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Veröffentlicht am 15.09.2016

Auf der Suche

Am Ende bleiben die Zedern
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Eine Geschichte des Libanon, und die Geschichte von Samir, dessen Eltern aus dem Libanon nach Deutschland kamen. Samir wird in Deutschland geboren, wächst auf mit den Geschichten seines Vaters. Doch der ...

Eine Geschichte des Libanon, und die Geschichte von Samir, dessen Eltern aus dem Libanon nach Deutschland kamen. Samir wird in Deutschland geboren, wächst auf mit den Geschichten seines Vaters. Doch der Vater verändert sich plötzlich und ist dann ohne ein Wort verschwunden.
Samir kann und will es nicht wahr haben, nicht begreifen. Er ist besessen von seinem Vater.
Es wird Samirs Geschichte erzählt, seine Suche nach dem Vater, von Freundschaft. Es wird in Rückblenden zu Samirs Kindheit erzählt, eingebettet in die Geschichte des Libanons, wo Nachbarn unterschiedlicher Religionen plötzlich zu Feinden werden.
Es ist eine unheimliche umfassende, tief gehende Geschichte, in der sich auch nach und nach die Vergangenheit von Samirs Vater offenbart. Dieser ist genauso zerrissen wie das Land. Und ich kann ihn noch nicht mal verurteilen, dass er seine Familie in Deutschland verlassen hat.
Hier kann man durchaus sagen, dass zwei Geschichten aufeinander treffen. In einer sehr schönen Sprache wird dem Leser der Libanon näher gebracht, die Vergangenheit und die Zukunft, in der das Land hoffentlich nicht mehr so zerrissen sein wird. Und Samirs Geschichte, der durch den Verlust seines Vaters wirkt wie auf einer Warteposition. Findet er durch das Land seiner Eltern zu sich selbst und kann die Vergangenheit hinter sich lassen?
Ich kann diesen Roman irgendwie schlecht in Worte fassen, hier passiert so viel, ist so ansprechend geschrieben, und hinterlässt mich als Leser mit einer Fülle von Eindrücken. Nicht nur Samir und sein Vater und dessen Geschichten, sondern auch der Libanon halten einen in ihrem Bann.
Und hoffentlich bleiben die Zedern tatsächlich immer dort wo sie sind, als eine Art Wächter des Landes.

Veröffentlicht am 15.09.2016

150 Jahre Texas

Der erste Sohn
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Die Geschichte einer Familie in Texas, über 150 Jahre erzählt. Eli McCulloughs gibt ein kurzes Vorwort über Texas, so wie er es über sein langes Leben erlebt hat. 1836 geboren wurde er von Comanchen entführt, ...

Die Geschichte einer Familie in Texas, über 150 Jahre erzählt. Eli McCulloughs gibt ein kurzes Vorwort über Texas, so wie er es über sein langes Leben erlebt hat. 1836 geboren wurde er von Comanchen entführt, lebte eine Zeit bei ihnen und erlebte ihren Untergang mit. Er baute das Vermögen, den Besitz der Familie auf. Erzählt wird die Geschichte aus seiner, dann von seinem Sohn Peter und der Urenkelin Jeanne, immer abwechselnd und aus verschiedenen Sichten.
Ein großes, sehr interessantes Thema, das vom Autor gut dargestellt wird. Die Geschichte von Eli und seinen Nachfahren zeigt, dass die Geschichte Texas mit sehr viel Gewalt, Mord und Raub verbunden ist, ohne dies wäre das Land so nicht entstanden, besiedelt werden. Und jedes Volk hat so gehandelt, auch schon vor Ankunft der Weißen. Elis Sohn kommt damit nicht so klar, habe ich den Eindruck und die Ur-enkelin Jeannie hat ein einsames Leben durch den Kampf ums Geld.
Eli besticht durch Härte und besteht. Ansonsten wirkt niemand so, als ob da irgendein Mythos bedient wird. Im Gegenteil, am Ende kam mir das ganze Streben nach Besitz, Reichtum und Macht sehr unnütz vor. Glücklich wurde dadurch niemand in der Familie. Beim Lesen machte sich bei mir, ganz unbewusst, eine leicht depressive Stimmung breit. Ich würde sagen, da hat Philipp Meyer was tolles geschaffen. Die Menschen darzustellen und beim Leser so eine Reaktion durchs Lesen hervorzurufen, dabei über Texas, die Familie McCullough und vielen anderen Menschen in dem Land zu berichten, was sich auch noch so gut lesen lässt. Ein tolles Buch.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Zeit und Ruhe für die Pferde

Bei mir haben die Pferde etwas zu sagen
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Der Autor erzählt in diesem, seinem zweiten Buch, viel über sein Leben mit Leben. Wie es anfing, welche Pferde ihn begleiteten und prägten. Besonders sein Pferd Figaro, von dem er viel lernte. Pfer-de ...

