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Veröffentlicht am 19.11.2022

Psychokrimi mit sehr vielen gesellschaftsrelevanten Themen [#5 - Paul Sito]

Tief am Grund des Sees
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>> Obwohl es sich um einen neuen Fall handelt, der in sich abgeschlossen ist, empfehle ich mindestens den Vorgängerband (4.) "Still schweigt der See" vorher zu lesen, um die Figuren zu verstehen. Die ...

>> Obwohl es sich um einen neuen Fall handelt, der in sich abgeschlossen ist, empfehle ich mindestens den Vorgängerband (4.) "Still schweigt der See" vorher zu lesen, um die Figuren zu verstehen. Die Ermittlungen im aktuellen Fall werden stark von den früheren Erfahrungen geprägt. <<

Ich kenne alle Bücher dieser Reihe und auch die neue Reihe mit Cora Merlin und schätze den Stil der Autorin sehr. Sie schreibt flüssig und verarbeitet in ihren Krimihandlungen, die eher Richtung Psychothriller gehen, auch immer gesellschaftsrelevante Themen. Das gefällt mir normalerweise recht gut, aber hier war es mir zu viel. Die Ermittler haben sich viele Gedanken über rechte Hetzkampagnen im Netz, denen auch eine Kollegin zum Opfer fällt, Antifeminismus, Männerrechtsbewegungen/Incels und auch Tierschutz ( Versuchstiere) gemacht. Sie waren alle noch von den Ereignissen in Band 4 "gebrandmarkt". Das hat zwar gut zur Handlung gepasst, aber thematisch war es mir zu viel. Dafür ziehe ich einen Stern von der Gesamtbewertung ab.

Der Kriminalfall, wobei es sich anfangs um zwei Fälle handelt, die dann zusammenlaufen, war gut aufgebaut. Etwas später im Verlauf kommt noch ein alter Fall dazu, der verblüffende Ähnlichkeiten zum aktuellen Geschehen hat. Eine junge Familie verschwindet spurlos und im Verlauf der Handlung baut sich ein furchtbares Bild auf, das man sich überhaupt nicht vorstellen möchte. Grausam, was sich Menschen gegenseitig antun können.

Die Handlung selber ist düster, schwermütig und ab einem gewissen Punkt auch fesselnd. Es geht darum, ob die Familie noch lebend gefunden werden kann.

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Veröffentlicht am 10.11.2022

schwierig zu bewerten [#1 - EAST-Trilogie]

EAST. Welt ohne Seele
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+ + 1997 im Original erschienen - Handlung spielt im Jahr 1999 - - für mich kein Thriller, sondern eher Spionagekrimi + +

Ich kenne die OXEN-Reihe des Autors und deshalb war ich neugierig auf diesen Auftaktband. ...

+ + 1997 im Original erschienen - Handlung spielt im Jahr 1999 - - für mich kein Thriller, sondern eher Spionagekrimi + +

Ich kenne die OXEN-Reihe des Autors und deshalb war ich neugierig auf diesen Auftaktband. Erst als ich das Buch in der Hand hatte, habe ich eher zufällig gesehen, dass das Buch 1997 veröffentlicht wurde und im Jahr 1999 spielt. Es ist also ein frühes Werk von Jens Henrik Jensen. Ich kann mir gut vorstellen, dass der Ukraine-Konflikt mit ein Grund für die deutsche Übersetzung und Veröffentlichung war.

Es gibt eine zentrale Hauptfigur und das ist der aufs Ruhegleis gesetzte CIA-Agent Jan Jordi Kazanski. Er hat polnische und spanische Wurzeln und nach dem Unfalltod von Frau und Kind hat er jeglichen Halt verloren. Aus einem unklaren Grund, wird er für einen Auftrag in Polen reaktiviert. Er soll den Kontakt zu einer Informantin herstellen, die als "Witwe" bekannt ist und eine Patin der Unterwelt ist. In Krakau begegnet er zwei unterschiedlichen Frauen, die u.a. , Gefühle für ihn entwickeln und mit ihm zusammenarbeiten.

Die erste Hälfte des Buches war für mich schleppend zu lesen, weil ich keinerlei Gefühl hatte, in welche Richtung sich die Handlung entwickelt. Kazanski ist weder besonders intelligent noch sympathisch, er "stolpert" durch Krakau und gibt sich dem Suff hin. Nachdem ich mit der Handlung "warm" geworden bin, habe ich das Buch eigentlich gerne weitergelesen.

In einem zweiten Handlungsstrang geht es um die Entführung eines Atomwissenschaftlers, der bzw. sein Wissen viel Geld wert ist.

Mir fällt es sehr schwer dieses Buch zu bewerten. Da ich mich für Politik und Geschichte interessiere, war dieser Rückblick in eine eigentlich kurz zurückliegende Zeit, gehaltvoll. Aber für einen Thriller hat mir die Spannung komplett gefehlt.

Das ist ein Buch, das man mal lesen kann, aber nicht unbedingt gelesen haben muss. Ich bin unsicher, ob ich den zweiten Band lesen werde.

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Veröffentlicht am 07.11.2022

Dupin ermittelt bzw. schnüffelt heimlich [#6 - Kommissar Dupin]

Bretonisches Leuchten. Kommissar Dupins sechster Fall
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Laufzeit: 9 Stunden 20 Minuten (ungekürzt) - - Sprecher: Gerd Wameling

Ich höre mich nach und nach durch diese Reihe und bin jetzt beim 6. Fall angelangt. Der Autor zeigt uns in jedem Band eine ...

