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Veröffentlicht am 15.08.2017

Eine wirkliche Herausforderung- aber teilweise durchaus lecker

Zuckerfrei
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"Zuckerfrei- Die 40 Tage-Challenge" von Hannah Frey ist ein Kochbuch der besonderen Art. Hannah Frey ist Gesundheitswissenschaftlerin und Ernährungsexpertin (laut Impressum) und lädt hier in diesem Buch ...

"Zuckerfrei- Die 40 Tage-Challenge" von Hannah Frey ist ein Kochbuch der besonderen Art. Hannah Frey ist Gesundheitswissenschaftlerin und Ernährungsexpertin (laut Impressum) und lädt hier in diesem Buch zu einer Challenge ein, die es in sich hat. 40 Tage komplett auf Zucker zu verzichten. Hört sich erst mal unmöglich an, dann durchaus machbar und schließlich stellt man fest, gar nicht so einfach.

Das Buch ist gegliedert in 2 Teile. Auf den ersten ca. 40 Seiten werden die Hintergründe und Abläufe erklärt, es gibt Tipps und Erläuterungen. Im zweiten Teil finden sich 72 Rezepte sortiert nach Healthy Breakfast, Detox meals und Drinks, Sweets und Snacks. Die Rezepte sind mit Fotos von Maria Brinkop illustriert. Und die Fotos machen echt Appetit!

Ich war auf der Suche nach neuen Rezeptideen, um etwas an meiner Ernährung zu ändern und wurde dabei auf das Buch aufmerksam. Ich hatte vorher schon von dem Projekt "Zuckerfrei- die 40-Tage-Challenge" gehört, aber gedacht, das ist nie etwas für mich. Aber die Rezepte wirkten "machbar" und die Bilder waren sehr verlockend! Also habe ich mich zum Kauf entschieden.

Im vorderen Umschlag des Buches befindet sich ein Selbsttest, ob man zuckersüchtig ist. Das Prinzip ist, durch den Verzicht auf Zucker für 40 Tage den Geschmack zu "nullen" und diese "Sucht" zu überwinden. Dabei gibt es 2 Phasen, denen jeweils Rezepte und Nahrungsmittel zugeordnet sind, den Ernährungsplan stellt man sich jedoch selbst daraus zusammen. In Phase 1 (30 Tage) wird Zucker komplett verbannt genauso wie stärkehaltiges Gemüse und Vollkorngetreide, letztere dürfen in Phase 2 (10 Tage) wieder gegessen werden.

Der "theoretische" Teil zu Beginn des Buches ist erfrischend kurz, so dass man nicht ewig zur Vorbereitung braucht, aber dennoch rasch viele Informationen bekommt, die auf ansprechende Art präsentiert werden. Es finden sich Tipps gegen Heißhungerattacken, Infos, wo versteckte Zucker drin sind und unter welchen "Decknamen" diese Produkten zugesetzt werden. Es gibt ein "Zuckertagebuch", wo man vorab analysieren kann, wieviel (versteckten) Zucker man so isst, und Zuckerfrei-Wochenpläne mit Einkaufs- und ToDo-Liste, alles steht auch im Internet zum freien Download zur Verfügung, echt praktisch, wenn ich auch mit der Formatierung des Ausdrucks etwas Schwierigkeiten hatte.

Ich bin jetzt in der 3. Woche der Challenge und kann sagen, dass es durchaus viel Aufwand ist und für Menschen wie mich, die viel arbeiten, wenig kochen und obendrein sehr heikel sind, durchaus schwierig, das Programm durchzuhalten und immer vorzukochen. Aber wie heißt es so schön auf der Buchrückseite "if it doesn't challenge you- it won't change you!". Und da ist wohl schon etwas dran.

