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Veröffentlicht am 19.06.2022

Heiratsvermittlung der speziellen Art

Wie man sich einen Lord angelt
1


„…Es besteht ein bedeutender Unterschied zwischen der feinen Gesellschaft und den oberen Zehntausend. Zu dieser Schicht – zur Welt der Lords und Ladys mit Land und Reichtum – kann ich dir leider keinen ...


„…Es besteht ein bedeutender Unterschied zwischen der feinen Gesellschaft und den oberen Zehntausend. Zu dieser Schicht – zur Welt der Lords und Ladys mit Land und Reichtum – kann ich dir leider keinen Zutritt verschaffen…“ Eigentlich würde Kitty Talbot dieser Welt angehören, wäre da nicht dieser kleine skandalöse Makel in ihrer Ahnenreihe. Aber das ist nicht ihr größtes Problem. Dieses verbirgt sich in dem Erbe ihres verstorbenen Vaters, der ihr nichts als immense Spielschulden und die Sorge für ihre vier jüngeren Schwestern hinterlassen hat. Im Jahr 1818 besteht für eine junge Frau nur eine Möglichkeit die in 3 Monaten fällig werdenden Schulden zu tilgen: Eine reiche Heirat. Also wagt sich Kitty zusammen mit ihrer jüngeren Schwester Cecily nach London auf das gefährliche Parkett der Bälle der feinen Gesellschaft, um sich hier einen geeigneten Kandidaten zu angeln. Es könnte alles so einfach sein, würden sich nicht immer wieder Stolpersteine durch ihre Herkunft und Verwicklungen der speziellen Art auftun. Und dann gibt es da auch noch Lord Radcliffe – den Bruder eines ihrer Kandidaten – der Kittys Pläne schnell durchschaut und diese zu verhindern sucht. Schafft sie es trotzdem sich im Haifischbecken der Lords und Ladys zu behaupten und rechtzeitig einen Ehemann zu finden? Und was ist eigentlich mit der Liebe? Hier trifft Jane Austen auf „Bridgerton“, entsprechend erwartet den Leser ein turbulenter Roman mit vielen Überraschungen.
„Wie man sich einen Lord angelt“ ist der Debütroman von Sophie Irwin und der ist ihr sehr gut gelungen! Mit diesem humorvollen Regencyroman trifft sie die Leser mitten ins Herz. Es ist Irwins angenehmer Schreibstil, der dieses Buch ehrlich, vertraut und absolut lesenswert macht. Ich hoffe, wir werden in der nächsten Zeit noch viel mehr von ihr zu lesen bekommen, denn sie reiht sich ebenbürtig in die Reihe der Autoren der historischen Romance ein. „Wie man sich einen Lord angelt“ ist ein echter Pageturner, es war der erste Roman dieser Autorin, den ich gelesen habe und ich hoffe nicht der Letzte!
In diesem Roman lernen wir die charmante Kitty kennen, die die Sorge um ihre vier jüngeren Schwestern vor ihr eigenes großes Glück stellt. Kennt ihr das Problem in einer Konfrontation nicht schlagfertig genug zu sein und dass euch die Antwort oder richtige Lösung erst deutlich später einfällt? Nun Kitty hat damit keine Schwierigkeiten. Egal welcher Abgrund sich gerade vor ihr öffnet, oder in welches Schlamassel sie gerade wieder hineinstolpert, sie weiß genau in dem Moment, was zu tun ist. Und auch wenn ihr manches Mal dabei das Herz in die Hose rutscht, nach außen darf sie keine Schwäche zeigen. Dadurch wirkt sie das ein oder andere Mal ein wenig hart, dabei ist sie in Wirklichkeit herzensgut, sympathisch und absolut taff. Mit Kitty, die schnell zu einer lieben Freundin wird, geht der Leser durch dick und dünn. Manches Mal wollte ich sie schütteln, um ihr zu erklären, dass sie nicht allein für alle Fehler ihrer Eltern verantwortlich sei und dass sie verdammt noch einmal auch an sich denken soll!
Aber nicht nur Kitty ist mir zu einer lieben Freundin geworden, auch die anderen Figuren wurden von Sophie Irwin wunderbar authentisch gezeichnet und haben mir mein Herz gestohlen. Insbesondere Tante Dorothy, die treu an der Seite der beiden Schwestern steht, auch wenn sie davon überzeugt ist, dass das Parkett, auf dem Kitty sich bewegt, für ihre Verhältnisse etwas zu glatt ist. Und Cecily, die durch ihren besonderen Intellekt auf Außenstehende teilweise etwas seltsam wirkt, sich aber gerade dadurch zum Türöffner für sonst für Kitty verschlossene Türen entwickelt. Aber das Highlight – natürlich neben Kitty – ist Lord Radcliffe , der durch seine Teilnahme an der Schlacht um Waterloo mehr als ein Geheimnis mit sich herumträgt und dennoch unheimlich sympathisch und begehrenswert wirkt.
„Wie man sich einen Lord angelt“ steckt von Anfang bis Ende voller unerwarteter Überraschungen, Entwicklungen und Emotionen. Bis zum Schluss bangt der Leser mit Kitty, ob sie ihre Mission erfüllen kann. Dadurch hält dieser Roman auf jeder Seite einen eigenen Spannungsbogen bereit, der das Buch absolut lesenswert macht.
Fazit:
„Wie man sich einen Lord angelt“ von Sophie Irwin ist ein echtes Wohlfühlbuch nicht nur mit Humor, sondern auch mit Tiefgang sowie liebenswerten Charakteren. Sophie Irwin schreibt so authentisch und lebensnah, dass sich der Leser mitten in der Geschichte fühlt, Herzklopfen eingeschlossen. Ein Buch, bei dem ich traurig bin, dass es zu Ende ist und ich hoffe bald einen Fortsetzungsroman lesen zu dürfen, bei dem wir erfahren wie es mit den anderen vier Schwestern von Kitty weitergeht. Für dieses "Lieblingsbuch" gibt es von mir eine klare Leseempfehlung





