Profilbild von Penny

Penny

Lesejury Star
offline

Penny ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Penny über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.07.2019

Schicksal

So wie die Hoffnung lebt
0

Zwei Jugendliche treffen in einem Heim aufeinander. Beide sind vom Schicksal gebeutelt und Katie spricht seitdem nicht mehr. Doch Jonah findet einen Zugang zu ihr und zwi-schen ihnen entwickeln sich nach ...

Zwei Jugendliche treffen in einem Heim aufeinander. Beide sind vom Schicksal gebeutelt und Katie spricht seitdem nicht mehr. Doch Jonah findet einen Zugang zu ihr und zwi-schen ihnen entwickeln sich nach und nach tiefe Gefühle. Doch das Schicksal reißt sie wieder auseinander und es vergehen viele Jahre des Suchens bis sie sich wieder finden.
Vom Klappentext her war ich erst skeptisch, ob dieser Roman etwas für mich ist. Doch nach den ersten Seiten hat er mich in seinen Bann gezogen. Die Beschreibungen von Jo-nah und Katie im Heim, ihrer Vergangenheit und wie sie langsam zueinander finden sind sehr schön dargestellt. Wie Jonah mit viel Einfühlungsvermögen die Blockade bei Katie überwindet ist mit viel Fingerspitzengefühl beschrieben und es trifft einen.
Doch dann gleitet die Geschichte um die Beiden ab und wird klischeehaft, wirkt für mich zudem etwas langgezogen und klischeehaft. Da blieb bei mir der Lesespaß vom Anfang auf der Strecke, schade. Die weitere Geschichte um Mason hätte man anders gestalten kön-nen. Gut, einerseits ist es natürlich möglich und die Gefühle zwischen Jonah und Katie blieben weiterhin erkennbar und sind gut beschrieben. Doch das Drumherum war mir zu viel, zu krass und ich mochte gar nicht mehr groß weiter lesen. Das Ende versöhnte nur etwas, denn der Verlust eines guten, alten Freundes wurde eher nebenbei abgehakt, auch wenn an ihn schon weiter gedacht wird.
Der Schreibstil ist angenehm, gefühlvoll und ohne den eher übertriebenen Teil, wo Katie die vergangenen Jahre verbracht hatte und „befreit“ werden musste, wäre es ein wunder-barer, gefühlvoller Roman gewesen.

Veröffentlicht am 30.06.2019

Interssante Einblicke

Briefe an Obama
0

Das Porträt einer Nation. Ein Überblick ausgewählter Briefe, die Präsident Obama wäh-rend seiner Amtszeit erreichten.
Als Leser erfährt man, was mit was für einer Sorgfalt jede Zuschrift an den Präsidenten ...

Das Porträt einer Nation. Ein Überblick ausgewählter Briefe, die Präsident Obama wäh-rend seiner Amtszeit erreichten.
Als Leser erfährt man, was mit was für einer Sorgfalt jede Zuschrift an den Präsidenten bearbeitet wird. Mit welcher Aufmerksamkeit die Mitarbeiter die Briefe lesen und bear-beiten. Dann werden mit Bedacht zehn Briefe ausgewählt, die der Präsident am Abend lesen wird.
Auch die abgedruckten Briefe zeigen ein breites Spektrum welche Nöte und auch Freuden die Bevölkerung des Landes bewegt. Der Präsident nimmt dies auch als Anregung wo die Politik noch mehr erreichen muss.
Die Briefe sprechen für sich, die Antworten auch. Denn auch die Antworten werden mit Bedacht gewählt. Einige Briefeschreiber lernt Barack Obama persönlich kennen. Sie sind bei einer Veranstaltung dabei, oder es nimmt ihren Brief mit in eine Rede auf.
Die Autorin trifft einige der Mitarbeiter, die für die Briefe zuständig sind und die Gesprä-che zeigen auch ein interessantes Bild der Leute und wie verantwortungsvoll sie mit der Post umgehen.
Auch mit Barack Obama wird gesprochen und das zeigt ebenfalls nochmal seine Denkwei-se was für das Land zu tun ist. In meinen Augen ist sein Ausscheiden ein Verlust für das Land, andere dort sehen das anders, weil er halt auch mit Empathie arbeitet.
Ein beeindruckendes Buch, was bisher ganz unbekannte Einblicke gewährt.

Veröffentlicht am 23.06.2019

Ein Stück Zeitgeschichte

Grenzgänger
0

Ein Stück Zeitgeschichte und eine betroffen machende Familiengeschichte.
Wer hat Schuld, der Vater, der sich nach dem Krieg nicht mehr um die Familie kümmert, oder gar der Krieg? Doch für seine Kinder ...

Ein Stück Zeitgeschichte und eine betroffen machende Familiengeschichte.
Wer hat Schuld, der Vater, der sich nach dem Krieg nicht mehr um die Familie kümmert, oder gar der Krieg? Doch für seine Kinder sollte man da sein und sich nicht im kirchlichen Glauben einigeln. Henni versucht alles, dass sie mit ihren Geschwistern nach dem Tod der Mutter zusammen bleiben kann. Dafür geht sie auch auf Schmuggeltour. Am Ende schickt der Vater, der sich überhaupt nicht kümmerte, die Kinder ins Heim. Glauben tut er ihren Aussagen ebenfalls nicht. Die kirchliche Heimleitung lügt und quält die Kinder psychisch und physisch. Ich konnte das kaum glauben und an einem Jungen sieht man gut was da-mit angerichtet wird.
Schlimm, wie den Betroffenen nicht geglaubt wird, vorverurteilt wird. Ich habe mit gelit-ten.
Ein eindringlicher Schreibstil, der ohne großartige, zusätzliche Beschreibungen auskommt. Und doch sind die Schilderungen so intensiv, die Kinder taten mir so leid und andere Leu-te hätte ich gerne geschüttelt.
Ein intensives Buch, was durch einen besonderen Stil besticht und ein Stück Vergangen-heit mit einer intensiven Geschichte darstellt.

Veröffentlicht am 21.06.2019

Eher Unlust

Dream Maker - Lust (The Dream Maker 2)
0

Band zwei der DreamMaker-Reihe. Hier geht es für Parker Ellis, Royce und Bo nach Mai-land, San Francisco und Montreal um Frauen bei ihren Jobs, Firmen und Privatangelegenhei-ten zu helfen. Dabei geraten ...

Band zwei der DreamMaker-Reihe. Hier geht es für Parker Ellis, Royce und Bo nach Mai-land, San Francisco und Montreal um Frauen bei ihren Jobs, Firmen und Privatangelegenhei-ten zu helfen. Dabei geraten sie selber in Situationen die ihre Professionalität gegenüber der Kundin erfordert und Parker trifft tatsächlich auf die Liebe.
In Mailand sollen völlig unerfahrene Frauen auf den Laufsteg mit Dessous vorbereitet wer-den, in San Francisco sucht eine Firmenchefin einen Mann, mit seltsamen Vorstellungen, und in Montreal wird eine Firma sabotiert. Das erscheint noch als die sinnvollste Geschichte.
Der Schreibstil ist leicht und locker zu lesen. Allerdings kommt mir alles sehr in die Länge gezogen vor, zusätzlich zu den sehr ausführlich beschriebenen Bettszenen. Diese Beschreibungen empfinde ich inzwischen als so etwas von abgenutzt und tun der Geschichte nicht gut. Wenn man als Leser gerade in dem Bereich etwas eigene Fantasie entwickeln kann fin-de ich das viel schöne. Dazu sind die inneren Dialoge ebenfalls sehr ausführlich geschrieben, vieles wiederholt sich auf schon nervende Weise. Als ob der Leser die Dinge nur begreift, wenn es x Mal geschrieben wird. Und einiges ist so richtig un-glaubwürdig. Die Protagonisten wirken zwischendurch auch mal recht unreif.
Zwischendurch kommt dann durchaus mal der Ansatz einer guten Geschichte durch, was mir aber zu wenig war. Von der Geschichte bzw. ihrer Umsetzung bin ich enttäuscht.

Veröffentlicht am 09.06.2019

In naher Zukunft?

Der europäische Frühling
0

Eine mögliche, sarkastische Darstellung von Europa, am Beispiel von Kopenhagen, Däne-mark. Das Leben in den Großstädten wirkt depressiv. Aber anhand von Stigs Geschichte weiß ich nicht, ob das früher in ...

Eine mögliche, sarkastische Darstellung von Europa, am Beispiel von Kopenhagen, Däne-mark. Das Leben in den Großstädten wirkt depressiv. Aber anhand von Stigs Geschichte weiß ich nicht, ob das früher in der Punkszene nun besser war als heute. Heute verdient er eher zufällig sein Geld als Galerist. Jeder scheint auf den anderen mit Herablassung zu blicken. Stigs Frau Elisabeth ist Forscherin und dadurch ziehen sie nach Lolland. Die Insel auf der alles Nachhaltig ist, keine Industrie in der heute bekannten Form und man muss eine hohe Summe als Eintritt zahlen.
Arbeiten werden von Drohnen erledigt, Probleme mit Immigranten werden nach Mosam-bique ausgelagert und an Tieren wird mit menschlicher Intelligenz experimentiert.
Mir war nicht einer der dargestellten Charaktere sympathisch. Viele Dinge wurden, höchstwahrscheinlich bewusst und absichtlich, überspitzt und klischeehaft dargestellt. Manche Personen, manche Handlungen fand ich nur daneben. Elisabeth wirkt, soweit sie in Erscheinung tritt, noch am vernünftigsten. Die gemeinsame Tochter ist sehr neben sich und andere Dinge, wie ein menschlich intelligenter Hund, der sich eine Zigarette ansteckt (wie auch immer) fand ich reichlich überspitzt.
Der Roman zeigt unsere Gesellschaft, oder wohin sie steuert in bisher noch überspitzter Form. Ja, das Buch regt zum Nachdenken an, ist gut geschrieben, aber es konnte mich nicht packen, es blieb irgendwie an der Oberfläche.