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Veröffentlicht am 04.02.2025

Sehr spannend, aber auch sehr blutig und nicht immer realistisch

Die Blutliste
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Auf dem Friedhof in Köln Worringen wird ein bestialisch ermordeter Toter im Grab einer vor Jahren ermordeten jungen Frau gefunden, ihre Leiche dagegen fehlt. Die Kölner Kriminalpolizei ruft wieder einmal ...

Auf dem Friedhof in Köln Worringen wird ein bestialisch ermordeter Toter im Grab einer vor Jahren ermordeten jungen Frau gefunden, ihre Leiche dagegen fehlt. Die Kölner Kriminalpolizei ruft wieder einmal den Fallanalytiker Martin Abel zu Hilfe. Eigentlich reist er nicht gerne nach Köln, doch schließlich wird der Fall ihn unerwartet persönlich treffen.

Vor ein paar Jahren las ich den ersten Band der Reihe, der mir gut gefallen hat. „Die Blutliste“ ist bereits der vierte Band, was aber nicht weiter stört. Der Roman hat mich schnell gepackt und entwickelte sich zum Pageturner, der mich abends länger lesen ließ als geplant. Bereits relativ früh, bei etwa Zweidrittel des Romans, erfährt man als Leser:in, wer der Täter ist und damit auch seine Vorgeschichte und Motivation. Tatsächlich ist er jemand, für den man auch Mitleid empfinden kann, trotz der furchtbaren Dinge, die er tut. Diese Dinge erfährt man im Roman recht ausführlich, wodurch er sich nicht für zartbesaitete Naturen eignet, zumal hier auf sehr extreme Weise gemordet wird.

Die Charaktere sind okay, Martin Abel ist mir recht sympathisch und die aus Gummersbach hinzugezogene Kollegin Doris Stange ein guter Sidekick. Da ich selbst schon sehr lange in Köln lebe, mag ich es immer wieder gerne, Romane zu lesen, die hier spielen, vor allem, wenn ich Örtlichkeiten kenne und Wege nachvollziehen kann, wie das hier der Fall ist.

Leider, muss ich sagen, dass der Roman öfter unrealistisch wirkt, auch nicht immer logisch, und es recht viel Zufälle gibt. Das hat der Spannung zwar nicht sehr geschadet, unterm Strich hat es mich aber doch gestört. Manche Frage ist in meinen Augen zudem nicht oder nicht ausreichend beantwortet worden, dafür hatte ich manches schon vorher geahnt, wenn auch lange nicht alles. Was mich auch gestört hat, ist die Sache mit dem Wolf, die ich aus Spoilergründen hier aber nicht näher erklären kann,. Für mich war das eine nicht nur sehr unrealistische sondern vor allem auch nicht notwendige Storyline.

Der Roman ist zwar so spannend, dass er mich vom Schlafen abgehalten hat, aber auch sehr unrealistisch und zufällig, so dass ich keine volle Punktzahl geben möchte. Allzu zartbesaitet sollte man als Leser:in nicht sein, denn es wird sehr blutig und grausam.

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Veröffentlicht am 02.02.2025

Vor allem an der Protagonistin haperte es für mich

Tod am Semmering
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Österreich 1922: Für den Apotheker Anton Böck und seine Mieterin Ernestine Kirsch, Lehrerin im Ruhestand, ergibt sich die Gelegenheit, an den Semmering reisen und dort im berühmten Hotel Panhans an einem ...

Österreich 1922: Für den Apotheker Anton Böck und seine Mieterin Ernestine Kirsch, Lehrerin im Ruhestand, ergibt sich die Gelegenheit, an den Semmering reisen und dort im berühmten Hotel Panhans an einem Tangolehrgang teilnehmen. Nicht lange nach der Ankunft stirbt ein Teilnehmer, der sich vorher schon durch seine Art unbeliebt gemacht hatte. Leider ist das Hotel mittlerweile durch einen Schneesturm von der Außenwelt abgeschnitten, so dass Ernestine es übernimmt, schon einmal mit den Ermittlungen zu beginnen.

Dies ist der erste Band einer Reihe um Anton und Ernestine, die mittlerweile bereits einige Bände verzeichnet. Vieles erinnerte mich an einen Agatha Christie-Krimi, nicht nur Setting, auch die verschiedenen Charaktere könnten einem dieser Romane entsprungen sein. Ernestine hat zwar eher weniger Ähnlichkeiten mit der Miss Marple aus den Romanen, aber, auch durch ihren Begleiter, mehr mit Margaret Rutherfords Miss Marple-Darstellung.

Mochte ich zunächst Ernestine ganz gern, ging sie mir leider schnell auf die Nerven, ihre überbordende Neugier, die mich sogar einmal regelrecht anekelte, ihr ebenso übertriebener Aktionismus, mit dem sie nicht nur sich selbst in manch peinliche oder gar gefährliche Situationen brachte, sagen mit einfach nicht zu. Ganz anders Anton, der einfach nett ist, unter Ernestines Aktionismus mehr als einmal zu leiden hat, und der gerne isst, wodurch man erfährt, welche Leckereien das Hotel auftischt. Die anderen Charaktere eignen sich fast alle als Täter:innen, so dass man selbst ständig am Rätseln ist. Die Auflösung sagte mir persönlich, obwohl sie nicht unlogisch ist, nicht zu, ich fand sie etwas zu weit hergeholt.

