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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.11.2025

Kleine Stoffstücke, große Wirkung

Bezaubernde Patchwork-Ideen mit Paper Piecing
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Nähen ist für mich neben Lesen eines meiner liebsten Freizeitbeschäftigungen. Für mich hat beides etwas wunderbar Meditatives, ich kann abschalten und den Alltag vergessen. Besonders gut gefällt mir, wenn ...

Nähen ist für mich neben Lesen eines meiner liebsten Freizeitbeschäftigungen. Für mich hat beides etwas wunderbar Meditatives, ich kann abschalten und den Alltag vergessen. Besonders gut gefällt mir, wenn ich beide Hobbys miteinander verbinden kann und ich dann ein Hörbuch, während dem Nähen hören kann.
Ich habe das Gefühl, dass Patchwork in den letzten Jahren sehr modern geworden ist, davor war es gefühlsmäßig eher was für die ältere Generation. Die jüngeren haben sich weniger mit dem Thema beschäftigt und eher zu Jersey und anderen dehnbaren Stoffen gegriffen und Kleidungsstücke für sich oder für die Kinder genäht. Mir kommt es langsam aber so vor, als würde ein Umdenken stattfinden und auch immer mehr jüngere Nähbegeisterte greifen zu Webware Stoffen und erstellen kunstvolle Patchwork-Werke.
Von Paper Piecing habe ich schon öfters etwas gehört oder gelesen und auch bereits das eine oder andere Video zu dem Thema gesehen. Da mich dies alles neugierig gemacht hat, habe ich mich für dieses Buch entschieden und so viel gleich mal vorweg. Ich habe meine Entscheidung nicht bereut.
Dieses Buch ist durchaus für Neulinge in der Materie geeignet. Der erste Teil des Buches beschäftigt sich nämlich relativ ausführlich mit den benötigten Materialien und Werkzeugen. Außerdem wird sowohl mit Worten als auch mit Bildern die eigentliche Technik erklärt. Der nächste Abschnitt besteht dann aus den eigentlichen Quiltblöcken. Wie bereits im Titel vermerkt, sind die Motive von der Natur inspiriert. Neben Schmetterlingen und Libellen, Pilzen und Nachtfaltern, findet man auch viele verschiedene Blüten. Die Blöcke können in zwei verschiedenen Größen genäht werden, die Anleitung wie man die Vorlagen ausdrucken muss, findet sich natürlich auch im Buch.
Die Anleitungen für die Herstellung der Blöcke ist recht kurzgehalten. Dies hat mich im ersten Augenblick ein wenig irritiert. Allerdings habe ich feststellen müssen, dass wenn man die Technik einmal verstanden hat, kann man ohne viele weitere Erklärungen die verschiedenen Blöcke herstellen.
Paper Piecing finde ich deswegen besonders wunderbar, weil man damit auch kleinere Webware-Reste gut verarbeiten kann. Jeder der näht weiß, dass immer irgendwelche kleinen Reststücke überbleiben, die zu schade zum Wegschmeißen sind.
Beim ersten Durchblättern war ich mir nicht sicher, inwieweit mir die Motive zusagen werden und ob da wirklich etwas dabei ist, was ich nachnähen möchte. Manche Ideen wirkten auf mich ein wenig altbacken. Allerdings habe ich schnell feststellen müssen, dass dies nicht an den Motiven, sondern an den verwendeten Stoffen liegt. Hierbei habe ich einfach einen anderen Geschmack. Aber dies ist ja das schöne am Nähen, dass jeder sich seine Dinge so gestalten kann, wie es den persönlichen Vorlieben entspricht.
Ein tolles Buch sowohl für Anfänger im Bereich Paper Piecing wie auch für Fortgeschrittene die auf der Suche nach neuen Motiven sind.

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Veröffentlicht am 30.11.2025

Authentisch, aber nicht überwältigend

Before I met Supergirl
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Wäre ich Teilnehmer bei einer Quizshow und müsste 3 Songtitel von Rae Garvey nennen, würde ich kläglich scheitern. Andererseits bin ich mir ziemlich sicher, dass ich, wenn ich seine Lieder im Radio höre, ...

