Spannend und trifft das Mutterherz
Gejagt durch BrandenburgMich hat der Titel angesprochen und auch das düstere Bild eines Menschen auf der Flucht unterstreicht den Titel.
Bei "Gejagt durch Brandenburg" handelt es sich um die Fortsetzung der Krimireihe mit der ...
Mich hat der Titel angesprochen und auch das düstere Bild eines Menschen auf der Flucht unterstreicht den Titel.
Bei "Gejagt durch Brandenburg" handelt es sich um die Fortsetzung der Krimireihe mit der Kriminalhauptkommissarin Carla Stach. Ein Jugendlicher wird beobachtet wie er vom Schauplatz eines Mordes flieht und schon bald verdichten sich die Hinweise, dass es sich dabei um Toni handelt, Carlas Sohn. Ein Gefühlschaos beginnt, zwischen Verdacht, Vorverurteilung und Hoffnung, dass es sich alles um ein Missverständnis handelt. Kann Carla Beweise für Tonis Unschuld finden und gibt es einen Zusammenhang mit Noahs Fall, der sich kurz zuvor im Gefängnis umgebracht hat, nachdem er seine Unschuld beteuert hat.
Der Titel ist etwas irreführend, auch wenn wir Toni auf seiner Flucht begleiten, ist diese eher unspektakulär und die Jagd ist mehr eine normale Fahndung bzw. Ermittlungsarbeit, statt einer aktiven Jagt. Dennoch konnte mich der Krimi von Anfang bis Ende fesseln. Allem voran habe ich mit Carla und Kathrin, ihrer Frau, gelitten und mitgefühlt. Als Kommissarin trifft es sie besonders hart, dass ihr Sohn kriminell sein soll, das Buch zeigt in diesem Punkt sozialkritische Züge, denn vorverurteilt wird schnell und so werden auch die Angehörigen vom Täter gerne zu Opfern.
Lebendig wird der Krimi durch vielfältige Caraktere, welche nicht aalglatt sind, sondern auch unsympathische Züge aufweisen. So hat mich Kathrin zunehmend genervt, statt ihre Frau beizustehen, handelt sie recht egoistisch und sieht nur das unschuldige Kind in Toni. Eine Beziehung kann schnell zerbrechlich werden, wenn man nicht die gleiche Meinung teilt.
Der Autor hat hier ein spannendes Verwirrspiel um Schuld und Unschuld geschaffen und dem Zweifel an die eigenen Erinnerungen oder erzieherischen Fähigkeiten. Bis zum Schluss bleibt die Frage nach Tonis Schuld offen und die Leser:innen können selbst miträtseln. Dass es sich hier bereits um den 4. Teil handelt, hat mich beim Lesen nicht gestört, auch wenn ich die vorigen Teile (noch) nicht kenne. Aber das Ende, lässt auf ein Wiedersehen mit Carla Stach vermuten und ich freue mich darauf.