Profilbild von PoetryandCoffee

PoetryandCoffee

Lesejury-Mitglied
offline

PoetryandCoffee ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit PoetryandCoffee über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.06.2022

Nimm eins, bekomme zwei!

Tod zwischen den Zeilen
3

Das Hörbuch von V.M. Burns „Tod zwischen den Zeilen“ wurde von der Sprecherin Chris Nonnast fantastisch eingelesen. Das schön gestaltete Cover vermittelt eindeutig Cosy-Crime-Vibes.

Die Hörer*innen folgen ...

Das Hörbuch von V.M. Burns „Tod zwischen den Zeilen“ wurde von der Sprecherin Chris Nonnast fantastisch eingelesen. Das schön gestaltete Cover vermittelt eindeutig Cosy-Crime-Vibes.

Die Hörer*innen folgen in zwei verschiedenen Erzählsträngen zwei verschiedenen Kriminalfällen an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten. Es geht um Mord, Diebstahl, Trauer, Bücher, die große Liebe, Familie, Freunde, und die Verwirklichung eines Lebenstraumes. Die Personen sind größtenteils so sympathisch, dass man das Gefühl hat, sie persönlich zu kennen. Trotz der teilweise bedrückenden Themen verliert der Roman an keiner Stelle seine humorvolle Leichtigkeit in der Erzählweise. Durch den Wechsel der beiden Geschichten entsteht eine Spannung, die sich bis zum Ende hält. Die Frage, wer die Morde begangen hat und ob es für beide Geschichten ein Happy End gibt, haben mich bis zum Ende ausgezeichnet unterhalten. Eine absolute Leseempfehlung für gemütliche Hörstunden!

  • Einzelne Kategorien
  • Erzählstil
  • Sprecher
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 05.06.2022

In der Zukunft überleben!

Die neue Wildnis
0

In ihrem Roman „Die neue Wildnis“ beschreibt Diane Cook einen wissenschaftlichen Feldversuch, bei dem eine Gruppe von Menschen aus unterschiedlichen Gründen von der Stadt in die neue Wildnis, eine Art ...

In ihrem Roman „Die neue Wildnis“ beschreibt Diane Cook einen wissenschaftlichen Feldversuch, bei dem eine Gruppe von Menschen aus unterschiedlichen Gründen von der Stadt in die neue Wildnis, eine Art Naturschutzpark, übersiedelt und dort ohne Hilfe von außen überleben muss. Allerdings gibt es mehr oder weniger freundliche Ranger, die auf die Einhaltung der zahlreichen Regeln achten und diese notfalls mit Drohung und Gewalt durchsetzen.

Die Protagonisten in diesem Text waren mir ausnahmslos zu keinem Punkt der Handlung sympathisch. Auf mich wirkte die Szenerie wie die Beobachtung einer Gruppe von Individuen aus der Zeit der Sammlerinnen und Jägerinnen, in der hin und wieder Dinge und Menschen aus der Zukunft erscheinen. Viele Fragen, die sich im Verlauf der Geschichte stellen, werden von der Autorin nicht beantwortet. Natürlich gibt mir das als Leser*in die Möglichkeit, darüber nachzudenken. Doch worüber? Über die zunehmende Verrohung der Menschen, die Verschmutzung der Umwelt, Überbevölkerung, Natur und Menschen im allgemeinen… Diese Dystopie beschreibt für mich eigentlich nichts Neues oder Ungewöhnliches. Auch der Blickwinkel auf das Thema hat mich nicht vollends überzeugt.

Die 3 Sterne meiner Bewertung erhält die Autorin für die meisterhafte und dichte Beschreibung der Menschen und der Natur. Wer kein Buch zum Wohlfühlen mit einem Happy End sucht, ist mit diesem Buch sicher gut beraten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.05.2022

Inspirierende Gespräche mit einem etwas anderen Freund

Gespräche mit einem Baum
0

Nachdem der Autor Matthias Strolz feststellt, dass er mit seinem Lieblingsbaum kommunizieren kann, dokumentiert er diese einzigartigen Gespräche in seinem neuen Buch „Gespräche mit einem Baum“.

Besonders ...

Nachdem der Autor Matthias Strolz feststellt, dass er mit seinem Lieblingsbaum kommunizieren kann, dokumentiert er diese einzigartigen Gespräche in seinem neuen Buch „Gespräche mit einem Baum“.

Besonders gefallen hat mir, dass diese Gespräche in Dialogen stattfinden. Der Autor stellt dabei Fragen an den Baum, die dieser dann aus „Baumperspektive“ beantwortet, d.h. aus der Sicht eines Lebewesens, dass deutlich länger lebt als ein Mensch und von anderer Natur ist. Das Buch ist thematisch gegliedert und beinhaltet Reflexionen zu Themen wie Geburt und Tod, Gott und Religion, Schmerz und Freude, die Liebe etc. Die Kapitel sind in sich geschlossen und haben den Vorteil, dass die Lesenden die Gespräche gezielt auswählen können.