Wäre ich Teilnehmer bei einer Quizshow und müsste 3 Songtitel von Rae Garvey nennen, würde ich kläglich scheitern. Andererseits bin ich mir ziemlich sicher, dass ich, wenn ich seine Lieder im Radio höre, sicher mitsingen könnte, allerdings wüsste ich nicht, dass dies Rae Garvey Songs sind. Was ich damit sagen möchte, ist, dass ich kein eingefleischter Rae Garvey Fan bin, seine Musik mir allerdings bekannt ist und ich auch ihn als Person des öffentlichen Lebens kenne. Ehrlich gesagt war der Hauptgrund, dass ich mich für dieses Hörbuch entschieden habe, dass ich schon lange keine Biografie mehr gelesen habe und neugierig war, ob Biografien für mich auch als Hörbuch funktionieren. Auf den letzten Punkt möchte ich gleich mal eingehen und überraschenderweise funktioniert dies sogar ausgesprochen gut. Wobei es natürlich stark auf die Biografie ankommt. In diesem Fall ist es so, dass Rae Garvey einfach seine Geschichte erzählt, daher hat das Ganze eher eine Roman Form und keine Aufzählung von Daten und Fakten. Letzteres stelle ich mir als Hörbuch äußerst mühsam vor. Eine Biografie zu bewerten ist für mich immer besonders schwierig, denn eigentlich steht es mir nicht zu, ein Urteil über die Geschehnisse zu treffen. Meiner Meinung ist es ziemlich anmaßend, wenn man sagt, dass einem die Handlung zu übertrieben oder zu langweilig war. Immerhin geht es hier nicht um eine ausgedachte Geschichte, sondern um das Leben eines Menschen. Wie der Titel bereits vermuten lässt, geht es in diesem Buch um die Zeit bevor der Künstler Berühmtheit erlangt hat. Er berichtet über seine Kindheit, gibt interessante Einblicke in seine Familie, schildert seine durchaus aufregende Jugend und zeigt seinen Werdegang zum Musiker. Meiner Meinung nach merkt man, dass Rae Garvey sich genau überlegt hat, was er mit der breiten Öffentlichkeit teilen möchte und was nicht. Und nein, damit meine ich nicht, dass er sich immer im besten Licht darstellt, ganz im Gegenteil, er steht zu den Dummheiten und der Leichtsinnigkeit seiner Jugend. Trotzdem spürt man an welchen Stellen eher Informationen weglässt, so wie er zum Beispiel relativ wenig über sein Liebesleben und seine Beziehungen spricht. Die Einleitung des Hörbuchs wird von Rae Garvey höchstpersönlich gelesen und das noch dazu auf English. Dies kam für mich sehr überraschend, da ich damit nicht gerechnet habe, hat mir aber sehr gut gefallen. Ich kann aber auch die Entscheidung nachvollziehen, dass der Hörbuch Hamburg Verlag für das restliche Hörbuch einen professionellen Sprecher, nämlich Simon Jäger, engagiert hat. Simon Jägers Stimme war für mich in Kombination mit dem Inhalt zu Beginn ein wenig seltsam, im Laufe des Buches habe ich mich aber an die Stimme gewöhnt und fand sie passend. Im Vergleich zu anderen Biografien muss ich sagen, dass mich diese nicht so begeistern und überzeugen konnte. Die Schilderungen des Künstlers sind interessant und es gibt sicherlich die eine oder andere Episode, die sich von der Masse abhebt, an anderen Stellen wirkt das ganze etwas langatmig. Das Hörbuch ist auf jeden Fall authentisch und glaubwürdig und meiner Meinung nicht nur für Fans des Künstlers zu empfehlen. Außerdem kann ich es vor allem uneingeschränkt als Hörbuch empfehlen und dies ist ein Satz, denn ich nicht leichtfertig ausspreche. Wer eine ehrliche, persönliche Geschichte sucht und Hörbücher mag, wird hier fündig – auch ohne Fan zu sein.

