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Veröffentlicht am 07.10.2025

In einem Zug weggeatmet

Das Lied der Krähen
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Ich hatte von dem Buch gar nichts gehört, aber es wurde mir von verschiedenen Leuten empfohlen. Und ich kann diese Empfehlung komplett verstehen. Ich war von Seite 1 an in dem Bann dieses Buches und auch ...

Ich hatte von dem Buch gar nichts gehört, aber es wurde mir von verschiedenen Leuten empfohlen. Und ich kann diese Empfehlung komplett verstehen. Ich war von Seite 1 an in dem Bann dieses Buches und auch wenn die Charaktere düster und jeweils eine harte Vorgeschichte bzw. ein hartes Leben hinter sich haben, hat es mir sehr viel Spaß gemacht, ihnen zu folgen und von ihnen zu lesen.

Durch den Perspektivwechsel, steht jede Figur mal im Vordergrund und dann werden die einzelnen Stränge miteinander verbunden. Wow. Der Fantasypart ist nicht übertrieben, es ist endlich mal keine langweilige Liebesgeschichte, sondern die Freundschaft oder auch Kameradschaft steht im Vordergrund. Es ist spannend, ereignisreich, aber auch tiefgründig und ab und an sogar witzig.

Glasklare Empfehlung.

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Veröffentlicht am 01.10.2025

Origineller Auftakt

Musenrausch (Nektar und Ambrosia, Band 1)
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Musenrausch ist der erste Band der Reihe Nektar und Ambrosia. Es handelt sich um eine Urban Romantasy mit starkem Mythologie-Einschlag, insbesondere griechischer Mythologie. Das Setting ist Hamburg, mit ...

Musenrausch ist der erste Band der Reihe Nektar und Ambrosia. Es handelt sich um eine Urban Romantasy mit starkem Mythologie-Einschlag, insbesondere griechischer Mythologie. Das Setting ist Hamburg, mit einer mystischen Atmosphäre. Vor allem die Kunst spielt eine große Rolle.

Die Hauptfigur ist Wanda, eine Künstlerin, die seit Monaten unter einer Blockade leidet: sie kann kein Bild fertigstellen. Plötzlich erscheint Neo – ihre Muse – in physischer Form und völlig unerwartet in ihrem Leben. Seine Präsenz bringt Wanda Inspiration, aber auch Fragen und Konflikte: Warum kann sie ihn sehen und spüren? Wie hängt er mit der Welt abseits der sichtbaren Realität zusammen? Und wie sehr sind Wanda und Neo durch etwas verbunden, das vielleicht größer ist als sie selbst?

Im Mittelpunkt der Handlung stehen Wanda und Neo und dabei insbesondere Wandas Suche nach sich selbst.

Wanda ist leidenschaftlich, kreativ und künstlerisch begabt, zugleich aber von Zweifeln geplagt. Ihre Blockade und ihr Ringen um Inspiration sind glaubwürdig und emotional nachvollziehbar, für mich an einigen Stellen aber dann doch etwas übertrieben. Ich kann ihr Handeln in weiten Teilen nachvollziehen, aber eben nicht in voller Gänze. Vor allem zu einem späteren Zeitpunkt, habe ich wirklich nicht mehr verstanden, warum sie nicht malen kann. Wanda handelt oft sehr impulsiv und verliert, sich in ihren Gedanken und schwankt zwischen Selbstzweifel und Wut. Das hat mich an einigen Stellen leider etwas genervt, muss ich zugeben. Dadurch waren ihre Entscheidungen oder Gedankengänge schwerer für mich nachvollziehbar.

Dennoch entwickelt sie sich über den Roman hinweg und diese Entwicklung hat mir gut gefallen.

Neo als Muse ist eine spannende Figur – ambivalent, teilweise geheimnisvoll, mit einer Aura von Leid und Geheimnissen. Er bringt die Handlung voran, stiftet Faszination, aber auch Konflikte. Seine Beziehung zu Wanda ist komplex: nicht einfach „Retter und gerettete Künstlerin“, sondern geprägt von Machtverhältnissen, Abhängigkeit, und der Frage, wie viel Eigenes Wanda behalten kann. Das fand ich wirklich sehr spannend und Neo war mir insgesamt sehr sympathisch und eine tolle Figur.

Es gibt Nebenfiguren, die Wanda in ihrem Leben begleiten – Freunde, Familie, oder Menschen aus ihrer künstlerischen Umgebung. Sie sind nicht immer stark ausgearbeitet, aber in Summe tragen sie zur Atmosphäre bei und beleuchten Wanda aus verschiedenen Blickwinkeln, was für ihre Charakterentwicklung hilfreich war.