Die Gerichte, die ich bislang ausprobiert habe, sind insgesamt auch für weniger Kocherfahrene gut nachzukochen, auch wenn mir nicht alles so gelingt, wie es auf den Fotos aussieht. Der zeitliche Aufwand für die Rezepte ist überschaubar. Allerdings sind viele der Zutaten nur in sehr gut sortierten Supermärkten und Bioläden erhältlich und somit ist das Projekt nicht unbedingt günstig. Enttäuscht haben mich Rezepte wie "Overnight-Chia-Pudding", "Hirse-Porridge mit Nüssen" und "Kokos-Laddu", sehr begeistert hingegen war ich von Gerichten wie "Ayurvedisches Kitchari", "Quinoa-Flammkuchen", "Caprese-Quinoa-Auflauf" und "gefüllte Paprika mit Chilimandeln". Aber das ist ja auch Geschmacksache. Ein bisschen hadere ich mit den Brotaufstrichen, die Phase 1 zugeordnet sind (können auch als Pesto zu Pasta verwendet werden), sowohl Brot als auch Pasta sind jedoch in Phase 1 nicht erlaubt. Was mich auch stört, ist, dass bei manchen Rezepten (die in der Regel für 2 Portionen sind) eine Portion gut satt macht, bei anderen bleibt man hungrig, wenn man nicht die gesamte Menge isst oder mehr. Aber auch das ist natürlich individuell unterschiedlich.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Kauf des Buches und bin wild entschlossen, die Challenge zu Ende zu bringen. Es gibt Tage, an denen es mir leicht fällt, an anderen Tagen hingegen sehne ich mich sehr nach Eis und Schokolade. Aber es tut mir gut, ich fühle mich vitaler und auch etwas Gewicht konnte ich schon abnehmen. Dennoch weiß ich jetzt schon, dass ich dauerhaft diese Ernährungsweise nicht durchalten kann- und auch nicht will. Ich denke, wohl bedacht ist diese Challenge eine gute Sache und ich kann das Buch weiterempfehlen. In diesem Sinne: gutes Gelingen!

Veröffentlicht am 21.07.2017

Interessante Einblicke in das Leben eines Kellys

Streetkid
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"Street Kid- Fluch und Segen ein Kelly zu sein" ist eine Biographie der besonderen Art über Jimmy Kelly von der Kelly Family. Eine Autobiographie, unterstützt von der Coautorin Patricia Leßnerkraus.

Von ...

"Street Kid- Fluch und Segen ein Kelly zu sein" ist eine Biographie der besonderen Art über Jimmy Kelly von der Kelly Family. Eine Autobiographie, unterstützt von der Coautorin Patricia Leßnerkraus.

Von der Buchrückseite:

In den Neunzigerjahren füllen Jimmy Kelly und seine Geschwister die größten Hallen und Stadien in Deutschland, verkaufen mehrere Millionen CDs und verdienen ein Vermögen. Doch der Erfolg hat seinen Preis: Der "Family" muss sich jeder unterordnen. Erst nach dem Tod des Vaters, der innerhalb der Familie die Fäden fest in der Hand hielt, schafft Jimmy Kelly den Ausstieg aus der Familienband – und steht vor dem Nichts, denn das Erbe ist weg. In seiner Not besinnt er sich auf seine Wurzeln und zieht wieder als Straßenmusiker durchs Land. In Streetkid erzählt er erstmals, wie er aus seiner größten persönlichen Krise zu seiner wahren Berufung und zu sich selbst findet. Ehrlich, menschlich, sehr persönlich!

Ich sah in der Buchhandlung zufälligerweise, eigentlich auf der Suche nach einem Kochbuch, Jimmy Kelly etwas schräg vom Cover des Buches grinsen und war sofort neugierig, der Untertitel zog mich endgültig in den Bann des Buches. Da ich in den 90er-Jahren großer Kelly-Fan war, entschied ich mich das Buch zu kaufen, auch wenn es mir nicht beim Kochen helfen würde. Und ich habe es insgesamt gerne gelesen und kann es weiter empfehlen. Eine Warnung muss ich jedoch vorwegschicken: wer sich die Heile-Welt-Illusion der Kellys der 90er Jahre bewahren will, sollte das Buch nicht lesen.

Zwar betont Jimmy immer wieder, dass dies kein Buch über die Geschichte der Kelly Family sein soll, doch zu Beginn der Biographie ist er diesbezüglich eher inkonsequent und man erfährt doch einiges auch über die Kelly Family. Im Verlauf bleibt er aber mehr bei sich.
Insgesamt berichtet er in dem Buch von einer persönlichen Krise, ist pleite und macht sich auf mit dem, was er gelernt hat, nämlich Straßenmusik, Geld zu verdienen. Er stellt seinen harten Kampf dar und wie er langsam immer besser zurecht kommt und dabei auch viel über sich und seine Mitmenschen lernt. Man erlebt als Leser eine Art persönliche Metamorphose mit, wie also aus dem ehemaligen "Mitglied" der Kelly Family, das dazu erzogen ist , in der Herde der Familie zu leben, ein Individuum wird, das für sich selbst und seine eigene Familie sorgen kann und somit seine Krise überwindet. Dies geschieht durch die Darstellung verschiedener Episoden, die Jimmy als Straßenmusiker erlebt. Hier trifft auch das Versprechen: Ehrlich, menschlich und sehr persönlich! des Bucheinbandes absolut zu, weshalb sich die Geschichten auch sehr gut lesen und interessant sind, man kann oft sehr mitfühlen. Allerdings bleiben die Geschichten für mich oft zu kurz angerissen rüber und es wirkt dadurch manchmal etwas sprunghaft. Hingegen wird gegen Ende die nennen wir es finale Katharsis etwas breitgetreten ohne für mich ganz nachvollziehbar zu sein.