Der Schreibstil des Autors ist leicht und durchgängig gut zu lesen. Leider wirken die Dialoge mit dem Baum auf mich oft wie Selbstreflexionen des Autors, so dass der Baum nur die Funktion einer zwischengeschalteten erzählerischen Instanz zu haben scheint, die das ganze etwas auflockert, damit es nicht als Selbstgespräch rüberkommt.

Insgesamt gibt das Buch, durch die Auswahl der Themen und die veränderte Perspektive darauf, jedoch viele Impulse zum Nachdenken. Menschen, die die großen Lebensfragen interessieren, finden hier neue und inspirierende Ansätze.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.05.2022

Ein französischer Sommer und ein schreckliches Geheimnis

Ein französischer Sommer
0

Einen heißen langen Sommer begleiten wir Leah in die Villa des alternden, egozentrischen Schriftstellers Michael an der südfranzösischen Küste. Leah arbeitet dort, inmitten seiner Familie und Freunde, ...

Einen heißen langen Sommer begleiten wir Leah in die Villa des alternden, egozentrischen Schriftstellers Michael an der südfranzösischen Küste. Leah arbeitet dort, inmitten seiner Familie und Freunde, als seine Assistentin, und organisiert die Tagebücher seiner Jugend. Dabei kommt sie einem schrecklichen Geheimnis aus Michaels Zeit im Athen der 70er Jahre auf die Spur.

Das Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Die Charaktere der Personen sind vor dem jeweiligen zeitlichen Hintergrund mehrdimensional herausgearbeitet und ich hatte bei allen das Bedürfnis zu erfahren, wie es mit ihnen weitergeht. Michael und Leah erzählen die Geschichte abwechselnd. Michael oft retrospektiv aus seiner wilden Jugend, die er im Soho der 60er Jahre verbracht hat. Leah ist Engländerin und ein typisches Produkt der Generation Y – der Millennials. Ihr Leben ist auf der einen Seite von Unsicherheit und auf der anderen von dem Wunsch nach Selbstverwirklichung geprägt. Sie ist gut ausgebildet mit einem Studienabschluss, hält sich aber nur mit Gelegenheitsarbeit über Wasser. Wird der Sommerjob bei Michael ihrem Leben die ersehnte Wende geben? Welche Rolle spielt sie in der Geschichte? Die Autorin hält die Spannung bis zur letzten Zeile und ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Sinnlich und farbenreich beschreibt Francesca Reece Landschaft, Klima und Essen. Es ist unmöglich, sich dem als Leser*in zu entziehen.

Dies ist ein Buch für sinnlich-schwüle Sommertage, mit dem man sich in den Süden Frankreichs lesen kann und dabei noch bestens unterhalten wird. Meine absolute Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.04.2022

#Mamazipation

Ein Sommer nur für mich
1

Wir folgen Amy, zweifache Mutter in ihren 40ern, einen Sommer lang, nachdem ihr Noch-Ehemann, der sie und die Kinder vor drei Jahren verlassen hat, plötzlich wieder auftaucht und die verlorene Zeit nachholen ...

Wir folgen Amy, zweifache Mutter in ihren 40ern, einen Sommer lang, nachdem ihr Noch-Ehemann, der sie und die Kinder vor drei Jahren verlassen hat, plötzlich wieder auftaucht und die verlorene Zeit nachholen möchte. Gut nachzuvollziehen ist Amys anfängliche Besorgnis, ihre Fürsorge für das seelische Wohl der Kinder und ihr Zögern. Schließlich willigt sie ein, einen Sommer in New York allein zu verbringen und endlich das zu tun, was sie die letzten drei Jahre nicht hatte tun können, da sie die Verantwortung für alles allein trug. Ihr Mann kümmert sich derweil um die Kinder. Amy entwickelt sich in jeder Beziehung und die Leser*innen nehmen daran teil.

Das Buch ist witzig und flott geschrieben, die Protagonistin ist, trotz einiger Schicksalsschläge, eine positive Figur, die ich sofort ins Herz geschlossen habe. Auch Amys Tochter sorgt für ein unterhaltsames Leseerlebnis. Allerdings hat das Buch einige Längen, besonders in der zweiten Hälfte, die sich für mich sehr gezogen haben. Meiner Meinung nach ist es, trotz der Themen mit Tiefgang, ein locker leichtes Buch für laue Sommertage. Nicht mehr aber auch nicht weniger.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema