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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.09.2025

Uneingeschränkte Leseempfehlung

Im Kopf des Bösen – Der Happy Face Killer
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Die Autoren machen es dem Leser leicht, auch wenn man die vorherigen Bände nicht gelesen hat, einzusteigen. Schließlich sind es immer abgeschlossene Fälle, die Sophie und Leonhard gemeinsam lösen. Auch ...

Die Autoren machen es dem Leser leicht, auch wenn man die vorherigen Bände nicht gelesen hat, einzusteigen. Schließlich sind es immer abgeschlossene Fälle, die Sophie und Leonhard gemeinsam lösen. Auch wenn ich die ersten beiden Bände von Im Kopf des Bösen gelesen habe, fand ich es als Auffrischung sinnvoll Sophies Eigenheiten nochmal vor Augen geführt zu bekommen. Einfach zu nehmen, so ganz ohne Emotionen zu zeigen und körperliche Nähe nicht zuzulassen, ist Sophie sicher nicht. Aber in mir verdichtet sich immer mehr die Hoffnung und der Wunsch, dass Leonhard und Sophie ein Paar werden. Als Team beim Profiling klappt das jedenfalls immer besser. Da reichen kleine Gesten bereits zur Verständigung aus.
Am Anfang konnte ich die Kapitel in denen es um Axel Sauer, den Journalisten des Westerboten, ging nicht einordnen, fand seine Gedanken bezüglich seiner beruflichen Ziele nicht sehr interessant, was sich dann jedoch massiv geändert hat. Wer ahnt denn am Anfang bereits welch große Rolle, positiv wie negativ, er in den weiteren Ermittlungen einnimmt. Während Sophie und Leonhard die Bremer Kollegen mit ihren Erfahrungen bei der Suche nach dem Täter zur Seite stehen, hat mich Sophie, so schräg sie auch wieder im Umgang ist, mit ihrer Fähigkeit Zusammenhänge zu sehen, Verhalten zu bewerten und mit ihrer schnellen Auffassungsgabe wie auch ihr brillantes Gedächtnis wieder voll überzeugt.
Ich fand es von den Autoren sehr gut beschrieben und entwickelt, wie der Serienkiller sich selbst sieht, wie er seine Taten bewertet und sich dabei selbst etwas vormacht. Jedoch ist er in diesem 3. Band der Reihe nicht der einzige Schuldige, was die Lösung des Falls nicht unbedingt leichter macht, mir aber zusätzliche Spannung gebracht hat. Von mir gibt’s 4,5 Lese-Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 25.08.2025

gelungener Auftakt

Der Trailer
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In Camp Donkerbloem, einem einsam gelegenen Campingplatz in den Ardennen, ist vor fast 15 Jahren Lisa Martin das letzte Mal lebend gesehen worden. Bisher gibt es keine weitere Spur von ihr – weder tot ...

In Camp Donkerbloem, einem einsam gelegenen Campingplatz in den Ardennen, ist vor fast 15 Jahren Lisa Martin das letzte Mal lebend gesehen worden. Bisher gibt es keine weitere Spur von ihr – weder tot noch lebendig. Zwei Menschen mit ganz unterschiedlichen Motiven machen sich auf den Weg in die Ardennen…
Der Autor hat es wieder einmal geschafft, dass ich nach kurzer Zeit in seinem neuen Thriller abgetaucht bin. Es gefällt mir wie er, ich nenne es einfach mal Schleifen zieht. Soll heißen, man lernt die Figuren im Hier und Jetzt kennen und später dann erfährt man mehr über ihr bisheriges Leben, kann mitunter dadurch ihr jetziges Verhalten besser verstehen, erkennt Zusammenhänge.
Es gibt zwei Figuren, die mir besonders gefallen haben. Eine ist Frieda Stahnke, die suspendierte Polizistin, die zwar nicht ermitteln darf, aber trotzdem ihrem Bauchgefühl folgt. Wie engagiert, manchmal sogar spitzfindig sie ihr Ziel verfolgt, hat mich beeindruckt. Die andere Figur ist Wout Meertens, der Besitzer des Golden Diamant, einer heruntergekommenen Bar in Köln. Polizeilich ist er seit Jahren bekannt und noch immer in dunkle Geschäfte verwickelt, trotzdem ist er mir nicht unsympathisch gewesen. Nach außen hin der harte Kerl, ist er beim Umgang mit Freunden fast schon selbstlos. Natürlich würde er das nie offen zugeben.
Insgesamt betrachtet habe ich mich mit diesem Thriller um den bereits 15 Jahre zurückliegenden Vermisstenfall wunderbar spannend unterhalten gefühlt, denn durch Friedas Recherchen entwickelt sich dieser Cold-Case zum brodelnden Fass.
Somit gibt’s von mir 5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 24.08.2025

