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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.04.2021

Macht Lust auf Meer

Meer Momente wie dieser
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Mit ihrem neuen Roman entführt Svenja Lassen uns (mal wieder) an die schöne Nordsee. 2 Wochen Urlaub auf Sylt: Was für viele wie ein Traumurlaub klingt, ist für Sina eher beängstigend. Vor allem, als ihre ...

Mit ihrem neuen Roman entführt Svenja Lassen uns (mal wieder) an die schöne Nordsee. 2 Wochen Urlaub auf Sylt: Was für viele wie ein Traumurlaub klingt, ist für Sina eher beängstigend. Vor allem, als ihre Freundin Amelie kurzfristig absagt und sie die Reise allein antreten muss. Mit Hamster im Gepäck. Kaum auf der Insel angekommen, trifft sie am Bahnhof ihre Jugendliebe Michael wieder, der sie damals in der Oberstufe einfach kalt abserviert hat. Als wäre das noch nicht schlimm genug, entpuppt sich ihr Ferienhaus auch noch als Mogelpackung: Ihre Freundin hat für sie lediglich ein Zimmer gebucht – im Haus von Ben, einem völlig Fremden! Sina steht kurz davor, das Handtuch zu werfen und wieder nach Hause zu fahren. Doch dann entscheidet sie sich, zu bleiben. Schließlich möchte sie sich und ihren Freunden beweisen, dass sie sich sehr wohl auch ins Abenteuer stürzen kann. Also beschließt sie, Amelies Liste mit Meer-Momenten abzuarbeiten. Surferboy Ben entpuppt sich dabei als große Hilfe – und bringt Sinas Herz dabei ganz schön aus dem Takt....

Schon das Cover von „Meer Momente wie dieser“ lässt Urlaubsgefühle aufkommen. Auch der Schreibstil von Svenja Lassen ist locker-flockig wie gewohnt. Die Geschichte um Sina und Ben hat mir sehr gut gefallen und die tollen Beschreibungen von Sylt sorgen für Fernweh. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und habe ihn an einem Stück durchgelesen. Hier stimmt einfach alles: Ein tolles Setting, authentische Figuren und große Gefühle. Mit „Meer Momente wie dieser“ ist Svenja Lassen wirklich wieder ein wunderbarer Wohlfühlroman gelungen. Am Ende fühlte ich mich selbst wie frisch verliebt... Einfach schön!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.03.2021

Interessante Geschichtsstunde

Geteilte Träume
1

Die 18-jährige Ingke fällt aus allen Wolken, als sie durch Zufall erfährt, dass sie nicht die leibliche Tochter ihrer Ärzte-Eltern ist. Sie wurde ihre Mutter weggenommen, weil diese einen Fluchtversuch ...

Die 18-jährige Ingke fällt aus allen Wolken, als sie durch Zufall erfährt, dass sie nicht die leibliche Tochter ihrer Ärzte-Eltern ist. Sie wurde ihre Mutter weggenommen, weil diese einen Fluchtversuch aus der DDR unternommen hatte. Auf der Suche nach Antworten zu ihrer wahren Herkunft kann sie aber weiterhin auf die Hilfe ihrer Adoptivfamilie zählen. Und lernt so viel über die DDR und dass fast jeder ihrer Verwandten ein Päckchen mit sich herum trägt.
Mit „Geteilte Träume“ hat Ulla Mothes einen spannenden Familienroman geschrieben, der viele interessante Einblicke in das Leben der DDR und dem Nachkriegsdeutschland gibt. Mit der Hauptprotagonistin Ingke bin ich zwar bis zum Schluss nicht 100 Prozent warm geworden, doch der Roman steckt voller interessanter Charaktere, die mir beim Lesen ans Herz gewachsen sind. Anfangs fiel es mir nicht leicht, bei der Fülle an Figuren den Überblick zu behalten. Auf den letzten Seiten des Buches findet sich aber ein Stammbaum, der hilft Die Erlebnisse einiger Figuren sind teilweise erschütternd und regen zum Nachdenken an. Sicherlich hat es all diese Dinge und Verbrechen durch die Stasi gegeben, dennoch hatte ich den Eindruck, dass das Bild der DDR recht einseitig negativ dargestellt wurde. Zumindest meine Verwandten, die diese Zeit noch selbst erlebt haben, verbinden eher positive Erinnerungen mit ihrem Leben dort. Doch das hängt sicher auch von den Erfahrungen ab, die man damals so gemacht hat. Die Autorin nutzt verschiedene Zeitebenen in ihrem Roman, was mir persönlich gut gefällt und für Spannung sorgt. Was mir auch sehr gut gefiel, war der familiäre Zusammenhalt, zumindest, was die Beerenhainer Familie angeht.

Alles in allem hat mir „Geteilte Träume“ sehr gut gefallen und Lust gemacht auf weitere Bücher, die sich um das Leben in der DDR drehen. Wer sich für Familiendramen mit historischem Hintergrund interessiert, sollte hier zugreifen.

