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Veröffentlicht am 16.04.2021

Mehr Krimi als Thriller

Du darfst nicht sterben
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Von außen gesehen scheint Paul ein ganz normaler Mann zu sein. Gutaussehend, charmant und höflich. Er mag beide Schwestern, doch er entscheidet sich für Lili. Für die Schwester, die er leichter brechen ...

Von außen gesehen scheint Paul ein ganz normaler Mann zu sein. Gutaussehend, charmant und höflich. Er mag beide Schwestern, doch er entscheidet sich für Lili. Für die Schwester, die er leichter brechen kann. Seine besitzergreifenden Züge zeigen sich immer mehr, doch für Lili ist es die große Liebe. Sie erkennt, dass etwas nicht stimmt, doch gerät immer tiefer in die Bredouille. Die Rettung kommt beinahe zu spät.

Ich habe Paul als Antagonist in mein Herz geschlossen. Ich verstehe seine Beweggründe, doch heiße sein Verhalten keineswegs gut. Man ist immer das, was man sein möchte.
Lili und Anne waren zwar die Hauptcharaktere in dem Buch, doch meiner Meinung nach sind sie zu sehr in den Hintergrund gerückt. Seelisch wurde bei beiden nur an der Oberfläche gekratzt. Trotz weniger Kapitel aus seiner Sicht, war Paul für mich die treibende Kraft.

Auch ich als Leser wurde immer tiefer mit in den Plot hineingezogen. Die Autorin hat ihre Geschichte in 4 Teile gegliedert. Hier wählte sie unterschiedliche Perspektiven, die den Leser verwirren, aber auch Einblicke in die Gedanken der verschiedenen Charaktere geben sollen. Lilis und Annes Gedanken werden aus der Ich-Perspektive erzählt, Pauls dagegen aus der Erzählersicht. Jedoch erfahren wir genug über Pauls Vergangenheit und können dadurch erahnen, wieso er so geworden ist und warum seine tiefgehende Liebe töten wird.

Persönliches Fazit: Das Buch wird als Thriller beschrieben, jedoch war es für mich eher ein gut umgesetzter Krimi. Ich hätte mir mehr Thriller-Elemente und mehr Spannung gewünscht, vielleicht auch mehr Kapitel aus Pauls Sicht. Dennoch fand ich das Buch unterhaltsam und möchte es gern allen Krimi-Fans weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 14.04.2021

Jede Menge Action

Der gekaufte Tod
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Dies war mein erstes Buch des Autors, was mich absolut überzeugen konnte. Den Ausflug in die düsteren Viertel Detroits habe ich auf jeden Fall genossen.

Der Plot startet langsam und wir lernen den Ex-Cop ...

Dies war mein erstes Buch des Autors, was mich absolut überzeugen konnte. Den Ausflug in die düsteren Viertel Detroits habe ich auf jeden Fall genossen.

Der Plot startet langsam und wir lernen den Ex-Cop August Snow kennen, der nach mehr als einem Jahr Abwesenheit wieder nach Detroit zurückkehrt, um das verwahrloste Viertel seiner Kindheit wiederaufzubauen. Snow ist nicht gerade beliebt in der Stadt, denn er hat in einem Korruptionsprozess gegen die Polizei Detroit zwölf Millionen erhalten. Die Liste seiner Feinde ist somit ellenlang.
Die mächtige Unternehmerin Eleanore Paget bittet ihn darum, verdächtige Vorkommnisse in ihrer Bank aufzuklären, was Snow zunächst ablehnt. Kurz darauf ist Eleanore tot und Snow kann nicht glauben, dass sie tatsächlich Selbstmord begangen hat. Er beginnt Nachforschungen anzustellen und bringt dadurch nicht nur sich in tödliche Gefahr.

Etwa ab der Mitte des Buches geht es richtig actionreich zu. Ab da gab es für mich kein Halten mehr und ich war gefesselt vor Spannung, was sonst nur wenige Bücher schaffen. Hier passiert einfach eine Menge, man kommt von einem Szenario zum nächsten, steckt immer mittendrin und kann kaum Luft holen.

August Snow ist ein durchaus interessanter und charismatischer Protagonist. Er ist mutig und hat das Herz am rechten Fleck. Gerade für die afroamerikanischen Bewohner hat er sehr viel übrig, was daran liegt, dass er selbst diese Wurzeln hat. Ich sehe ihn ganz klar als Held des Plots, da er über Leichen geht und keine Angst zeigt – vor niemandem!

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, da er mich flüssig und bildhaft durch das Geschehn geleitet hat. Die Atmosphäre, die Mack Jones geschaffen hat, war fast schon erdrückend. Sie hat perfekt zur rauen Handlung gepasst und mich so die Szenerie – gerade in den dunklen Vierteln Detroits - hautnah miterleben lassen.

Fazit: Für mich ein echter Pageturner, der mich mit Spannung und jeder Menge Action voll überzeugen konnte. Ein charismatischer Protagonist, den ich gerne persönlich auf seiner Jagd durch Detroit begleitet hätte, macht das Leseerlebnis darüber hinaus spannend. Rundum gelungen!