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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.06.2022

"Schlaflos in ... den Hamptons"

Wir am Meer
5

Ein Haus am Meer und auch noch in den Hamptons, dass ist der Sehnsuchtsort vieler und ganz besonders der von Anna! Denn das Haus gehört dem Bestsellerautors Kilian Brand. Dem Kilian Brand, für den Anna ...

Ein Haus am Meer und auch noch in den Hamptons, dass ist der Sehnsuchtsort vieler und ganz besonders der von Anna! Denn das Haus gehört dem Bestsellerautors Kilian Brand. Dem Kilian Brand, für den Anna seit ihrem 16. Lebensjahr schwärmt! Kein Wunder also, dass sie sofort Feuer und Flamme ist, als ihre große Schwester Johanna von einer Urlaubseinladung berichtet. Etwas Geheimnisvolles hat die Einladung jedoch, denn außer Johanna kennt keiner den Gastgeber. Doch so idyllisch wie manch einer sich einen Urlaub am Meer vorstellt, ist er gar nicht. Zwei Familien mit kleinen Kindern, die beste Freundin von Johanna, Anna und ein zugegebenermaßen nicht unattraktiver Schriftsteller wollen ihren Urlaub gemeinsam im Haus am Meer verbringen. Dass das niemals gut gehen kann ist jedem klar, der schon einmal Familienurlaub im Maxiformat gemacht hat. Und so bringt dieser Urlaub einige Verwicklungen mit sich, die nicht unbedingt nur damit zusammenhängen, dass Anna eine „Schlafwandlerin“ ist…

Mit „Wir am Meer“ erscheint schon der dritte Roman von Nina Resinek. In Toronto geboren lebt sie nun mit Mann und Kindern in Siegen. Mit ihren humorvollen Liebesromanen trifft sie die Leser mitten ins Herz. Es ist Resineks angenehmer Schreibstil, der dieses Buch ehrlich, vertraut und absolut lesenswert macht. Als besonderen Kniff lässt sie den Leser immer wieder in die Gedankenwelt der Ich-Erzählerin Anna eintauchen. All diese Gedanken von denen man normalerweise froh ist, dass sie niemand mitbekommt. Auch das verleiht dem Buch die nötige Menge an Humor. „Wir am Meer“ ist ein echter Pageturner, es war der erste Roman dieser Autorin, den ich gelesen habe, aber ganz bestimmt nicht der Letzte!