Die Sprache ist sehr einfach, was Jimmy jedoch im Nachwort gezielt auch erklärt, er wollte authentisch bleiben und seine Sprache beibehalten, hat die Coautorin gebeten, dies so zu belassen.

Mein Fazit: Ich fand die Geschichte sehr berührend und interessant, auch wenn es zwischendurch ein paar Längen gab und kann es insgesamt weiterempfehlen, wenn man sich nicht daran stört, dass ein paar Illusionen der heilen Kelly-Welt zerplatzen. Und seit der Lektüre gebe ich Straßenmusikern viel häufiger Geld, wenn sie gut spielen.

Veröffentlicht am 17.07.2017

Amüsant, aber nicht lebensverändernd

Am Arsch vorbei geht auch ein Weg
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" Am Arsch vorbei geht auch ein Weg
Wie sich dein Leben verbessert, wenn du dich endlich locker machst" verspricht der Titel dieses Ratgebers von Alexandra Reinwarth.

Der Klappentext erläutert das so:

Es ...

" Am Arsch vorbei geht auch ein Weg
Wie sich dein Leben verbessert, wenn du dich endlich locker machst" verspricht der Titel dieses Ratgebers von Alexandra Reinwarth.

Der Klappentext erläutert das so:

Es gibt Momente im Leben, in denen einem klar wird, dass man etwas ändern muss. Der Moment, als Alexandra Reinwarth ihre nervige Freundin Kathrin mit einem herzlichen „Fick Dich“ zum Teufel schickte, war so einer. Das Leben war schöner ohne sie – und wie viel schöner könnte es erst sein, wenn man generell damit aufhörte, Dinge zu tun, die man nicht will, mit Leuten die man nicht mag, um zu bekommen, was man nicht braucht!
Wer noch der Meinung ist, das Leben könnte etwas mehr Freiheit, Muße, Eigenbestimmung und Schokolade vertragen und dafür weniger Kathrins, WhatsApp-Gruppen und Weihnachtsfeiern, der ist hier goldrichtig.

Lassen Sie sich von Alexandra Reinwarth inspirieren, wie man sich Leute, Dinge und Umstände am Arsch vorbei gehen lässt, aber trotzdem nicht zum Arschloch mutiert. Und lernen Sie von ihr, wie kleine Entscheidungen einen großen Effekt auf die Lebensqualität haben können.

Ganz einfach.


Mich hat der ja doch sehr reißerische Titel samt dem aufmerksamkeitsheischenden Titelbild, einem den Mittelfinger zeigenden Buddha, angesprochen und die Beschreibung des Buches ließ mich auf ein paar Erkenntnisse hoffen, da mir die Thematik gut zu mir zu passen schien.

In Ansätzen hat sich das dann auch bewahrheitet, man möchte der Autorin sagen, "ja, Recht hast du". Allerdings war für mich vieles nicht nachlebbar, weil es sehr auf das persönliche Umfeld der Autorin abgestimmt war. Die Ankündigung "Wie sich dein Leben verbessert, wenn du dich endlich locker machst" erfüllt sich aber nicht, ist doch etwas hochtrabend. Für einen Ratgeber ist es mir ein bisschen zu sehr Schilderung der eigenen Situation und Lebensgeschichte und hat keinen wirklichen Verallgemeinerungswert, wissenschaftlichen Wert sehe ich eher keinen (aber das ist möglicherweise auch nicht der Anspruch des Buches).
Davon abgesehen, dass sich meine Erwartungen diesbezüglich also nicht erfüllt haben, ist das Buch jedoch sehr amüsant geschrieben, die bewusst teilweise etwas derbe Ausdrucksweise mag Geschmacksache sein, aber Alexandra Reinwarth schreibt mit viel Witz und Humor und es macht auf alle Fälle Spaß, das Buch zu lesen, ich habe mehrfach laut gelacht, so dass auch die Freundin auf der Sonnenliege neben mir Lust bekam das Buch zu lesen.

Insofern würde ich als Fazit sehen: wer einen Ratgeber sucht, sollte sich nicht zu viel erwarten, wem es einfach um witzige Unterhaltung geht, der hat hier genau das Richtige!

