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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.02.2017

Berührend, heftig und unvorstellbar

Der letzte Überlebende
1

Sam Pivnik hat den Holocaust überlebt und jetzt, nach so vielen Jahren, schreibt er über sei-ne Erlebnisse in dieser schlimmen Zeit. Die ganze Kriegsgeneration hatte keine Therapie, müssen mit ihren Erlebnissen ...

Sam Pivnik hat den Holocaust überlebt und jetzt, nach so vielen Jahren, schreibt er über sei-ne Erlebnisse in dieser schlimmen Zeit. Die ganze Kriegsgeneration hatte keine Therapie, müssen mit ihren Erlebnissen einfach weiter machen, egal wie unter den Erinnerungen gelit-ten wird und es dann irgendwie tot geschwiegen wird.
Als gerade mal Teenager wird Sam Pivnik nach Auschwitz gebracht, sieht wie seine Familie in Richtung Gaskammern gewunken wird, er überlebt Krankheit und Mengele, Todesmär-sche und den Untergang der Cap Arcona. Er musste nach dem Krieg seinen Weg finden, über England und Israel und versucht zu verstehen, aufzuklären. Wie danach die vielen Nazis ein-fach weiter machen konnten, er besucht seine alte Heimat.
Ein ergreifendes Buch, was fassungslos macht. Alle machten mit, aus Überzeugung oder Angst, die Menschlichkeit blieb irgendwo. Warum hörten so viele Leute auf den Einen mit der irren Idee der Arier als was besseres und Juden als Untermenschen sieht. Verstehen kann man das auch jetzt nicht, aber es sollte nie vergessen werden! Sam Pivnik beschreibt die Zeit der Naziherrschaft sehr intensiv. Was er durchlebte möchte ich mir gar nicht näher vorstel-len, so schlimm, das Lesen reichte. Wie übersteht man so etwas, wo der Horror scheinbar kein Ende nimmt? Woher kommt die Kraft, nicht einfach aufzugeben?
Diese wahre Geschichte ist sehr gut aufgeschrieben, hat deutlich mehr als aufgeschriebene Erinnerungen. Schade, dass dies alles wahr ist und kein Roman.
Ein wichtiges Buch über eine schlimme Zeit. Vor Sam Pivnik kann ich mich nur verbeugen und niemand sollte die Geschehnisse vergessen, damit es nie wieder passiert.

Veröffentlicht am 29.12.2016

Was gibt es noch?

Ich, Johannes der V.
1

Dieser Roman ist schwer zu beschreiben, eine Mischung von Vergangenheitsforschung, Esoterik, Fantasy, aber eigentlich ist dieses Buch etwas ganz eigenes, viel mehr Wahres als man vermutet?
Es werden einige ...

Dieser Roman ist schwer zu beschreiben, eine Mischung von Vergangenheitsforschung, Esoterik, Fantasy, aber eigentlich ist dieses Buch etwas ganz eigenes, viel mehr Wahres als man vermutet?
Es werden einige Fragen zur menschlichen Vergangenheit aufgeworfen, die hier gut beantwortet werden, unsere bisher gekannten Wahrheiten in Frage stellt. Die eingefügten Auszüge über religiö-sen Fanatismus haben mir gut gefallen, da Religion auch nur von Menschen erdacht ist um…. ja, um was eigentlich? Auch ich bin der Meinung, dass es da noch etwas gibt was wir nicht wissen, nur oft erahnen, erfühlen. Die Gesellschaft der Wise Woman kommt in Johannes Leben und bringt ihm neue Sichtweisen auf das Leben und das da noch mehr ist. Als große ungelöste Frage ist das Voy-nich-Manuskript erwähnt, dessen Übersetzung bisher nicht glückte und die Bilder in Johannes Be-sitz.
Aufgrund der Tagebuchaufzeichnungen seiner Vorfahren und eigener Nachforschungen findet Jo-hannes den Zugang zu einer Höhle, wird erwartet. Kam einst sein Vorfahr aus dieser Höhle?
Die Geschichte von Johannes V. wird von ihm selbst erzählt und lässt sich gut lesen, ist stimmig und interessant.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Keine Leidenschaft für dieses Buch

After passion
1

Frisch auf der Universität trifft Tessa durch ihre Mitbewohnerin auf Hardin. Er wirkt wie ein sog. bad guy und doch verschwindet er nicht aus Tessas Umfeld und Gedanken. Sie finden zueinander, doch am ...

