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Veröffentlicht am 12.03.2025

alte Schuld – Spannung ausbaufähig

Haus Waldesruh
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Nach fast 15 Jahren lädt Marco seine Schulfreunde zum Treffen in einer abgelegenen Jagdhütte in der Steiermark ein. Sie sind vier, Anna, Ferdinand, Lea und ihr Gastgeber Marco. Lea hat noch ihre Zugbekanntschaft, ...

Nach fast 15 Jahren lädt Marco seine Schulfreunde zum Treffen in einer abgelegenen Jagdhütte in der Steiermark ein. Sie sind vier, Anna, Ferdinand, Lea und ihr Gastgeber Marco. Lea hat noch ihre Zugbekanntschaft, Frank, unangekündigt mitgebracht.
Schnell stellen die ehemaligen Freunde fest, dass sie kaum noch etwas verbindet, außer ihrer Vergangenheit während ihrer Matura-Zeit. Und über die durften sie laut den von Marco aufgestellten Regeln für das Treffen nur zur Sprache kommen, wenn alle 4 im Raum anwesend sind und Regel Nummer 2 - es muss immer die Wahrheit gesagt werden. Anna bringt spontan noch eine dritte Regel mit ein. Jeder soll sein schmerzlichstes Geheimnis offenbaren. Ich fand diese Regel für das Miteinander in der Hütte und für mich als Leser am spannendsten. Wider Erwarten kommen so Tatsachen zum jetzigen Leben der Teilnehmer ans Licht, das ich so nach ihrem Äußeren und Auftreten nicht erwartet habe. Mit den Beichten von Anna und Fredi habe ich mich gut unterhalten gefühlt. Bei Lea und Marco kamen mir die persönlichen Antriebe bei diesem Treffen mitzumachen. Ich denke dadurch kamen mir diese beiden Figuren etwas zu oberflächlich worunter die Dramatik des Wiedersehens etwas auf der Strecke geblieben ist. Dabei werden die Stunden in der Hütte doch für alle zur Zerreißprobe. Eine vermeintlich alte Rechnung soll beglichen werden, nur gerät das Ganze außer Kontrolle.
Ich habe die Entwicklung, die dieses Treffen genommen hat, so nicht erahnt und doch hätte es für mich ruhig noch ein wenig dramatischer sein können. Gerade der dunkle Ort und der alte Groll einiger Teilnehmer wie auch die Schuldzuweisungen hätten durchaus ausgebaut werden können. Insgesamt gebe ich 3,5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 12.03.2025

ihre Bücher werden mit jedem Band spannender

Kreidemord
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Im Kreidemuseum wird eine Leiche gefunden, in Kreide erstickt. Die Frau, Julia Schurrer, ist für die Polizei keine Unbekannte. Sie war selbst Polizistin bis sie unter Korruptionsverdacht geriet und vor ...

Im Kreidemuseum wird eine Leiche gefunden, in Kreide erstickt. Die Frau, Julia Schurrer, ist für die Polizei keine Unbekannte. Sie war selbst Polizistin bis sie unter Korruptionsverdacht geriet und vor ihrer Festnahme verschwand. Einer der Ermittler damals war Jan Riechter. Aber das Ganze liegt 12 Jahre zurück und wo war Julia Schurrer die ganzen Jahre über? Jan und Romy Beccare nehmen die Ermittlungen auf ….
Ich fand es wieder super spannend diese beiden mir so sympathischen Ermittler zu erleben. Vor allem ist diese Ermittlung ein sehr persönlicher Fall für Jan. Denn damals kurz vor den Ermittlungen gegen insgesamt 4 Polizisten, darunter auch Julia Schurrer, war Jan ihr Julia zusammen. Die vier standen unter dem Verdacht geheime polizeiliche Informationen an Mitglieder der OK weitergegeben zu haben sollen. Und plötzlich tauchen jetzt auch noch Fotos auf die belegen, dass Julia und Jan sich erst vor Kurzem getroffen haben. Wer will ihn hier mit Fake-Material diskreditieren? Nicht alle glauben Jans Beteuerungen, dass es sich um bearbeitete Bilder handeln muss. Und selbst bei Romy kommen Zweifel auf, besonders als Jan wegen der persönlichen Kontakte zur Toten beurlaubt wird und Jan beginnt allein zu ermitteln. Ihre Beziehung wird dabei auf eine harte Probe gestellt.
In meinen Augen hat Katharina Peters hier wieder ein super spannenden Ostseekrimi, der den Leser in seinen Bann zieht, geschrieben. Die Aufklärung beinhaltet so viele unvorhersehbare Wendungen, dass die Spannung an keiner Stelle nachgelassen hat. Was diese Autorin besonders auszeichnet, ist die lebendige Darstellung der unterschiedlichen Charaktere wie auch der zwischenmenschlichen Konflikte. Den neuen Kollegen, Gregor Reymann, dem ein zweifelhafter Ruf vorauseilt und der von Dienststelle zu Dienststelle weitergereicht wird, fand erfrischend. Ich denke, mit ihm, dass er im Team bleibt setze ich mal voraus, werden Romys Team und wir Leser noch einige Überraschungen erleben können.
Von mir gibt’s eine 100% Leseempfehlung und 5 wohlverdiente Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 05.03.2025

ein bisschen Krimi, ein bisschen Liebe – gelungene Mischung

Die tausend Farben von Paris
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Die Autorin entführt den Leser in das Paris von 1952. Dabei lernt man viele liebenswerte Charaktere kennen. Da gibt es den erfolglosen, verträumten Maler, Jack King, einen Amerikaner den es nach dem Kriegsdienst ...

Die Autorin entführt den Leser in das Paris von 1952. Dabei lernt man viele liebenswerte Charaktere kennen. Da gibt es den erfolglosen, verträumten Maler, Jack King, einen Amerikaner den es nach dem Kriegsdienst wieder in diese Stadt der Farben führt. Er ist in meinen Augen ein Träumer, lebt nur für seine Kunst, versucht seinen Stil und vor allem Käufe für seine Bilder zu finden. Dass er kein Geld hat stört ihn nicht so sehr, findet sich doch immer jemand, der ihm ein Frühstuck ausgibt, der Rest wird sich finden. Doch dann lernt er zufällig Rose Chevalier, Studentin und begeisterte Hobbyfotografin, kennen und lieben. Schwierig wird es für Jack, als ehemaliger Major ebenfalls in Paris auftaucht und von ihm verlangt sich in der Künstlerszene nach brisantem Material umzuhören. Eine Aufgabe, die so unkonkret wie schwierig für Jack ist, weil auch Rose in diesem Umfeld eigene Ziele verfolgt.
Jacks bester Freund ist der Show-Star Frank Levant, gefeiert vom Publikum und bei seinen Auftritten immer ein volles Haus, hat Frank jedoch ein dunkles Geheimnis. Ein Geheimnis, das er meinte in seiner alten Heimat zurückgelassen zu haben und das ihn nun in Paris eingeholt hat. Dabei hat auch er sich gerade und zum ersten Mal unsterblich in eine Pariserin verliebt.
Es ist schon spannend mitzuerleben, wie Geheimdienste im Untergrund agieren, nur um dunkle Machenschaften zu vertuschen. Jedoch konnte ich mit dem Auftrag des Majors a.D. kaum etwas anfangen. Da ging es mir wie Jack. Erst das Nachwort der Autorin brachte da Licht ins Dunkel.
Sehr gelungen fand ich die Figur der Amelie beschrieben. Die junge Blumenhändlerin hat mich mit ihrer Lebenseinstellung beeindruckt und die Begründung ihrer Abweisung gegenüber dem gefeierten Bühnenstar bei seinem ersten Annäherungsversuch war einfach brillant. Ich mochte die Lebenseinstellung dieser ehrlichen, warmherzigen jungen Frau. Insgesamt gibt’s von mir 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 05.03.2025

Marc Team zwischen den Fronten

Narbensommer #Thriller
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Der neue Fall des Frankfurter Ermittlerduos Marc Davids und Zoe Martin ist sehr brisant. Der Mord an einer albanischen Prostituierten scheint sich zu einem Bandenkrieg zwischen der albanischen Mafia und ...