Das Setting, das eingeschneite Luxushotel mit einem überschaubaren Figurenensemble hat mir gut gefallen, zumal das Hotel keine Erfindung der Autorin ist. Die Atmosphäre von Eis, Schnee und Kälte, und des Eingesperrtseins mit jemandem, der mordet, ist gelungen.

Leider hat mich der Roman unterm Strich nicht so überzeugen können, wie ich es mir gewünscht hätte. Das Setting und die Atmosphäre sind gelungen, aber die Protagonistin ging mir schnell auf die Nerven, die Auflösung mochte ich persönlich nicht, so dass ich wahrscheinlich auf weitere Bände dieser Reihe verzichten werde.

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Veröffentlicht am 28.01.2025

Anders als die Vorgängerbände

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Die schwerreiche isländische Familie Snæberg trifft sich in einem abgelegenen Hotel zu einem Familientreffen. Am Ende wird jemand tot sein.

Wer auf ein Wiedersehen mit Elma und Sævar hofft, könnte enttäuscht ...

Die schwerreiche isländische Familie Snæberg trifft sich in einem abgelegenen Hotel zu einem Familientreffen. Am Ende wird jemand tot sein.

Wer auf ein Wiedersehen mit Elma und Sævar hofft, könnte enttäuscht werden, denn der vierte Band der Reihe ist eher ein Prequel, denn das erzählte Geschehen findet 2017 statt, Elma ist noch nicht Teil der Polizei von Akranes, dafür trifft man aber auf Sævar und Hörður, allerdings nehmen die Ermittlungen der Polizei nur einen kleinen Teil der Erzählung ein. Der Fokus liegt klar auf der Familie, ihren Beziehungen untereinander und ihren Problemen miteinander.

Erzählt wird aus mehreren Perspektiven in Ich-Form, wir erleben das Geschehen aus Sicht Petras, die jung heiratete, zwei Kinder hat und nicht im Familienunternehmen arbeitet, aus Sicht Leas, Petras sechzehnjähriger Tochter, aus Sicht Tryggvis, der erst vor kurzem in die Familie einheiratete und aus Sicht der Hotelangestellten Irma, die die Familie zu verehren scheint. Dieser Part beginnt nach einem kurzen Prolog mit dem Tag der Anreise, dem 03. November 2017. Zwei Tage später treffen wir auf Sævar und Hörður, die zu einer Leiche in der Nähe des Hotels gerufen wurden. Wer diese Leiche ist, erfährt man erst ganz am Ende. Sævars und Hörðurs Episoden sind eingestreut in den Rest der Geschichte, die das Geschehen im Hotel chronologisch erzählt, und geben immer wieder kleine Informationen preis.

Als Leser:in ist man somit ständig am rätseln, wer wohl das Todesopfer sein könnte, warum und wie es zum Tod kam, und wer darin involviert sein könnte. Das macht einen großen Teil der Spannung aus, weil man immer neue Informationen erhält, nicht nur von den Ermittlern, sondern auch von den Ich-Erzähler:innen. Am Ende wird das Geschehen nachvollziehbar aufgelöst.

Dieser Roman ist so ganz anders als die drei Vorbände, was vielleicht nicht allen gefällt, zumal die bekannten Charaktere nur kleine Rollen haben oder ganz fehlen. Mir hat der Roman trotzdem gut gefallen, er baut sich, wie auch die Vorgänger psychologisch auf, bietet immer wieder Überraschungen und gibt einen tiefen Einblick in eine ungesunde Familie.

Zum besseren Überblick enthält der Band eine Islandkarte und einen Stammbaum der Familie.

Der vierte Band der Reihe ist anders als seine Vorgänger, aber dadurch nicht schlechter. Da er zeitlich vor den anderen spielt, ist er eher ein Prequel, die Ermittler spielen zudem nur eine kleine Rolle, der Fokus liegt auf der Familie Snæberg. Man sollte ihm unbedingt eine Chance geben, mir hat er auf jeden Fall gut gefallen.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.01.2025

Ich freue mich auf die weiteren Bände

Wir finden Mörder (Wir finden Mörder-Serie 1)
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Die bekannte Schriftstellerin Rosie D‘Antonio hat sich mit ihrem letzten Roman einen russischen Oligarchen zum Feind gemacht, der offenbar einen Auftragsmörder auf sie angesetzt hat. Amy Wheeler wird als ...

Die bekannte Schriftstellerin Rosie D‘Antonio hat sich mit ihrem letzten Roman einen russischen Oligarchen zum Feind gemacht, der offenbar einen Auftragsmörder auf sie angesetzt hat. Amy Wheeler wird als ihr Bodyguard engagiert. Doch dann wird statt auf Rosie auf Amy geschossen, und gleichzeitig wird sie zur Verdächtigen in mehreren Mordfällen. Nun muss sie in eigener Sache handeln, aber gleichzeitig weiterhin Rosie schützen.

