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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.01.2026

Leseempfehlung

Das Buch der verschollenen Namen
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Liebe und Mut im Angesicht des Bösen: Kristin Harmels historischer Roman aus der Zeit des 2. Weltkriegs ist inspiriert von der wahren Geschichte einer kleinen Stadt in Frankreich, die zu einem Symbol des ...

Liebe und Mut im Angesicht des Bösen: Kristin Harmels historischer Roman aus der Zeit des 2. Weltkriegs ist inspiriert von der wahren Geschichte einer kleinen Stadt in Frankreich, die zu einem Symbol des Widerstands wurde.

Nur knapp entkommt die Studentin Eva Abrams 1942 aus Paris, nachdem ihr Vater, ein polnischer Jude, verhaftet wurde. Eva findet Zuflucht im kleinen Bergdorf Aurignon in der unbesetzten Zone, wo sie auch den jungen Widerstandskämpfer Rémy kennenlernt.

Bald beginnt Eva, im Auftrag der Résistance Ausweispapiere für jüdische Kinder zu fälschen – doch deren wahre Identität möchte sie für eine Zeit nach dem Krieg bewahren. Zusammen mit Rémy fertigt sie verschlüsselte Aufzeichnungen an: das Buch der verschollenen Namen. Als jedoch ihre Widerstandszelle verraten wird und Rémy plötzlich verschwindet, bedeutet das Buch für sie beide tödliche Gefahr …

Ich habe schon viele Bücher gelesen, die in der Zeit des 2. Weltkriegs spielen, aber diese Geschichte ist anders und etwas besonderes.

Zunächst erleben wir mit, wie Evas Familie auseinander gerissen wird, als ihr Vater deportiert wird und Eva mit ihrer Mutter fliehen kann. Soweit hat man das sicher schon häufiger gelesen. Aber einen Einblick in diese Art von Widerstand zu erhalten, ist mal etwas anderes und basiert zudem auch noch auf wahren Begebenheiten.

Mir standen beim Lesen des Öfteren Tränen in den Augen und ich hatte Gänsehaut. Eva habe ich wirklich bewundert für ihren Mut. Ihre Muttwr hingegen fand ich ihrer Tochter gegenüber oft unfair. Für beide ist die Situation mit der Flucht und des Nichtwissens, wie es dem Vater geht schwer, aber sie hat all ihre Wut und Unzufriedenheit an Eva ausgelassen, die nur versucht hat, das bestmögliche aus der Situation zu machen.

Ich hatte vorher noch nichts von Kristin Harmel gehört und das Buch war eher eine zufällige Entdeckung, aber ich möchte in Zukunft gerne weitere Bücher von ihr lesen.

Wer gerne historische Romane zur Zeit des zweiten Weltkriegs liest, die zudem auf wahren Begebenheiten beruhen und Hoffnung machen, wird diese Geschichte sicher auch sehr mögen. Eine absolute Leseempfehlung und ein (für mich) unerwartetes Highlight.

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Veröffentlicht am 11.01.2026

Christmas Crime

Mit dem Schnee kommt der Tod
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Auf der kleinen Insel St Michael’s Mount verbringen Krimiautorin Josephine Tey und Detective Chief Inspector Archie Penrose in illustrer Runde und mit Marlene Dietrich als Ehrengast ihre Weihnachtstage. ...

Auf der kleinen Insel St Michael’s Mount verbringen Krimiautorin Josephine Tey und Detective Chief Inspector Archie Penrose in illustrer Runde und mit Marlene Dietrich als Ehrengast ihre Weihnachtstage. Die festliche Stimmung schlägt jedoch schnell um, nach zwei Morden scheint jede und jeder verdächtig – dass die Insel auch noch durch Schneesturm und Flut vom Festland abgeschnitten ist, macht die Angst der Gäste nicht kleiner.

"Mit dem Schnee kommt der Tod" ist zwar bereits der 6. Teil der Reihe und ich kenne die anderen Bände auch nicht, aber das ist auch gar nicht notwendig. Ich hatte nicht das Gefühl, irgendwas wichtiges verpasst zu haben.

Die Geschichte beginnt mit einem Kapitel über einen Kriminalfall aus dem Jahr 1920 und macht danach einen Sprung ins Jahr 1938. Mir war bis zum letzten Drittel des Buches nicht klar, wie die Fälle miteinander in Verbindung stehen könnten.