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Veröffentlicht am 12.04.2021

Historisch, spannend, lesenswert

Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben, ein ewiger Traum
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Ich lese gerne hin und wieder Romane mit historischen Settings. Darum möchte ich aktuell unter dem Motto #malwasanderes unbedingt jedem „Das Leben, ein ewiger Traum“ ans Herz legen. Das Autorenehepaar ...

Ich lese gerne hin und wieder Romane mit historischen Settings. Darum möchte ich aktuell unter dem Motto #malwasanderes unbedingt jedem „Das Leben, ein ewiger Traum“ ans Herz legen. Das Autorenehepaar hinter dem Pseudonym Helene Sommerfeld setzt die Handlung ins Berlin der zwanziger Jahre und trifft damit bei mir voll ins Schwarze.

Nach dem Tod ihres Mannes, verlässt Magda Fuchs ihr ländliches Zuhause und fängt in Berlin ein aufregendes Leben als Polizeiärztin an. Gerade dort angekommen, wird sie zu ihrem ersten Fall gerufen. Neben der Polizeiarbeit steht aber ein weiteres großes Thema im Mittelpunkt der Handlung: die Frauenbewegung.

Neben Magda müssen sich auch Ina und Ruth im rauen Berlin behaupten und für ihre Rechte als Frauen eintreten. Der gemeinsame Kampf für die Emanzipation bringt die Lebenswege der drei Frauen zusammen. Die Autoren verstehen es, Magda, Ruth und Ina zu den großen Sympathieträgerinnen der Story zu machen. Alle drei sind realistisch und glaubwürdig gezeichnet. Ich habe mit jeder von ihnen mitgefiebert.

In zwar recht langen, aber wirklich spannend erzählten und gut lesbaren Kapiteln schildert das Autorenpaar das Berliner Leben mit all seinen Vorzügen und Schattenseiten zu dieser Zeit. Mir persönlich hat dabei der chronologisch nachvollziehbare Ablauf der Handlung sehr gut gefallen. Dabei wechselt die Perspektive häufig. In sehr bildgewaltigen Beschreibungen taucht man als Leser immer wieder in die verschiedenen Welten der drei Frauen ein, wobei sie nie das ausgewogene Verhältnis zwischen Kriminalgeschichte und historischer Betrachtung der Frauenbewegung aus den Augen verlieren.

Persönliches Fazit: Mit „Das Leben, ein ewiger Traum“ hat mich das Autorenduo um Helene Sommerfeld total in den Bann gezogen. Ich warte schon jetzt gespannt auf den nächsten Teil, da mich die Story um das Berlin der zwanziger Jahre total fasziniert hat. Fans von historischen Romanen kann ich dieses Buch deshalb nur empfehlen.

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Veröffentlicht am 06.04.2021

Bildgewaltige und spannende Horror-Novelle

BLUTBESUDELT OZ
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Wer kennt sie nicht? Die wunderschöne Geschichte um Dorothy, die durch einen Wirbelsturm in ein fantastisches Land, nach Oz, getragen wird. Ein zauberhafter Ort, an dem sie Freundschaften schließt und ...

Wer kennt sie nicht? Die wunderschöne Geschichte um Dorothy, die durch einen Wirbelsturm in ein fantastisches Land, nach Oz, getragen wird. Ein zauberhafter Ort, an dem sie Freundschaften schließt und Abenteuer bestehen muss, bevor sie wieder heim reisen kann. Nun, wäre Dorothy im Märchen von Christopher Golden und James A. Moore gelandet, weiß Gott, sie hätte nicht eine Sekunde Spaß auf ihrer Reise gehabt!

„Je näher Gayle der Vogelscheuche kam, desto mehr fürchtete sie sich vor ihr. Die Augen waren geschlossen und sahen weder aufgenäht noch aufgemalt aus. Merkwürdig - welcher Vogel ließ sich denn von einer schlafenden Vogelscheuche abschrecken? Vielleicht schläft sie gar nicht, dachte Gayle. Vielleicht ist sie tot.“ (Zitat E-Book, Seite 54)

Zugegebenermaßen war ich zu Beginn mehr als skeptisch, als ich „Blutbesudelt Oz“ vor mir hatte. Ich bin weder ein großer Fantasy-Fan noch catchen mich die neuaufgelegten Märchen im Horrorstil. Ich erwartete also eine plumpe Nacherzählung der Oz-Story mit viel Blut und Gemetzel, jedoch ohne große Überraschungen. Damit lag ich völlig falsch!