  • Cover
  • Charaktere
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Thema
Veröffentlicht am 08.11.2020

Leichte Lektüre, die für Fernweh sorgt

Cornwall für immer
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15 Jahre ist es her, seit Grace ihre große Liebe Preston verloren hat. Während sie in dem verträumten Heimatort St. Agnes blieb, floh Preston nach der Trennung in die Stadt. Doch der Geburtstag seiner ...

15 Jahre ist es her, seit Grace ihre große Liebe Preston verloren hat. Während sie in dem verträumten Heimatort St. Agnes blieb, floh Preston nach der Trennung in die Stadt. Doch der Geburtstag seiner Mutter, eine kuppelnde Cousine und das Schicksal sorgen dafür, dass Preston wieder längere Zeit nach Hause kommt, obwohl sich alles in ihm dagegen sträubt. Denn auch er ist noch nicht über Grace hinweg. Nur kann ihm Grace auch nach all dieser Zeit unmöglich den wahren Grund ihrer Trennung verraten. Doch Preston scheint auch jetzt nicht bereit zu sein, ihr zu verzeihen. Nur hat er nicht damit gerechnet, dass Grace noch dieselben Gefühle in ihm wachruft wie früher...

»Cornwall für immer« ist die Fortsetzung von »Cornwall für Anfänger«; beide Bücher sind in sich abgeschlossen und können unabhängig voneinander gelesen werden.
Die Geschichte ist im auktorialen Erzählstil geschrieben. So erfährt man etwas von den Gedanken beider Hauptprotagonisten, was ich sehr spannend finde. Auch das Cover ist wieder erfrischend und farbenfroh. Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen. Grace finde ich sehr sympathisch; sie arbeitet ihm örtlichen Schönheitssalon, obwohl sie eigentlich immer davon träumte, Innenarchitektin zu werden. Doch die Krankheit ihrer Mutter machte ihre Träume zunichte, da sie sich um sie kümmerte und sie bis zu ihrem Tod gepflegt hat. Sie ist beliebt und hat vor allem in Anne und Prestons Mutter gute Freunde. Dennoch fühlt sie sich einsam, da sie seit der Trennung nie wieder mit einem Mann zusammen war. Preston hingegen lässt nichts anbrennen und stürzt sich von einer bedeutungslosen Affäre in die andere. Erst, als er Grace wieder begegnet, gerät seine Welt ins Wanken.
Achtung, Spoiler: In den Szenen mit Grace und Preston kann man das Knistern förmlich spüren. Auch, wenn sie sich anfangs abwehrend verhalten. Irgendwann überkommt die beiden aber doch wieder die alte Leidenschaft. Karin Lindberg versteht es wirklich, prickelnde Liebesszenen zu schreiben. Die Figuren sind fein ausgearbeitet. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit Anne und Vincent, was mich sehr gefreut hat. Es machte Spaß, mit Grace und Preston mitzufiebern.
Fazit: Cornwall für immer hat mir ein kurzweiliges Lesevergnügen beschert und macht Lust auf mehr.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.09.2020

Nett für zwischendurch

Weil alles jetzt beginnt
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Evvie möchte sich von ihrem Mann trennen und packt gerade die Koffer in den Wagen, als sie die Nachricht von seinem Tod erhält. Jetzt wird sie von allen für eine trauernde Witwe gehalten, da sie niemandem, ...

Evvie möchte sich von ihrem Mann trennen und packt gerade die Koffer in den Wagen, als sie die Nachricht von seinem Tod erhält. Jetzt wird sie von allen für eine trauernde Witwe gehalten, da sie niemandem, nicht einmal ihrem besten Freund Andy, je erzählt hat, was für ein narzisstischer Tyrann ihr Mann war. Dann tritt Dean in ihr Leben: Der ehemalige Baseballstar leidet unter seinem plötzlichen Karriere-Aus und mietet sich bei Evvie ein, um ein bisschen Ruhe vor der New Yorker Presse zu haben. Beide sind sich einig: Deans Karriere und Evvies Ehe sind Tabuthemen. Allerdings dauert es nicht sehr lange, bis sie die Regel brechen...

