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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.12.2025

Hauptfigur fand ich nicht sehr glaubhaft

The Woman in Suite 11
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Zu viel Gutmütigkeit ist Gift. Die Dosis macht’s. So könnte man Lo Blacklocks Verhalten in diesem Thriller zusammenfassen. Denn entgegen besseren Wissens und was noch schlimmer ist, äußerst schlechten ...

Zu viel Gutmütigkeit ist Gift. Die Dosis macht’s. So könnte man Lo Blacklocks Verhalten in diesem Thriller zusammenfassen. Denn entgegen besseren Wissens und was noch schlimmer ist, äußerst schlechten Erfahrungen mit Carrie vor einigen Jahren, lässt sie sich von deren neuer, rührender Geschichte wieder erweichen. Während ihres beruflichen Aufenthaltes im Nobel-Hotel am Genfer See schmieden beide Frauen einen Plan, der Carrie die Flucht aus der toxischen Beziehung mit dem Milliardär Marcus Leidmann ermöglichen soll. Doch leider geht so einiges schief und Lo wird für ihre Gutmütigkeit wieder einmal hart bestraft. Sie hätte es besser wissen müssen.
Wie Ruth Ware Lo, die sich immer der Wahrheit verpflichtet fühlt, die Unrecht nicht akzeptieren kann, beschreibt, erschien mir hier im Buch nicht immer nachvollziehbar. Müsste eine Journalistin nicht eigentlich einen schärferen Blick auf die Tatsachen haben? Sich nicht ein zweites Mal und das dann auch noch von der gleichen Person an der Nase herumführen lassen? Wegen dieser Zweifel fand ich Lo deshalb auch nicht sehr überzeugend. Vielleicht lag es auch daran, dass die Autorin immer nur angedeutet hat, dass auf dem Norwegischen Schiff schreckliche Dinge passiert sind, aber dabei nie ins Detail gegangen ist. So war die Geschichte für mich auch nicht ganz rund und ich gebe insgesamt nur 3,5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 14.12.2025

uneingeschränkte Leseempfehlung

Sündflut 1784
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Im Jahr 1784 ist sind die Städte am Rhein stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Der Fluss ist nicht nur über seine Ufer getreten, er hat auch riesige Mengen an Eisblöcken, Geröll und Modder in die angrenzenden ...

Im Jahr 1784 ist sind die Städte am Rhein stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Der Fluss ist nicht nur über seine Ufer getreten, er hat auch riesige Mengen an Eisblöcken, Geröll und Modder in die angrenzenden Städte gedrückt. Anna-Maria Scheidt, die in Mülheim eine Apotheke geführt hat, kann nur noch, nachdem auch ihr Haus völlig zerstört ist, versuchen ihr Leben zu retten. Hilfe findet sie bei Henrik Venray, dem Amtmann von Düsseldorf. Venray ist in seinem Denken sehr fortschrittlich. Er will, um Recht und Ordnung in seiner Region durchzusetzen eine Policey Criminal aufbauen. Ein stolzer Plan, für dessen Umsetzung er sich machtvolle Verbündete suchen muss. Doch Vorrang hat nun erst einmal Anna-Maria vor dem Scheiterhaufen zu retten…
So einen spannenden historischen Krimi habe ich noch nicht gelesen. Anfangs hatte ich mit den mit völlig unbekannten Ämtern und historischen Begriffen zu kämpfen, aber zum Glück hat der Autor ans Ende des Buchs ein erklärendes Glossar angehängt. Wie Venray dann in Mülheim und Cöln versucht Beweise für Anna-Marias Unschuld zu finden, ist so spannend beschrieben, dass die Kapitel nur so dahinflogen. Vor allen, da es dabei immer wieder so harte Rückschläge gab. Getriggert wurde es dann auch noch durch die wenige Zeit bis zur Hinrichtung. Wirklich spannend aufgebaut und darum sind 4,5 Lese-Sterne auch absolut verdient.

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Veröffentlicht am 14.12.2025

Miss Marple gepaart mit Trotzkopf

Tatort Kettenhofweg
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Helga Lindemeyer ist seit mehr als einem Jahr Witwe und lebt im Frankfurter Kettenhofweg mit ihrem Dackel Karlchen. Ihre beschauliche Wohngegend gerät in Aufruhr als am 15.8.1994 in der gegenüberliegenden ...

Helga Lindemeyer ist seit mehr als einem Jahr Witwe und lebt im Frankfurter Kettenhofweg mit ihrem Dackel Karlchen. Ihre beschauliche Wohngegend gerät in Aufruhr als am 15.8.1994 in der gegenüberliegenden Villa 6 Leichen gefunden werden. Bereits davor hat Helga dort immer wieder leichtbekleidete junge Frauen in und vor der Villa beobachtet. Da sie sonst keine weiteren Hobbys pflegt, hat sie sich angewöhnt aus ihrem Erkerzimmer die Menschen auf ihrer Straße zu beobachten. Verdächtig kam ihr so manch einer vor. Was sie aber nun erfährt, bringt ihr Weltbild über den Kettenhofweg völlig ins Wanken …..
Helga kann man als neugierig, hartnäckig und manchmal auch eigensinnig beschreiben. Irgendwie hat sie mich an Miss Marple erinnert. Sie hat einen Plan und setzt diesen auch ohne wenn und aber um. Sie kann mit Gegenargumenten dabei überhaupt nicht umgehen und wer mit ihr befreundet ist, wie Erika, Isolde und Rosa, der muss schon so einiges einstecken können. Das mitzuerleben war manchmal sehr lustig und manchmal wirkte es auf mich einfach nur konstruiert. Dass Helga Jahrzehnte nicht bemerkt hat, was im gegenüberliegenden Haus vorgeht, konnte ich nicht glauben. Steht das doch im krassen Gegensatz zu ihrer sonst so aufmerksamen, ja aufdringlich neugierigen Art. Darum hielt sich bei mir auch die Spannung in Grenzen. Insgesamt gebe ich 3 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 08.12.2025

