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Veröffentlicht am 19.04.2024

Weniger Retelling, mehr Diogenes

Elyssa, Königin von Karthago
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Qualitativ kommt dieses Retelling für mich persönlich nicht an vergleichbare Werke z.B. von Madeline Miller, Pat Barker oder Natalie Haynes heran.
Man braucht viel Vorwissen, da in der Geschichte quasi ...

Qualitativ kommt dieses Retelling für mich persönlich nicht an vergleichbare Werke z.B. von Madeline Miller, Pat Barker oder Natalie Haynes heran.
Man braucht viel Vorwissen, da in der Geschichte quasi nichts erklärt wird. Ich habe das zwar, aber andere Leser:innen könnten Schwierigkeiten bekommen und im schlimmsten Fall das Buch deswegen abbrechen...
Der Text ist literarisch sicher wertvoll, wie man es von diogenes gewohnt ist (und weswegen man zu Büchern dieses Verlags greift), aber für mich hat die schnörkelige Schreibweise viel Spannung gekostet, die der Stoff eigentlich hergibt. Stattdessen wirkt es etwas langatmig und durch die vielen Perspektiven kommt es auch zu einigen Wiederholungen.
V.a. Elyssa kam für mich ziemlich unsympathisch herüber, weil sie hauptsächlich über ihre fehlende Jugend jammert. Dabei fand ich es gerade interessant mal eine ältere Protagonistin zu haben, die im Leben schon einiges durch und viel erreicht hat. Damit, dass sie sich selber aber nur auf ihre welkende Schönheit reduziert geht auch der feministische Gedanke des Retellings verloren...
Vergils Perspektive war für die Geschichte auch nicht unbedingt zielführend, wobei sie mir persönlich aber noch mit am besten gefallen hat. Hätte man weglassen können, aber ich mochte es, wie seine Alltagsbeobachtungen mit seinem Epos verknüpft wurden.
Ein Must-Read für alle Nerds, die die Dichtung der klassischen griechisch-römischen Antike verehren, aber für andere Leser:innen durchaus auch verzichtbar.

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Veröffentlicht am 09.04.2024

Dark Academia

Vengeance (Academy of Dream Analysis 1)
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Endlich mal ein Buch, bei dem nicht nur mit dem Label "Dark Academia" geworben wird, sondern wo es auch wirklich um Dark Academia geht.
Es ist schon ein Fantasyroman, wobei die Herangehensweise eine sehr ...

Endlich mal ein Buch, bei dem nicht nur mit dem Label "Dark Academia" geworben wird, sondern wo es auch wirklich um Dark Academia geht.
Es ist schon ein Fantasyroman, wobei die Herangehensweise eine sehr wissenschaftliche ist, was mir als eigentlich Nichtfantasyleserin sehr gut gefallen hat!
Das Setting an einer geheimen und super elitären Universität in Lappland hat mir richtig gut gefallen und trägt viel zur Atmosphäre des Buches bei. Da es sehr viel ums Schlafen und Träumen geht, passt die Polarnacht halt einfach perfekt.
Und auch die düsteren Geheimnisse der Protagonist:innen kommen vor dieser Kulisse eindrucksvoll zur Geltung.
Der Romance-Anteil war für meinen Geschmack ein bisschen hoch, als Sonst-Krimi-Leserin ging es mir eher um die spannenden Aspekte der Geschichte und weniger um die Romantik.
Das Ende ist ein Cliffhanger, der definitiv zum Weiterlesen verführt, obwohl viele Dinge schon geklärt werden. Trotzdem bleibt noch genug offen, um dem zweiten Band entgegenzufiebern!

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Veröffentlicht am 08.04.2024

Ganz solide mit kleineren Schwächen

Thieves’ Gambit
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Die Grundidee mit einem Wettstreit unter Dieben hat mich sehr begeistert, zumal es (wahrscheinlich wegen der Wettkämpfe) mit den "Tributen von Panem" verglichen worden ist. Die Geschichte selber ist auch ...