Das Buch ist im personalen Erzählstil geschrieben und beschriebt sowohl Evvies als auch Deans Sicht der Dinge. Der Schreibstil der Autorin liest sich meiner Meinung nach leicht und flüssig. Die Geschichte ist in vier grobe Abschnitte eingeteilt, beginnend mit dem Herbst, Winter, Frühling und Sommer. Die Figuren finde ich sympathisch, obwohl Evvie mir teilweise zu aufdringlich war; sie mischt sich gerne ungefragt in anderer Leute Leben ein. Auch die Nebenfiguren sind gut gezeichnet, allen voran Evvies alleinerziehender bester Freund Andy.
Die Beziehung zwischen den beiden Hauptprotagonisten baut sich sehr langsam und zaghaft auf, was ich als ganz angenehm empfand. Beide Figuren tragen einigen Ballast mit sich herum, den sie jeder für sich im Laufe der Story aufarbeiten. Es ist keine klassische Liebesgeschichte, aber dafür eine recht realistische, wie ich finde. Es geht um zwei Menschen, die mit ihrer Vergangenheit fertig werden bzw. mit diese abschließen müssen, bevor sie einen Neuanfang wagen können. Besonders Evvie macht im Laufe der Handlung eine starke Entwicklung durch, was mir gut gefallen hat. Allerdings habe ich so manche ihrer Handlungsweisen nicht ganz nachvollziehen können.

Insgesamt passiert nicht so wahnsinnig viel, es gibt kaum wahre Höhepunkte oder Wendungen. Das Ende ist (Achtung, Spoiler) nicht so romantisch, wie man es vielleicht von anderen Liebesgeschichten her kennt und hat mich teilweise etwas enttäuscht. Überhaupt waren die Zeitsprünge im Buch nicht immer ganz nachvollziehbar, das Ende erschien mir etwas erzwungen.
Insgesamt hat mir »Weil alles jetzt beginnt« ein paar nette Lesestunden beschert, allerdings hat mir das Prickeln zwischen den Hauptprotagonisten ein bisschen gefehlt. Für zwischendurch aber ganz nett.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 09.05.2020

Geschichte mit Luft nach oben.

I kissed the Boss
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Schock für Sina: Auf einer Firmenfeier wird der neue Geschäftsführer vorgestellt, der sich ausgerechnet als ihre Jugendliebe Leo entpuppt! Obwohl die beiden sich seit Jahren nicht gesehen haben, kommen ...

Schock für Sina: Auf einer Firmenfeier wird der neue Geschäftsführer vorgestellt, der sich ausgerechnet als ihre Jugendliebe Leo entpuppt! Obwohl die beiden sich seit Jahren nicht gesehen haben, kommen sofort die alten Gefühle wieder in ihr auf. Ein Wechselbad der Gefühle beginnt, denn abgesehen davon, dass der attraktive Leo kein Typ für feste Beziehungen ist, ist Sina seit ein paar Jahren glücklich verheiratet...

Das Cover und der Klappentext von „I kissed the boss“ haben mich schon sehr angesprochen. Auch wenn die Idee Frau verliebt sich in ihren attraktiven Chef nicht neu ist, birgt sie doch immer wieder großes Knisterpotenzial.

Die Geschichte wird aus Sicht der Protagonistin erzählt und konnte mich leider nicht richtig überzeugen. Zum Einen, weil der Schreibstil auf mich sehr hektisch bzw. gehetzt wird. Für kaum eine Szene lässt sich die Autorin wirklich Zeit. Während man auf der einen Seite zum Beispiel noch in Le Mans ist, ist das Ereignis auf der nächsten Seite auch schon wieder abgehakt. Dieses von Szene zu Szene springen zieht sich durch die ganze Geschichte, was auch dazu geführt hat, dass ich zu den Nebenfiguren keine richtige „Beziehung“ aufbauen konnte.

Was mich auch extrem gestört hat, ist die Charakterschwäche von Sina. Achtung, Spoiler: Dass sie ihren Mann betrügt, ist eine Sache. Was mich mehr störte, war ihre mangelnde Selbstdisziplin gegenüber Leo. Obwohl sie sich immer wieder vornahm, ihm nur professionell zu begegnen, hat er sie doch ohne große Anstrengung immer wieder schwach gekriegt. Oft ist sie ihm hinterher gelaufen (bzw. geflogen) und hat sich (in meinen Augen) angebiedert. Mal beschimpft sie ihn übel, eine Seite später bringt er sie allein durch seinen Blick doch wieder zum Schmelzen. Teilweise fand ich ihr Verhalten zum Fremdschämen.
Nicht falsch verstehen: Es geht nicht darum, dass sie sich in Leo verliebt, obwohl sie eigentlich verheiratet ist. Aber ein wenig mehr Selbstachtung hätte dem Charakter gut getan. Gerade bei Liebesgeschichten finde ich es wichtig, dass sich die Charaktere auf Augenhöhe begegnen, was die emotionale Stärke anbelangt. Sina ist allerdings ziemlich schwach. Abgesehen davon habe ich auch Leo nicht als besonders sympathisch und liebenswert empfunden und mich die ganze Zeit gefragt, was genau an ihm nun so anziehend ist.

Den Figuren fehlt es meiner Meinung nach an Tiefe. Das Ende kam dann für mich auch ziemlich abrupt. Insgesamt finde ich die Geschichte sehr durchwachsen. Ich hätte mir vor allem eine stärkere und emanzipierte Heldin gewünscht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere