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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.11.2021

Kurzweilige Unterhaltung

Wir sind schließlich wer
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Eine Welt voller Getratsche, in der das Gerede der Leute mehr wiegt als die Realität, die man zu verstecken versucht.
Aber was passiert, wenn die Wahrheit doch noch ans Licht kommt?

Anna und Maria sind ...

Eine Welt voller Getratsche, in der das Gerede der Leute mehr wiegt als die Realität, die man zu verstecken versucht.
Aber was passiert, wenn die Wahrheit doch noch ans Licht kommt?

Anna und Maria sind zwei sehr unterschiedliche Schwestern, die einander nicht wirklich nahestehen. Doch als Marias Mann verhaftet, und ihr Sohn verschwindet, zieht die gesamte Familie an einem Strang.

Die verschiedenen Charaktere konnten mich schnell von sich überzeugen. Anne Gesthuysen portraitiert ein Dorf und eine Familie so, wie es ist und nicht, wie es sein sollte. Sämtliche Personen hatten ihre Eigenheiten, ihre Macken und einen Ruf, den sie schützen oder wieder loswerden wollen. Durch die Interaktionen und Missverständnisse der verschiedenen Charaktere habe ich häufig geschmunzelt. Es gab einige überspitze Klischees, die sich in dem Kontext aber sehr realistisch angefühlt haben.

Ich muss aber dazu sagen, dass Annas Arbeit als Pastorin auf mich etwas willkürlich gewirkt hat. Man hätte so viel mehr Verstrickungen zwischen der Arbeit und der Familie aufbauen können. Außerdem passt der Job nicht wirklich zu ihr, und man bekommt kaum etwas von ihrer Arbeit und ihrer Motivation dafür mit. Die Autorin hätte den Fokus etwas verschieben können, um Anna als Person, nicht nur als Schwester, mehr Raum zu geben. Tatsächlich habe ich mir etwas mehr „Anna“ und weniger „Aufarbeitung von Marias Vergangenheit“ gewünscht.

Das Ende kam dann ein bisschen plötzlich und für mich sind noch einige Fragen offengeblieben. Auch die Entscheidung mancher Personen, die plötzlich ihre Meinung ändern, damit am Ende alles zusammenläuft, war für mich nicht immer nachvollziehbar.

„Wir sind schließlich wer“ ist ein gesellschaftskritischer und unterhaltsamer Roman, der mit einem humorvollen und flüssigen Schreibstil punktet, aber ein paar Längen hat, wodurch die Spannung manchmal zu kurz kommt.

Im Großen und Ganzen habe ich mich wirklich gut unterhalten gefühlt.

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Veröffentlicht am 05.11.2021

Zwischen fragiler und toxischer Männlichkeit

Sei kein Mann
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In diesem Buch werden Geschlechtsstereotype und deren Auswirkungen auf die Menschen aus der männlichen Perspektive kritisiert.

Auch wenn es häufig Frauen sind, die das Patriachat kritisieren, hat es auch ...

In diesem Buch werden Geschlechtsstereotype und deren Auswirkungen auf die Menschen aus der männlichen Perspektive kritisiert.

Auch wenn es häufig Frauen sind, die das Patriachat kritisieren, hat es auch negative Auswirkungen auf Männer. Feminismus ist nämlich kein Frauenthema und von Gleichberechtigung profitieren letztendlich alle Geschlechter.

Neben wissenschaftlichen Fakten werden in diesem Buch auch persönliche Erlebnissen des Autors mit Männlichkeit im interkulturellen Vergleich sowie Geschlechterrollen in Liedtexten besprochen.

Ich fand das Buch sehr spannend, da es mir einen neuen Blickwinkel eröffnet hat.

Durch die vielen Themen, die angeschnitten wurden, hat mir etwas die Tiefe gefehlt aber als Einstiegsliteratur in die Thematik oder um den eigenen Blickwinkel etwas zu erweitern hat es mir sehr gefallen.

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Veröffentlicht am 05.11.2021

Absolute Überraschung

Silver Swan - Elite Kings Club
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Madison Montgomery zieht nach einem schweren Schicksalsschlag um und kommt auf eine neue Schule. Das klingt erst mal nicht sonderlich innovativ. Gefühlt alle Young Adult Romane beginnen auf diese Art. ...

Madison Montgomery zieht nach einem schweren Schicksalsschlag um und kommt auf eine neue Schule. Das klingt erst mal nicht sonderlich innovativ. Gefühlt alle Young Adult Romane beginnen auf diese Art.

Aber das war dann auch schon alles, was an diesem Buch normal ist. Darum fällt es mir auch ziemlich schwer auf den Inhalt einzugehen, ohne zu Spoilern.

Ich habe einige Handlungsstränge erahnt und mich dann extremst gefreut, wenn ich recht hatte. Ich spinne während des Lesens gerne rum und überlege mir was ich als Autorin aus dieser Story mache würde und bei Silver Swan war es, als hätte die Autorin meine Gedanken gelesen. Alle Erwartungen, Hoffnungen und Wünsche, die ich inhaltlich an die Geschichte hatte, wurden ausnahmslos erfüllt und noch viel mehr.


Außerdem war der Schreibstil richtig angenehm zu lesen und die Dialoge waren unterhaltsam. Auch wenn man ziemlich lange im Ungewissen geblieben ist, war die Spannung immer vorhanden.