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Veröffentlicht am 29.11.2025

Realistisch, modern, aber zäh

Okaye Tage
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Aufgrund von sehr vielen positiven Stimmen habe ich mich dazu entschieden, dieses Buch zu lesen. Der Klappentext klang interessant und ich dachte wirklich, dass ich mich für dieses Buch würde begeistern ...

Aufgrund von sehr vielen positiven Stimmen habe ich mich dazu entschieden, dieses Buch zu lesen. Der Klappentext klang interessant und ich dachte wirklich, dass ich mich für dieses Buch würde begeistern können. Leider war dies nur in Ansätzen der Fall und ich musste das Lesen mehrmals unterbrechen und habe inzwischen andere Bücher gelesen.
Dabei hat das Buch eigentlich viel interessantes zu bieten. Die beiden Protagonisten Sam und Luc haben mir zu Beginn gut gefallen. Ihre erste Verliebtheitsphase war romantisch und ich habe sie gerne auf diesem Teil der Geschichte begleitet. Auch die Beschreibungen von London haben mir sehr gut gefallen. Meiner Meinung nach hat die Autorin Jenny Mustard die Zerrissenheit der beiden Protagonisten sehr gut rüberbringen können. Einerseits sind die beiden bis über beide Ohren ineinander verliebt und möchten alles miteinander teilen, andererseits kommen immer wieder Zweifel auf, was der andere von einem denkt. Dies macht dieses Buch und vor allem diese Liebesgeschichte für mich besonders realistisch, aber auch etwas anstrengend. Denn das Drama ist hier quasi schon vorprogrammiert. Vor allem deswegen, weil die Charaktere wie Feuer und Wasser sind. Luc ist eher ein wenig zurückhaltend, nachdenklich und liebt die Ruhe und Abgeschiedenheit. Sam ist das genau Gegenteil, sie ist laut, offen und trägt ihr Herz auf der Zunge.
Nachdem verblassen der ersten Verliebtheitsphase ist leider auch meine Leselust verblasst. Denn ab diesem Zeitpunkt wurde es für mich einfach nur noch anstrengend. Die Handlung der Geschichte kam nicht wirklich in Fahrt und die Gespräche der beiden drehten sich gefühlt immer um die gleichen Themen und waren langatmig und zäh. An dieser Stelle habe ich das Buch mehrmals zur Seite legen müssen und ich habe mit dem Gedanken gespielt das Buch abzubrechen.
Jenny Mustard hat es geschafft einen sehr jugendlichen, modernen und realistischen Roman zu schreiben. Auch wenn sich die Haupthandlung um eine Liebesbeziehung dreht, würde ich dieses Buch nicht unbedingt als Liebesroman bezeichnen. Die Autorin hat sich dazu entschieden, die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Sam und Luc zu erzählen und obwohl der Roman eigentlich chronologisch aufgebaut ist, gibt es den einen oder anderen Zeitsprung.
Obwohl die Autorin aufgrund der wechselnden Erzählperspektive einen Einblick in das Seelenleben von Sam und Luc ermöglicht, konnte ich doch zu keinem der beide eine tiefere Beziehung aufbauen. Die Nebencharaktere waren zwar durchaus interessant, leider hat sich die Autorin aber nicht die Mühe gemacht innen viel Tiefe zu verleihen. Daher bleiben sie eher eine blasse Randerscheinung. Schade, denn auch hier hätte ich noch einiges an Potential gesehen.
Ich möchte auf keinen Fall behaupten, dass Jenny Mustard hier einen schlechten Roman geschrieben hat. Ich denke eher, dass dieses Buch und ich einfach keine gute Kombination sind und eine jüngere Zielgruppe eher etwas mit den behandelten Themen anfangen kann. Daher kann ich nur eine bedingte Empfehlung für dieses Buch aussprechen.

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Veröffentlicht am 28.11.2025

Zauberhaft, poetisch und doch düster

Der Regenzaubermarkt: Der Feel-Good-Bestseller aus Korea – tauche ein in eine magische Welt, in der alles möglich ist!
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Sowohl bei Menschen als auch bei Büchern sollte es vornehmlich um die inneren Werte gehen. Trotzdem ist es nun mal das Äußere, das wir zuerst wahrnehmen und nur wenn uns dies auf irgendeine Art und Weise ...

Sowohl bei Menschen als auch bei Büchern sollte es vornehmlich um die inneren Werte gehen. Trotzdem ist es nun mal das Äußere, das wir zuerst wahrnehmen und nur wenn uns dies auf irgendeine Art und Weise anspricht, werden wir uns die Mühe machen das Innere zu erforschen.
Das Äußere des Buches hat bei mir sofort punkten können. Das Coverbild entspricht genau meinem Geschmack und lässt bereits ein wenig auf den Inhalt schließen. Das Hardcover ist hochwertig verarbeitet und liegt gut in der Hand. Da es sich noch dazu um einen koreanischen cozy Fantasyroman handelt, war für mich die Entscheidung, ob ich dieses Buch lesen soll, schnell getroffen.
Der Anfang des Buches entsprach dann auch ziemlich genau meinen Erwartungen. Für all jene, die bis dato noch keine Erfahrungen mit koreanischen Romanen gemacht haben, mag der Schreib- und Erzählstil am Anfang ein klein wenig gewöhnungsbedürftig sein. Meiner Meinung nach gewöhnt man sich aber schnell daran. Wenn ich den Stil beschreiben müsste, würde ich wahrscheinlich Wörter wie blumig, schwülstig, poetisch und zauberhaft verwenden.
Nach einem kurzen Auftakt in der realen Welt dürfen wir zusammen mit Serin in die fantastische Welt des Regenzaubermarktes eintauchen. Und fantastisch ist dieser wirklich meiner Meinung nach. Als ich Serin und Isha, eine Zauberkatze, die ihr zur Seite steht, durch den Markt wandeln, musste ich oft an Alice im Wunderland oder Chihiros Reise ins Zauberland denken. Besonders interessant fand ich die Dokebis, die Bewohner des Regenzaubermarktes. Diese sind keine Erfindung des Autors You Yeong-Gwang sondern Fabelwesen aus der koreanischen Märchenwelt. Da ich mich mit dieser bis dato noch nicht beschäftigt hatte, waren diese für mich komplett neu.
In vielen Bereichen wich die Handlung dann von meinen Erwartungen ab, hat mich aber im Großen und Ganzen begeistern können. Überraschend für mich war allerdings, dass die Geschichte stellenweise deutlich düsterer ist, wie erwartet. Da das Buch als cozy Fantasy und feel good Bestseller angekündigt war, hatte ich damit nicht gerechnet. In diesem Zusammenhang sehe ich auch das empfohlene Lesealter mit ab 12 Jahren als kritisch. Ich würde den Erwachsenen auf jeden Fall empfehlen, das sie das Buch zuerst lesen, um einschätzen zu können, ob das Kind bereit für dieses Buch ist.
Positiv hervorheben möchte ich, dass die Botschaften des Buches wirklich sehr gut sind und bei mir zumindest auch nachwirken. Auf sehr ansprechende und eindrückliche Weise hinterfragt das Buch, was Glück eigentlich bedeutet, und geht auch auf Themen wie Erwartungsdruck, Erfolg, Vergleiche mit anderen ein. Alles Dinge die natürlich nicht nur, aber gerade für Jugendliche eine wichtige Rolle spielen.
Trotz all der positiven Aspekte gibt es ein paar Punkte die meine Begeisterung für das Buch ein wenig trüben. Dies liegt vor allem daran, dass die Beweggründe von manchen Personen für mich nicht nachvollziehbar waren, einige Punkte zu oberflächlich behandelt wurden und viele Nebencharaktere blass blieben.
Alles in allem war es für mich aber ein überraschendes und meist vergnügliches Leseerlebnis und daher möchte ich dieses Buch auch gerne weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 25.11.2025

Ein Streifzug durch den Körper

Organisch
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10 Jahre ist es bereits her, dass Giulia Enders etwas geschafft hat, was wohl niemand erwartet hat. Sie hat den Darm salonfähig gemacht. Mit ihrem Bestseller „Darme mit Charme“ hat sie die Bestsellerlisten ...