Laufzeit: 9 Stunden 20 Minuten (ungekürzt) - - Sprecher: Gerd Wameling

Ich höre mich nach und nach durch diese Reihe und bin jetzt beim 6. Fall angelangt. Der Autor zeigt uns in jedem Band eine andere Ecke der Bretagne mit all ihren Besonderheiten. Diesmal schickt er den Kommissar mit seiner Freundin Claire nach Trégastel in den Urlaub. Wir erfahren was über den besonderen rosa Granit und die Landwirtschaft in dieser Region.

Da es Kommissar Dupin schwerfällt sich zu entspannen, wird er ganz hellhörig als er von einer verschwundenen Marienstatue hört und einem Anschlag auf eine Lokalpolitikerin. Später kommt noch ein Vermissten- und zwei Todesfälle dazu.

Den Kriminalfall fand ich im Nachhinein nicht besonders gut gelungen, aber alles drum herum hat für mich gepasst. Georges Dupin hat wieder kleine Pinguine gesehen und allerlei Köstlichkeiten verspeist.

Für mich war das bis jetzt der schwächste Band, aber trotzdem hab ich ihn gerne angehört.

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Veröffentlicht am 06.11.2022

thematisiert ein interessantes historisches Thema / Heimatvertreibung nach dem Krieg [#1 - Olivia Austin]

Voralpenphönix
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Da ich im Allgäu lebe und die Handlung in Kaufbeuren spielt ( das ist ca. 40 km von mir entfernt) war ich neugierig auf diesen Krimi. Ich kannte den Autor vorher nicht.

Die 190 Seiten sind in 8 Kapitel ...

Da ich im Allgäu lebe und die Handlung in Kaufbeuren spielt ( das ist ca. 40 km von mir entfernt) war ich neugierig auf diesen Krimi. Ich kannte den Autor vorher nicht.

Die 190 Seiten sind in 8 Kapitel unterteilt, die den Wochentagen entsprechen. Das war für mich eine angenehme Kapitellänge und durch den flüssigen Schreibstil, hab ich das Buch an einem Tag gemütlich gelesen.

Die Hauptfigur ist eine 31-jährige Journalistin, die mit ihrem 12-jährigen Sohn nach Jahren in der Großstadt, zurück ins Allgäu gekommen ist. Sie kämpft mit ihrer Rolle als alleinerziehende Mutter und der Abhängigkeit von ihren Eltern. Neben der Berichterstattung zum jährlich stattfindenden Tänzelfest ( ein historisches Kinderfest) soll sie über zwei Brandfälle in der Stadt berichten. Durch Zufall fällt ihr was auf, was auch mit einem früheren Brandfall zu tun hat. Ihrem Instinkt folgend geht sie alten Spuren nach, die mit den Heimatvertriebenen aus den Ostgebieten zu tun haben.

Das Tänzelfest, das ich selber auch schon besucht habe, wurde gut beschrieben und sowie auch die Herausforderungen in Neugablonz. Dieser Ortsteil wurde nach dem Zeiten Weltkrieg als Vertriebenenstadt gegründet. Hier haben sich viele Heimatvertriebene angesiedelt, die ihr altes Handwerk, oft Glaskunst, wieder aufgenommen haben.

Robert Domes hat ein historisches Trauma mit einem authentischen Kriminalfall verbunden, der zwar nicht spannend, aber trotzdem fesselnd war.

In unserer Bibliothek gibt es auch den zweiten Band dieser Reihe. Den werde ich mir zeitnah besorgen.

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Veröffentlicht am 05.11.2022

wenig Krimi - viel über Musik und geplatzte Träume [#3 - Erki Neubauer]

Wiener Blues
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>Der Kriminalroman würde von mir 3 Sterne bekommen. Da mir aber der musikalische Rahmen sehr gut gefallen hat und ich an Bands wie Birthcontroll oder JethroTull erinnert wurde, gibt`s dafür einen Extrastern ...

>Der Kriminalroman würde von mir 3 Sterne bekommen. Da mir aber der musikalische Rahmen sehr gut gefallen hat und ich an Bands wie Birthcontroll oder JethroTull erinnert wurde, gibt`s dafür einen Extrastern und somit wohlwollende 4 Sterne.<

Mir ist beim Stöbern dieses Buch in die Hände gefallen und die Idee von einem Krimi im Musiker-Milieu fand ich ansprechend. Vor allem, weil ich die Rockmusik, der 70er-Jahre ( Info Klappentext) gerne mag.

Ich glaube vor Jahren habe ich mal "Der Knochentandler", Band 2 dieser Reihe gelesen, aber ich kann mich nicht mehr wirklich an die Figuren erinnern. Man kann diesen 3. Band gut ohne Vorkenntnisse lesen, weil die Geschichte in sich abgeschlossen ist.

Der Klappentext fasst den Inhalt schon perfekt zusammen. Erki Neubauer ist Langzeit-Student und irgendwie auch ein Lebenskünstler, der aktuell eine Praktikanten-Stelle beim Radiosender Donauwelle hat. Im Keller muss er alte Tonbänder digitalisieren und stößt da auf einen Song, der ihn berührt und den keiner kennt. Er geht der Geschichte des Songs und der Band nach und kurz darauf, stürzt der ehemalige Sänger aus einem Hotelfenster.

Parallel begleiten wir den ehemaligen Manager der besagten Band und der hat eigene Probleme, für deren Lösung er zur Not auch über Leichen gehen würde.

Für mich war die Geschichte zwar nett zu lesen, aber es war definitiv zu wenig Krimi. Weder Erki, noch der Kommissar Jerabek, tragen viel zur Lösung der Falls bei.

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