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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.07.2025

Zu viel in zu kurzer Zeit

From Scratch - Alles neu mit dir
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Der Einstieg ins Buch hat mir sehr gut gefallen, da man sofort mitten ins Geschehen eintaucht, die Handlung spannend und fesselnd ist. So darf man gleich zu Beginn miterleben, wie Amanda aus ihrem Martyrium ...

Der Einstieg ins Buch hat mir sehr gut gefallen, da man sofort mitten ins Geschehen eintaucht, die Handlung spannend und fesselnd ist. So darf man gleich zu Beginn miterleben, wie Amanda aus ihrem Martyrium befreit wird. Durch diese sehr intensiven ersten Seiten konnte ich gleich eine Verbindung zu Amanda aufbauen und freute mich schon darauf, zu lesen wie es weitergeht.
Die eigentliche Geschichte findet dann zwei Jahre später statt und auch da war ich zu Beginn noch ganz begeistert, sowohl von der Handlung an sich als auch von den handelnden Charakteren. Ich konnte sowohl Amandas Handlungen nachvollziehen und hatte auch Verständnis für Amandas Familie. Letztere war mir zwar nicht unbedingt sympathisch, aber ich bin auch der Meinung, dass mir nicht jede Person in einem Buch sympathisch sein muss. Chase Henry empfand ich auch als durchaus spannenden Charakter.
Leider ist meine anfängliche Begeisterung dann relativ schnell abgeflaut. Dies liegt einerseits daran, dass die weitere Handlung relativ vorhersehbar war. Darüber hätte ich noch hinwegsehen können, denn dies ist ja in vielen Büchern dieses Genres der Fall. Andererseits lag es aber daran, dass ich die Charakterentwicklung von Amanda meiner Meinung nach viel zu rasant ging. Ich verstehe schon, dass dies für die weiteren Vorkommnisse in dem Buch wichtig ist, aber wirklich Sinn hat es für mich nicht ergeben. Das Ganze erinnerte mich ein wenig an eine Wunderheilung.
Aufgrund von Amandas Vergangenheit hatte ich erwartet, dass dieses Buch mich auf eine emotionale Achterbahn schicken wird. Dies hat die Autorin Stacey Kade hin und wieder auch geschafft. Ihren Erzählstil empfand ich als flüssig und angenehm. Außerdem schafft Stacey Kade es sehr gut Emotionen zu beschreiben und zu transportieren. Unterstützt wird dies auch dadurch, dass die Geschichte immer abwechselnd aus der Sicht von Amanda und Chase erzählt wird. Wobei dies auch ein mittlerweile gängiges Stilmittel ist. Ich bin schon eher verwundert, wenn es in einem Buch dieses Genres nicht genutzt wird. Wie bereits erwähnt habe ich so meine Schwierigkeiten mit Amandas sehr rasantem Sinneswechsel und ihrer geradezu explosionsartigen Charakterentwicklung. Daher war auch die Liebesgeschichte für mich nur bedingt glaubwürdig. Für mich persönlich wirkte alles zu sehr konstruiert und zu holprig.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass dieses Buch für mich eine nette Unterhaltung war, mich aber weder so begeistert noch gefesselt hat, wie ich es mir erwartet hätte. Obwohl ich den Schreibstil der Autorin als sehr angenehm empfand, glaube ich nicht, dass ich noch einmal zu einem Buch von ihr greifen werde.

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Veröffentlicht am 30.06.2025

Joshua und Lori: Ein neues Kapitel in Hopeville

Foul Play
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Endlich ist er da, der zweite Teil der Hopeville Dragons Reihe von Laura Willud. Wobei Reihe vielleicht ein klein wenig zu hoch gegriffen ist, denn entgegen meinen Erwartungen besteht die Reihe nur aus ...