Veröffentlicht am 02.07.2017

Eher seicht, aber dennoch mitreißend

Manche Tage muss man einfach zuckern
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Dauersingle Sarah glaubt, dass sie auf einer Internetplatform ihre große Liebe finden wird. Da diese aber auf sich warten lässt, fängt sie eine Affäre mit dem attraktiven Jack, dem Bruder ihres schwulen ...

Dauersingle Sarah glaubt, dass sie auf einer Internetplatform ihre große Liebe finden wird. Da diese aber auf sich warten lässt, fängt sie eine Affäre mit dem attraktiven Jack, dem Bruder ihres schwulen besten Freundes Pete, an. Doch dann taucht ein anonymer Verehrer auf der Internetplatform auf...
Paralell dazu ist Sarah grad ihren Job los geworden und sucht verzweifelt was neues, um sich wieder eine eigene Wohnung leisten zu können und nicht länger bei Pete wohnen zu müssen. Sie findet etwas in einem etwas esoterischen Massagestudio mit ziemlich schrägen Typen als Chefs.

Mich hat das attraktive Cover angezogen. Den Titel fand ich zwar etwas komisch, aber der Klappentext überzeugte mich, dass ich das Buch unbedingt lesen will.

Insgesamt war ich aber eher enttäuscht. Zwar hat die Story mich schon gefesselt, vor allem die sehr durchschaubare, aber prickelnde Lovestory zwischen Sarah und Jack, und ich hatte das Buch sehr schnell gelesen, aber erstmal musste ich mich richtig ärgern über den Ausdruck "Dauersingle" bei einer 25-jährigen, wo nach kürzester Zeit absehbar ist, dass sie es nicht mehr lang ist. Ihr innerer Konflikt ist sehr künstlich und oberflächlich. Wie das Buch ausgeht, ist relativ schnell klar, die Verwirrung, die darum geschaffen wird, sehr konstruiert und durchschaubar.

Sarah wirkt nicht authentisch, ihre Ängste konstruiert. Bei ihrer neuen Stelle kann man zwar schon mit ihr mitleiden, andererseits denkt man sich nur "geh halt!".

Insgesamt war das Buch für meinen Geschmack zu seicht, wenn es auch durchaus packende Phasen hatte. Als einfache Unterhaltung o.k., wirklich empfehlen kann ich das Buch aber nicht.

Veröffentlicht am 02.07.2017

Eine hübsche Geschichte über und für Buchliebhaber

Mein zauberhafter Buchladen am Ufer der Seine
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Der Roman erzählt die Geschichte der jungen Buchhändlerin Sarah, die ihr vertäumtes Leben in ihrem beschaulichen, aber vor der Pleite stehenden Buchladen in einer amerikanischen Kleinstadt aus einer spontanen ...

Der Roman erzählt die Geschichte der jungen Buchhändlerin Sarah, die ihr vertäumtes Leben in ihrem beschaulichen, aber vor der Pleite stehenden Buchladen in einer amerikanischen Kleinstadt aus einer spontanen Laune heraus mit dem ihrer Freundin, die eine chaotische, aber umsatzstarke Buchhandlung in Paris führt, tauscht. Sie träumt von einem Leben in Paris mit ihrem Freund Ridge, der als freischaffender Journalist viel unterwegs ist und den sie kaum sieht. Sie wagt den Sprung über den großen Teich und steht plötzlich vor ungeahnten Herausforderungen, die ihr schwer zu schaffen machen. Nichts mit "la vie en rose"...

Rebecca Raisin schreibt in einfacher, gut verständlicher Sprache. Sie erzählt Sarahs Geschichte in der Ich-Perspektiv, so dass man sich gut in Sarah hineinversetzen kann.

Mir hat der Einband des Buches gefallen, so bin ich darauf aufmerksam geworden. Und da ich unmittelbar zuvor in Paris war, wollte ich die Geschichte unbedingt lesen. Und ich habe sie gern gelesen. Es ist schön, Sarah bei ihrer Entwicklung zu begleiten, auch wenn man zwischendurch viel mitleiden muss. Ihre Schwierigkeiten in der Pariser Buchhandlung sind nachvollziehbar und empathisch dargestellt, ich konnte mich gut mir identifizieren. Zwischendurch hat die Geschichte mal etwas eine Länge, nimmt dann aber wieder an Fahrt auf. Und ohne zuviel zu verraten, es ging anders aus, als ich dachte, was sehr erfrischend war.

Insgesamt würde ich sagen eine schöne, stimmige Geschichte, die angenehm zu lesen ist. Ich kann das Buch allen weiterempfehlen, die gerne leichte, unterhaltsame Geschichten vor schöner Kulisse mögen.