sehr wortgewaltig, konnte mich nicht überzeugen

Bittersüß
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Charlie hat es endlich geschafft. Sie hat einen Job beim Londoner Verlag Winden & Shane der ihr Spaß macht und in Eddy und Ophelia zwei gute Freunde gefunden mit denen sie ihre Freizeit verbringt. Was ...

Charlie hat es endlich geschafft. Sie hat einen Job beim Londoner Verlag Winden & Shane der ihr Spaß macht und in Eddy und Ophelia zwei gute Freunde gefunden mit denen sie ihre Freizeit verbringt. Was ihr an der Arbeit als Assistentin beim Verlag am Besten gefällt ist, dass es der Verlag ist, der die Bücher des preisgekrönten Autors Richard Aveling vertreibt. Für dessen Bücher begeisterte sich bereits ihre Mutter, die sie im Alter von 16 Jahren verloren hat. Auch Charlie hat alle seine Bücher Charlie nicht nur einmal gelesen. Bei den Vorbereitungen der Herausgabe seines neuen Buchs lernt sie ihn nun endlich persönlich kennen…
Ich habe mich immer gefragt, was Charlie in Richard Aveling sieht. Den gefeierten Star, die Vaterfigur oder sucht sie Selbstbestätigung darin, dass dieser gestandene, wesentlich ältere Mann Interesse an ihr zeigt? Sie geht mit ihm eine Liebesbeziehung ein. Eine Liebe unter Ausschluss der Öffentlichkeit, denn er ist verheiratet und seine Affäre wäre nicht nur imageschädigend, sondern würde auch seine Ehe gefährden. Mit anderen Worten, es ist eine toxische Beziehung unter der Charlie nicht nur von ihren wenigen Freunden isoliert wird. Sie wird auch immer wieder von Selbstzweifeln und depressiven Phasen eingeholt. Charlies Kampf für den Erhalt der Beziehung, ihr Weg bis zur Selbstaufgabe wird im Buch sehr ausführlich, in meinen Augen zu ausführlich, beschrieben. Es war abzusehen, wie die Beziehung sich entwickelt und daher gebe ich nur 3 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 23.08.2025

Jans Team kämpft an drei Fronten – spannend

Der Soldat
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In einer seit Jahren leerstehenden Papierfabrik wird bei einem Brand der Torso eines Mannes entdeckt. Seine Identität ist schnell festgestellt, da der Täter scheinbar die Nerven verloren hat und dessen ...

