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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.12.2025

Sehr lesenswerte Wiederentdeckung

Was vor uns liegt
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In "Was vor uns liegt" begleiten wir acht junge Frauen an das Grimaldi-Konvikt in Rom. Wir lernen und vor allem leben mit ihnen, begleiten sie bei ihren Erfolgen, bei ihrem Scheitern und dabei, wie aus ...

In "Was vor uns liegt" begleiten wir acht junge Frauen an das Grimaldi-Konvikt in Rom. Wir lernen und vor allem leben mit ihnen, begleiten sie bei ihren Erfolgen, bei ihrem Scheitern und dabei, wie aus den Mädchen junge Frauen werden, die ihre eigenen, ganz unterschiedlichen Wege gehen.

Alba de Céspedes Debüt-Roman wurde bereits 1938 veröffentlicht, hat also schon ein paar Jährchen hinter sich - und ist im Kern noch genauso aktuell wie damals. Natürlich haben sich die konkreten Probleme geändert, das Klostersetting unter den strengen Augen der Nonnen mag uns heute fremd erscheinen, aber die Themen rund um Selbstbestimmung, Lebensträume, Enttäuschungen und vor allem ein freies, unabhängiges Leben haben sich kaum geändert.

Die Geschichte wird mit wechselnden Perspektiven erzählt, jede der acht Freundinnen kommt zu Wort, manche mehr, manche weniger, aber alle Wege sind spannend und ich habe mich bei keiner gelangweilt. Die Gedanken der Frauen sind ehrlich, ungeschönt, nicht unbedingt sympathisch, aber immer echt und ich habe mich mit jeder einzelnen von ihnen identifizieren und mich in ihren Gedanken, gerade in den hässlichen, widerfinden können. Das macht diese Erzählung wirklich großartig!

"Was vor uns liegt" war für mich ein Überraschungserfolg, der mich so begeistert hat, dass ich jetzt auch unbedingt andere Werke dieser Schriftstellerin entdecken möchte. Ihre klare, schnörkellose Sprache hat sich wirklich spannend und kein bisschen verstaubt gelesen. Ganz klare Empfehlung!

Veröffentlicht am 22.12.2025

Macht Spaß trotz gewichtiger Themen

Hazel sagt Nein
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Hazel zieht mit ihrer Familie nach Maine. An ihrem ersten Schultag an der neuen High School wird sie ins Büro des Direktors gerufen, der ihr verkündet, dass er jedes Jahr ein Mädchen auswählt, mit dem ...

Hazel zieht mit ihrer Familie nach Maine. An ihrem ersten Schultag an der neuen High School wird sie ins Büro des Direktors gerufen, der ihr verkündet, dass er jedes Jahr ein Mädchen auswählt, mit dem er das Jahr über Sex haben wird und dass sie dieses Jahr die Auserwählte wäre. Hazel ist schockiert und macht, was bisher noch keine vor ihr gemacht hat - sie sagt "Nein!" Und damit tritt sie einen Gang an Ereignissen los, der nicht nur ihr Leben, sondern das komplette Städtchen auf den Kopf stellen wird.

Die Geschichte wird aus verschiedenne POV erzählt, sämtliche Mitglieder aus Hazels Familie, ihre Mutter Claire, ihr Vater Gus und ihr kleiner Bruder Wolf kommen zu Wort. Diese verschiedenen Sichtweisen auf die Geschichte und die unterschiedlichen Handlungen zu kennen, macht großen Spaß und hat für mich gut zur Geschichte gepasst, weil sie einfach auch gezeigt hat, wie groß die Auswirkungen sind und welche Kreise das Ganze ziehen kann.

Das Buch greift viele wichtige Themen auf - Missbrauch, Selbstbestimmung, ADHS, Familie, Frauenrechte, Me Too, Erwachsenwerden und viele mehr. Daduch hat das Buch viel zum Nachdenken angeregt. Auch die Entwicklung, die die Geschichte genommen hat, hat mir gut gefallen.

Womit ich tatsächlich ein bisschen gestruggelt habe, war das Ende. Ich werde jetzt hier natürlich nicht spoilern, aber die Geschichte hätte für mich locker um 50 Seiten gekürzt werden können. Ein bisschen wirkte es auf mich, als hätte die Autorin einfach den Absprung nicht gefunden und immer noch ein paar Seiten hinzugefügt. Das hat dem Ganzen für mich leider etwas die Kraft genommen und hätte etwas roher, unauszerzählter mehr Aussagekraft gehabt.

Insgesamt habe ich "Hazel sagt nein" sehr gerne gelesen und hatte eine gute Zeit mit dem Buch.

Veröffentlicht am 27.11.2025

Hat mich happy gemacht

This isn't happiness
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Ich muss sagen, "This isn't happiness" hat mir sehr viel Spaß gemacht beim Lesen. Es ist wundervoll humorvoll und ironisch erzählt, trifft leise Töne und problematische Themen und schafft es dabei auch ...

Ich muss sagen, "This isn't happiness" hat mir sehr viel Spaß gemacht beim Lesen. Es ist wundervoll humorvoll und ironisch erzählt, trifft leise Töne und problematische Themen und schafft es dabei auch noch, nichts ins Dramatische oder zu Ernste abzurutschen. Ich mochte auch sehr, dass immer wieder kleine Listen zur Hochzeitsvorbereitung oder Chatverläufe eingebaut waren - von beidem hätte es für meinen Geschmack gerne noch ein bisschen mehr sein dürfen :)

Amy war mir super sympathisch, sie war so wunderbar realistisch zurückhaltend und auch in ihrer Art, wie sie sich von der Außenwelt überrollen lässt in Punkto Hochzeitsvorbereitungen, konnte ich sie sehr gut verstehen. Sie hatte so viele Struggle, Sorgen, aber auch Hoffnungen, die mir selbst nicht fremd waren und mit denen ich mich sehr gut identifizieren konnte. Die anderen Personen sind vielleicht hier und da ein bisschen überzeichnet und eher stereotypisch angelegt, aber das hat mich überhaupt nicht gestört, weil sie seltsamerweise gerade durch ihre Klischees, oft so nah an der Realität waren.

Leider hat mich die Entwicklichung der Handlung im letzten Drittel ein bisschen enttäuscht. Ich möchte hier jetzt nichts vorwegnehmen, aber für meinen Geschmack hätte es manches nicht gebraucht und wäre etwas schlichter noch feministischer und eindrücklicher gewesen.

Das ändert aber nichts daran, dass ich den Roman mit großem Spaß gelesen habe und wirklich eine gute Zeit mit Amy hatte. Eine viel unterhaltsamerer und lustigere als erwartet sogar. "This isn't happiness" ist ein toller Roman über Selbstständigkeit, keine Angst vor der Veränderung, Verlorensein und zu sich selbst finden, eine ermutigende und wirklich hurmorvolle Geschichte, die ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann. Ich hatte eine sehr gute Zeit beim Lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 27.11.2025

Was für ein Spaß

The Academy
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"The Academy" war mein erstes Buch von Elin Hilderbrand und was war das für ein Lesevergnügen. Ich liebe Internatsgeschichten, ich liebe ein bisschen wohldosiertes Drama, unsymapthische Charaktere und ...

"The Academy" war mein erstes Buch von Elin Hilderbrand und was war das für ein Lesevergnügen. Ich liebe Internatsgeschichten, ich liebe ein bisschen wohldosiertes Drama, unsymapthische Charaktere und jede Menge Gossip - "The Academy" hat da mit voller Punktzahl drauf eingezahlt und ich konnte das Buch kaum zur Seite legen.

Wir begleiten eine Menge Schüler - in erster Linie, den vorletzten Jahrgang des Internats - und das Lehr- und Aufsichtspersonal durch ein Schuljahr an der Tiffin-Academy. Die Charaktere sind alle ein bisschen überzeichnet, nicht gerade so richtige Sympathieträger und doch sind sie mir alle sehr ans Herz gewachsen.

Es wird immer abwechselnd aus verschiedenen Sichtweisen erzählt. Das macht es sehr spannend, weil man auch immer die Gedanken und Pläne der "Gegenseite" kennt und so bekommt so manches Drama nochmal einen ganz neuen Twist. Und Drama gibt es jede Menge - Essstörung, unerfüllte Liebe, gescheiterte Liebe, Versagensängste, Neid, Hass, Verrat, Misserfolg und Erfolg. Langweilig wird es an der Tiffin nicht - und dann taucht da auch noch eine Appa auf, die die dunkelsten Geheimnisse von Schülern und Lehreren öffentlich ins Netz stellt ...

Ich hatte wirklich großen Spaß beim Lesen und freue mich jetzt schon sehr auf den zweiten Band und dabei, das Abschlussjahr der Schüler zu verfolgen. Das wird bestimmt wieder ein Gossip-Festschaum, herrlich.

Veröffentlicht am 27.11.2025

Wichtiges Thema, wenig Emotionen

Schwanentage
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"Schwanentage" war ein Buch, auf das ich sehr gespannt war. Die Thematik von Arm und Reich und den unterschiedlichen Gesellschaftsschichten in China fand ich äußerst spannend und ich war sehr neugierig, ...

"Schwanentage" war ein Buch, auf das ich sehr gespannt war. Die Thematik von Arm und Reich und den unterschiedlichen Gesellschaftsschichten in China fand ich äußerst spannend und ich war sehr neugierig, mehr über diese Kluften zu erfahren. Das Thema Klassismus ist auch tatsächlich sehr präsent im Raum und die Einblicke, die man als Leser bekommt, sind erschreckend. Ein bisschen fühlte ich mich an Konstellationen aus vergangenen Zeiten erinnert, was so gar nicht zu meinem Bild eines modernen Chinas passt, in denen das Personal auch menschlich noch als minderwertiger betrachtet wurde. Also ein wirklich wichtiges Thema, auf das dringend noch mehr Licht geworfen werden sollte.

Auf der literarischen Ebene hat die Geschichte für mich leider nicht so gut funktioniert. Sie ist gut und schnörkellos erzählt und lässt sich flott weglesen, trotzdem ist die ganze Zeit über eine ziemlich starke Distanz zum Text vorhanden. Das Geschehen und auch die Figuren konnten mich emotional leider nicht wirklich abholen. Das ist mir bei asiatischen Werken schon häufiger aufgefallen, aber wo ich diese Erzählhaltung oft mag, hat sie mich hier eher kalt und unberührt gelassen, was gerade bei dem Thema schade war.

Insgesamt ist "Schwanentage" ein wichtiges Buch, weil das Thema wichtig ist - wenn ich nur die Geschichte betrachte, hat mir etwas gefehlt und leider ist gerade das die Schwäche des Buches.