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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.08.2019

Ein starker Thriller!

Mein Herz so schwarz
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Als großer Jenny Blackhurst Fan war dieses Buch natürlich ein Must-Read für mich. Der Klappentext verspricht eine spannende Story, und ich kann versichern, dass der Leser hier keinesfalls enttäuscht wird.

Das ...

Als großer Jenny Blackhurst Fan war dieses Buch natürlich ein Must-Read für mich. Der Klappentext verspricht eine spannende Story, und ich kann versichern, dass der Leser hier keinesfalls enttäuscht wird.

Das Buch wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Der stete Personenwechsel und der lebhafte Schreibstil bringen Abwechslung ins Buch, und die kurzen Kapitel laden den Leser förmlich zum Weiterlesen ein.

Wir begleiten zum einen Evie White, die sich am Tag ihrer Hochzeit von einer Klippe stürzt. Dem Leser werden Rückblicke in Evies Kindheit und Jugend offenbart, die interessant und schockierend zugleich sind. Gerade die familiären Einblicke sind sehr emotional und haben mich teilweise stark berührt.

Der Leser darf sich ebenfalls auf Rebecca freuen, die Evies beste Freundin war. Rebecca gewährt uns tiefe Einblicke in ihre Gefühlswelt und versucht mit allen Mitteln, den Selbstmord ihrer Freundin aufzuklären. Ihre Hauptaufgabe besteht allerdings darin, sich um Evies Ehemann Richard zu kümmern, der durch den Selbstmord ein schweres Trauma erlitten hat. Aber Rebecca hütet selbst ein Geheimnis, das unter keinen Umständen ans Licht kommen darf …

Richard ist der dritte Charakter, den der Leser im Buch begleiten darf. Er ist nach dem Verlust seiner Frau völlig am Ende und will unbedingt herausfinden, was sie zu dieser Tat getrieben hat. Zusammen mit Rebecca kommt er der Wahrheit schnell auf die Spur und muss sich schon bald fragen, wie gut er eigentlich seine Frau kannte.

Jenny Blackhurst hat erneut einen packenden Thriller geschaffen, der einfach alles hat, was Fans erwarten: Drama, Nervenkitzel und Spannung von der ersten bis zur letzten Seite.

Im letzten Teil nimmt das Buch nochmal richtig Fahrt auf und endet in einem ereignisreichen und überraschenden Showdown.

Persönliches Fazit: Mal wieder hat mich ein Buch von dieser Autorin absolut begeistert! Ich konnte es kaum aus der Hand legen, da mich die Geschichte so gefesselt hat. Für mich eins der besten Bücher 2019 – daher klare Leseempfehlung an jeden Thriller-Liebhaber und ein Muss für Blackhurst-Fans!

Veröffentlicht am 08.08.2019

Poetisch, spannend, dramatisch!

Der Gesang der Flusskrebse
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Dieses Buch hatte ich schon länger im Blick - vor allem wegen des wunderschönen Covers. Von heute auf morgen schien es der Bestseller in den USA zu sein, es gab nur positive Stimmen, und so war ganz klar: ...

Dieses Buch hatte ich schon länger im Blick - vor allem wegen des wunderschönen Covers. Von heute auf morgen schien es der Bestseller in den USA zu sein, es gab nur positive Stimmen, und so war ganz klar: muss ich lesen! Ich hatte also sehr hohe Erwartungen.

Gemeinsam mit Kya (gesprochen Kaya) tauchen wir ein in das Marschland von North Carolina. Dort lebt sie seit ihrer Geburt – die Wildnis ist ihr Zuhause. Nachdem die Mutter die Familie verlassen hat und auch die Geschwister nach und nach weggegangen sind, bleibt Kya bei ihrem alkoholkranken und gewalttätigen Vater zurück. Sie ist einsam und hat nur sich selbst. Die Bewohner des nächstgelegenen Dorfes halten sich von ihr fern und isolieren sie damit. Aber das „Marschmädchen“ ist ihnen nicht geheuer. Sie ist anders, ungeschliffen. Und das ist nicht gern gesehen. Das Thema Vorurteile ist hier ein ganz wichtiges, und die Autorin bringt eindeutig rüber, dass es manchmal besser ist, seine eigenen hin und wieder zu überdenken.

