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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.09.2020

Nett für zwischendurch

Weil alles jetzt beginnt
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Evvie möchte sich von ihrem Mann trennen und packt gerade die Koffer in den Wagen, als sie die Nachricht von seinem Tod erhält. Jetzt wird sie von allen für eine trauernde Witwe gehalten, da sie niemandem, ...

Evvie möchte sich von ihrem Mann trennen und packt gerade die Koffer in den Wagen, als sie die Nachricht von seinem Tod erhält. Jetzt wird sie von allen für eine trauernde Witwe gehalten, da sie niemandem, nicht einmal ihrem besten Freund Andy, je erzählt hat, was für ein narzisstischer Tyrann ihr Mann war. Dann tritt Dean in ihr Leben: Der ehemalige Baseballstar leidet unter seinem plötzlichen Karriere-Aus und mietet sich bei Evvie ein, um ein bisschen Ruhe vor der New Yorker Presse zu haben. Beide sind sich einig: Deans Karriere und Evvies Ehe sind Tabuthemen. Allerdings dauert es nicht sehr lange, bis sie die Regel brechen...

Das Buch ist im personalen Erzählstil geschrieben und beschriebt sowohl Evvies als auch Deans Sicht der Dinge. Der Schreibstil der Autorin liest sich meiner Meinung nach leicht und flüssig. Die Geschichte ist in vier grobe Abschnitte eingeteilt, beginnend mit dem Herbst, Winter, Frühling und Sommer. Die Figuren finde ich sympathisch, obwohl Evvie mir teilweise zu aufdringlich war; sie mischt sich gerne ungefragt in anderer Leute Leben ein. Auch die Nebenfiguren sind gut gezeichnet, allen voran Evvies alleinerziehender bester Freund Andy.
Die Beziehung zwischen den beiden Hauptprotagonisten baut sich sehr langsam und zaghaft auf, was ich als ganz angenehm empfand. Beide Figuren tragen einigen Ballast mit sich herum, den sie jeder für sich im Laufe der Story aufarbeiten. Es ist keine klassische Liebesgeschichte, aber dafür eine recht realistische, wie ich finde. Es geht um zwei Menschen, die mit ihrer Vergangenheit fertig werden bzw. mit diese abschließen müssen, bevor sie einen Neuanfang wagen können. Besonders Evvie macht im Laufe der Handlung eine starke Entwicklung durch, was mir gut gefallen hat. Allerdings habe ich so manche ihrer Handlungsweisen nicht ganz nachvollziehen können.

Insgesamt passiert nicht so wahnsinnig viel, es gibt kaum wahre Höhepunkte oder Wendungen. Das Ende ist (Achtung, Spoiler) nicht so romantisch, wie man es vielleicht von anderen Liebesgeschichten her kennt und hat mich teilweise etwas enttäuscht. Überhaupt waren die Zeitsprünge im Buch nicht immer ganz nachvollziehbar, das Ende erschien mir etwas erzwungen.
Insgesamt hat mir »Weil alles jetzt beginnt« ein paar nette Lesestunden beschert, allerdings hat mir das Prickeln zwischen den Hauptprotagonisten ein bisschen gefehlt. Für zwischendurch aber ganz nett.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 09.05.2020

Geschichte mit Luft nach oben.

I kissed the Boss
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Schock für Sina: Auf einer Firmenfeier wird der neue Geschäftsführer vorgestellt, der sich ausgerechnet als ihre Jugendliebe Leo entpuppt! Obwohl die beiden sich seit Jahren nicht gesehen haben, kommen ...

Schock für Sina: Auf einer Firmenfeier wird der neue Geschäftsführer vorgestellt, der sich ausgerechnet als ihre Jugendliebe Leo entpuppt! Obwohl die beiden sich seit Jahren nicht gesehen haben, kommen sofort die alten Gefühle wieder in ihr auf. Ein Wechselbad der Gefühle beginnt, denn abgesehen davon, dass der attraktive Leo kein Typ für feste Beziehungen ist, ist Sina seit ein paar Jahren glücklich verheiratet...

Das Cover und der Klappentext von „I kissed the boss“ haben mich schon sehr angesprochen. Auch wenn die Idee Frau verliebt sich in ihren attraktiven Chef nicht neu ist, birgt sie doch immer wieder großes Knisterpotenzial.

Die Geschichte wird aus Sicht der Protagonistin erzählt und konnte mich leider nicht richtig überzeugen. Zum Einen, weil der Schreibstil auf mich sehr hektisch bzw. gehetzt wird. Für kaum eine Szene lässt sich die Autorin wirklich Zeit. Während man auf der einen Seite zum Beispiel noch in Le Mans ist, ist das Ereignis auf der nächsten Seite auch schon wieder abgehakt. Dieses von Szene zu Szene springen zieht sich durch die ganze Geschichte, was auch dazu geführt hat, dass ich zu den Nebenfiguren keine richtige „Beziehung“ aufbauen konnte.

Was mich auch extrem gestört hat, ist die Charakterschwäche von Sina. Achtung, Spoiler: Dass sie ihren Mann betrügt, ist eine Sache. Was mich mehr störte, war ihre mangelnde Selbstdisziplin gegenüber Leo. Obwohl sie sich immer wieder vornahm, ihm nur professionell zu begegnen, hat er sie doch ohne große Anstrengung immer wieder schwach gekriegt. Oft ist sie ihm hinterher gelaufen (bzw. geflogen) und hat sich (in meinen Augen) angebiedert. Mal beschimpft sie ihn übel, eine Seite später bringt er sie allein durch seinen Blick doch wieder zum Schmelzen. Teilweise fand ich ihr Verhalten zum Fremdschämen.
Nicht falsch verstehen: Es geht nicht darum, dass sie sich in Leo verliebt, obwohl sie eigentlich verheiratet ist. Aber ein wenig mehr Selbstachtung hätte dem Charakter gut getan. Gerade bei Liebesgeschichten finde ich es wichtig, dass sich die Charaktere auf Augenhöhe begegnen, was die emotionale Stärke anbelangt. Sina ist allerdings ziemlich schwach. Abgesehen davon habe ich auch Leo nicht als besonders sympathisch und liebenswert empfunden und mich die ganze Zeit gefragt, was genau an ihm nun so anziehend ist.

Den Figuren fehlt es meiner Meinung nach an Tiefe. Das Ende kam dann für mich auch ziemlich abrupt. Insgesamt finde ich die Geschichte sehr durchwachsen. Ich hätte mir vor allem eine stärkere und emanzipierte Heldin gewünscht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.05.2020

Witziger Roman mit Herz.

Konfetti im Herz
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Anne Hansen ist Mitte 30, Lehrerin, Mutter dreier Kinder und wütend: Ihr Noch-Ehemann Alex bittet sie ausgerechnet an ihrem Hochzeitstag um die Scheidung, weil seine Freundin und ehemalige Affäre ein Kind ...

Anne Hansen ist Mitte 30, Lehrerin, Mutter dreier Kinder und wütend: Ihr Noch-Ehemann Alex bittet sie ausgerechnet an ihrem Hochzeitstag um die Scheidung, weil seine Freundin und ehemalige Affäre ein Kind erwartet und er sie heiraten möchte. Und damit nicht genug: Obendrein ist sie gezwungen, aus dem ehemals gemeinsamen Haus auszuziehen und für sich und die Kinder eine neue Bleibe zu suchen. Zum Glück hat sie tolle Freunde, die ihr in dieser schwierigen Situation zur Seite stehen. Für Ablenkung sorgt außerdem auch ihr Referendar Hannes, Ende 20 und sehr an Anne interessiert. Aber auch ihr Nachbar Tom, Besitzer des angesagten Restaurants „Pauls“, erweckt ihr Interesse. Und stürzt sie damit ins Liebeschaos, das sie eigentlich gar nicht gebrauchen kann, denn schließlich ist ihr Leben als alleinerziehende und berufstätige Mutter schon turbulent genug. Wird sie trotzdem ihr Herz wieder an einen Mann verlieren?
„Konfetti im Herz“ ist mein erster Roman von Christina Beuther. Das Cover und der Klappentext haben mich sehr angesprochen und neugierig gemacht. Die Geschichte wird aus der Perspektive der Protagonistin Anne erzählt, sodass man sich leicht in die Geschichte hinein findet. Zu Beginn der Geschichte sieht es wirklich düster für sie aus. Ihr Noch-Mann ist egoistischer Unsympath und man leidet richtig mit ihr mit. Da er aber trotz allem ein guter Vater für die drei gemeinsamen Kinder ist, muss sie irgendwie weiter mit ihm auskommen. Ich denke, dieses Dilemma besteht sicher bei einigen getrennten Elternpaaren, und ich finde, die Autorin hat die Gefühlslage der Protagonistin sehr authentisch beschrieben. Zum Glück hat sie neben ihren Freundinnen auch ihre drei tollen Kinder, die für manche witzige Szene sorgen. Mütter finden sich an der ein oder anderen Stelle sicherlich wieder.
Dann treten bald schon zwei Männer in ihr Leben, die ihr Herz ordentlich zum Klopfen bringen: Ihr Referendar Hannes ist 27 und flirtet mit Anne, was das Zeug hält. Sie genießt die Aufmerksamkeit, ist aber gleichzeitig unsicher wegen ihres Alters und der komplett unterschiedlichen Lebenswelten, in denen die beiden sich befinden. Da scheint ihr neuer Nachbar Tom doch passender zu sein. Oder doch nicht?
Die Geschichte ist authentisch, hat Humor und tolle Charaktere. Ich habe sehr mit Anne mitgefiebert und es bleibt lange offen, welcher der beiden Männer am Ende das Rennen macht. Neben der Liebesgeschichte ist „Konfetti im Herz“ die Geschichte einer Frau, die in gewisser Weise von vorne anfängt, nicht aufgibt und ihren Alltag als Alleinerziehende meistert. Alles in allem ist „Konfetti im Herz“ eine tolle Wohlfühlgeschichte. Perfekt für laue Sommerabende.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 05.04.2020

Süße Geschichte mit frecher kleiner Heldin

Irmelina Geisterkind - Das Geheimnis der Dorfeiche
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Irmelina ist aufgeregt: Endlich kann sie von zuhause "ausziehen" und als Naturgeist ihr eigenes Reich beschützen. Die Enttäuschung ist groß, als ihr eine alte Eiche zugewiesen wird. Wie langweilig... Statt ...

Irmelina ist aufgeregt: Endlich kann sie von zuhause "ausziehen" und als Naturgeist ihr eigenes Reich beschützen. Die Enttäuschung ist groß, als ihr eine alte Eiche zugewiesen wird. Wie langweilig... Statt auf ihren Baum aufzupassen, erkundet Irmelina lieber die Gegend. Danei trifft sie auf Juna, die gerade Sommerferien hat und sich vor dem neugierigen Nachbarsjungen Moritz versteckt. Zwischen den beiden entwickelt sich eine außergewöhnliche Freundschaft, die eigentlich verboten ist. Denn Naturgeister dürfen sich den Menschen nicht zeigen. Als die Eiche in Gefahr gerät, wird ihre Freundschaft auf die Probe gestellt: Kann Irmelina auf ihre neue Freundin zählen?

Irmelina Geisterkind ist das perfekte Buch für kleine Naturfreunde und Waldwichtel Mein Sohn, 6 Jahre alt, hat das Buch mit Begeisterung gelesen (bzw. vorgelesen bekommen). Das Cover finde ich persönlich schon sehr ansprechend. Neben den schönen Illustrationen (die leider nicht in Farbe sind) sind auch die Charaktäre liebevoll angelegt. V.a. Irmelina kam mit ihrer frechen und neugierigen Art gut an. Mit dem kleinen frechen Naturgeist können sich Kinder sicher gut identifizieren und mitfiebern. Auch Juna schließt man schnell ins Herz. Die Geschichte beginnt eher langsam und ist in einem ruhigen Erzählton geschrieben, was uns aber nicht gestört hat. Erst zum Ende nehmen Spannung und Action etwas zu. Juna und Irmi bei ihren kleinen und großen Abenteuern zu begleiten hat sehr viel Spaß gemacht - und Lust auf den Sommer.

  • Spaß
Veröffentlicht am 05.04.2020

Bilderbuch mit zwei tapferen Helden und toller Botschaft

Max und Mux und der Riesenwunschpilz
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Max und Mux sind die allerbesten Freunde und verbringen jeden Tag gemeinsam. Allerdings sehnen sie sich nach einem kleinen Abenteuer. Ihr Wunsch scheint in Erfüllung zu gehen, als sie eines Tages ein Buch ...

Max und Mux sind die allerbesten Freunde und verbringen jeden Tag gemeinsam. Allerdings sehnen sie sich nach einem kleinen Abenteuer. Ihr Wunsch scheint in Erfüllung zu gehen, als sie eines Tages ein Buch im Wald finden, in dem von einem Riesenwunschpilz die Rede ist. Also machen die zwei Freunde sich auf, den Wunschpilz zu finden und sich einen echten Schatz zu wünschen. Unterwegs treffen sie auf so manche seltsame Wesen wie das Krawuschel und zwei Riesen ...

Das Buch besticht vor allem durch liebevolle und detailreiche Illustrationen. Auf jeder Seite gibt es eine Menge zu entdecken. Die Geschichte dreht sich um die Freundschaft von Max und Mux. Max ist eher der abenteuerlustige Typ, Mux ist eher ein Bücherwurm und etwas ängstlich. Die Figuren sind sehr liebenswert und die Geschichte spannend und altersgerecht erzählt. Ein Bilderbuch mit einer tollen Botschaft und zwei tapferen Helden, die zusammenhalten. Sehr zu empfehlen.

  • Spaß