Golden und Moore machen es sich nicht so einfach, die altbekannte Geschichte eins zu eins in ein brutales Horrorszenario zu setzen. Sie greifen bekannte Figuren auf, aus Dorothy Gayle wird hier zum Beispiel Gayle Franklin, und ziehen so Parallelen zur ursprünglichen Story. Bei diesen kleinen, aber doch sehr feinen Bezugspunkten belassen sie es größtenteils aber auch und schaffen so eine ganz eigene albtraumhafte Welt. Punktuell stellt man als LeserIn so immer wieder Vergleiche zwischen den beiden Geschichten an. Bei der detaillierten und bildhaften Erzählweise Goldens und Moores lassen sie ihren LeserInnen dennoch genügend Raum, die eigene Fantasie anzukurbeln und die Handlung weiterzudenken.

Intelligent verweben die beiden die Geschichten mit den Schicksalen dreier Figuren, Gayle, Hank und Elisa, die wunderbar realistisch gezeichnet sind. Besonders Gayle und Elisa werden zu den Hauptrollen, mit denen ich mitgefiebert und mitgelitten habe. Schlussendlich durchleben in dieser Nacht aber alle drei ihren ganz persönlichen Albtraum, der sie im letzten Viertel des Buches zueinander führt. Mit welchem Ausgang? Nun, das bleibt ganz allein unserer Vorstellungskraft überlassen.

„Staub stieg in der Dunkelheit auf. Sie traute der Hoffnung nicht und würde sie erst wieder in ihr Herz lassen, wenn sie die warme Sonne auf ihrem Gesicht spürte. Oder den Regenbogen erblickte.“ (Zitat E-Book, Seite 206)

Persönliches Fazit: Christopher Golden und James A. Moore ist mit „Blutbesudelt Oz“ eine wirklich bildgewaltige und spannende Horror-Novelle gelungen. Tatsächlich werde ich jetzt auch die fantastische Welt von Oz, hinter dem schillerndsten Regenbogen, mit ganz anderen Augen sehen. Dieses Buch ist für alle Fantasy- und Horror-Fans ein absolutes Muss. Und auch allen anderen, die einfach mal Lust auf etwas anderes haben, empfehle ich „Blutbesudelt Oz“ wärmstens.

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Veröffentlicht am 05.04.2021

Wortgewaltig, atmosphärisch, sogartig

Das Lied der Nacht
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Musik ist für viele von uns ein Lebenselixier. Sie kann eine ganze Bandbreite an Gefühlen hervorrufen, sie entspannt, manchmal sind unsere schönsten Erinnerungen mit Musik verknüpft. Wenn man das bedenkt, ...

Musik ist für viele von uns ein Lebenselixier. Sie kann eine ganze Bandbreite an Gefühlen hervorrufen, sie entspannt, manchmal sind unsere schönsten Erinnerungen mit Musik verknüpft. Wenn man das bedenkt, fragt man sich, warum Lieder im Königreich Schur so negativ behaftet sind. Denn hier gibt es nur zwei Regeln: Nachts darf kein Feuer entzündet werden und Gesang in der Dunkelheit ist verboten, denn sonst droht einem der sichere Tod. Die Schatten finden jeden...

Der Wanderer Weyd und die Bardin Caer kämpfen gegen eben jene Schatten der Nacht. Sie suchen Zuflucht beim Eisernen Baron, bei den jedoch nicht alles ist, wie es scheint. Während die Schatten die Ortschaft Festra komplett zerstören, versuchen Weyd und Caer, die Menschen auf der Festung des Barons in Sicherheit zu bringen. Die einzige Möglichkeit, sich den Schatten entgegenzustellen, ist, das Lied der Nacht zu lernen.

"Und als die Dämmerung endgültig schwand, tauchte kein einziger Stern am Himmel auf, kein silbriger Mond stieg über den Horizont. Nur undurchdringliche Dunkelheit legte sich über den halb vergessenen Pfad zwischen den Bäumen. Denn zu jener Zeit waren die Nächte finster, so finster, dass kein Stern und kein Mondstrahl sie durchdringen konnte." (Zitat Pos. 87)

Wenn man regelmäßig liest, hat man oft das Gefühl, dass viele Geschichten sich sehr ähnlich sind. Man liegt mit seinen Vermutungen richtig und so passiert es oft, dass die Geschichten langweilig werden. Hier ist das nicht der Fall. Das liegt vor allem daran, dass die Autorin sich eines besonders bildhaften Schreibstils bedient. Die Dunkelheit und die damit einhergehende Stille, die Kälte, die Bedrohung durch die Schatten - all das konnte ich förmlich spüren. Im Fantasy-Genre möchte ich in eine Welt eintauchen können und die Realität hinter mir lassen - und das konnte ich hier ganz wunderbar.

Die Charaktere waren mir allerdings insgesamt zu eindimensional, weswegen ich keine richtige Nähe zu ihnen hatte. Hier muss man aber sagen, dass es der erste Teil einer Reihe ist und sich das im weiteren Verlauf natürlich noch ändern kann.

Gut gefallen hat mir auch das Bonusmaterial. Lasst euch überraschen, was der Verlag sich dazu hat einfallen lassen!

Persönliches Fazit: Ein gelungener Reihenauftakt, wortgewaltig, atmosphärisch, sogartig - perfekt für Fantasy-Fans und Genrequereinsteiger.

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