Kya kann weder lesen, noch schreiben oder rechnen. Sie hat kaum Allgemeinwissen über die Welt „da draußen“. Dafür findet sie mit verbundenen Augen die besten Muscheln im Sumpf, überlebt in der Natur und kann ihre Mahlzeiten selber fangen. Die Selbstverständlichkeit, mit der Kya ihr Leben lebt, hat die Autorin wunderbar beschrieben. Auch die Zerrissenheit konnte man absolut nachempfinden. Kya mag ihr Leben, aber nicht den damit verbundenen Außenseiterstatus. Sie möchte zu einer Gruppe dazugehören, Teil einer Gemeinschaft sein. So lernt sie Chase kennen, der ihr etwas von seinem Wissen mitgibt. Jahre später wird er tot aufgefunden und alle verdächtigen Kya.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Einmal ab 1952, das Jahr, in dem Kya erwachsen wird. Dann in 1969 – das Jahr des Mordes. Diese beiden Stränge verzahnen sich immer tiefer ineinander, bis der Leser ein mehr oder weniger vollständiges Bild von Kya hat. Bis es jedoch so weit ist, hat man sein Urteil über einen Protagonisten schon gefällt.

Die Energie, mit der die Autorin die Geschichte erzählt und zwischen den Zeiten springt, treibt die Entwicklungen stets voran. Im Gegensatz dazu bringt sie jedoch mit ihrer fast schon poetischen Beschreibung der Natur viel Ruhe in die Story. Oft erscheint die Umwelt trist, grau, und auch Kyas Situation macht die Atmosphäre deutlich trostlos. Doch bevor die Stimmung schon fast ins Melancholische kippt, zaubert die Autorin eine dramatische Kehrtwendung herbei, mit der man nicht gerechnet hat und die einen weiter durch die spannungsgewaltige Handlung treibt.

Weil ich das Buch nicht einfach liegen lassen konnte, habe ich unterwegs auf das Hörbuch zurückgegriffen. Luise Helm kenne ich bereits von anderen Hörbüchern, daher habe ich mich gefreut, dass sie für dieses Buch ihre Stimme hergeben durfte. Sie führt mit unaufgeregtem Ton durch die Geschichte, sodass ich mich zurücklehnen und mich von ihr an die Hand nehmen lassen konnte. Ihre Erzählweise passt genau zur Stimmung des Buches. Ein sehr angenehmes Hörerlebnis!

Persönliches Fazit: Der Titel lässt einen Roman vermuten, doch „Der Gesang der Flusskrebse“ ist so viel mehr. Poesie, Spannung, Drama, Nervenkitzel - mein Herz blieb in jeder einzelnen Seite stecken. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der atmosphärische Spannung mag und auch gerne mal einen Ausreißer liest. Großartiges Debüt!

Veröffentlicht am 07.08.2019

Ein starker Thriller!

Opfer
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Stockholm. In einer Scheune kann das Team der Reichsmordkommission einen brutal gefolterten Mann knapp vor dem Tod retten. Ironisch, da das Opfer selbst ein bekannter Krimineller ist und die Ermittler ...

Stockholm. In einer Scheune kann das Team der Reichsmordkommission einen brutal gefolterten Mann knapp vor dem Tod retten. Ironisch, da das Opfer selbst ein bekannter Krimineller ist und die Ermittler nicht allzu verstört darüber sind – da wird wohl jemand der Gerechtigkeit nachgeholfen haben. Doch bevor er den Täter identifizieren kann, verstirbt er, und es werden weitere Gräueltaten an anderen Kriminellen verübt, die bis auf dieses eine Merkmal keine Verbindung zu haben scheinen.