Endlich ist er da, der zweite Teil der Hopeville Dragons Reihe von Laura Willud. Wobei Reihe vielleicht ein klein wenig zu hoch gegriffen ist, denn entgegen meinen Erwartungen besteht die Reihe nur aus zwei Büchern. Dies finde ich auf der einen Seite sehr schade, denn mir haben die beiden Bücher sehr viel Spaß gemacht, auf der anderen Seite hätte ein weiterer Band einfach keinen Sinn ergeben.
Im ersten Band waren Joyce und Austin die beiden Hauptpersonen. In diesem Band sind es nun Joshua, seines Zeichen Bruder von Joyce und Teamkollege von Austin, und Lori, die beste Freundin von Joyce. Die Wahl der Hauptpersonen war wenig überraschend und hat sich meiner Meinung nach bereits im vorherigen Buch abgezeichnet. Theoretisch könnten die beiden Bücher unabhängig voneinander gelesen werden. Ich persönlich würde aber empfehlen, die Reihenfolge der Bücher einzuhalten.
Wie ich vermutet habe, gibt es in diesem Band keine großen Überraschungen und Laura Willud setzt das Erfolgsrezept fort; eine gute Mischung aus Sport, Collegeleben, großen Gefühlen und mehr oder weniger starken Charakteren. Gewürzt mit einer Prise Komplexität. Nicht vorhanden war dafür das große Geheimnis, gefehlt hat es meiner Meinung nach aber trotzdem nicht.
Meine Erwartungen waren recht hoch, da mir die Geschichte von Joyce und Austin wirklich sehr gut gefallen hat. Ich würde nicht so weit gehen zu behaupten, dass ich enttäuscht bin, allerdings war dieses Buch doch schwächer im Vergleich. Die Charaktere sind daran aber weniger Schuld, denn sowohl Lori als auch Joshua haben mir mit ihrer Zielstrebigkeit und ihrem Ehrgeiz sehr gut gefallen. Die Gefühle der beiden waren glaubhaft und die Chemie hat meiner Meinung nach definitiv gestimmt. Die typischen Stolpersteine auf dem Weg zum Happy End gab es, wirkten in diesem Fall aber auch nicht störend oder künstlich aufgebauscht. In dieser Beziehung hat wirklich alles gepasst.
Loris Schwierigkeiten mit ihrer Familie haben das Bild sehr gut abgerundet und ihrem Charakter noch mehr Tiefe verliehen. Schade fand ich nur, dass dem Thema nicht mehr Raum gegeben wurde. Es gab zwar einige kürzere Episoden, die sich mehr oder weniger damit beschäftigt haben, die hätte man aber deutlich ausbauen können. Ähnliches habe ich bereits in meiner Rezension zu „Mismatch“ geschrieben, auch dort gab es ein wichtiges und relevantes Thema, das mehr Bedeutung verdient hätte.
Die Liebesszenen sind nicht besonders zahlreich, was mich persönlich freut. Ich bin kein großer Fan von zu viel Spice. Die vereinzelten Szenen haben sich aber gut in das Gesamtbild eingepasst und waren wertschätzend und liebevoll beschrieben.
Ich hatte mich auch dieses Mal wieder für die Hörbuch Variante entschieden. Als Sprecher wurden dieses Mal Regine Lange und Fynn Engelkes engagiert. Beide haben mir bezüglich ihrer Sprachmelodie und der Betonung sehr gut gefallen. Im ersten Augenblick fand ich es schade, dass nicht wieder die gleichen Sprecher wie beim ersten Teil genommen wurde, im Nachhinein macht es aber durchaus Sinn; andere Hauptpersonen, andere Sprecher.
Laura Willud hat auch dieses Mal wieder sehr viel richtig gemacht und eine zauberhafte Sportromanze mit glaubwürdigen Charakteren erschaffen. Ein bisschen schade ist es zwar, dass ich mich jetzt von den Hopeville Dragons verabschieden muss, aber ich hoffe sehr, bald wieder einmal was von der Autorin lesen zu können.

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Veröffentlicht am 30.06.2025

Die stille Stimme eines Bauernmädchens

Die Farbe von Milch
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Schon nach wenigen Sätzen muss man feststellen, dass dieses Buch anders ist. Wobei es einem auch bereits vor dem Lesen hätte, klar sein müssen, denn immerhin wurde es mit dem folgenden Satz vom Verlag ...

