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Veröffentlicht am 19.01.2025

Ermittlerteam mit Ecken und Kannten

Schmerz
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Ellidor, Kripochef in Reykjavik, hat Probleme. Nicht nur mit der Razzia gegen das polnische Drogennetzwerk, sondern in den eigenen Reihen. Da gibt es in seinem Team Rago, ein unbescholtener, erfolgreicher ...

Ellidor, Kripochef in Reykjavik, hat Probleme. Nicht nur mit der Razzia gegen das polnische Drogennetzwerk, sondern in den eigenen Reihen. Da gibt es in seinem Team Rago, ein unbescholtener, erfolgreicher Ermittler, der aber der Schwiegersohn des polnischen Clanchefs ist gegen den nun eine großangelegte Razzia stattfinden soll. Ihm bleibt keine andere Wahl als Rago auszuschließen. Dann ist da auch noch Dora, die damals als Neuling bei der Polizei mit ihm auf Streife war. Bei einem gemeinsamen Einsatz wurde sie schwer am Kopf verletzt und Ellidor fühlt sich mitschuldig. Seit ihrer schweren Kopfverletzung hat sich Doras Wesen massiv verändert. Sie ist mitunter aufbrausend, wütend, unkontrolliert und doch ist sie es, die in den Fallakten der Kollegen den entscheidenden Hinweis für die Lösung des Falls findet. Die etwas andere Art von Dora im Umgang mit den Kollegen und auch mit den Fällen bringt der Autor sehr gut rüber. Voll einsetzbar ist sie nicht, nimmt ständig verschreibungspflichtige Schmerzmittel, da ihre Kopfschmerzen sonst nicht zu ertragen sind. Tablettenabhängig ist sie in jedem Fall. Und doch habe ich beim Lesen immer wieder den Eindruck gehabt, dass Dora eine Kämpferin ist, die sich davon nicht unterkriegen lässt. Vielleicht ist das auch Rados Eindruck und er erkennt ihre Stärken oder es ist die Außenseiterrolle, die beide im Revier einnehmen, die sie verbindet. Aber eines ist sicher: wie gut die beiden beim Ermitteln sind, sich in die Fälle verbeißen und keinesfalls als korrupt zu bezeichnen sind, das weiß auch Ellidor, ihr Chef. Die beiden zu begleiten hat mich sehr gut und spannend unterhalten. Nur am Anfang des Krimis hatte ich etwas Schwierigkeiten die vielen neu auf mich einströmenden Personen zuzuordnen und mir ein Bild über die Zusammenhänge zu machen. Von mir gibt’s 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 19.01.2025

ich bin begeistert

Lindenblütenzeit
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Berlin, die rauschende Metropole, hier sieht Clara ihre Zukunft. Eigenes Geld verdienen, ausgehen, flirten und selbstbestimmt leben, das ist ihr Traum. Sie will einfach hinaus aus dem Leben in dem kleinen ...

Berlin, die rauschende Metropole, hier sieht Clara ihre Zukunft. Eigenes Geld verdienen, ausgehen, flirten und selbstbestimmt leben, das ist ihr Traum. Sie will einfach hinaus aus dem Leben in dem kleinen Kaff, Kranzig, wo sie zusammen mit Eltern und Geschwistern beengt in einer kleinen Kate lebt und harte Arbeit ohne Vergnügungen ihr Leben ausmacht. Mir hat es gefallen, wie die Autorin nachdem Clara zu Tante Minna nach Berlin zieht, uns vor Augen hält, wie beengt man auch dort auf kleinsten Raum leben musste und darauf auch noch stolz war. Das man sogar noch glücklich darüber war, wenn die Toilette nicht auf dem Hof, sondern, wie herrlich, im Treppenhaus zusammen mit anderen Mietern genutzt werden kann. Auch Clara stellt bald fest, wie hart man für sein Geld in der Fabrik arbeiten muss. Mitzuerleben, wie sie einen Mann kennen und lieben lernt, eine Familie gründet und ihre täglichen Sorgen und Nöte mitzuerleben, fand ich sehr unterhaltsam und kurzweilig. Vor allen Claras Entwicklung vom verträumten Teenager zur Familienmanagerin ist sehr lebendig und nachvollziehbar dargestellt. Da ist anfangs das Bewältigen der täglichen Arbeit, die Sorgen um den Unterhalt der Familie. Jedoch müssen sich Clara und Otto auch den Veränderungen durch die politischen Entwicklungen in Deutschland stellen. Die lässt Simona Wernicke immer wieder sehr detailgetreu einfließen, ohne dabei die Familiengeschichte zu sehr aus den Augen zu verlieren. Ja, vielleicht ist es diese Detailverliebtheit, die diese Geschichte so authentisch wirken lassen. Auf jeden Fall hat mich dieser Roman von Anfang bis Ende in seinen Bann gezogen und ich kann ihn zu 100% weiterempfehlen. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 14.01.2025

