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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.08.2025

Ganz nett, aber der Titel ist irreführend

A Wild Cowboy's Heart
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Eigentlich bin ich kein Pferde-Mädchen oder aufgrund meines Alters müsste ich wohl eher Pferde-Frau sagen. Damit meine ich, dass ich in meinem Leben noch nie geritten bin und auch kein wirkliches Interesse ...

Eigentlich bin ich kein Pferde-Mädchen oder aufgrund meines Alters müsste ich wohl eher Pferde-Frau sagen. Damit meine ich, dass ich in meinem Leben noch nie geritten bin und auch kein wirkliches Interesse daran habe es einmal auszuprobieren. Im „echten“ Leben habe ich mit Pferden einfach nichts am Hut. Bei Büchern, Serien oder Filmen schaut die Sache aber anders aus. Dort finde ich das Thema wundervoll und kann mich für Medien mit Cowboy oder Pferdeschwerpunkt begeistern. Daher habe ich mich auch sofort auf dieses Buch gestürzt. Cover und Tiel versprachen eine Wohlfühl-Liebes-Geschichte mit Pferde Topping. Die Realität war daher ein klein wenig ernüchternd für mich.
Die erste Verwunderung entstand bereits, als ich beim Lesen feststellen musste, wie dünn das Buch ist. Denn mit 250 Seiten ist das Buch eher dünn gehalten und die Befürchtung, dass auch die Handlung dadurch eher dünn ausfallen wird, keimte in mir. Nach wenigen Seiten hatte ich meine Bedenken dann aber über Bord geworfen, da ich sofort in die Geschichte eintauchen konnte und die Vorgänge mich gefesselt haben.
Dennoch musste ich recht schnell feststellen, dass Cowboys und Pferde eher eine untergeordnete Rolle spielen. Natürlich kommt beides vor, aber eben nur am Rande. Dies liegt vor allem daran, dass der Schwerpunkt des Buches auf Maisie, ihren Schwestern und deren Brauerei liegt. Glücklicherweise kann ich mich auch für das Thema Bierbrauen begeistern.
Den Schreib- und Erzählstil der Autorin würde ich als eher einfach bezeichnen. Stacey Kennedy beschränkt sich auf das Wesentliche und verzichtet auf ausufernde Beschreibungen. Dadurch erklärt sich meiner Meinung nach auch die eher geringe Seitenzahl, denn handlungstechnisch ist schon einiges los.
Die drei Schwestern Maisie, Amelia und Clara waren mir sehr sympathisch, wenn sich natürlich dieses Buch hauptsächlich auf Maisie konzentriert hat. Da es sich hierbei aber um das erste Buch der Reihe „Wild Hearts Romance“ handelt, werden wir in den nächsten Bänden sicher mehr über Amelia und Clara erfahren.
Hayes Taylor würde ich nicht wirklich als Cowboy bezeichnen, aber als Charakter fand ich ihn spannend und interessant. Die Anziehung zwischen den beiden Hauptpersonen war für mich bedingt spürbar, wobei es vor allem eine körperliche Anziehung war, die ich wahrgenommen habe. Die Gefühlsebene kam, wie leider einiges in dem Buch, ein wenig zu kurz.
Stacey Kennedy konnte mich mit ihrem Auftaktbuch der „Wild Hearts Romance“ Reihe nicht vollständig überzeugen. Dennoch hatte ich ein paar vergnügliche Stunden mit dem Buch und denke auch, dass ich bei Gelegenheit die anderen Bände lesen werde.

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Raum für Joan – Eine Frau zwischen NASA, Normen und Neuanfang

Atmosphere
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Die Autorin Taylor Jenkins Reid ist keine Unbekannte, sondern ganz im Gegenteil sehr berühmt. Ihre Bücher verkaufen sich weltweit unfassbar gut und werden in unzählige Sprachen übersetzt. Bis mir dieses ...

Die Autorin Taylor Jenkins Reid ist keine Unbekannte, sondern ganz im Gegenteil sehr berühmt. Ihre Bücher verkaufen sich weltweit unfassbar gut und werden in unzählige Sprachen übersetzt. Bis mir dieses Buch empfohlen wurde, habe ich noch nie etwas von der Autorin gehört. Allerdings kann ich jetzt behaupten, dass mir nicht nur ihr Name ein Begriff ist, sondern, dass ich auch verfolgen werde, wann sie wieder ein Buch veröffentlicht. Denn mit diesem Buch hat sie mich wirklich begeistert.
Mir ist bewusst, dass die komplette Handlung der Geschichte fiktional ist und so im wirklichen Leben nie stattgefunden hat. Trotzdem hat die Autorin so viele historische Elemente einfließen lassen und sich in vielen Dingen an reale Ereignisse angelehnt, dass man das Gefühl hat, dies sei alles einmal wirklich passiert. Möglicherweise ist es das auch, vielleicht nicht alles exakt so, aber so ähnlich.
Für meinen Geschmack hätte das Thema Weltall, Raumfahrt und NASA noch einen viel höheren Stellenwert in dem Buch bekommen können. Besonders der wissenschaftliche Anteil der Geschichte hätte gerne mehr Raum einnehmen können. Die Autorin erwähnt aber bereits im Vorwort, dass dies nie ihre Intention war. Sie wollte eine Astronomin als Hauptperson, aber sie wollte das alles, den Weltraum, die NASA, die Space-Shuttles immer nur als Hintergrund. Als Aufhänger für ihre Liebesgeschichte. Daher kann ich Taylor Jenkins Reid eigentlich keinen Vorwurf machen, dass das Thema nicht so dominant war, wie von mir erhofft. Dennoch fließt es in meine Gesamtbewertung ein.
Mit Joan Goodwin hat die Autorin einen unglaublich vielschichtigen und doch sympathischen Charakter erschaffen. Von Beginn an war mir Joan sympathisch und ich habe sie gerne auf ihrem Weg zu sich, ihren Träumen und ihrer großen Liebe begleitet. Es gab einige Stellen, an denen mich Joan zur Weißglut gebracht hat und ich sie am liebsten angeschrien hätte. Ein weiteres Zeichen dafür, wie gut und durchdacht die Handlung und die Charaktere sind.
Es war nervenaufreibend und doch schön zu sehen, wie Joan an ihren Aufgaben und den selbstgesteckten Zielen wächst. Und das alles in einer Zeit, in der Frauen noch nicht die gleichen Chancen hatten wie Männer. Also nicht einmal auf dem Papier die gleichen Chancen, denn ob es heutzutage eine wirkliche Gleichstellung gibt, lasse ich an dieser Stelle einmal unkommentiert.
Man lernt die verschiedenen Seiten von Joan kennen: Die Astronautin, die Teamkollegin, die liebende Tante, die zweifelnde Schwester und die hingebungsvolle Geliebte. Letzteres bringt mich zum Hauptaugenmerk des Buches: Der Liebesgeschichte.
Diese ist meiner Meinung ebenfalls äußerst glaubwürdig und ich konnte die Emotionen zwischen den Zeilen wirklich spüren. Joans große Liebe ist ebenfalls ein durchaus sympathischer und vor allem vielschichtiger Charakter. Durch die äußeren Umstände gestaltet sich die Beziehung der beiden aber als äußerst schwierig. In vielen anderen Büchern haben mich diese Schwierigkeiten oft einmal genervt und ich fand sie als unnötig. Denn oftmals dienen diese Hürden nur dazu künstlich Spannung aufzubauen und die Geschichte ein wenig in die Länge zu ziehen. Dies ist in diesem Buch aber nicht der Fall und dies empfand ich als eine sehr schöne Abwechslung.
Der Schreib- und Erzählstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Er war eine angenehme Mischung aus nüchterner Erzählweise und prosaisch schwärmerischen Elementen. Einige wenige Passagen empfand ich als ein wenig zu schwulstig und langatmig, diese waren aber glücklicherweise in der Minderheit.
Taylor Jenkins Reids Roman hat mich an vielen Stellen überrascht und mich zum Nachdenken angeregt. Die Handlung hat mich gepackt und gefesselt. Das Ende kam mir dann fast ein wenig zu abrupt, jedoch war es ein wohlüberlegtes Ende. Kleinere Abzüge in der Bewertung muss ich aber trotzdem vornehmen, da ich wie bereits erwähnt einen höheren Anteil an wissenschaftlichen Themen erwartet bzw. erhofft hatte.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit – Eine bewegende Doppelperspektive

Im Leben nebenan 
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Zuallererst möchte ich meinen Hut ziehen vor Anne Sauer und Chantal Busse. Erstere ist hierbei die Autorin des Buches und zweitere die Sprecherin des Hörbuchs. Beide haben einen fantastischen Job gemacht.
Die ...

Zuallererst möchte ich meinen Hut ziehen vor Anne Sauer und Chantal Busse. Erstere ist hierbei die Autorin des Buches und zweitere die Sprecherin des Hörbuchs. Beide haben einen fantastischen Job gemacht.
Die Idee des Buches, zwei verschiedene Leben ein und derselben Person parallel zu erleben, hat mich von Anfang an fasziniert. Allerdings hatte ich auch so meine Befürchtungen, dass mich dies, vor allem als Hörbuch, sehr verwirren könnte. Diese Befürchtung hat sich aber sofort in Luft aufgelöst, als ich mit dem Hören begonnen habe. Denn die Abgrenzung der beiden Geschichten war von Beginn an klar und äußerst eindeutig. Chantal Busse und ihre äußerst eindrucksvolle Stimme hat mich durch die Seiten und Stunden des Buches getragen. Ich wollte gar nicht mehr aufhören ihr zuzuhören. Und dies liegt nicht nur an der Geschichte. Chantals Stimmmelodie hat mir unglaublich gut gefallen, sie dürfte mir auch gerne eine Packungsbeilage eines x-beliebigen Medikamentes vorlesen und ich würde ihr noch immer gerne zuhören.
Auf den Inhalt des Buches möchte ich nicht groß eingehen, diesen kann man der Beschreibung des Buches oder dem Klappentext entnehmen. Ein paar wenige Worte muss ich aber leider doch verlieren, um meine nachfolgende Bewertung ein wenig verständlicher zu machen.
In diesem Buch begleitet man einerseits Toni, die mit ihrem Freund in einer schicken Wohnung wohnt und mehr oder weniger verzweifelt probiert ein Kind zu bekommen. Andererseits begleitet man aber auch Antonia, die gerade frisch Mutter geworden ist und mit dieser Situation ziemlich zu kämpfen hat. So weit, so gut. Toni und Antonia sind allerdings ein und dieselbe Person und nein es handelt sich weder um Polygamie noch um Schizophrenie. Wir begleiten sie einfach nur im Leben nebenan. Im was wäre, wenn. Was wäre, wenn sich Toni im Laufe der Jahre anders entschieden hätte. Wenn sie sich nicht von ihrer Jugendliebe getrennt hätte.
Allein dieses Gedankenspiel als Grundlage für einen Roman hat bei mir Begeisterung hervorgerufen. Denn wie so viele andere auch, habe ich mir diese Frage bereits öfter gestellt. Was wäre passiert, wie würde mein Leben aussehen, wenn ich diese oder jene Entscheidung nicht getroffen hätte. Wäre ich jetzt glücklicher, zufriedener, mit mir selbst im Reinen? Anne Sauer gibt nicht unbedingt Antworten auf diese Fragen, eröffnet aber einen ganz besonderen Blickwinkel auf dieses Thema.
Aber die Autorin macht an diesem Punkt noch nicht halt. Denn der Hauptunterschied oder zumindest das herausstechende Merkmal der beiden Leben, ist das Kind. Die eine hätte gerne eines, es funktioniert aber nicht so richtig. Die andere hat gerade eines bekommen und hadert mit der Situation. Anne Sauer verbindet die beiden doch sehr schweren Themen unerfüllter Kinderwunsch und regretting motherhood miteinander. Beides recht anspruchsvolle Thematiken, die man am liebsten nie selbst erleben möchte. Wobei ich für alle die vor allem zweiteres abschreckt einwenden muss, dass dies meine Interpretation ist. Im Roman selbst ist, ohne jetzt spoilern zu wollen, von Anpassungsstörungen die Rede. Es geht darum, wie fühlt man sich als Frau, wenn man gerade ein Kind bekommen hat. Liebt man es sofort und bis über beide Ohren, so wie es einem alle immer sagen?
Mir ist bewusst, dass dies alles nach einem tragischen und schwerfälligen Roman klingt und sich viele vielleicht überlegen, ob sie sich das wirklich antun sollen. Meine Antwort darauf, ist ein klare Ja, denn so belastend die Themen auch sein können. Die Autorin Anne Sauer packt in all dies eine Prise Humor hinein, schwarzen Humor bis zu einem gewissen Grad, ja natürlich. Aber dennoch ist die Geschichte wirklich amüsant und dies ohne billige und platte Witze.
Das Ende des Buches hat mich ein klein wenig irritiert und gestört. Ich kann einerseits verstehen, warum die Autorin das Buch genau so enden hat lassen, wie sie es eben getan hat. Andererseits habe ich das Gefühl, dass Anne Sauer mir noch ein paar erklärende Worte schuldet. Daher kann ich dem Buch auch leider nicht die Höchstnote geben. Aber eine Herzensempfehlung ist es auf jeden Fall.