Der Autor erzählt in diesem, seinem zweiten Buch, viel über sein Leben mit Leben. Wie es anfing, welche Pferde ihn begleiteten und prägten. Besonders sein Pferd Figaro, von dem er viel lernte. Pfer-de geben ihr Bestes, doch falscher Ehrgeiz, falsches Zuhören, falsche Ausbildung kann sie zerstören.
Dieses Buch enthält viel persönliches, auch Fotos und in einfachen Worten geschrieben. Dadurch wirkt es ehrlich und das Anliegen von David de Wispelaere kommt an.
Gleich zu Anfang, die Gedanken zu Beginn, waren so deutlich und hat mir gut gefallen, und ich wusste gleich von wem er schreibt. Ein gutes Beispiel für Reiterei wie sie nicht sein sollte.
Es hat mir sehr gefallen, dieses Buch zu lesen, und ich werde das andere Buch des Autors sicherlich auch lesen. Viele Pferde haben David begleitet, einige musste er auch wieder fort geben. Es zeigt, dass Turnierreiten nicht alles ist, eine gute Ausbildung aber sehr wohl, und solche Reiter wie David.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Feuer auf Oland

Inselfeuer
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Auf Öland, einer schwedischen Insel, geht ein Brandstifter und Mörder um. Verdächtigt wird Jorma Brolin, der bereits vor Jahren der Brandstiftung verdächtigt wurde. Doch wieder fehlen Beweise, und auf ...

Auf Öland, einer schwedischen Insel, geht ein Brandstifter und Mörder um. Verdächtigt wird Jorma Brolin, der bereits vor Jahren der Brandstiftung verdächtigt wurde. Doch wieder fehlen Beweise, und auf der Insel geht die Angst um. Es geht neben Jorma und seiner Geschichte auch um den Strafver-teidiger Qvist und um die Anwältin Alasca Rosengren, deren Mutter und deren Sohn. Und um noch ein paar mehr Bewohner Ölands.
Dies ist ein anderer Krimi, ein Krimi der ohne Hauptermittler auskommt und eher eine soziale Ana-lyse vieler Bewohner Ölands ist. Die verschiedenen Erzählstränge über die Leute führen am Ende perfekt zusammen. Dazu kommt noch ein wenig über Pferde, über Alascas Pferde, die die Menschen wieder ein wenig näher zueinander bringen. Eine stimmige Geschichte, in der viel wahres steckt.
Mehr darüber zu schreiben, würde zu viel von der Geschichte zeigen, diese muss jeder aber selbst erlesen. Mir hat es gefallen, gerade weil es eine andere Form des sog. Krimis ist, die auch ohne Spannung auskommt.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Fluch und Gefühle

Zorn und Morgenröte
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Eine Geschichte, die in den Bereich Märchen aus 1001 Nacht, Fantasy und Romantik anzu-siedeln ist.
Der junge Kalif von Chorasan, Chalid, nimmt jeden Tag eine junge Frau aus seinem Reich zur Frau und lässt ...

Eine Geschichte, die in den Bereich Märchen aus 1001 Nacht, Fantasy und Romantik anzu-siedeln ist.
Der junge Kalif von Chorasan, Chalid, nimmt jeden Tag eine junge Frau aus seinem Reich zur Frau und lässt sie am nächsten Morgen hinrichten. An einem Tag kommt Shahrzad in den Palast, als neue Braut. Doch sie ist anders, sie ist nicht bereit sich diesem Schicksal zu fügen und versucht mit allen Mittel den nächsten Morgen überstehen.
Shahrzads Vater und ihr Jugendfreund Tarik versuchen zur selben Zeit, jeder auf seine Weise, sie aus der Situation zu befreien. Doch im Laufe der Zeit ist Chalid nicht mehr der verhasste, tötende, Herrscher für Shahrzad.
Der Schreibstil hat es von Anfang an geschafft, mich beim Lesen zu fesseln. Gut wird alles beschrieben, ich fühlte mich in Anlehnung an 1001 Nacht ins Morgenland versetzt, mit einem wunderschönen Palast, einem Ausflug auf den Basar, Ritt durch die Wüste und der Art, dem Umgang der Menschen. Es gibt ein paar Stellen, die mir ein wenig lang vorka-men, die die Geschichte etwas länger machten. Shahrzads Rachegedanken gegenüber Chalid verschwinden recht schnell, was für eine Geschichte wäre es gewesen, wenn sich nicht die fast schon obligatorische, sich leise entwickelnde, romantische Geschichte ent-wickeln würde?
Bei der Erzählung punkten nicht zu lange Kapitel und ein guter Wechsel zwischen den ver-schiedenen Handlungssträngen, zwischen den Geschehnissen im Palast und den Bemü-hungen von Shahrzads Leuten sie aus dem Palast zu retten. Da spielt dann doch noch mehr mit rein, als nur eine junge Frau zu retten, die vielleicht gar nicht mehr gerettet werden möchte.
Im Ganzen hat mir das Buch gut gefallen. Der Schreibstil ist flüssig und größtenteils moch-te ich es nicht zur Seite legen. Mein erster Leseeindruck von einer Leseprobe wurde bei dem gesamten Buch nicht enttäuscht. Mir hat die Geschichte, auch wenn sie nicht neu ist, gut gefallen, was bestimmt auch an der guten Lesbarkeit liegt.
Richtig gut finde ich die Gestaltung des Covers. Mit dem Auge, was durch eine Art kleines Fenster blickt, die Ornamente in Gold auf blauem Hintergrund.
Was bei mir nicht punktet ist, dass es mindestens einen Fortsetzungsband gibt und man in diesem Buch mit einem unbefriedigenden Schluss zurück gelassen wird.

  • Cover
  • Atmosphäre
  • Schreibstil
  • Charaktere
  • Fantasie