macht neumacht neugierig auf die Fortsetzung

Der Mann aus der Flut
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Fria Nordström, ehemals Mordermittlerin beim LKA Hamburg, lässt sich nach Sylt in die Polizeiwache Nord in List versetzen. Irgendetwas ist in Hamburg passiert, das immer nur angedeutet wird, was Fria aber ...

Fria Nordström, ehemals Mordermittlerin beim LKA Hamburg, lässt sich nach Sylt in die Polizeiwache Nord in List versetzen. Irgendetwas ist in Hamburg passiert, das immer nur angedeutet wird, was Fria aber bis heute Albträume beschert. Gleich an ihrem ersten Tag auf der neuen Dienststelle gibt es einen Toten. Tamme Mattes, ein eher eigenbrötlerisch ehemaliger Seemann, jetzt Rentner, wird stranguliert in seinem Haus gefunden. Auf den ersten Blick sieht alles nach Selbstmord aus, aber Fria hat da starke bedenken, die sich auch schnell bestätigen sollen. Unter diesen ereignisreichen ist mir der Einstieg recht schnell gelungen und meine Neugier war geweckt. Spannung kam im Sylt-Krimi dann auch recht schnell durch die mitunter sehr zwielichtigen Inselbewohner auf. Der aus Flensburg hinzugerufene Kommissar Jorgens, der die Leitung der Ermittlungen hatte, erschien mir recht unerfahren und wenig professionell. Immer wieder gibt Fria ihm gezielte Denkanstöße und zeigt Ermittlungsansätze auf, die Jörgens bereitwillig aufnimmt. In meinen Augen wäre Fria die bessere Wahl als Ermittlungsleiterin, wobei sie recht hoch pokert.
Dann gibt es aber noch den Fremden, den Fria am Strand gefunden, der sein Gedächtnis verloren hat und den sie vorerst bei sich wohnen lässt. Würde eine erfahrene Ermittlerin so etwas tun? Nun weil Fee, ihr Hund vertrauen zu ihm zeigt?
Der Krimi hat an einigen Stellen so seine Ecken und Kanten, soll heißen, dass ich es eher unglaubhaft fand, was meiner Spannung aber keinen Abbruch tat. Dafür ist dieser Mann mit dem zu dicken Mantel und den eisgrauen Augen einfach zu gut beschrieben. Der kennt kein NEIN und nur seine Bedingungen gelten. Einfach gruselig. Von mir gibt’s 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 07.01.2025

komplizierter Fall

Grenzfall – Ihre Spur in den Flammen
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Ein ausbranntes Auto, darin eine bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Leiche, das ist Alexas neuer Fall. Eine Zeugin, deren Glaubwürdigkeit angezweifelt wird, will auf der Fahrerseite eine Frau aussteigen ...

Ein ausbranntes Auto, darin eine bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Leiche, das ist Alexas neuer Fall. Eine Zeugin, deren Glaubwürdigkeit angezweifelt wird, will auf der Fahrerseite eine Frau aussteigen und im Wald verschwinden gesehen haben. Alexas Kollege, Florian Huber, glaubt der Zeugin nicht. Doch kurze Zeit später geht in der Nähe von Bad Tölz ein luxuriöses Haus in Flammen auf. Auch hier wird eine verbrannte Leiche entdeckt. Hängen beide Fälle zusammen? Und hängen die Brände, die sich auch jenseits der Grenze in Österreich ereignen und damit in den Zuständigkeitsbereich von Alexas Vater, Bernhard Krammer, fallen, ebenfalls damit zusammen? Spannende Fragen, die wie immer in den Bänden des Grenzfalls in enger Zusammenarbeit zwischen Österreich und Deutschland aufgeklärt werden.
Obwohl ich die bisherigen Fälle alle gelesen habe, war ich der Autorin dankbar, dass sie mir die Hauptfiguren und ihre dienstlichen wie familiären Verflechtungen gleich zu Anfang ins Gedächtnis zurückgerufen hat. Denn so erfolgreich Alexa in ihrem Job auch ist, hat sie doch einige private Baustellen, die sie in Angriff nehmen muss.
Der Fall, eigentlich sind es ja 6 Fälle, die auf eine lückenlose Aufklärung warten, je drei auf der österreichischen und drei auf der deutschen Seite der Grenze, ist spannend und die Auslösung für die Ermittler schwierig. Hier den Überblick, als Polizist wie auch als Leser zu behalten ist nicht so einfach. Zudem greifen Auswirkungen aus alten Fällen, die noch eines richterlichen Urteils bedürfen, in das aktuelle Geschehen ein. In meinen Augen ist das etwas zu viel gewesen. Mehr Spannung hätte ich sicher empfunden, wenn die Autorin sich auf die Brandfälle fokussiert hätte. Spannend ist es trotzdem gewesen, da bis zum Schluss nicht zu erkennen war, ob die Drogen- oder die Holzmafia, Geldwäsche oder Fremdenfeindlichkeit hinter allem stecken. Insgesamt gibt es von mir 3,5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 07.01.2025

alte Seilschaften und neuer Anfang – spannend

Die Schanze
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Saskia, Ellen Roths jüngere Schwester, ist es, die Ellen nach der Trennung von Christoph überredet wieder in ihre alte Heimat zurückzukehren. Hier will Ellen die alte Praxis von Dr. Schwarz als Allgemeinmedizinerin ...

Saskia, Ellen Roths jüngere Schwester, ist es, die Ellen nach der Trennung von Christoph überredet wieder in ihre alte Heimat zurückzukehren. Hier will Ellen die alte Praxis von Dr. Schwarz als Allgemeinmedizinerin übernehmen. Ob das die richtige Entscheidung war, bezweifelt Ellen zunehmend. Nicht ohne Grund ist sie damals nach dem Abitur von hier weggegangen, möglichst weit weg. Noch immer quälen Ellen die Geschehnisse von damals. Noch immer fällt sie in dunkle Löcher, hat Flashbacks, ritzt sich um den Schmerz und damit sich selbst zu spüren. Als sie beim Joggen dann gleich an ihrem ersten Abend die Leiche an der Skischanze sieht, brechen ihre alten Wunden noch weiter auf.
Es ist ein wirklich spannender Thriller. Lange bleibt offen, worin die traumatischen Erlebnisse von Ellen bestehen. Erlebnisse, mit denen sie damals als Jugendliche allein gelassen wurde. Wo ein jeder im Ort sich hinter Schweigen versteckt hat, der eigene Vorteil wichtiger war. Selbst ihr Vater begründet sein Schweigen damals mit ihrem Schutz vor der Öffentlichkeit, vor der Presse und ihrer Bloßstellung. Eine röstende Hand vom Vater, Fehlanzeige. Wenn wunderts, dass bis heute ihr Verhältnis nicht als solches bezeichnet werden kann.
Ellen ist sich sicher, dass der Schanzenmord im Zusammenhang mit den schrecklichen Geschehnissen damals zusammenhängt. Jetzt, wo sie wieder in ihren Heimatort zurückgekehrt ist, sieht die Polizei sie wegen des starken Motivs in ihr eine Tatverdächtige? Doch wenn sie es nicht war, wer ist dann der Rächer? Es sind Fragen über Fragen, die hier im Buch die Spannung in die Höhe treiben. Im Zusammenspiel mit vielen schrägen und unsympathischen Charakteren, hat das bei mir bis zum Schluss zu kribbelnder Spannung geführt. 5 Lese-Sterne und eine uneingeschränkte Leseempfehlung sind da absolut gerechtfertigt.

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