In diesem Roman lernen wir die liebenswürdige Studentin Anna kennen, die ihre Sommerferien normalerweise bei ihrer großen Schwester Johanna in Manhattan verbringt. „Normalerweise“ wäre da nicht die Einladung zu „Urlaub mit Freunden“ in die Hamptons. Anna ist herzensgut, sympathisch und nichts ist ihr wichtiger, als dass es Johannas Familie gut geht, als deren Teil sie sich sieht und von der sie gerne als Babysitterin für ihre Nichte Leni ausgenutzt wird. Johanna ist die „Mutter der Nation“, die einfach alles im Griff haben möchte einschließlich des Gefühlslebens ihrer kleinen Schwester. Mit Anna, die schnell zu einer lieben Freundin wird, geht der Leser durch dick und dünn. Manches Mal wollte ich sie schütteln, um ihr zu erklären, dass nicht immer nur sie für alles Unheil auf dieser Welt verantwortlich wäre und dass sie verdammt noch einmal auch an sich denken soll!

Aber nicht nur Anna ist mir zu einer Freundin geworden, auch die anderen Figuren wurden von Nina Resinek wunderbar authentisch gezeichnet und haben mir mein Herz gestohlen. Über den unübertrefflich „italienischen“ Alex, der Anna zu seiner „Agentin“ macht um das Geheimnis der Urlaubseinladung durch Kilian Brand zu lüften, habe ich genauso geschmunzelt wie über Maike, die vorgibt sich vegetarisch zu ernähren, um in ihrer Handtasche Minisalamis zu bunkern. Die Kinder allen voran Leni sind einfach nur zuckersüß. Aber das Highlight – natürlich neben Anna – ist Kilian, der Bestsellerautor, der mehr als ein Geheimnis mit sich herumträgt und dennoch unheimlich sympathisch und begehrenswert wirkt.

Der Urlaub mit Freunden am Meer steckt von Anfang bis Ende voller unerwarteter Überraschungen, Entwicklungen und Emotionen, wie sie auch im wahren Leben geschehen können. Trotz eines vielleicht erwarteten Endes hält dieser Roman auf jeder Seite einen eigenen Spannungsbogen bereit, der das Buch absolut lesenswert macht.

Fazit:

„Wir am Meer“ von Nina Resinek ist ein echtes Wohlfühlbuch nicht nur mit Humor, sondern auch mit Tiefgang sowie liebenswert-chaotischen Charakteren. Nina Resinek schreibt so authentisch und lebensnah, dass sich der Leser mitten in der Geschichte fühlt, Schmetterlinge im Bauch eingeschlossen. Ein Buch, bei dem ich traurig bin, wenn es zu Ende ist und ich meine „Freunde“ jetzt ziehen lassen muss. Für dieses "Lieblingsbuch" gibt es von mir eine klare Leseempfehlung.

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  • Gefühl
Veröffentlicht am 02.05.2022

Ein mörderisches Spiel...

Truth - Bist du bereit für die Wahrheit?
4

Das Cover wirkt beinahe wie bei einem Tagebuch mit Blümchenumschlag. Bestimmt nicht wie etwas, was bei einem Leser Gänsehaut auslöst. Wäre nicht die Oberfläche des Buches zerrissen, während ein geheimnisvoller ...