erst ganz am Ende kam Spannung auf

Die weiße Nacht
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Lou Faber ist eine junge Fotografin, die jetzt in der Nachkriegszeit um zu überleben händeringend nach Abnehmern für ihre Fotos sucht. Bei ihren Streifzügen durch das noch immer vom Krieg gezeichnete Berlin ...

Lou Faber ist eine junge Fotografin, die jetzt in der Nachkriegszeit um zu überleben händeringend nach Abnehmern für ihre Fotos sucht. Bei ihren Streifzügen durch das noch immer vom Krieg gezeichnete Berlin findet sie in einer Ruine eine tote Frau. Die liegt im Schnee und wirkt mit ihren gefalteten Händen wie aufgebahrt. Bevor sie die Polizei verständigt, macht Lou noch einige Fotos von der Toten. Kriminalkommissar Alfred König übernimmt die Ermittlungen und Marianne Melzer, so heißt die Tote, wird nicht die einzige zur Schau gestellte Leiche bleiben. Die Presse spricht bald vom Ruinenmörder…
Der Krimi spielt in den ersten Nachkriegsjahren in Berlin und es gelingt der Autorin den zu der Zeit herrschenden Mangel an Wohnraum, an Nahrung und dem Aufblühen des Schwarzhandels anschaulich in die Handlung einfließen zu lassen. Nicht nur die Bevölkerung, auch die Behörden, in diesem Fall die Polizei, müssen versuchen trotz der vielen Widrigkeiten und fehlendem Personal die Ordnung in der Stadt aufrechtzuerhalten. Und dann ist da noch die Kälte. Es ist ein eisiger Winter und Heizmaterial kaum noch zu finden. Das hat die Autorin alles sehr anschaulich vermittelt, wobei diese Beschreibungen sich im Buch vielfach ähneln und wiederholen.
Dann gibt es auch noch Kapitel, die vom Kriegsgefangenen Gregor berichten. Den konnte ich bis zum Schluss nicht in den Krimi einordnen. Aber sicher wird er in den folgenden Teilen zunehmend eine Rolle spielen. Denn am Schluss setzt die Autorin und das hat dann bei mir auch etwas Spannung gebracht, viele Cliffhanger, die Neugier auf weitere Bücher mit Lou und König wecken.
Insgesamt betrachtet hatte ich mir mehr Spannung erhofft und gebe daher nur 3 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 08.12.2025

Kunst und Schmerz - unglaubliche Taten

Der Blutmacher
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Akte Frame, also Bilderahmen, heißt der neue Fall von Tara Kronberg. Ein sehr persönlicher Fall für die erfahrene Ermittlerin für besonders brutale Verbrechen.
In diesem Fall mordet der Täter seine Opfer, ...

Akte Frame, also Bilderahmen, heißt der neue Fall von Tara Kronberg. Ein sehr persönlicher Fall für die erfahrene Ermittlerin für besonders brutale Verbrechen.
In diesem Fall mordet der Täter seine Opfer, um mit ihrem Blut Kunstwerke auf Leinwänden zu erschaffen. Das Ganze stellt er dann auch noch live ins Netz und auf seiner Plattform können alle Interessierten, wie auf einer Auktion, Gebote für die Blutbilder abgeben. Einfach grauenhaft die Qualen der Opfer mit anzusehen. Um seine Macht zu demonstrieren, leitet der Täter auch immer wieder dem Dezernat 47, also Taras Abteilung, den Einstiegslink dafür zu. Es kam mir wie ein Katz- und Mausspiel vor, was der Täter sehr zu genießen scheint.
Auch wenn Tara jedem kleinen Hinweis nachgeht, kann sie keine Spuren entdecken, die sie zum Täter führen. Jedoch kennt sie sein nächstes Opfer sehr gut, so dass der Druck, den Täter zu finden, enorm bei ihr steigt.
Wegen persönlicher Befangenheit zieht ihre Chefin Tara ganz vom Fall ab, was sie natürlich nicht davon abhält auf eigene Rechnung weiter zu ermitteln. Mich hat sie damit auf jeden Fall beeindruckt. Überhaupt fand ich diesen Thriller einfach nur unglaublich –verwirrende Entwicklungen, so unterschiedliche Schauplätze, gepaart mit der Frage nach dem WARUM. Ja, der neue Thriller von Elias Haller hat mich wieder spannend unterhalten. Darum gibt’s auch eine uneingeschränkte Lese-Empfehlung und 4 Lese-Sterne.

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