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Veröffentlicht am 22.09.2020

zu viel in die Handlung gepackt

Der Tod des Henkers
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Prag ist 1942 fest in deutscher Hand. Doch der Widerstand der Tschechen ist noch nicht gebrochen. Als der Reichsprotektor Reinhard Heydrich, genannt der Henker von Prag, Opfer eines Bombenanschlags wird, ...

Prag ist 1942 fest in deutscher Hand. Doch der Widerstand der Tschechen ist noch nicht gebrochen. Als der Reichsprotektor Reinhard Heydrich, genannt der Henker von Prag, Opfer eines Bombenanschlags wird, wird Kriminalrat Pannwitz mit der Ausklärung des Falls beauftragt. Eine Aufgabe, die ihn an seine Grenzen bringt. Denn nur ein schneller Ermittlungserfolg kann die Rache-Rufe aus Berlin verhindern. Hitler will alle Deutschen aus Prag evakuieren und die Einheimischen rigoros vernichten. Bei dieser Aufgabe muss Pannwitz nicht nur schnell sein, sondern auch sein ganzes Verhandlungsgeschick einsetzen und gerät dabei bis an seine Grenzen…
Denn Pannwitz ist nicht nur Deutscher, sondern in erster Linie Mensch. Er sieht in allem was er tut auch den Menschen dahinter und um so schwerer ist für ihn diese Aufgabe. In meinen Augen ist es der Autorin gut gelungen Pannwitz’s starke Persönlichkeit herauszuarbeiten. Er ist ein Meister im Umgang mit Worten, die gerade unter der NS-Diktatur geschickt ausgewählt werden mussten, um nicht in Ungnade zu fallen und selbst Opfer der Diktatur zu werden. Dabei nutzt Pannwitz die Schwächen der arroganten deutschen Besetzer, weiß sie geschickt zu manipulieren, um schlussendlich sein Ziel zu erreichen. Im Gegensatz zu den anderen Deutschen in Prag sieht er in den Tschechen den heimatverbundenen, traditionsbewussten Menschen.
Insgesamt betrachtet habe ich mich aber mit diesem Buch sehr schwergetan. Das lag meiner Meinung nach daran, dass zu viele Personen mit eingearbeitet wurden, diese dann auch noch mit den unterschiedlichsten Rang- und Dienstbezeichnungen zu merken waren. Hinzu kamen noch die vielen Abschweifungen in die Hintergründe zu den Personen. Das hat mir etwas die Lust am Weiterlesen genommen und Spannung habe ich gar nicht gespürt. Darum kann ich auch nur 3 Lese-Sterne vergeben.

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Veröffentlicht am 17.09.2020

tolle Fortsetzung

Ein Gefühl von Hoffnung
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Eva Völler macht es dem Leser leicht wieder in die Geschichte um Mines Familie einzutauchen. Ich kam mir vor, als ob ich in einen Hausflur trete und dort mit dem neuesten Klatsch und Trasch, den Sorgen ...

Eva Völler macht es dem Leser leicht wieder in die Geschichte um Mines Familie einzutauchen. Ich kam mir vor, als ob ich in einen Hausflur trete und dort mit dem neuesten Klatsch und Trasch, den Sorgen und Nöten der Hausbewohner versorgt werde.
Ja und davon gibt es auch im zweiten Teil reichlich. Der Ruhrpott in den 50er Jahren ist geprägt vom Zechensterben. Daher versucht Johannes Schlüter als Gewerkschafter für die Belegschaften der Zechen das Beste daraus zu verhandeln. Doch das ist nicht seine einzige Sorge. Noch immer hat er sich nicht mit Hanna zu einem gemeinsamen Lebensmittelpunkt geeinigt. Im Gegenteil, sie hält sich fast nur noch in Düsseldorf auf, meidet seine Nähe und findet immer neue Ausreden, um ihn abzuwimmeln. Was steckt dahinter? Hinter diese und noch viele andere unerwartete Wendungen müsst ihr schon selber kommen indem ihr das Buch lest. Ich kann es zu 100% empfehlen und garantiere kurzweilige Lesestunden und viele unerwartete Wendungen – nicht immer zum Guten. Aber es ist ja schließlich kein Märchen wo immer alles ein gutes Ende nimmt, sondern soll das reale Leben darstellen, bei dem es auch traurige Abschiede gibt. Für mich waren die Figuren wieder sehr lebendig und glaubhaft beschrieben. Auch wenn sie auf den ersten Blick nicht unbedingt eine sympathische Frau ist, hat mir Mine (die Oma in der Geschichte) mit am besten gefallen. Auch wenn ich sie manchmal für mich als Hausdrachen bezeichnet habe. Aber sie kann halt nicht aus ihrer Haut heraus. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 16.09.2020

Bin einfach nur enttäuscht

Wenn Insekten über Leichen gehen
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Ich habe zu dem Buch gegriffen, weil der Titel mich neugierig gemacht hat. Da ich von Mark Benecke bereits einige Bücher gelesen und einige seiner Vorträge besucht habe, die mir alle ausnahmslos sehr gut ...