Da sich nur eine begrenzte Zahl von Personen zum Weihmachtsfest auf der Burg befinden und zumindest bei einem Mord sofort klar ist, dass der/die Täter/in aus diesem Kreis stammt, erinnert die Geschichte gleich an den Stil von Mord im Orientexpress oder Knives out. Die Personen blieben in meinen Augen aber teilweise etwas zu blass. 

Ich vergebe für diesen cozy Weihnachts-Krimi 3,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

Die Inselkommissarin

Der Tote im Strandkorb
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Auf Amrum, der kleinen nordfriesischen Insel, wird der Leiter eines Kinderheims tot am Strand aufgefunden. Die örtliche Polizei geht von einer natürlichen Todesursache aus, bis das Landeskriminalamt die ...

Auf Amrum, der kleinen nordfriesischen Insel, wird der Leiter eines Kinderheims tot am Strand aufgefunden. Die örtliche Polizei geht von einer natürlichen Todesursache aus, bis das Landeskriminalamt die Obduktion des Leichnams veranlasst und Ermittlungen einleitet. Hauptkommissarin Lena Lorenzen wundert sich darüber, dass Kriminaldirektor Warnke ausgerechnet ihr diesen Fall überträgt. Wenige Monate zuvor hatte er sie noch wegen eigenmächtiger Ermittlungen aus einer Sonderkommission abgezogen und ihre Herunterstufung beantragt. Lena, die auf Amrum geboren und aufgewachsen ist, holt die Erinnerung ein: Sie hat die Insel vierzehn Jahre zuvor im Streit mit ihrem Vater verlassen. Während der Tage auf Amrum trifft sie ihre herzliche Tante Beke wieder und läuft schon am ersten Tag Erck über den Weg, ihrer einstigen großen Liebe.

Der Fall erweist sich als kompliziert. Nicht nur die Personen aus dem unmittelbaren Umfeld des Toten geraten unter Verdacht, sondern es tauchen auch mysteriöse Kontakte auf. Erst nach und nach wird Lena klar, warum ihr Chef ausgerechnet sie nach Amrum geschickt hat.

"Der Tote im Strandkorb" ist der erste Fall für die Inselkommissarin Lena Lorenzen. Da ich bereits spätere Teile der Reihe gelesen habe, die mir sehr gut gefallen haben, wollte ich gerne auch noch die ersten Bände lesen oder hören.

Die Mischung aus Ermittlungen und Privatleben der Ermittler gefällt mir an dieser Reihe sehr gut, da man so auch diese besser kennen lernt.

Den Auftakt der Reihe fand ich gelungen und mit den Wendungen am Ende habe ich definitiv nicht gerechnet.

Die Stimme der Sprecherin Claudine Tadlock war zunächst - wohl hauptsächlich aufgrund des Dialekts - allerdings etwas gewöhnungsbedürftig, aber als man sich daran gewöhnt hatte, hat mir die lebhafte Erzählung durch ihre gute Betonung sehr gefallen.

Ich freue mich schon darauf, die nächsten Bände zu hören oder zu lesen und die Charaktere von Beginn an kennen zu lernen.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

Vier Generationen

Transatlantik
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Dublin, 1845: Der amerikanische Abolitionist Douglass reist durch das von Hungersnot gepeinigte Irland.
Neufundland, 1919: Die beiden Flieger Alcock und Brown unternehmen den ersten Nonstopflug über den ...

Dublin, 1845: Der amerikanische Abolitionist Douglass reist durch das von Hungersnot gepeinigte Irland.
Neufundland, 1919: Die beiden Flieger Alcock und Brown unternehmen den ersten Nonstopflug über den Atlantik nach Irland.
New York, 1998: US-Senator Mitchell verlässt seine junge Frau und sein neugeborenes Kind, um die Friedensgespräche in Belfast zu einem unsicheren Abschluss zu führen.
«Transatlantik» verwebt drei historische Momente mit dem Schicksal dreier Frauen: Angefangen bei der irischen Hausmagd Lily Duggan, die auf Douglass trifft, folgt der Roman Tochter Emily und Enkelin Lottie in die USA und, später, zurück auf die Insel.

Obwohl ich mir sehr viele Notizen zu diesem Buch gemacht habe, weiß ich gar nicht so recht, wo ich mit der Rezension beginnen soll. Ich starte mal mit dem Aufbau. Der Buch ist in drei Teile gegliedert, wobei der erste Teil die Jahre 1919, 1845-1846 und 1998 abdeckt und das in genau dieser Reihenfolge. Der zweite Teil befasst sich mit den Jahren 1863-1889, 1929 und 1978 und der dritte Teil umfasst in einem einzigen, langen Kapitel das Jahr 2011.

Der erste Teil und der Einstieg in das Buch war für mich die größte Herausforderung. Durch die Zeisprünge, die zudem nicht in chronologischer Reihenfolge waren, und die vielen Personen war ich ziemlich verwirrt und bis auf eine Ausnahme zu Beginn, ist es mir dementsprechend schwer gefallen, in die Handlung zu finden.

Der zweite Teil wurde da schon um einiges besser und ich konnte mehr in die Handlung eintauchen, wobei ich mich immer konzentrieren musste, um nicht den Faden zu verlieren. Die ersten beiden Teile werden komplett in der dritten Person erzählt.

Der dritte Teil umfasst auf knapp 80 Seiten nur noch das Jahr 2011. Hier wird plötzlich aus der Ich-Perspektive erzählt, was mich zunächst wieder verwirrt hat, da ich nicht sofort erkennen konnte, dass hier aus Sicht von Hannah erzählt wird.

Da so viele Personen eine Rolle spielen, fällt es mir teilweise schwer zu sagen, wie mir die Charaktere gefallen haben. Außer beim letzten Teil, wo man wirklich das Gefühl hat, Hannah näher zu kommen, ist mir das bei den anderen Charakteren aufgrund der Masse nicht ganz so leicht gefallen.

Trotz dieser Schwierigkeiten muss ich sagen, dass mir das Buch gefallen und es sich gelohnt hat, bis zum Ende durchzuhalten. Daher vergebe ich gerne vier Sterne.

Da die Geschichte über mehr als 150 Jahre gespannt wird und entsprechend viele Personen und Generationen umfasst, muss man sich schon sehr auf die Handlung konzentrieren und sollte das Buch in Ruhe lesen und sich Zeit dafür nehmen.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

#inkürzetot

Stille blutet
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Wenige Worte machen die aufstrebende Wiener Nachrichtensprecherin Nadine Just über Nacht berühmt: Vor laufender Kamera kündigt sie ihre Ermordung an – zwei Stunden später ist sie tot! Ebenso ergeht es ...

Wenige Worte machen die aufstrebende Wiener Nachrichtensprecherin Nadine Just über Nacht berühmt: Vor laufender Kamera kündigt sie ihre Ermordung an – zwei Stunden später ist sie tot! Ebenso ergeht es dem Blogger Gunther Marzik nach einer ganz ähnlichen Ankündigung. Während die österreichische Medienwelt kopfsteht, fluten Nachahmerbeiträge und Memes das Netz. Wie soll Fina Plank, die junge Ermittlerin der Wiener "Mordgruppe", zwischen einer echten Spur, einem schlechten Scherz oder schlichtem Fake unterscheiden? Von allen unbemerkt beobachtet ein weiterer Spieler mit Interesse das Geschehen – und bereitet einen raffinierten Schachzug vor …

"Stille blutet" war mein erstes Buch von Ursula Poznanski und auch das erste Buch Mordgruppe-Reihe. Die Geschichte war von Beginn an spannend und hat mich gefesselt. Dass die Erzählperspektiven zwischen Fina und Tibor wechseln, gibt dem Thriller noch mehr Tiefe.

Gelesen wird das Hörbuch von Julia Nachtmann, die mir als Sprecherin wieder sehr gut gefallen hat. Was hinter den kurzen Parts steckt, die von einer männlichen Stimme eingelesen wurden und eher unheimlich klingen, ist mir noch nicht ganz klar - bietet aber zusätzliche Spannung.

Wie es bei einem guten Thriller sein sollte, war lange unklar, wer der Täter ist und ich hätte mit dieser Wendung nicht gerechnet. Dennoch wird nicht alles aufgeklärt und bietet sicher die Grundlage für die Folgebände, die ich sicher auch noch hören werde.

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