Frisch auf der Universität trifft Tessa durch ihre Mitbewohnerin auf Hardin. Er wirkt wie ein sog. bad guy und doch verschwindet er nicht aus Tessas Umfeld und Gedanken. Sie finden zueinander, doch am Ende kommt ein Betrug von Hardin an Tessa zu Tage.
Ich habe mir doch recht viel von diesem Roman versprochen, immerhin ist er so hoch gelobt, hat so eine positive Resonanz. Doch ich bin in die Geschichte so gar nicht rein gekommen. Ich konnte keinen Bezug zu Tessa herstellen und Hardin hat mich als sog. böser Junge auch nicht angemacht.
Ich habe After passion nicht komplett gelesen, weil ich mit der Geschichte nicht warm wurde, da so gar keinen Bezug finden konnte. Vielleicht bin ich zu alt für diesen Roman, denn das Verhalten konnte ich nicht nachvollziehen, und auch am Ende fand ich das Verhalten für Studenten (es sind doch keine Kinder mehr) und das ganze Drama drum herum einfach nur seltsam.
Für mich kein Roman, da gibt es andere mit Romantik, Beziehungsdrama und Erotik die einfach für mich ansprechender sind.

Veröffentlicht am 10.05.2021

Wahnwitz unterwegs

Der erste letzte Tag
0

Kein Thriller und genau das hat mich gereizt. Zudem finde das Thema Roadtrip interessant. Die Umsetzung ist allerdings schon anders als ich erwartet habe.
Lea und Livius treffen am Flughafen aufeinander ...

Kein Thriller und genau das hat mich gereizt. Zudem finde das Thema Roadtrip interessant. Die Umsetzung ist allerdings schon anders als ich erwartet habe.
Lea und Livius treffen am Flughafen aufeinander und müssen sich zwangsweise einen Mietwagen teilen. Und da fängt es an, das Chaos, das Skurrile, teilweise Wahnwitz durch ziemliche Übertreibung. Trotzdem musste ich weiter lesen, denn so ganz still hat sich auch etwas anderes in die Geschichte der wilden Fahrt geschlichen. Man ahnt, dass Lea nicht grundlos zu doch recht harten Aktionen neigt.
Die Dialoge zwischen Lea und Livius waren klasse und oft steckt da schon was Wahres drin.
Für mich waren einige Szenen einfach zu überspitzt und ich hatte eindeutig eine andere Vor-stellung von einem Roadtrip. Aber der Roman hatte trotzdem was und der Schreibstil gefiel mir. Die Geschichte hat mich schnell weiter lesen lassen, wenn es auch manchmal leicht realitätsferne, übertriebene Szenen gab. Aber der Autor schaffte es mich zu packen. Auch wenn ich oft den Kopf geschüttelt habe. So ist Der erste letzte Tag gut zu lesen, lässt einen lachen und den Kopf schütteln. Manches ist durchaus etwas drüber, aber eine Form von Spaß am Lesen ist schon dabei. Allerdings reicht mir dann auch dieser eine Roman von der Art her.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.04.2021

Ein intensiver Roman

Der Verdacht
0

Der Roman baut sich erst recht ruhig auf, man lernt Blythe kennen und auch etwas ihre Ver-gangenheit, die Vorgeschichte ihrer Mutter und Großmutter, wenigstens in kleinen Rückbli-cken. Was sich da offenbart ...

Der Roman baut sich erst recht ruhig auf, man lernt Blythe kennen und auch etwas ihre Ver-gangenheit, die Vorgeschichte ihrer Mutter und Großmutter, wenigstens in kleinen Rückbli-cken. Was sich da offenbart ist schlimm und man fragt sich, inwieweit sich psychische Krankheiten, oder wie immer man das nennen mag, in folgenden Generationen fortsetzen, bemerkbar machen. Blythe hat auf jeden Fall andere Vorstellungen von ihrer Zukunft, als sie schwanger wird. Ihr Mann hat ganz bestimmte Vorstellungen wie die Familie funktionieren soll, was Blythe macht, oder nicht und wie es mit einem kleinen Kind zu sein hat. Blythe Bedürfnisse werden nicht beachtet und sie wird wenn als Problem dargestellt, nicht auch die Tochter, die von Anfang ein gestörtes Verhältnis zur Mutter hat und für mich sehr psychopa-tische Anlagen, die sie auch relativ bewusst auslebt.
Dieses Buch entwickelt einen Sog von eher unguten Gefühlen. Unter dem Anschein von hei-ler Welt brodelt unterschwellig irgendwie das Böse. Hat Blythe mit ihren Gefühlen Recht, ist ihre Tochter doch das Monster, auch wenn sie es nicht wahr haben will? Bekommt sie Unterstützung mit ihren Ängsten und auch Einsamkeit? Und dann passiert auch noch das denkbar Schlimmste…
An einigen Stellen war ich nicht so ganz beim Roman, doch grundsätzlich hat die Geschichte um Blythe eine heftige Wirkung auf mich als Leser und eine bedrückende, man muss weiter lesen, bis zum geahnten Ende. Eine irgendwie andere, eindringliche Art des Schreibens, die mich als Leser nicht so schnell los lässt und noch lange über Blythe und ihre Familie nach-denken lässt. Und ich am Ende mit einem doch unguten Gefühl zurück bleibe. Ein ganz ein-dringlicher Roman.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere