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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.09.2019

Mal was anderes!

Poet X
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"Poet X" von Elizabeth Acevedo aus dem rowohlt rotfuchs Verlag

Für Xiomara wurde ein dreiminütiges Video über eine Frau, die über ihr Leben spricht, zu einem Geschenk, das ihr einen Schauer durch den ...

"Poet X" von Elizabeth Acevedo aus dem rowohlt rotfuchs Verlag

Für Xiomara wurde ein dreiminütiges Video über eine Frau, die über ihr Leben spricht, zu einem Geschenk, das ihr einen Schauer durch den Körper jagte. Sie hat ihre Art gefunden, sich auszudrücken - das wird ihr klar, sie muss ihre Worte nicht mehr in ihrem Inneren verstecken, verstecken vor allem vor ihrer so strenggläubigen Mutter.
Sie will alle ihre Geheimnisse nach außen tragen, sie will ihre Gefühle nicht mehr verbergen und gründet den Slam-Poetry-Club.

Cover: Bunt und schrill, fällt auf
Schreibstil: Ein ganzes Buch in Poetry Slam, geht da nicht etwas verloren? Kann man da alles so ausdrücken, dass verschiedene Stimmungen entstehen? Oh ja, Elizabeth Avevedo kann das! Die kurzen Texte sind voll Power, mit viel Gefühl - und zum Schluss hatte ich eine Geschichte.

Ich gebe zu, dass ich erst etwas skeptisch war, ob mich Poetry Slam fesseln kann. Ich kannte bisher die kurzen, intensiven, vorgetragenen Texte, aber ein sich aufbauendes Buch? Umso faszinierter bin ich jetzt von dem, was sich in meinem Kopf abgespielt hat. Ich sehe mehr Bilder, denke mehr nach, empfinde mehr, da mir die Texte auch Freiraum dazu geben; und das nach jedem Text.
Manche habe ich schnell gelesen und vergessen, einige habe ich mehrmals lesen müssen - und einige bewegen mich jetzt noch.
Xiomara - die zum kämpfen bereit ist, kämpft sich frei! Von einem Mädchen, das seine Haut zwingt, so dick zu werden wie sie selbst ist (S.11) bis hin zu einer Frau, die ihr Gedicht vorträgt wie ein eingepacktes Präsent, das verschenkt werden soll (S. 343).
Die Beziehung zu ihrer Mutter wird lockerer! Am Anfang fand ich die Mutter unglaublich schrecklich, auch Pater Sean wurde für mich zum "Hassobjekt" mit diesen leeren Worten des Glaubens, diesem Zwang! Ich wurde zum Schluss mit beiden versöhnt und bin froh, die Entwicklung verfolgt zu haben.

Noah T. (16 Jahre)

Veröffentlicht am 13.09.2019

Psychopathisch

Meine wunderbare Frau
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"Meine wunderbare Frau" von Samantha Downing aus dem Goldmann Verlag

Mutter, Vater und zwei Kinder in einer umzäunten Idylle in Hidden Oaks. Sie Immobilienmaklerin, er Tennislehrer, die Kinder im Teenageralter ...

"Meine wunderbare Frau" von Samantha Downing aus dem Goldmann Verlag

Mutter, Vater und zwei Kinder in einer umzäunten Idylle in Hidden Oaks. Sie Immobilienmaklerin, er Tennislehrer, die Kinder im Teenageralter auf einer Privatschule, es könnte alles so idyllisch sein - und doch haben beide Eltern Geheimnisse. Geheimnisse zusammen und jeder vor dem anderen.
Wenn sie alleine sind, besprechen sie, wie sie junge Frauen auswählen und ermorden. Wir werden mitgenommen, wenn "Tobias" die passende Frau sucht und erfahren, wie Millicent diese übernimmt.
Natürlich bleiben die Morde nicht verborgen und so machen sich Presse und Polizei auf die Suche nach dem Mörder.

Cover: recht harmlos, mit dem Titel dazu wirkt es fast niedlich. Wenn das Wort "Thriller" nicht in roten Buchstaben zu lesen wäre, würde man eher an einen harmlosen Roman denken.

Schreibstil: Ich-Erzählung aus seiner Sicht! Seinen echten Namen erfährt man nicht. Von der ersten bis zur letzten Seite unglaublich fesselnd und spannend.

Es ist schwierig, eine Rezension zu verfassen, wenn die Aufregung noch spürbar nachhängt, ich aber nichts verraten darf!
Ich fand es unglaublich spannend zu sehen, wie die zwei denken. Wie sie sich einen "Sündenbock" gesucht haben, mit der Presse gespielt haben und dabei mehr oder weniger cool geblieben sind; ihre Reaktionen, wenn sie in die Enge getrieben wurden. Mich fasziniert das Böse in dieser Geschichte, weil es planvoll und intelligent daherkommt, auch wenn es grausam ist.
Das Buch hat was von Dexter, als er auf seine Freundin Hannah stößt, nur diesmal umgekehrt!
Die Geschichte ist genial aufgebaut und alles klärt sich für mich logisch auf.
Traue nie einer betrogenen Frau!

Veröffentlicht am 13.09.2019

Absolut spannend und unvorhersehbar!

Drei
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"Drei" von Dror Mishani aus dem Diogenes Verlag

Gil trifft zu unterschiedlichen Zeiten auf drei Frauen. Da ist Orna, die alleinerziehende Mutter, die die Dating-App ausprobiert hat, dann Emilia, die sich ...

"Drei" von Dror Mishani aus dem Diogenes Verlag

Gil trifft zu unterschiedlichen Zeiten auf drei Frauen. Da ist Orna, die alleinerziehende Mutter, die die Dating-App ausprobiert hat, dann Emilia, die sich um Gils Vater gekümmert hat, und dann noch Ella, die
verheimlicht, wer sie wirklich ist.

Ich habe lange überlegen müssen, was ich schreibe, denn es ist schwer, nichts zu verraten. Das Buch hat mich umgehauen! Erst war es Ornas Geschichte, verlassen vom Ehemann wegen einer anderen Frau, alleinerziehend und trotz Job immer finanziell am kämpfen! Das konnte ich nachempfinden, ohne jemals in der Situation gewesen zu sein. Dann trifft sie Gil, der sich Orna anpasst, in ihrem Tempo mit ihr einen Weg geht. Dror Mishani hat so einfühlsam geschrieben, dass ich ihm jede Situation sofort abgenommen habe, sein Kümmern und Dasein - dann der Schock, dass auch er gelogen hat und Orna etwas verheimlichte. Wie Orna das aber analysiert hat, fand ich großartig. Klar hat sie aus Wut auch mal was gesagt, was dann eben raus muss, und trotzdem war sie stark und hat sich gute Gedanken gemacht.

Nachdem Kapitel 1 endet, geht es mit Emilia weiter. Sie ist die
Pflegerin aus Riga, sie hat Gils Vater bis zum Tod betreut und weiß
jetzt nicht, wohin. Am liebsten würde sie bei Gils Mutter wohnen bleiben, aber das wird ihr nicht vorgeschlagen. Diese Hoffungslosigkeit, die Zukunftsangst, war zum Greifen nah. Emilia kann die nötigen Sprachen nicht und wird dann ausgebeutet. Gil, der Rechtsanwalt, hilft ihr, sie darf seine Wohnung reinigen. Nachdem Kapitel 1 so überraschend endete, habe ich Kapitel 2 unglaublich schnell gelesen, nur um zu erfahren, wie das Kapitel endet!

Und dann ist da Ella, die eigentlich auch Orna heißt und der Kreis
schließt sich, alles löst sich auf und ich konnte das Buch zufrieden
zuschlagen, auch wenn ich noch 100 weitere Frauen zu Wort kommen lassen wollte!


Ein überragendes sowie überraschendes Buch, das mich von Seite 1 bis 330
fesseln konnte!

Veröffentlicht am 01.07.2019

Perfekt und einfach IF erklärt

Das Kochbuch zum Intervallfasten
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"Das Kochbuch zum Intervallfasten" von Dr. med. Petra Bracht und Mira Flatt aus dem GU-Verlag

77 einfache, nachhaltige und tolle Rezepte für das Intervallfasten - aber das Buch ist viel mehr als nur ein ...

"Das Kochbuch zum Intervallfasten" von Dr. med. Petra Bracht und Mira Flatt aus dem GU-Verlag

77 einfache, nachhaltige und tolle Rezepte für das Intervallfasten - aber das Buch ist viel mehr als nur ein Kochbuch. Es wird allgemein und auch persönlich berichtet, was IF ist, warum es gut ist und wie die Autoren selbst dazu gekommen sind.
Viele wichtige, spannende Informationen reihen sich aneinander, sodass jeder versteht, dass IF keine gewöhnliche Abnehm-Diät ist, sondern eine gesunde, ausgewogene Ernährungsform, die vor mancher Krankheit schützen kann.

Cover: schlicht gehalten, aber es erklärt sich von selbst. Die Fotos im Innenteil sind alle wunderschön und Fotos der Rezepte machen gleich Appetit.

Schreibstil: einfach und verständlich, gut auf den Punkt gebracht.

Die veganen Rezepte sind wirklich gut, viele Zutaten für die Rezepte hat jeder zu Hause, bzw. sind die Zutaten einfach zu bekommen. Wer Fleisch essen möchte, kann die Rezepte einfach abwandeln, aber den Denkanstoß der Autorinnen, mal auf tierische Produkte zu verzichten, finde ich toll.
Die Beschreibung ist für mich verständlich, die grünen Kästen mit Tipps oder Gesundheitswissen sind großartig.

Eine absolute Empfehlung von mir für jeden, der mit dem Intervallfasten anfangen will!

Veröffentlicht am 12.06.2019

Bin nicht überzeugt

10 Stunden tot
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"10 Stunden tot" von Stefan Ahnhem aus dem Ullstein Verlag

Ein in einer Waschmaschine zu Tode geschleuderter syrischer Junge, ein Brandanschlag auf ein Asylantenheim, die Schwedendemokraten außer Rand ...

"10 Stunden tot" von Stefan Ahnhem aus dem Ullstein Verlag

Ein in einer Waschmaschine zu Tode geschleuderter syrischer Junge, ein Brandanschlag auf ein Asylantenheim, die Schwedendemokraten außer Rand und Band, Dunja Hougaard, Theo und die Smiley-Gang ... der Mord an Inga Dahlmberg bekommt wieder einen Platz und ein Mörder, der seine Opfer und deren Todesart auswürfelt; dazu ein Fabian Risk, weiter mit vielen privaten Problemen, Irene Lilja, die sich mit den Schwedendemokraten anlegt und natürlich Molander, der weiter unter Verdacht steht. Dieses Buch ist wie ein Eintopf - alle Reste von gestern wurden zusammengerührt und noch einmal aufgekocht. Das kann gut schmecken - wenn es gut gemacht ist.

Cover: Beide Gleise führen wieder zusammen, so habe ich das Cover interpretiert und gehofft, dass endlich alles aufgeklärt wird und dann das. Es hätten eher noch vier weitere Gleise abgebildet werden müssen, die dann alle auseinander gehen, denn nichts hat sich geklärt.

Schreibstil: es wird einfach immer mehr umschrieben, verschönert, zurückgeblickt. Es war mal sehr spannend, dann wurde es plötzlich unglaublich langweilig und das Ende klärt fast gar nichts auf.

Ich fand das Buch schwierig. Erstmal sollte man mindestens den Vorgänger "Minus 18 Grad" gelesen haben, und dann werden die Bücher von Mal zu Mal dicker, ohne mehr Handlung zu haben. Es wird mir zuviel umschrieben, zuviel gesprungen, es kommen zu viele unnütze Dinge drin vor. Ich habe tatsächlich ewig gebraucht, fast 4 Wochen, um das Buch zu Ende zu lesen, da es mich nicht fesseln konnte und das Ende hat mich sehr enttäuscht.