Das Sonderermittlungsteam muss tief graben, um der Lösung auf die Spur zu kommen. Man findet heraus, dass es sich bei dem Scheunen-Toten um einen Schwerverbrecher handelt. De facto lässt sich Rache als Motiv nicht ausschließen. Man folgt also dieser und weiterer Spuren.
Angeleitet von Carl Edson als Ermittler gibt es im Team einige fein gezeichnete Charaktere. Besonders Lars-Erik Wallquist, der Kriminaltechniker, hat mir sehr gefallen. Ich musste schmunzeln, als ich las, dass er Menschen im Allgemeinen nicht besonders mag (Seite 9). Manchmal behaupte ich das von mir auch.
Carl selbst zeichnet sich durch eine fast typisch deutsche Eigenschaft aus: Er ist wahnsinnig genau, seine Arbeitstechniken sind penibel und er fühlt sich grundsätzlich von allen Menschen missverstanden. Doch auf den zweiten Blick ist er ein durchaus komplexer Charakter, der seine Fähigkeit zum analytischen Denken mit seinem Bauchgefühl kombiniert und so der Lösung einen Schritt näher kommt. Die Zeit rennt, denn immer mehr Details dringen nach draußen und werden zu einem gefundenen Fressen für die Presse.

Wie hatten sie nur so schnell Wind von der Sache bekommen?, überlegte Carl. Wer war der Maulwurf? (Seite 262)

Gut gewählt fand ich hier die Perspektiven und drei Hauptteile. Im ersten Teil steht der 51-jährige Ermittler Carl mit seinem Team sowie der Reporterin Alexandra Bengtssons im Vordergrund, während der Fokus im zweiten Teil auf den Mörder gerichtet ist und hier die Ich-Perspektive gewählt wurde. Wer jetzt denkt, dass das die Spannung nimmt, liegt völlig falsch. Gerade die Tätersicht finde ich ungemein spannend. Die Frage nach seinen Motivationen kann man so besser nachvollziehen. Ich nahm relativ früh an, die Lösung zu kennen, doch diese war ein ganzes Stück anders als erwartet. Bis man im Finale angelangt, liest man sich durch eine Wendung nach der anderen, verirrt sich, überlegt hin und her.

Der Schreibstil ist flüssig und so lässt sich das Buch gut lesen. Die detaillierten Beschreibungen der Tatorte waren für mich schon nah an der Grenze, denn ich persönlich mag es mehr psychologisch subtil als blutrünstig.

Am Ende werden alle offenen Fragen beantwortet. Ich bin nicht enttäuscht worden.

Persönliches Fazit: Konstante Spannung und viele Morde machen die Story zu einem außergewöhnlichen und typisch schwedischen Thriller, den man in einem Rutsch verschlingt.

Veröffentlicht am 05.08.2019

Solide Fortsetzung

Die letzte Witwe
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Das Buch ist bereits der 7. Teil der Reihe. Man sollte die vorherigen Bände gelesen haben, um die Entwicklung der Charaktere und ihre Beziehungen zu verstehen. Ohne diese Vorkenntnisse fehlen einem doch ...

Das Buch ist bereits der 7. Teil der Reihe. Man sollte die vorherigen Bände gelesen haben, um die Entwicklung der Charaktere und ihre Beziehungen zu verstehen. Ohne diese Vorkenntnisse fehlen einem doch erhebliche Zusammenhänge.

So fängt die Geschichte auch bereits ohne große Einleitung an und behandelt die schwierige Beziehung zwischen Sara und Will. Gleiche Situationen sind abwechselnd aus beider Perspektiven erzählt, sodass man als Leser gut verstehen kann, wo die Problematik und Missverständnisse liegen. Und auch Wills Kollegin Faith ist wieder mit von der Partie.

Die Charaktere werden aber nicht zu sehr thematisiert, denn der Spannungsbogen schnellt bereits nach wenigen Seiten nach oben, als plötzlich die Erde zittert und die Situation in kürzester Zeit aus dem Ruder läuft. In der Annahme, Menschenleben zu retten, versuchen Sara und Will zum Ort des Geschehens zu gelangen. Sie treffen auf mehrere Personen, die beim Versuch, sich in Sicherheit zu bringen, einen Autounfall verursacht haben. Sara will nach den Verletzten sehen, die berichten, dass an der Universität eine Bombe hochgegangen ist. Doch augenscheinlich stimmt etwas mit diesen Männern nicht. Als Will und Sara das begreifen, ist es aber bereits zu spät.

Er blickte hinter sich und rechnete damit, Saras Leiche zu entdecken. »Wo …?« »Sie ist fort.« Ein Schluchzen kam aus Cathys Mund. »Will, sie haben sie mitgenommen.« Zitat Position 803

Sara wurde entführt und Will ist körperlich stark angeschlagen. Das GBI (Georgia Bureau of Investigation) versucht verzweifelt, Saras Entführern auf die Spur zu kommen und kreuzt damit FBI Ermittlungen. Die Entführer sind eine rechtsradikale Gruppe, die mit grausamsten Mitteln auf sich aufmerksam machen wollen und dafür das Blut zahlreicher Unschuldiger vergießen. Die behördlichen Ermittlungen gestalten sich meiner Meinung nach dann jedoch viele Seiten lang etwas zäh und es fiel mir schwer, Zusammenhänge der Gruppierung um die es geht sowie Zuständigkeiten des FBI und GBI zu verstehen und nachzuvollziehen.

Weiterhin lässt die Autorin aus verschiedenen Perspektiven erzählen, was der jeweilige Protagonist erlebt. Hier fand ich Saras Erlebnisse teils sehr schockierend. Und endlich begreift man auch, um was es geht. Der Hintergrund der Neonazi-Gruppierung ist äußerst aktuell, interessant und könnte kaltblütiger kaum sein. Die Vorstellung, dass solch ein Szenario Realität würde, lässt einen bedrückt zurück.

Persönliches Fazit: Eine solide Fortsetzung der Reihe und Entwicklung der Hauptfiguren, abgerundet mit einem spannenden und mitreißenden Thema. Ein Muss für eingefleischte Fans, aber auch eine Empfehlung an Liebhaber des Genres, die anspruchsvollere Themen mögen.

© Recensio Online, 2019, Daniela

Veröffentlicht am 04.08.2019

Unausgeschöpftes Potenzial

Lieblingskind
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Mit „Lieblingskind“ habe ich mein erstes Buch von C. J. Tudor gelesen und muss leider gestehen, dass es mich nicht überzeugen konnte.

Der Klappentext verspricht zunächst eine interessante und spannende ...

Mit „Lieblingskind“ habe ich mein erstes Buch von C. J. Tudor gelesen und muss leider gestehen, dass es mich nicht überzeugen konnte.

Der Klappentext verspricht zunächst eine interessante und spannende Story. Auch das düstere Cover, auf dem ein kleines Mädchen in einem weißen Kleid auf einer Mauer sitzt, hat mich sofort angesprochen.

Der Leser begleitet im Buch Joe Thorne kennen, dessen Schwester Annie in jungen Jahren spurlos verschwand. Nach vierundzwanzig Stunden tauchte sie plötzlich wieder auf und war völlig verändert. Diese Veränderung machte sich auch in Joe bemerkbar – bis heute.

Jahre später kehrt er nun in sein Heimatdorf Arnhill zurück, um Antworten zu finden. Antworten darauf, was damals wirklich mit Annie passiert ist. Und es scheint, als hätte es zwischenzeitlich mehrere mysteriöse Vermisstenfälle gegeben, die dem von Annie ähneln.

Die Grundidee hätte an sich Potenzial, als Pageturner durchzugehen, und die Geschichte ließ sich stiltechnisch auch so flüssig lesen, dass ich das Buch in zwei Tagen verschlungen habe. Dennoch konnte mich die Handlung selbst leider nicht überzeugen und wich meiner Meinung nach sehr vom Klappentext ab. Denn es geht in der Geschichte nicht primär um Joe und seine Beziehung zu Annie. Nur in wenigen Kapiteln wird gezielt darauf eingegangen. Die restlichen Kapitel begleitet der Leser Joe einfach nur auf seiner Reise in die Vergangenheit. Die etlichen Rückblicke haben das Ganze zwar etwas aufgelockert, dennoch war die Story einfach ziemlich träge und teilweise nicht logisch nachvollziehbar.

Vom Schluss habe ich wesentlich mehr erwartet. Hier wurde ich am meisten enttäuscht, da ich auf eine Wende oder zumindest die Beantwortung meiner noch offenen Fragen hoffte. Stattdessen ließ mich der Epilog verwirrt und unzufrieden zurück.

Persönliches Fazit: Wie erwähnt, habe ich das Buch dennoch verschlungen, weil mir der Schreibstil absolut gefallen hat. Der Plot war leider nicht mein Fall bzw. hatte ich mir mehr davon erhofft – vor allem aufgrund der Empfehlung von Stephen King! Schade!

©Recensio Online, 2019, Sabrina