Das Cover wirkt beinahe wie bei einem Tagebuch mit Blümchenumschlag. Bestimmt nicht wie etwas, was bei einem Leser Gänsehaut auslöst. Wäre nicht die Oberfläche des Buches zerrissen, während ein geheimnisvoller blauer Banner den Titel frei gibt: „Truth … Bist du bereit für die Wahrheit?“

Doch schon bald wird die Gänsehaut beim Lesen des Buches ein steter Begleiter sein! Milan, Juuls großer Bruder, ist bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Auf seinem Grab sieht sich Juul mit drei Worten konfrontiert: „Truth + Dare = Wahrheit. Das Lieblingsspiel von Milan bei You tube, je waghalsiger desto mehr „Klicks“ bringt es ein. Und dann erhält Juul auch noch eine geheimnisvolle Botschaft, in der sie aufgefordert wird, eine Mutprobe zu bestehen, um die Wahrheit über den Unfalltod ihres großen Bruders Milan ans Licht zu bringen? Schnell nimmt die Geschichte an Fahrt auf und zieht immer weitere Kreise. Juul kann sich weiteren makabren Aufgaben nicht mehr entziehen.

Was ist in der Familie von Juul vorgefallen, dass sich jemand so ein perfides Spiel ausdenkt. Für Rache ist es nie zu spät. Was hat Milan dem Rächer angetan? Ist in dieser gutbürgerlichen Familie doch nicht alles so „gut“ ist, wie es auf dem ersten Eindruck scheint.
Bereits der Prolog nimmt den Leser gefangen: Wer schreibt diese Zeilen? Was wollte er nicht? Und wer ist das Publikum, das höllisch überrascht sein wird? Ist diese ganze mörderische Geschichte etwa nur Teil einer großen Show?

Juul ist ein ganz normaler Teenager. Ich mag sie sehr gerne. Von ihrer Familie, die sich mehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt, wird sie ziemlich alleine gelassen. Gerade musste sie den Tod ihres Bruders verkraften und ist jetzt voll gefordert diese Mutproben zu bestehen. Unterstützung findet Juul bei ihrer besten Freundin Fleur. Auch wenn Fleur selber ein Geheimnis verbirgt, steht sie bedingungslos für ihre Freundin ein, so muss es sein!

Durch den Schreibstil von Margje Woodrow, die Art Sätze zu bilden, fühlt sich der Leser als wäre er mitten im Geschehen. Die Autorin schreibt lebendig und flüssig. Und trotzdem wir uns hier in einem mörderischen Spiel befinden, gelingen ihr wunderbare atmosphärische Beschreibungen der Szenen und der Protagonisten. Die niederländischen Krimi-Bestsellerautorin schafft es durch den steten Wechsel der Handlungsebenen, den Leser in einem Spannungsborgen zu halten, so dass er sich bald in einem eigenen Spiel befindet, aus dem er sich nur schwer befreien kann.

Fazit: Einen Gewinner gibt es bereits: den Leser! Denn wenn dieser bis zum Schluss nicht erraten kann, wer hinter diesem mörderischen Spiel steckt, dann handelt es sich um einen wahren Thriller, Gänsehaut inclusive. Ein Buch, welches man von der ersten bis zur letzten Seite nicht aus der Hand legen möchte.







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Veröffentlicht am 04.04.2022

Jeder kann malen!

Die Geschichte vom Löwen, der nicht malen konnte
1

Was für ein schönes Buch! In „Die Geschichte vom Löwen, der nicht malen konnte“ nimmt Martin Baltscheit uns mit auf eine wundersame Entdeckungsreise, die zeigt, dass jeder malen kann. Der Löwe, der für ...