Schon nach wenigen Sätzen muss man feststellen, dass dieses Buch anders ist. Wobei es einem auch bereits vor dem Lesen hätte, klar sein müssen, denn immerhin wurde es mit dem folgenden Satz vom Verlag beworben: "Die bewegende Geschichte eines Bauernmädchens erzählt in einer herausragenden Sprache".
Das Buch handelt von Mary, einem knapp 15 Jahre alten Bauernmädchen, das im England des 19ten Jahrhunderts lebt. So weit so gewöhnlich, ungewöhnlich ist es deswegen, weil die Geschichte eigenhändig von Mary geschrieben wurde. Dadurch ist die Sprache eher einfach gehalten, es gibt fast ausschließlich Hauptsätze und auch Satzzeichen sind Mangelware. Direkte Rede kommt zwar sehr häufig vor, wird aber nicht durch die eigentlich vorgeschriebenen Satzzeichen gekennzeichnet. Sehr gewöhnungsbedürftig, aber meiner Meinung nach auch authentisch. Ich habe allerdings auch einiges an Kritik zu diesem gewählten Stilmittel gelesen. So tun sich viele Leser aufgrund der mangelnden Satzzeichen schwer mit dem Lesen, und bemängeln, dass Mary auf der anderen Seite aber auch teils schwierige Wörter fehlerfrei schreiben kann. Ich kann diese Kritiken bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen, denke aber, dass wenn die Autorin auch noch absichtlich Rechtschreibfehler eingebaut hätte, dies zwar durchaus der Authentizität gutgetan, das Lesen des Buches aber fast unmöglich gemacht hätte.
Doch die Sprache ist nicht das einzige, das recht einfach gehalten ist. Auch die Geschichte an sich ist eher einfach gestrickt und an manchen Stellen durchaus vorhersehbar. Die eine oder andere kleinere Überraschung hat Autorin Nell Leyshon dann aber doch noch auf Lager.
Trotz oder gerade vielleicht auch wegen ihrer Einfachheit konnte mich die Geschichte so ziemlich von Anfang an fesseln. Die Erzählung ist ehrlich, roh und schnörkellos. Mary nennt die Dinge beim Namen und beschönigt dabei nichts. Sie beschreibt ihren Alltag und ihr sehr karges und entbehrungsreiches Leben mit klaren Worten, ohne zu jammern oder mitleidserregend zu wirken. Es ist eben wie es ist und sie kennt es nicht anders. Auch düstere und nicht so angenehme Dinge beschreibt Mary nüchtern und fast wirkt sie dabei emotionslos. Dies ist aber meiner Meinung nach auf die Tatsache zurückzuführen, dass Mary in ihrem Leben keinen Platz für Gefühle hat und es nicht gelernt hat, dieses auszudrücken.
Im Umkehrschluss bedeutet das aber nicht, dass die Erzählung die Leserin oder den Leser kalt lässt. Mich persönlich hat das Buch sehr berührt und bewegt. Vor allem wenn man sich vor Augen hält, dass es noch immer Gegenden auf der Welt gibt in dem die von Mary beschriebenen Dinge noch heute passieren. In denen Frauen und Kinder noch immer einfach nur Ware und billige Arbeitskräfte sind.
Trotz kleinerer Schwächen hat mich diese Erzählung in seinen Bann gezogen und ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Auch wenn ich es ab einem gewissen Punkt am liebsten getan hätte. Marys Geschichte hat mich auf vielen Ebenen berührt und zum Nachdenken gebracht und für mich ist dieses Kleinod eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 27.06.2025

Die Jahreszeiten humorvoll erklärt

Der Sonnendieb
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Vogel und Eichhörnchen, die beiden Hauptfiguren, kennen wir bereits aus einem anderen Buch der Blätterdieb-Reihe. Schon damals waren sowohl der kleine Leser als auch ich ganz begeistert. Die beiden Figuren ...