In einer seit Jahren leerstehenden Papierfabrik wird bei einem Brand der Torso eines Mannes entdeckt. Seine Identität ist schnell festgestellt, da der Täter scheinbar die Nerven verloren hat und dessen Papiere am Tatort liegenlassen hat. Verdächtigt wird der US-Soldat, Staff Sergeant Colin Myers, der sich nach einem Unfall während seines Auslandseinsatzes im Irak im Militärkrankenhaus Landstuhl behandelt wurde und von dort aber geflohen ist.
Es sind schlechte Voraussetzung für die Ermittlung und auch für die Profilerstellung des Täters. Denn der Mord ist in Deutschland verübt worden, für die Mordermittlung somit die deutschen Kriminalbeamten zuständig, jedoch verweigern die Amerikaner eine offene Zusammenarbeit. Für die Ermittlung wie auch für die Erstellung eines Täterprofils wichtigen Informationen zum Tatverdächtigen, bisheriger Lebensweg, Freunde innerhalb der Armee, Vorkommnisse bei seinen Einsätzen usw., werden als Militärgeheimnisse von den Amerikanern zurückgehalten. Wen wundert es, dass Jan da die Nerven verliert und mit den amerikanischen Militärermittlern aneinandergerät. Bei dem Schlafabtausch zwischen Warrant Officer Jason Murphy und Jan Theurer ist selbst mir fast der Kragen geplatzt. Selbst als eine weitere Leiche gefunden wird, gibt es kein Einlenken. Es war spannend zu Lesen wie hier Testosteron die Diskussion aufgeheizt hat. Ganz anders dagegen verhalten sich Lisa und Warrant Officer Kelly Simmons.
Als wäre das nicht genug, hat jeder in Jans Team auch seine eigenen Probleme. Mit den Aufgaben und dem Arbeitspensum in der zentralen OPE-Einheit kommen die Teammitglieder langsam aber sicher an ihre Grenzen. Ein Privatleben ist kaum mehr darstellbar. Einzig Oliver, der IT-Spezi, scheint für sich und seinen Partner eine Lösung gefunden zu haben. Zudem hat Jan auch noch immer stark mit seinen Selbstzweifeln bezüglich seiner dunklen Seite zu kämpfen. Anfangs konnte ich die nicht richtig einordnen, aber schlussendlich ist es dem Autor gelungen, mir Jans innere Zerrissenheit wie auch von den Erfolgen seiner Therapiestunden zu überzeugen. Zum Ende pusht der Autor die Spannung nochmal richtig an, was nicht nur an der überraschenden Entwicklung lag, sondern auch der lebensgefährlichen Lage der beiden amerikanischen Ermittler geschuldet ist. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 22.08.2025

eindrucksvoll und sehr persönlich

Biarritz
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Die Autorin hat im Buch das Auf und Ab des Lebens von Hanna geschildert. Wie ihre Mutter sie allein versucht hat großzuziehen und ihr eine schöne Kindheit zu bieten, auch wenn das Geld immer knapp war. ...

Die Autorin hat im Buch das Auf und Ab des Lebens von Hanna geschildert. Wie ihre Mutter sie allein versucht hat großzuziehen und ihr eine schöne Kindheit zu bieten, auch wenn das Geld immer knapp war. Wie Emmi ihren Liebestraum begraben musste. Wie sie ihre Freundschaft mit Marianne Kirschbaum und die gemeinsamen Reisen mit ihr nach Biarritz genossen hat, waren sehr unterhaltsam. Die Autorin geht bei den Beschreibungen nicht chronologisch vor, ich habe es eher wie ein dahinplätschern in Erinnerungen empfunden, ein auf und ab von Wellen. Es hat mir gut gefallen, weil sich schlussendlich der Kreis des Lebens von Marianne und Emmi, die nun beide am Lebensabend gemeinsam im gleichen Pflegeheim wohnen, schließt. Was hier über Hannas Leben, die sich bereits mit 11 Jahren um den demenzkranken Vater kümmern musste und damit völlig überfordert war, deckt sich inhaltlich stark mit dem Inhalt von Andrea Sawatzkis 2023 erschienenem Buch „Brunnenstraße“, nur dass hier der Focus mehr auf der Beziehung Mutter-Tochter liegt. Das hat aber meinen Hörgenuss nicht negativ beeinflusst, weil die Autorin, gleichzeitig Sprecherin des Hörbuchs, mich trotzdem einfangen konnte. Wie Hannas kindliche Angst bei der Betreuung des dementen Vaters, die von Hilflosigkeit gekennzeichnet ist und dann wegen ihrer Ohnmacht in Wut umschlägt, konnte ich absolut nachvollziehen und verstehen. Auch Hannas Zweifel zur Beziehung zu ihrer Mutter, lassen sie als selbstkritischen und empathischen Menschen erscheinen. Die Liebe zur Mutter wird deutlich.
Mit ihrer Stimme schaffte es die Autorin mich in das Hörbuch und die Geschichte von Hanna eintauchen zu lassen. Von mir gibt’s 4 Lese-Sterne.

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