Manchmal war ich durch einige Nebenplots oder Perspektivwechsel ein wenig verwirrt, weil neue Informationen oder mythologische Elemente eingeflochten wurden, die nicht immer klar waren und teilweise kam ich mit den ganzen Namen durcheinander. Das war etwas schade, weil ich die Mythologie etc. an sich super spannend und interessant fand. Durch diese Verwirrung meinerseits und der Verflechtung der Nebenfiguren, ging die Handlung manchmal etwas schleppend voran. Das Buch an sich ist gar nicht so dick, aber es fühlte sich an manchen Stellen etwas langatmig an.

Malou Bichon nutzt eine bildhafte Sprache mit starkem Sinn für Ästhetik – passend zu Wandas Rolle als Künstlerin. Die Beschreibungen von Kunst, Inspiration, und die Wechselwirkung mit Magie sind schön gemacht, poetisch an manchen Stellen, und sie gelingt es, eine Atmosphäre aufzubauen, die geheimnisvoll, leicht düster und romantisch zugleich ist.

Das Buch ließ sich leicht und flüssig lesen und hat wirklich viel Spaß gemacht. Hamburg ist meine Lieblingsstadt in Deutschland und es war so schön von der Elbphilharmonie, von der Containerstadt oder auch vom Jungfernstieg und der Reeperbahn zu lesen. Richtig spannend wurde es im letzten Drittel und da konnte ich das Buch wirklich nicht mehr aus der Hand legen. Ich muss gestehen, dass mir der Anfang tatsächlich etwas zu dramatisch war, dafür flacht es in der Mitte aber wieder etwas ab.

Fazit

Musenrausch ist insgesamt ein sehr gelungener Auftakt in eine Romantasy-Reihe. Das Buch hat mir gut gefallen, ich habe es gerne gelesen und freue mich auch schon auf den nächsten Teil.

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Veröffentlicht am 28.09.2025

Solide, aber nichts Besonderes

Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste
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„Die Einladung“ ist ein klassischer Krimi im Stil eines geschlossenen Settings, in dem sich eine ausgewählte Gruppe von Gästen auf einer abgelegenen Insel wiederfindet – und schnell wird klar: Nicht jeder ...

„Die Einladung“ ist ein klassischer Krimi im Stil eines geschlossenen Settings, in dem sich eine ausgewählte Gruppe von Gästen auf einer abgelegenen Insel wiederfindet – und schnell wird klar: Nicht jeder ist, wer er zu sein scheint. Kelly Mullen liefert eine solide Geschichte, die zwar unterhaltsam, aber nicht besonders innovativ ist.

Der Schreibstil ist flüssig, die Kapitel angenehm kurz gehalten, was das Buch durchaus zu einem schnellen Lesevergnügen macht. Die Grundidee erinnert an bekannte Vorbilder, bleibt dabei aber eigenständig genug, um nicht wie eine Kopie zu wirken. Die Charaktere sind abwechslungsreich, wenn auch stellenweise etwas klischeehaft und durch das ganze Buch hinweg zu oberflächlich gezeichnet. Man lernt die einzelnen Figuren kaum kennen, sodass das Miträtseln und Fiebern sehr schwierig ist. Ich wollte schon wissen, wer am Ende schuldig ist, aber die Auflösung hat mir nicht besonders gut gefallen. Die Charaktere bleiben viel zu blass, wobei immerhin die beiden Protagonistinnen eine schöne Entwicklung durchleben.

Die Spannung hält sich über weite Strecken, allerdings fehlt dem Buch das gewisse Etwas, das es aus der Masse ähnlicher Krimis herausheben würde. Einige Wendungen sind vorhersehbar, andere wirken etwas konstruiert. Besonders das Ende war mir zu plakativ. Der Alkoholkonsum innerhalb des Buches war mir persönlich etwas too much, das wäre nicht nötig gewesen und hat auch von der eigentlich Story ziemlich abgelenkt.

Trotzdem: Wer Krimis mit abgeschotteten Schauplätzen (das Haus war definitiv ein kleines Highlight) und einem Hauch psychologischer Spannung mag, könnte hier durchaus auf seine Kosten kommen.

Problematisch waren die vielen Anspielungen auf andere Filme und Bücher. Ich kannte viele davon nicht und konnte so mit den Referenzen nicht viel anfangen leider. Weiterhin gab es eine Sache hinsichtlich des Mordfalles, die ich nicht Spoilern möchte, die aber auch komplett unnötig war. An manchen Stellen lag der Fokus einfach falsch, sodass auch die Geschichte teilweise etwas dünn war.

Fazit:
Ein solider Kriminalroman mit klassischen Zutaten, der sich gut lesen lässt, aber wenig Überraschendes bietet. Für Zwischendurch absolut geeignet, aber kein Buch, das lange im Gedächtnis bleibt.

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Veröffentlicht am 11.09.2025

Falscher Fokus

Icebreaker
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Das Buch wurde so sehr gehypt, dass ich es unbedingt lesen wollte und wie so oft von BookTok, wurde ich mal wieder bitterböse enttäuscht. Anastasia - Stas - ist so dermaßen unsympathisch, dass ich sie ...

Das Buch wurde so sehr gehypt, dass ich es unbedingt lesen wollte und wie so oft von BookTok, wurde ich mal wieder bitterböse enttäuscht. Anastasia - Stas - ist so dermaßen unsympathisch, dass ich sie am liebsten geschüttelt hätte. Sie hat mich richtig oft einfach nur aufgeregt und ihre Attitüde und ihr Verhalten gingen mir von Anfang bis Ende nur auf die Nerven.

Das Buch ähnelt einem Porno. Die Szenen sind viel zu lang gezogen, immer gleich und geben der Beziehung der beiden Protagonisten und auch dem Leser überhaupt keinen Mehrweit. Ich habe die Szenen irgendwann übersprungen, sodass aber kaum noch etwas zu lesen blieb.

Der Plot ist ziemlich dünn. Ich könnte wirklich in 5 Sätzen zusammenfassen, worum es geht. Davon einmal abgesehen ist das Ende mehr als vorhersehbar und das Drama wirkt konstruiert und auch absolut unnötig.

Hat mir leider nicht gefallen.

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Veröffentlicht am 10.07.2025

Originelle Idee, aber es scheitert an der Umsetzung

Bis mein Herz wieder schlägt
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Ich habe das Buch innerhalb einer Leserunde gewonnen, was meine Meinung darüber nicht beeinflusst.

Die Idee des Buches hat mir richtig gut gefallen. Emery hat einen seltenen Herzfehler und schon die kleinsten ...

Ich habe das Buch innerhalb einer Leserunde gewonnen, was meine Meinung darüber nicht beeinflusst.

Die Idee des Buches hat mir richtig gut gefallen. Emery hat einen seltenen Herzfehler und schon die kleinsten Dinge im Alltag können einen Herzstillstand verursachen. Sie landet in einer Zwischenwelt, in der sie auf Nick trifft. Doch stirbt Emery nicht, sie wird zurück ins Leben geholt, sodass sie Nick mehr als einmal in der Zwischenwelt trifft. Sie merkt, dass sie Nick ziemlich mag, wodurch sie sich entscheiden muss:: Nick oder das Leben?

Mehr möchte ich inhaltlich nicht sagen, um nicht zu spoilern.

Wie gesagt, die Idee finde ich super originell und cool. Es hapert aber ziemlich an der Umsetzung. Alle Figuren, darunter auch Emery und weitere Protagonisten, bleiben blass und langweilig. Man erfährt fast nichts über die verschiedenen Figuren, sodass keine Emotionen und Tiefe entsteht. Die fehlende Tiefe wird auch dadurch verursacht, dass die Handlung episodenhaft geschieht und nur an der Oberfläche kratzt. Der Klappentext lässt inhaltlich auf etwas ganz anders schließen als dann in der Realität der Fall ist. Im Klappentext wird Colin als wichtige Person beschrieben, im Roman spielt Colin jedoch kaum eine Rolle.

Die beworbene Liebesgeschichte ist (fast) nicht vorhanden, wodurch auch hier Emotionen fehlen und die Erwartungen nicht erfüllt werden (zumindest meine nicht).

Es gibt so viele Episoden aus Emerys Leben, dass Details, Gedanken und Gefühle oft fehlen. Figuren werden kurz eingeleitet und verschwinden dann komplett von der Bildfläche, was sehr schade ist, da so die Handlung lediglich ein wenig vor sich hinplätschert.

Die Idee und der Schreibstil sind super, es lässt sich wirklich schnell und flüssig lesen, jedoch fehlt es einfach an allen Ecken und Enden an Emotionen, Details, Tiefe und auch Spannung.

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