Die Grundidee mit einem Wettstreit unter Dieben hat mich sehr begeistert, zumal es (wahrscheinlich wegen der Wettkämpfe) mit den "Tributen von Panem" verglichen worden ist. Die Geschichte selber ist auch ganz solide, hatte aber ein paar kleinere Kritikpunkte. So ist die Handlung zwar durchweg spannend, aber auch ein bisschen vorhersehbar ... ohne zu spoilern kann ich nur soviel sagen, dass auf einige Dinge so penetrant hingewiesen wird, dass man quasi erwartet, dass es da genau anders kommt. Und es kommt dann auch genau so, wie man es vorhersieht. Das fand ich ein bisschen schade, andererseits ist es ein Jugendbuch, weswegen ich darüber hinwegsehen kann. Jüngeren Leser:innen, die noch nicht soviel Vergleich haben, fallen die Hinweise vielleicht gar nicht auf? Gut finde ich, dass Band 1 so abgeschlossen wird, dass man mit dem Ende zufrieden sein kann, sollte man die Reihe nicht weiterlesen wollen. Wenn man weiterlesen möchte, bleibt es trotzdem interessant, aber kein zu fieser Cliffhanger ;D

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Veröffentlicht am 08.04.2024

Erinnert an Mankell

Die Spiele
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"Die Spiele" ist ein Kriminalroman, der mich sehr an diverse Stand-Alones von Henning Mankell erinnert hat - nicht die Wallander-Sachen, sondern solche Bücher wie "Kennedys Hirn" oder "Der Chinese". Auch ...

"Die Spiele" ist ein Kriminalroman, der mich sehr an diverse Stand-Alones von Henning Mankell erinnert hat - nicht die Wallander-Sachen, sondern solche Bücher wie "Kennedys Hirn" oder "Der Chinese". Auch in der vorliegenden Geschichte geht es nämlich um die politischen Verstrickungen von China und Afrika. Ein wahnsinnig interessantes Thema, von dem man in Europa meistens gar nicht viel mitbekommt.
Der Fall ist sehr interessant gemacht und die Auflösung war echt verzwickt, sodass man nicht zu schnell dahintergekommen ist. Aber es wurde am Ende alles zur Zufriedenheit abgerundet!
Was mir die Lektüre ein kleines bisschen getrübt hat, waren einige gossensprachliche Ausdrücke und Sexszenen, die eher ordinär als anregend waren und nichts für die Handlung getan haben. Wenn sowas überflüssig ist, sollte man es meiner Meinung nach ganz weglassen. Aber da sie - wie gesagt - nicht handlungstragend waren, kann man sie gut überblättern.

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Veröffentlicht am 08.04.2024

Leider ein Flop

Heinz Labensky - und seine Sicht auf die Dinge
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Leider mochte ich dieses Buch so wenig, dass ich nach ca. 1/4 abgebrochen habe.
Ich hatte mich schon seit der Vorschau sehr darauf gefreut gehabt und etwas in die Richtung "Der Hundertjährige, der aus ...

Leider mochte ich dieses Buch so wenig, dass ich nach ca. 1/4 abgebrochen habe.
Ich hatte mich schon seit der Vorschau sehr darauf gefreut gehabt und etwas in die Richtung "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" oder auch "Forrest Gump"erwartet. Endlich mal ein unblutiger Tsokos, den ich lesen kann! ;D
Ein bisschen erinnert es auch daran, erreicht aber die Qualität dieser Originale nicht annährend.
Sprachlich ist das Buch ziemlich mau und die Wortwitze, die es auflocken sollen, wirkten auf mich nur gewollt und gekünstelt, nicht lustig.
Heinz Labensky selbst ist auch nicht der sympathischste Zeitgenosse. Er soll wohl volksnahe und wie ein einfacher Typ vom Lande wirken, aber die ständige Wiederholung seiner Dummheit war einfach nur frustrierend zu lesen, da er ja eigentlich doch über eine gewisse Bauernschläue verfügt ...
Ich selbst bin zwar nachwendig geboren, würde aber nach den Erzählungen meiner Eltern über die DDR behaupten, dass diese nicht gut getroffen ist. (Auch ein häufiger Kritikpunkt bei Leser:innen in dem entsprechenden Alter, die eigene Erfahrungen gemacht haben.) Es ist alles sehr klischeehaft und schlecht dargestellt, weswegen sich das Ganze wie das Ossi-Bashing eines Westdeutschen liest, obwohl Frau Tsokos, die mitgeschrieben hat, wohl ostdeutsche Wurzeln hat. Von denen merkt man im Text nur nix...

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