immer am Alltag der Figuren und wirkt dadurch besonders authentisch, aber nie belehrend.

Besonders beeindruckt hat mich, wie differenziert die Figuren gezeichnet sind. Man begegnet hier Menschen mit Ecken, Unsicherheiten und ganz eigenen Geschichten. Diese Vielschichtigkeit sorgt dafür, dass sich Perspektiven im Laufe der Geschichte immer wieder verschieben und man beginnt, Entscheidungen und Verhaltensweisen neu zu betrachten. Genau das macht die Entwicklung der Charaktere so glaubwürdig und lebendig.

Was ich besonders geliebt habe, ist die Mischung aus Tiefgang und Humor. Trotz der ernsten Themen gibt es immer wieder warme, leichte und teilweise herrlich schräge Momente, die das Ganze auflockern und dem Buch eine ganz besondere Atmosphäre geben.

Für mich ist „Pina fällt aus“ eine sehr menschliche, kluge und berührende Geschichte, die lange nachwirkt.

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