Was für ein schönes Buch! In „Die Geschichte vom Löwen, der nicht malen konnte“ nimmt Martin Baltscheit uns mit auf eine wundersame Entdeckungsreise, die zeigt, dass jeder malen kann. Der Löwe, der für seine Liebste ein besonderes Bild malen wollte, bekommt von allen Tieren Unterstützung. Doch für jedes Tier ist seine Sicht auf das Schöne, eine andere. Und mal ganz ehrlich, ist nicht jeder etwas Besonderes und sind seine Fähigkeiten nicht besonders? Unterhaltsam aber auch lehrreich zeigt uns Martin Baltscheit, dass nicht immer das Perfekte auch das Beste ist.
Dieses ist ein Buch, welches ich meinen drei Enkelkindern vorgelesen habe, eignet es sich besonders für Schulkinder in den ersten Klassen, um sie mit dieser spannenden Geschichte an das Lesen und Zeichnen heran zu führen. Die Texte sind dabei in Versform und prägen sich dadurch besonders ein.
Der Umschlag des Buches ist genauso ansprechend gestaltet, wie die Illustrationen im Inneren des Buches. Der Löwe auf dem Cover, der vor lauter Anstrengung beim Malen die Zunge heraussteckt und dabei zwinkert begeistert genauso, wie die wirklich schönen Zeichnungen in den Innenseiten des Buches. Das Format ist in DinA4 Querformat und das Papier sehr hochwertig, so dass die Illustrationen besonders gut herauskommen.
Fazit: Nobody is perfekt. Aber genau dieses nicht immer so Perfekte ist doch das, was unser Herz anrührt. „Die Geschichte vom Löwen, der nicht malen konnte“ ist ein Buch, welches unbedingt gelesen werden sollte!

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Veröffentlicht am 29.03.2022

Macht deutlich Lust auf "Meer"

Mörderische Brise
3

Das Bild auf dem Cover zeigt eine düstere Stimmung. Ein Sturm zieht auf, es herrscht gerade ein solches Wetter, bei dem nur die Hundebesitzer eine kleine Gassirunde wagen und genau Hund und Herrchen finden ...

Das Bild auf dem Cover zeigt eine düstere Stimmung. Ein Sturm zieht auf, es herrscht gerade ein solches Wetter, bei dem nur die Hundebesitzer eine kleine Gassirunde wagen und genau Hund und Herrchen finden dann auch noch eine Leiche. Doch wer ist der Tote? Ist Roggenbuk, der Wassermann, zurück gekehrt um sein Unwesen zu treiben? Und wer ist der geheimnisvolle Fremde, der dem alten Pastor Kruse etwas zu beichten hat? Handelt es sich um den Mörder? Fragen über Fragen und diese kann nur Clara Klüver, die nach Travemünde heimgekehrte Großstadtpfarrerin aufklären. Eine Pastorin als Ermittlerin. Schmunzelnd erinnert sie mich an den Pfarrer Braun, für den kein Geheimnis unlösbar schien. Doch anders als beim Pfarrer Braun legt Christian Humberg den Schwerpunkt seines Romans nicht auf die spannende Lösung des Kriminalfalls, sondern mehr auf das Drumherum des Geschehens.
So lernen wir das Dreigestirn der Hobbyermittler Clara, Jule und Frieke kennen, die schnell zu guten Freunden werden. Sie sind authentisch, durchaus sympathisch und haben mit der Männerwelt eher weniger gute Erfahrungen gemacht. Trotzdem ist Clara einem kleinen Flirt nicht abgeneigt und selbst Sören, der Exmann von Jule und ermittelnder Kriminalkommissar, kommt in seiner Stoffeligkeit noch sympathisch rüber.
Sehr ausdrucksstark beschreibt Christian Humburg hier nicht nur die „spröden“ Norddeutschen, sondern auch die wunderschöne Landschaft rund um die Lübecker Bucht und so gerät die „Mörderische Brise“ zu einem geheimen Reiseführer, der deutlich Lust auf „Meer“ macht. Und auch die Travemünder Sage um Roggenbuk findet Platz in seinem Roman, obwohl sie zur Lösung des Falls nicht unbedingt beiträgt.
Christian Humberg schreibt nicht nur humorvoll, sondern auch so lebendig, dass sich der Leser fühlt als sei er mitten im Geschehen.
Fazit:
Die „Mörderische Brise“ ist eine schöne Urlaubslektüre für einen Leser, der gemütlich im Strandkorb sitzend, die Atmosphäre und Geschichte dieser ganz besonderen Region in sich aufnehmen möchte. Absolute Krimifans kommen hier allerdings nicht auf ihre Kosten, es handelt sich eher um einen „Wohlfühl-Frauenroman“.

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