Ich habe zu dem Buch gegriffen, weil der Titel mich neugierig gemacht hat. Da ich von Mark Benecke bereits einige Bücher gelesen und einige seiner Vorträge besucht habe, die mir alle ausnahmslos sehr gut gefallen haben, hatte ich hier bei diesem Buch eine gewisse Erwartungshaltung. Eines kann ich sagen: sie wurde mit Nichten erfüllt. Kam ich es mir beim Lesen der ersten Kapitel vor, als wenn ich in der Uni im Hörsaal sitze und dem Referenten zwangsweise, um meinen Schein zu bekommen, zuhören muss. Begeistern konnte er mich jedenfalls nicht. Dazu kamen mir die Ausführungen zu selbstbezogen vor. Meiner Meinung nach hat der Autor versucht sich und seine Arbeit zu sehr in dem Mittelpunkt zu stellen. Das eigentliche Verbrechen und deren Auflösung (natürlich mit Hilfe von Auswertungen zu Insektenarten und -stadien) kamen mir viel zu kurz. Spannung war bei mir an keiner Stelle aufgekommen. Die einzelnen Fälle sind in meinen Augen zerredet worden. Darum gibt’s von mir auch nur 2 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 07.09.2020

schlecht gelungener Versuch viele Themen ins Buch zu packen

Das Hospital der Hoffnung
6

Der Roman beginnt recht dramatisch. Da wird ein Baby im Findelhaus anonym über eine Babyklappe abgegeben. Dem Kind beigelegt ist die Fotografie eines Jungen. Nichts lässt auf die leiblichen Eltern schließen. ...

Der Roman beginnt recht dramatisch. Da wird ein Baby im Findelhaus anonym über eine Babyklappe abgegeben. Dem Kind beigelegt ist die Fotografie eines Jungen. Nichts lässt auf die leiblichen Eltern schließen. Im Anschluss lernt man die Familie Rovira kennen. Dominiert von dem selbstbewussten, dominanten Dr. Darius Rovira. Er stammt aus bescheidenen Verhältnissen, will daran aber nicht erinnert werden und ist stolz jetzt richtiger Arzt zu sein. Unter seiner Selbstsucht leidet nicht nur seine Ehefrau, sondern auch sein Sohn….
Dieses Buch liest sich recht schnell durch. Allerdings hat die Autorin für meinen Geschmack versucht in diesen Roman zu viele Themen zu bedienen. Da geht es von der Kunst, über Baustil, über Medizin, über Unruhen beim Aufbau der spanischen Demokratie, bis hin zu den Kriegsauswirkungen. Dabei kommen die Probleme der Hauptfiguren nicht so stark zu Ausdruck und die Dramatik der Geschichte leidet in meinen Augen darunter.
Von mir gibt es daher nur 3 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 06.09.2020

wunderbar ausgearbeitete Charaktere, die man lieben muss!

Schicksalhafte Zeiten
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Berlin 1942: Der Krieg hat den drei Freundinnen unterschiedliche Wege aufgezwungen. Edith ist mit ihrem Mann und ihren Kindern in Zürich ausgewandert. Zum Glück, denn als Jüdin hier in Deutschland würde ...

Berlin 1942: Der Krieg hat den drei Freundinnen unterschiedliche Wege aufgezwungen. Edith ist mit ihrem Mann und ihren Kindern in Zürich ausgewandert. Zum Glück, denn als Jüdin hier in Deutschland würde sie nur eins erwarten – der sichere Tod. Luise arbeitet als Hebamme in der Neuköllner Frauenklinik. Einer Klinik, die von Benno Ottokow geleitet wird. Einem der Naziideologie treu dienenden Arzt. Auch wenn Luise das Unrecht, was an der Klinik geschieht erkennt, so muss sie doch sehr vorsichtig sein. Keiner darf ihre humane Gesinnung und ihren Widerwillen gegen diese Unmenschlichkeit erkennen, das würde auch für sie das Todesurteil bedeuten. Darum kommt sie sich auch oft so hilflos und machtlos vor. Margot hat in meinen Augen den schwersten Arbeitsplatz gewählt. Sie arbeitet als Hebamme im Zuchthaus, begleitet Schwangeren bis zur Geburt, um sie danach nach Plötzensee zur Vollstreckung ihrer Todesurteile abzugeben. Einfach grausam und das macht Martha auch stark zu schaffen.
Mich hat dieses Buch wieder wunderbar unterhalten. Diese drei Frauen, eigentlich sind es ja viel mehr, wenn ich da an Johanna, Elfi, Christa …. denke, haben so ein großes Herz. Schon allein diese liebevoll aus der fernen Schweiz von Edith an ihre in Deutschland verbliebenen Freundinnen zeigt, wie innig ihre Beziehung trotz der räumlichen Trennung noch immer ist.
Der Autorin ist es sehr gut gelungen die Atmosphäre während der Bombardierungen, die fast tägliche Flucht in die Schutzräume und die Not der Bevölkerung dem Leser zu vermitteln. Da ist man beim Lesen doch froh, dass man solche Zeiten nicht miterleben musste. Für mich ist dies eine sehr gelungene, emotional aufwühlende Fortsetzung der Hebammensaga und ich freue mich schon auf den nächsten Teil. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne.

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