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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.04.2023

Was für ein langweiliges Buch

Und morgen ein neuer Tag
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Die Leseprobe klang ganz vielversprechend. Eine Frau, die seit drei Jahren ihre Wohnung nicht mehr verlassen hat, sich aber ihren Weg ins Leben zurückerkämpfen will. Leider ist der Weg dorthin unglaublich ...

Die Leseprobe klang ganz vielversprechend. Eine Frau, die seit drei Jahren ihre Wohnung nicht mehr verlassen hat, sich aber ihren Weg ins Leben zurückerkämpfen will. Leider ist der Weg dorthin unglaublich langatmig und langweilig. Wir erfahren, welche und wie viele Muffins Meredith bäckt, welche Puzzles mit wie vielen Teilen sie legt und der dramatische Höhepunkt besteht darin, dass ihr Kater für ein paar Tage verschwindet. Auf den Grund, weshalb sie sich in ihrer Wohnung verkriecht, muss man lange warten. Ihre Freundin Sadie scheint ganz nett zu sein und Tom, der sie einmal die Woche besucht, ebenfalls, aber warm wurde ich mit keiner der Personen, mit Meredith selbst am allerwenigsten. Die Mutter war Alkoholikerin, die ihre Töchter vernachlässigte. In Rückblicken erfährt man so manches unschöne Detail aus Merediths Kindheit. Trotzdem blieb mir Meredith fremd und ich konnte keinerlei Empathie zu ihr aufbauen.
Das erste Drittel des Buchs war noch ganz interessant, aber danach empfand ich die Lektüre als reine Zeitverschwendung. Den Schluss habe ich nur noch quergelesen. Leider für mich keineswegs der berührendste Roman des Jahres wie auf dem rückwärtigen Cover angekündigt, sondern der erste richtige Flop des Jahres.

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Veröffentlicht am 08.04.2023

Der Albtraum jeder Mutter

Institut für gute Mütter
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Die alleinerziehende Frida hat einen schlechten Tag. Ihre kleine Tochter schreit in einem fort, Frida leidet unter Schlafentzug und muss eine berufliche Deadline erfüllen. Sie trifft die schlechteste Entscheidung ...

Die alleinerziehende Frida hat einen schlechten Tag. Ihre kleine Tochter schreit in einem fort, Frida leidet unter Schlafentzug und muss eine berufliche Deadline erfüllen. Sie trifft die schlechteste Entscheidung ihres Lebens: sie lässt ihre kleine Tochter allein, um ins Büro zu fahren und Unterlagen zu holen. Ein Nachbar alarmiert die Polizei und das Unheil nimmt seinen Lauf. Die kleine Harriet wird in die Obhut ihres Vaters und dessen neuer Lebensgefährtin gegeben, Frida wird das Sorgerecht entzogen und sie wird dazu verurteilt, ein Jahr lang ein Institut für gute Mütter zu besuchen. Dort soll sie anhand einer KI-Puppe, die ihrer Tochter Harriet nachempfunden ist, üben, die künstliche Tochter über alle anderen Bedürfnisse zu stellen.

Mit Eintritt in das Institut verlieren die Mütter sämtliche Rechte. Sie werden gedemütigt und müssen mantrahaft wiederholen, dass sie schlechte Mütter sind, aber lernen, bessere Mütter zu werden. Die Methoden, mit denen ihnen dies beigebracht werden soll, sind äußerst fragwürdig, ihre Persönlichkeitsrechte werden mit Füßen getreten. Manche Frauen zerbrechen daran, es kommt zu Selbstmorden und Fluchtversuchen. Die Chance, nach Ablauf des Jahres als gute Mutter angesehen zu werden und das eigene Kind zurückzubekommen, sind verschwindend gering. Entsprechend deprimierend und aufwühlend ist die Lektüre dieses dystopischen Romans. War mir Frida zu Beginn der Geschichte fremd und nicht gerade sympathisch – welche Rabenmutter lässt schon ihr eineinhalbjähriges Kind allein zuhause?! – so habe ich mich doch immer mehr mit ihr verbunden gefühlt und mit ihr gelitten und (wider besseres Wissen) gehofft.