Der neue Fall des Frankfurter Ermittlerduos Marc Davids und Zoe Martin ist sehr brisant. Der Mord an einer albanischen Prostituierten scheint sich zu einem Bandenkrieg zwischen der albanischen Mafia und den Wölfen, einer Rockergruppe, zu entwickeln. Auf jeden Fall hat der Autor die aufgeladene Atmosphäre im Frankfurter Bahnhofsviertel und die Aufteilung der Reviere sehr gut beschrieben. Tauschen möchte man in so einem Umfeld sicher nicht mit den Ermittlern. Genaugenommen sind es vier Ermittler, die hier als eingespieltes Team auftreten. Wobei ich sagen muss, dass mir Ayman Elmaleh am sympathischsten war. Dieser Mann, der jede dunkle Ecke im Frankfurter Milieu kennt, bleibt auch in kritischen Situationen ruhig, findet bei Befragungen den richtigen Tonfall und weiß seine Verbindungen zu nutzen. Ganz das Gegenteil von Bernd Konstantin, mit dem sie notgedrungen zusammenarbeiten müssen. Dieser Kriminaloberkommissar hat nicht nur Marcs Team Nerven gekostet, ich hätte ihm auch gerne mal die Meinung gesagt. So arrogant, provokant und unberechenbar. Mit anderen Worten, ein Kollege, den sich jeder wünscht.
Anfangs fand ich die Entwicklung dieses Thrillers etwas abgehackt. Da ist der Mord an der Abiturientin vor 20 Jahren, dann erfährt man die Gefühle und perfiden Denkweisen eines Unbekannten und schließlich gibt’s von die aktuellen Prostituiertenmorde. Aber das Durchhalten lohnt sich. Denn im letzten Drittel kommt es zum spannenden Finale. Der Schluss hat mir unheimlich gut gefallen. Die am Anfang geschilderten Verletzungen der Opfer sind sehr detailliert, abschreckend und brutal. So wie der Täter vorgegangen ist. Als begeisterter Leser von Chris Carter bin ich so einiges gewöhnt, doch hier war mir der Umfang des Geschilderten einfach zu viel. Insgesamt gebe ich 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 05.03.2025

Schauplatz der Eitelkeiten – sehr spannend geschrieben

Der zweite Verdächtige
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Rocco Eberhardt hat einen Namen in der Riege der Berliner Strafverteidiger. Wer sich nun als Leser auf seinen neuen Fall, besser auf sein neues Mandat einlässt, erfährt auch warum das so ist. Rocco will ...

Rocco Eberhardt hat einen Namen in der Riege der Berliner Strafverteidiger. Wer sich nun als Leser auf seinen neuen Fall, besser auf sein neues Mandat einlässt, erfährt auch warum das so ist. Rocco will den Fall hinter dem verhandelten Fall verstehen, was bedingt, dass sein Mandant ihm unbedingt die Wahrheit erzählt. Bei seinem aktuellen Mandat ist er sich anfangs nicht sicher, ob Jan Staiger, der des Mordes angeklagt ist und vehement seine Unschuld beteuert, ihm die Wahrheit erzählt. Doch dann ist Rocco sich sicher, Jan Staiger ist unschuldig. Gegen ihn ist eine Intrige im Gange. Es fragt sich nur wer dahintersteckt. Mitzuerleben wie Rocco mit Unterstützung seines Freundes Tobi versucht die unbestreitbar vorhandenen Indizien zu entkräften, Ungereimtheiten aufzudecken und Zeugen in den Gerichtsverhandlungen gezielt für seine Strategie zu nutzen, hat mich unwahrscheinlich kurzweilig unterhalten. Zugleich fand ich es spannend wie Rocco vor Gericht, ganz der Stratege, gleichzeitig aber auch brillanter Schauspieler, seine Verteidigung aufbaut und wenn mal etwas nicht nach Plan läuft sich nichts anmerken lässt.
Man merkt beim Lesen, dass die beiden Autoren sich in der Materie, Rechtsmedizin und Gerichtsverfahren, bestens auskennen. Es gelingt ihnen aber auch Leser gezielt auf eine falsche Fährte zu locken, so dass die Spannung bis zum Ende aufrecht gehalten wird. Von mir gibt’s eine uneingeschränkte Lese-Empfehlung und 5 Lese-Sterne.

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