Die Protagonistin hat mir auch sehr gut gefallen. Sie war stark, knallhart und absolut keine graue Maus. Allerdings muss ich auch anmerken, dass ich das Schulsetting in diesem Kontext ein bisschen merkwürdig fand, da sich sämtliche Personen eigentlich viel zu erwachsen benahmen.

Ein weiterer Punkt ist, dass mir das Ende ein bisschen zu plötzlich kam aber nachdem es sich hier um eine Reihe handelt, habe ich wahrscheinlich noch einige Seiten vor mir, die das aufarbeiten werden.

Ein paar Fragen sind bei mir noch offen und ich bin gespannt wie das alles aufgelöst werden soll. Aber im Großen und Ganzen war das auf jeden Fall etwas komplett Neues und ich kann es allen (ab 18), die mit Teenager Romanzen und Dark Romance klar kommen sehr empfehlen.

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Veröffentlicht am 05.11.2021

Sollte nur mit einer Großpackung Taschentücher und Schokolade verkauft werden dürfen.

Am Ende sterben wir sowieso (Todesboten #2)
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Den Titel "Am Ende sterben wir sowieso" fand ich anfangs witzig. Als ich es gelesen habe und das Ende immer näher kam, fand ich es aber überhaupt nicht mehr witzig.

Der Inhalt ist einfach erklärt: Jeder ...

Den Titel "Am Ende sterben wir sowieso" fand ich anfangs witzig. Als ich es gelesen habe und das Ende immer näher kam, fand ich es aber überhaupt nicht mehr witzig.

Der Inhalt ist einfach erklärt: Jeder Mensch erhält an seinem Todestag einen Anruf von Death-Cast, der diese Menschen davon in Kenntnis setzt, dass der heutige Tag sein letzter sein wird. Es gibt keine Erklärungen, keine Hinweise und absolut nichts, wodurch man seinen Tod verhindern kann.

Mateo und Rufus sind beide etwa 18 Jahre alt, kerngesund und bekommen trotzdem diesen verdammten Anruf.

In der Gesellschaft hat sich ein ganzer Wirtschaftszweig mit den sterbenden Menschen auseinandergesetzt. Darum gibt es eine Menge an Möglichkeiten, was man an seinem letzten Tag erleben kann. Dabei hat man in dieser Situation ganz andere Probleme. Das Bild der Gesellschaft und verschiedener Apps war schmerzhaft realistisch und der Umgang mit dem Tod hat mich echt erstaunt.

Den Einstieg fand ich ein bisschen schwierig, weil die Stimmung so trist war und ich die Hilflosigkeit der Protagonisten nicht ertragen konnte aber irgendwann sind die Tränen nur noch geflossen und ich wollte weiterlesen, in der Hoffnung das Ende niemals zu erreichen.

Der Spannungsbogen war trotz des Titels richtig gut aufgebaut, sodass verschiedene Handlungsstränge erst im Laufe der Geschichte Sinn gemacht haben und mich einige Plot Twists wirklich kalt erwischt haben.

Wieso kann ein Buch mit dem Titel nicht einfach lustig sein, verdammt!

Es hat mein Herz komplett zerstört und ich finde das Ende doof. Es war zwar wirklich passend und es gibt einen runden Abschluss aber ich bin einfach dagegen.

Ein paar Punkte muss ich wegen des Anfangs abziehen und, weil ich zu viel weinen musste und das Lesen unter Tränen irgendwie schwer war.

Also bitte lest es nur, wenn ihr Zeit für eine kurze Identitätskrise habt!

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Veröffentlicht am 05.11.2021

Ein unterhaltsames Buch für zwischendurch

Too Late
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Generell mochte ich den anarchistischen Aufbau total. Das war einfach mal etwas anderes.

Die Liebesgeschichte an sich war zwar vorhersehbar, aber es gab einige Handlungen, die mich dann doch überrascht ...

Generell mochte ich den anarchistischen Aufbau total. Das war einfach mal etwas anderes.

Die Liebesgeschichte an sich war zwar vorhersehbar, aber es gab einige Handlungen, die mich dann doch überrascht haben. Ich hatte während des Lesens immer wieder mal das Gefühl, dass wir gerade beim Happy End sind, aber dann wurde noch einer draufgesetzt.
Ich habe immer wieder mal verzweifelt gelacht.

In dem Buch sind einige Themen angeschnitten worden, die interessant waren aber leider blieb der Fokus auf den Beziehungsgeschichten. Ich fand das ein bisschen schade, weil die Story einfach viel mehr Möglichkeiten geboten hätte. Nichts gegen Beziehungsgeschichten, aber ich hätte mir einfach ein bisschen mehr erwartet.

Der Text war dafür echt leicht zu lesen aber irgendetwas, wodurch mir das Buch noch lange im Gedächtnis bleiben würde, hat einfach gefehlt.

Charakterlich war mir Luke ein bisschen zu glatt. Ihm haben die Ecken und Kanten gefehlt, die Asa dafür umso mehr hatte. Asa war wirklich super ausgearbeitet und hat mich immer wieder überrascht. Er war mir absolut unsympathisch aber genau das hat das Leseerlebnis für mich besonders gemacht.

Ein sehr unterhaltsames Buch, das wichtige Themen anschneidet und einen unfassbar interessanten Charakter beinhaltet aber meiner Meinung nach hat die Tiefe gefehlt.

Zusammengefasst hatte ich sehr viel Spaß während des Lesens, aber es hat jetzt auch nicht mein Leben verändert.

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