Ich fand die Lektüre sehr bedrückend und doch konnte ich sie fast nicht aus der Hand legen. Von mir eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 06.04.2023

Ansprechend und übersichtlich mit leckeren Rezepten

The Veg Box
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"The Veg Box" ist ein äußerst ansprechend gestaltetes, übersichtliches Kochbuch mit Rezepten, die einfach nachzukochen sind. Es werden 10 Gemüsesorten vorgestellt, zu denen es jeweils 10 Rezepte gibt. ...

"The Veg Box" ist ein äußerst ansprechend gestaltetes, übersichtliches Kochbuch mit Rezepten, die einfach nachzukochen sind. Es werden 10 Gemüsesorten vorgestellt, zu denen es jeweils 10 Rezepte gibt. Mittlerweile habe ich ca. 10 von 100 Rezepten ausprobiert und bin wirklich sehr angetan. Seit Jahren habe ich mit kleineren Abwandlungen die immer gleichen Rezepte gekocht. Dieses Kochbuch hat mir richtig Lust gemacht, mal wieder etwas Neues auszuprobieren und Zutaten wie beispielsweise Kichererbsen und Linsen zu verwenden. Ich koche gerne vegetarisch, aber nicht unbedingt vegan, weshalb ich veganen Käse durch "normalen" Käse ersetzt habe. Besonders lecker finde ich die Karotten-Walnuss-Cupcakes, die ich auch schon Gästen vorgesetzt habe, die ebenso begeistert davon waren wie ich. Hier setzt allerdings auch mein einziger Kritikpunkt an: die süßen Rezepte enthalten viel zu viel Zucker! Ich habe sehr viel weniger Zucker verwendet und die Cupcakes waren immer noch sehr süß. Ein anderes Beispiel ist der Schokoladenkuchen mit roter Beete und Kaffee, der laut Rezept sage und schreibe insgesamt 680 Gramm Zucker enthalten soll! Aber das ist natürlich Geschmacksache und jedem selbst überlassen, wie viel Zucker verwendet wird.

Alles in allem bin ich jedoch sehr angetan von diesem neuen Kochbuch, das aufgrund der genauen Anleitungen auch durchaus für Anfänger geeignet ist.

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Veröffentlicht am 28.03.2023

Zwischen den Weltkriegen

Ginsterhöhe
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Der Bauernsohn Albert Lintermann kehrt nach dem Ende des 1. Weltkriegs schwer versehrt zurück in sein Heimatdorf Wollseifen in der Eifel. Er ist glücklich, am Leben zu sein, doch die Menschen begegnen ...

Der Bauernsohn Albert Lintermann kehrt nach dem Ende des 1. Weltkriegs schwer versehrt zurück in sein Heimatdorf Wollseifen in der Eifel. Er ist glücklich, am Leben zu sein, doch die Menschen begegnen ihm angesichts seiner schweren Gesichtsverletzung mit Entsetzen. Seine Frau Bertha macht da keine Ausnahme.
Albert stürzt sich in die Arbeit, zu viel ist in seiner Abwesenheit auf dem Hof liegengeblieben. Nach einiger Zeit beschließt er, sich einer Operation zu unterziehen, die sein Gesicht im Rahmen der Möglichkeiten wiederherstellt. Auch mit dem Hof läuft es gut, zumal Albert in neue landwirtschaftliche Maschinen investiert hat, die die Arbeit beträchtlich erleichtern. Doch dann wird eine neue Partei, die NSDAP, gegründet, die immer mehr an Macht gewinnt. Trotz Wollseifens abgeschiedener Lage, ist das Dorf für die neue Partei von Interesse. Wie sehr sich dies auf das Schicksal des kleinen Eifeldorfes auswirken wird, ahnt zunächst keiner.
Die Idee zu diesem unter dem klangvollen Pseudonym Anna-Maria Caspari geschriebenen Roman hat mich interessiert: auf Tatsachen basierende Zeitgeschichte, erzählt anhand der Geschichte des Dorfes Wollseifen und seiner fiktiven Bewohner. Die Umsetzung hat mich allerdings nicht ganz überzeugt. Am meisten hat mich gestört, wie unbedarft die Frauen dargestellt werden: Bertha hat Angst, dass ihr Kind mit entstelltem Gesicht auf die Welt kommen könnte, falls sie von Albert erneut schwanger wird. Eine andere Dorfbewohnerin ist enttäuscht, dass der König, der zur Einweihung einer Talsperre den Ort besucht, nicht mit Krone und Hermelinumhang erscheint. Und nachdem die tatkräftigen Männer Wollseifens das Dorf elektrifiziert haben, wundern sich manche Frauen, dass man das elektrische Licht nicht auspusten kann. Alles was recht ist, aber ganz so einfältig hätte die Autorin die Frauen nicht darzustellen brauchen! Außerdem fehlen mir in dieser Geschichte die Abstufungen, alles ist schwarz oder weiß, gut oder böse. Kein Wunder, dass der Bösewicht des Dorfes zu den Ersten zählt, die der NSDAP beitreten!
Ich hatte mir jedenfalls von diesem Roman, der die Geschichte des Dorfes Wollseifen und seiner Bewohner von 1919 bis 1949 beschreibt, mehr Tiefgang versprochen. Aber wahrscheinlich bin ich einfach im falschen Genre gelandet.

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Veröffentlicht am 24.03.2023

Eine Wette und ihre Folgen

30 Tage Dunkelheit
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Die renommierte, aber wenig erfolgreiche dänische Schriftstellerin Hannah Krause-Bendix wirft einem von ihr verhassten bekannten Krimiautoren vor versammelter Fangemeinde vor, jeder Idiot könne in einem ...

Die renommierte, aber wenig erfolgreiche dänische Schriftstellerin Hannah Krause-Bendix wirft einem von ihr verhassten bekannten Krimiautoren vor versammelter Fangemeinde vor, jeder Idiot könne in einem Monat einen Krimi schreiben. Nach diesem markigen Statement bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich selbst an einem Krimi zu versuchen und diesen innerhalb von vier Wochen zu beenden. Da sie in ihrer eigenen kleinen Wohnung in Kopenhagen alles andere als inspiriert ist, beschließt ihr Agent, dass Island ein guter Ort für das Vorhaben sein könnte. Ella, eine Bekannte von ihm, erklärt sich bereit, Hannah für die Zeit ihres Aufenthalts bei sich einzuquartieren.
Kaum ist Hannah in Island gelandet, überschlagen sich die Ereignisse. Ellas Neffe Thor wird tot aufgefunden. Hannahs Interesse ist geweckt, denn sie hat den sympathischen jungen Mann kurz vor seinem Tod noch gesehen. Wer könnte ihm Böses wollen und warum? Als Hobbyermittlerin macht sie sich allerdings keine Freunde, am wenigsten begeistert von ihrer Einmischung ist der örtliche Polizist, Viktor. Auch so manchem Einwohner des kleinen Ortes wäre es am liebsten, wenn die dänische Autorin so schnell wie möglich wieder verschwinden würde. Doch dann geschehen weitere Verbrechen. Und Hannah, die inzwischen selbst liebend gern wieder in ihr beschauliches Leben in Dänemark zurückkehren würde, muss aufgrund eines Schneesturms vorerst in Island bleiben.
Mir hat die Mischung von spannendem Krimi und Humor ausgesprochen gut gefallen, lediglich den Schluss fand ich nicht so geglückt. Hervorheben möchte ich noch das wunderschön in türkis und blau gestaltete Cover, Nordlichter über isländischen Gletschern. Schon allein aufgrund des Covers hätte ich in der Buchhandlung sicher zu diesem Buch gegriffen.

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