Vogel und Eichhörnchen, die beiden Hauptfiguren, kennen wir bereits aus einem anderen Buch der Blätterdieb-Reihe. Schon damals waren sowohl der kleine Leser als auch ich ganz begeistert. Die beiden Figuren sind zuckersüß und herrlich komisch.
Umso gespannter war ich daher auf das neueste Buch der Reihe. Und um es kurz zu machen, auch dieses Buch hat mir wieder sehr gut gefallen. Die Illustrationen sind sehr ansprechend und bunt. Die meisten Bilder sind auf das wesentliche reduziert und trotzdem gibt es immer wieder das eine oder andere kleine Detail zu entdecken. Leider muss ich allerdings anmerken, dass ich die Schriftart und vor allem auch die Schriftfarbe als nicht ideal empfinde. Gerade die schwarze Schrift ist bei den Nachtszenen schwerer lesbar. Hier hätte man eventuell eine hellere Schriftfarbe wählen können. Die Schriftart ist etwas verschnörkelt und gefällt mir optisch eigentlich recht gut. Auch mit der Lesbarkeit hatte ich keine Probleme. Allerdings könnten Leseanfänger hier Schwierigkeiten haben.
Die Texte auf den einzelnen Seiten sind recht kurzgehalten und es macht Spaß, das Buch vorzulesen. Die Zeichnungen unterstützen den Text dabei sehr gut und sowohl der kleine Leser als auch ich mussten immer mal wieder lachen. Besonders gut gefällt mir persönlich die letzte Doppelseite. Hier wird in einigen Sätzen noch einmal erklärt, warum es Jahreszeiten gibt und wie diese zustande kommen. Auch für weitere Fragen, die sich eventuell aus der Geschichte ergeben, liefert diese Doppelseite eine Erklärung. Somit ist sichergestellt, dass die Kinder auch wirklich etwas aus dieser sehr lustigen und herzlichen Geschichte lernen können.
Das Buch gehört wie bereits anfangs erwähnt zu der Blätterdieb-Reihe. Die Bücher bauen aber nicht aufeinander auf und können daher unabhängig voneinander gelesen werden. Wobei ich befürchte, wenn man sich einmal mit Vogel und Eichhörnchen angefreundet hat, werden ganz schnell auch die anderen Bände einziehen.
Bis auf die kleinen Kritikpunkte bezüglich der Schrift muss ich sagen, dass das Buch durchaus gelungen ist und ich es auf jeden Fall weiterempfehlen kann.

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Veröffentlicht am 27.06.2025

Enttäuschte Erwartungen

Wie Sterne so hell
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Meine Erwartungshaltung an das Buch war relativ eindeutig, als ich mit dem Lesen begonnen habe. Eine bittersüße Liebesgeschichte, die einem unter die Haut geht und zu Tränen rührt. Bis zu einem gewissen ...

Meine Erwartungshaltung an das Buch war relativ eindeutig, als ich mit dem Lesen begonnen habe. Eine bittersüße Liebesgeschichte, die einem unter die Haut geht und zu Tränen rührt. Bis zu einem gewissen Grad wurden meine Erwartungen auch erfüllt, aber leider zu wenig, als dass mich das Buch wirklich begeistern oder mitreißen hätte können. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich sogar mehrmals überlegt habe das Buch abzubrechen.
Dies lag vor allem an der weiblichen Hauptperson Sahra. Bereits von Anfang an hatte ich meine Schwierigkeiten mit ihr, wobei ich es anfangs nicht festmachen konnte, woran das liegt. Je mehr die Geschichte vorschritt und je mehr man über Sahra und ihre komischen Spielchen, die sie mit Menschen spielt, erfahren hat, war es bei mir dann vorbei. Ich denke besonders gestört hat mich, dass sie als Gutmensch dargestellt wird und von allen Freunden und Bekannten wie eine Heilige verehrt wird, aber ihre Handlungen dies in keiner Weise rechtfertigen. Sie pfuscht ihm Leben anderer Menschen herum, zwingt ihnen ihren Willen auf und bildet sich ein alles besser zu wissen.
Ihr männlicher Gegenpart Mo hat mir da schon deutlich besser gefallen, konnte das Buch allein für mich auch nicht retten. Natürlich ist auch er eine gequälte Seele und muss von der Heiligen Sahra gerettet werden. Denn auch wenn sie nichts über ihn weiß, weiß sie doch was er mit seinem Leben anfangen soll. Um dem ganzen Irrsinn dann noch die Krone aufzusetzen, lässt er sich, wenn auch etwas widerwillig auf das Spiel ein. Wobei wenn er sich nicht darauf eingelassen hätte, wäre das Buch ja auch schon wieder vorbei gewesen.
Die unzähligen Dialoge zwischen Sahra und Mo haben der Geschichte zwar einiges an Tiefgang gegeben, andererseits haben sie es auch in die Länge gezogen. Viele der Gespräche sollten möglicherweise witzig sein, der Humor ist an mir aber verpufft. Auch hatte ich nicht das Gefühl, dass die Chemie zwischen den beiden wirklich stimmt. Es fühlte sich eher so an, als ob die beiden sich abstoßen und nicht anziehen.
Ich denke schon, dass ich verstanden habe, was die Autorin mir mit dem Buch sagen will. Leider gefällt mir die Art und Weise wie sie das vermittelt einfach nicht. Es handelt sich hierbei keinesfalls um ein schlechtes Buch, es ist einfach nur kein Buch für mich gewesen.

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