10 Jahre ist es bereits her, dass Giulia Enders etwas geschafft hat, was wohl niemand erwartet hat. Sie hat den Darm salonfähig gemacht. Mit ihrem Bestseller „Darme mit Charme“ hat sie die Bestsellerlisten und die Wohnzimmer von Millionen Menschen gestürmt und es geschafft, dass es plötzlich ganz normal war sich über die Funktionen des Darms zu unterhalten.
Jetzt ist sie wieder zurück und widmet sich in ihrem neuesten Buch der Lunge, dem Immunsystem, der Haut, den Muskeln und dem Gehirn. Im Gegensatz zu vielen anderen habe ich ihr erstes Buch leider nie gelesen, auch wenn es schon ewig auf meiner Leseliste steht. In Bezug auf die Bewertung dieses Buches sehe ich dies allerdings als kleinen Vorteil, da ich unvoreingenommen an das Buch herangehen kann und die Vergleiche zu ihrem Erstlingswerk wegfallen.
Jedes der Kapitel startet mit einer Einleitung. Eigentlich eine logische Tatsache und normalerweise nicht weiter erwähnenswert. In diesem Fall aber doch, denn die Einleitung der Kapitel besteht aus Anekdoten und Geschichten von Giulia Enders und ihrer Familie. Sehr oft geht es dabei um ihre Oma. Mir ist bewusst, dass dies im ersten Augenblick seltsam und nicht stimmig klingt, aber meiner Meinung nach, hat dies dem Buch einen ganz persönlichen Charme verliehen. Es ist mehr als nur ein weiteres Sachbuch. Ich würde sogar so weit gehen, dass dies ein Herzensprojekt der Autorin ist. Dafür spricht auch, dass 10 Jahre seit der Veröffentlichung ihres letzten Buches vergangen sind. Dies kann entweder bedeuten, dass sie dringend Geld braucht, weil alle Reserven aus dem Verkauf von „Darm mit Charme“ aufgebraucht sind oder eben, dass es ihr wichtig war, dieses Buch zu schreiben. Nach der Lektüre des Buches bin ich definitiv ein Verfechter der zweiten Theorie.
Hervorstechend ist auch der Erzählstil der Autorin. Dieser hat dazu geführt, dass ich phasenweise vergessen habe, dass ich eigentlich ein Sachbuch höre bzw. lese. Giulia Enders Stil wirkt stellenweise ein wenig flapsig, aber durchwegs wertschätzend und informativ. Informativ ist ein gutes Stichwort, denn ja das Buch ist dies auf jeden Fall. Es enthält eine geballte Ladung an medizinischem, chemischem und anderem naturwissenschaftlichem Wissen. Die Autorin schafft es aber dieses Wissen so zu verpacken, dass auch Laien ihr folgen können und Spaß an der Thematik haben. Wer sich bereits intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt hat, mag vielleicht die eine oder andere Unstimmigkeit in dem Buch entdecken. Für all jene die bis dato nur begrenztes Wissen über den Körper und seine Organe haben gibt es aber hier sehr viel Neues zu erfahren.
Unterstützt wurde Giulia Enders bei dem diesem Buch, wie übrigens auch schon bei ihrem Erstlingswerk, von ihrer Schwester Jill. Aus ihrer Feder stammen sowohl das Coverbild wie auch die Zeichnungen im Buch. Für meinen Geschmack hätte das Buch aber durchaus noch mehr Bilder, Illustrationen, Grafiken und Statistiken enthalten dürfen.
Einen kleinen Wehrmutstropfen gibt es aber dennoch. Meiner Meinung nach hätte das Buch durchaus umfangreicher sein können. Obwohl es wirklich eine Fülle an Informationen enthält, habe ich das Gefühl erst an der Oberfläche gekratzt zu haben.
Abschließend kann ich nur sagen, dass ich dieses Buch wirklich sehr gerne weiterempfehlen an alle die mehr über den eigenen Körper und seine Funktionsweise wissen möchten.

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