Steve Wheeler, Amys Schwiegervater, ist verwitwet, ehemaliger Polizist und führt eine kleine Detektei in einem kleinen Ort, wo seine Fälle eher beschaulich sind. Doch dann gerät Amy in die Bredouille und Steve möchte sie unterstützen.

Ich bin ein großer Fan der Donnerstagsmordclub-Romane Richard Osmans und war schon sehr gespannt auf seine neue Reihe, die mit diesem Band startet. Zunächst hatte ich ein bisschen Probleme in den Roman zu kommen, was sich aber schnell legte, und ab da konnte ich seine etwas überdrehte Handlung und seinen schwarzen Humor genießen.

Auch die Charaktere gefallen mir gut, man trifft hier eine ganze Reihe einzigartiger Typen, beginnend mit Amy und Rosie, fortgesetzt mit dem einen oder anderen Auftragsmörder, aber auch relativ normalen Personen, wie Steve und seine Freunde.

Die Handlung ist spannend, wirkt nicht immer ganz realistisch, was aber auch einen besonderen Reiz ausübt, und lässt mich schnell miträtseln, aber auch mitbangen. Beginnend auf einer Privatinsel vor der Küste South Carolinas, führt uns der Roman auf eine Reise durch mehrere Länder. Am Ende wird natürlich alles aufgelöst, und zwar nachvollziehbar. Bis dahin gibt es einige Wendungen und Überraschungen, und viele weitere interessante Charaktere.

Lesenswert ist übrigens auch die Danksagung des Autors, also bitte nicht überspringen. In dieser erfährt man auch, dass als nächstes wieder der Donnerstagsmordclub einen Einsatz haben wird, dass aber auch der nächste Band der neue Reihe bereits in Planung ist. Ich freue mich auf beides.

Auch mit dem ersten Band seiner neuen Reihe hat mich Richard Osman überzeugt. Sie punktet mit gelungenen Charakteren, schwarzem Humor und viel Spannung und wird sich wohl auch in Zukunft nicht auf Großbritannien beschränken. Ich freue mich auf die weiteren Bände.

Veröffentlicht am 26.01.2025

Spannender erster Band

Zwergenzorn
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Jahrhundertelang unterdrückten die Oger mit Hilfe der Trolle die Menschen und Zwerge, bis sich diese durch die Unterstützung der Elben endlich gegen sie auflehnen konnten. Ein Krieg brach aus, der viele ...

Jahrhundertelang unterdrückten die Oger mit Hilfe der Trolle die Menschen und Zwerge, bis sich diese durch die Unterstützung der Elben endlich gegen sie auflehnen konnten. Ein Krieg brach aus, der viele Opfer forderte und mit einer Überraschung endete. Die Geschichte war damit aber noch lange nicht zu Ende.

Ich mag Romane mit Zwergen, habe aber wohl noch keinen gelesen, in dem Oger die Welt beherrschten. Das ist für mich nicht nur eine neue, sondern auch eine interessante Prämisse. Die Oger hier sind intelligent, sonst hätten sie es gar nicht erst so weit bringen können, während die Trolle ihnen untergeordnet, aber ohne Zweifel auf ihrer Seite sind.

Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, darunter sind Zwerge und Menschen, aber auch Oger. Mir gefällt das gut, bekommt man doch so einen umfassenden Eindruck, und durch die Perspektivewechsel auch immer wieder kleine oder auch größere Cliffhanger. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, zumindest die, die öfter auftauchen, denn manche Perspektive erscheint, zumindest bisher, nur einmal. Die meisten aber sind Charaktere, die wichtig sind und daher öfter vorkommen. Neben den schon erwähnten Völkern gibt es weitere, die aber, zumindest zum Teil, zunächst geheimnisvoll bleiben, und deren Hintergründe sich erst noch in den weiteren Bänden komplett offenbaren müssen. Interessant und erwähnenswert ist auch, dass es einen größeren Zeitsprung gibt, der aber der Geschichte geschuldet ist, und somit unumgänglich ist.

Erzählt wird außerdem sehr lebendig und bildhaft, ich konnte mir alles sehr gut vorstellen, das Kopfkino bekam viel zu tun. Frank Rehfeld hat eine interessante Welt erschaffen. Leider enthält uns der Roman nicht nur eine Karte, sondern auch ein Personenregister vor. Ich kam zwar auch ohne beides aus, manch einer könnte sich aber von der Vielzahl der Namen und ihrer Zuordnung erschlagen fühlen.

Bis kurz vor Ende ging ich noch davon aus, einen Einzelband zu lesen, doch tatsächlich handelt es sich um einen ersten Band. Da ich Mehrbänder gerne lese, freue ich mich darüber und bin auf den nächsten Band gespannt.

„Zwergenzorn“ ist der Auftaktband einer neuen Fantasy-Reihe, spannend, mit interessanten Charakteren, einer gut gebauten Welt und viel Potential für weitere Bände.