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Veröffentlicht am 23.07.2025

Wunderheilung durch Nahrungsergänzungsmittel

Was die Seele essen will
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Durch gezielte und vor allem ausgewogene und richtige Ernährung sein seelisches Gleichgewicht finden klang (fast) zu gut, um wahr zu sein. Da die Hoffnung aber bekanntlich zuletzt stirbt habe ich mich ...

Durch gezielte und vor allem ausgewogene und richtige Ernährung sein seelisches Gleichgewicht finden klang (fast) zu gut, um wahr zu sein. Da die Hoffnung aber bekanntlich zuletzt stirbt habe ich mich darauf eingelassen und wurde leider enttäuscht.
Dabei hat alles recht gut angefangen. Julia Ross erklärt eindrücklich und in verhältnismäßig einfach Worten die Zusammenhänge zwischen einem Nährstoffmangel bzw. einem Mangel an essenziellen Aminosäuren und seelischen Problemen. Recht schnell kommen aber die ersten Tabletten und Nahrungsergänzungsmittel ins Spiel. Dies allein hätte mich noch nicht abgeschreckt, wenn es auch nicht das war, was ich mir eigentlich von diesem Buch erwartet habe. Äußerst irritiert haben mich die von der Autorin gebrachten Beispiele aus ihrem Klinikalltag. Egal welcher Patient oder welche Patientin zu ihr kam, unabhängig davon welche Krankheiten oder Beschwerden diese hatten und wie lang sie bereits anderweitig in Behandlung waren, eine Tablette von Julia Ross und sie waren innerhalb von 15 Minuten „geheilt“. Für mich klingt das alles zu sehr nach Wunderheilung und es ist allzu reißerisch formuliert, als das ich dem ganzen ohne Beweise glauben könnte.
Die biochemischen Vorgänge die Julia Ross in ihrem Buch beschreibt, fand ich aber äußerst interessant und vieles davon war mir bis dato nicht bekannt. Ich habe auf jeden Fall einiges dazulernen können. Allerdings habe ich auf Grund des Titels und der Beschreibung des Buches vermutet, dass der Hauptfokus des Buches auf der richtigen Ernährung liegt, um seelische Probleme in den Griff zu bekommen. Dies ist aber leider nicht der Fall. Es gibt zwar ein kurzes Kapitel über Ernährung und auch einige Vorschläge für Speisepläne und die dazugehörigen Rezepte. Diese macht aber nur einen winzigen Teil des Buches aus.
Des Weiteren habe ich so meine Probleme mit den Lebensmitteln, die die Autorin empfiehlt. Das sie Zucker und Weißmehlprodukte verteufelt kann ich ja noch verstehen und nachvollziehen. Die riesigen Mengen an Fleisch und tierischen Produkten, die sie empfiehlt, gegen aber gegen jede Empfehlung zu gesunder und ausgewogener Ernährung, die ich jemals gelesen habe. Wenig verwunderlich das Menschen, die eine vegetarische oder vegane Ernährung bevorzugen bei ihr überhaupt nicht gut wegkommen und man beim Lesen das Gefühl bekommt, dass diese ohne die von Ross empfohlenen Nahrungsergänzungsmittel dem Untergang geweiht sind. Als sie dann auch noch erwähnte, dass manche Vegetarier Huhn essen, habe ich endgültig an ihrer Kompetenz zu zweifeln begonnen.
Der Schreibstil der Autorin ist mehr als reißerisch und durch die immer wiederkehrenden Wiederholungen von vielen Aussagen und Hinweisen, hat man nach einer gewissen Zeit das Gefühl, dass man unbedingt und sofort alle der vorgeschlagenen Mittel bestellen und nehmen muss. Hier würde ich wirklich mit Bedacht vorgehen. Die Zusammenhänge die Julia Ross erklärt haben sicher ihre Gültigkeit, dennoch würde ich jedem davon abraten ohne Konsultation eines Arztes auch nur irgendeines der von ihr beschriebenen Mittel zu nehmen. Abgesehen davon, das vieles in Deutschland oder Österreich sowieso nicht freiverkäuflich am Markt erhältlich sind. Allein diese Tatsache sollte einem zu denken geben.

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Veröffentlicht am 22.07.2025

Wutbewältigung leicht gemacht

Wilma und der Wutknödel
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Ein gutes Kinderbuch zu schreiben ist keine leichte Aufgabe. Ein gutes Kinderbuch muss sowohl Kinder als auch Erwachsene begeistern können. Denn bis zu einer gewissen Altersgrenze sind es die Erwachsenen, ...

Ein gutes Kinderbuch zu schreiben ist keine leichte Aufgabe. Ein gutes Kinderbuch muss sowohl Kinder als auch Erwachsene begeistern können. Denn bis zu einer gewissen Altersgrenze sind es die Erwachsenen, die das Buch aussuchen und auch vorlesen. Fühlen diese sich nicht angesprochen, verringert das die Chancen, dass das Buch im Kinderzimmer einziehen darf, erheblich. Die Ansprüche der Kinder sind aber genauso wichtig. Diese müssen mit dem Thema und den Charakteren etwas anfangen können und die Bilder müssen ansprechend sein.
Autorin Inka Vigh hat diesen doch recht anspruchsvollen Spagat mit Bravour erledigt und ein unglaublich warmherziges Kinderbuch erschaffen. Die Illustrationen, die ebenfalls aus ihrer Hand stammen, sind ansprechend und detailreich. Sowohl der kleine Leser als auch ich schauen uns die Bilder einfach gerne an und freuen uns über die vielen kleinen Details, die das Buch zu etwas ganz Besonderem machen.
Die beschriebenen Alltagssituationen sind für Kinder gut verständlich und nachvollziehbar. Das meiste haben die Kinder so oder so ähnlich sicher selbst schon einmal erlebt. Wilma ist ein entzückendes kleines Mädchen, wenn sie auch an manchen Stellen ein bisschen zu altklug wirkt.
Das Hauptthema des Buches ist, wie der Name bereits verrät, Wut bzw. wie wir mit diesem Gefühl umgehen sollten. Die Vorstellung das in unserem Inneren ein Wutknödel entsteht, der immer größer und größer wird, hat mir sehr gut gefallen und ich habe auch feststellen können, dass dies für den 2-jährigen kleinen Leser ein nachvollziehbarer Gedanke ist. Natürlich ist dieses Buch kein Wundermittel und weder verpufft die Wut beim Lesen noch treten Wutanfälle seltener auf.
Dennoch hat dieses Buch uns sehr geholfen. Der kleine Leser hat dadurch gelernt, dass es ganz normal ist, dass man wütend wird. Das dies nichts Schlimmes ist, dass aber darauf ankommt, wie man mit diesem unangenehmen Gefühl umgeht. Wilma und den Wutknödel dabei zu beobachten, wie sie Dinge ausprobieren ist unglaublich lustig.
Die Altersempfehlung des Verlages für dieses Buch liegt bei 3 Jahren und diese ist meines Empfindens auch passend gewählt. Wie bereits weiter oben erwähnt wurde das Buch hier mit einem gut 2 Jahre altem Kind gelesen und der kleine Leser hatte keinerlei Schwierigkeiten mit der Länge des Textes oder verwendeten Wörter oder Ausdrücke. Das Buch eignet sich meiner Meinung nach aber auch noch für ältere Kinder. Mit denen kann man dann auch noch nach weiteren Methoden suchen, um den Wutknödel wieder nach Hause zu schicken.
Ich kann es einfach nicht oft genug sagen, daher abschließend noch einmal: Dieses Buch hat uns wirklich begeistert und wird vom kleinen Leser auch immer wieder aus dem Bücherregal herausgesucht. Und allein dies zeigt meiner Meinung nach, dass es sich um das perfekte Kinderbuch handelt.

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