Viele Repetitionen, viele spannende Gedanken
Revolution der VerbundenheitInhalt:
Auf eine ausführliche Einleitung folgen die fünf Kapitel "Freundschaft", "Frauenbeziehungen in Familien", "Revolution der Liebe", "Sisterhood" und "Weibliche Verweigerung: Separatismus, Autonomie ...
Inhalt:
Auf eine ausführliche Einleitung folgen die fünf Kapitel "Freundschaft", "Frauenbeziehungen in Familien", "Revolution der Liebe", "Sisterhood" und "Weibliche Verweigerung: Separatismus, Autonomie und Ausstieg", welche Schutzbach mit einem Brief an eine Frau in ihrem Leben eröffnet und dann mit vielen Gedanken, Zitaten, Theorien aus verschiedenen Jahrhunderten und eigenen Zusammenfassungen ergänzt.
Meine Meinung:
Auf dieses Buch habe ich mich schon riesig gefreut und die Briefe, welche die einzelnen Abschnitte einleiten, haben mich sehr berührt und gut unterhalten. Gestört hat mich allerdings, dass Schutzbach zu vielen Wiederholungen neigt. Nicht nur werden in mehreren Kapiteln immer wieder die gleichen Gedanken repetiert, auch formuliert sie manchmal seitenweise einen einzigen Gedanken immer wieder neu oder manchmal leider sogar mit nahezu identischen Worten. Die fünf doch eher ausführlichen Abschnitte hätten in meinen Augen fünf sehr viel kürzere und dadurch auch kurzweiligere Essays sein können.
Ausserdem verstehe ich zwar, dass Schutzbach immer wieder in die Vergangenheit reist. Sie begründet dies folgendermassen: "Für mich ist der Blick in die Vergangenheit wichtig, weil sich damit ausgelöschte Erzählungen rekonstruieren lassen (...). Es ermutigt mich, wenn ich weiss, (...) dass die patriarchale Macht eben nie total war, dass es immer auch Eigensinn und Widerstand gab." Dazu muss ich aber sagen, dass ich sehr viel lieber zeitgenössischere Beispiele oder auch noch mehr Anregungen und praktische Alltagsübungen für weiblichen Zusammenhalt, als beispielsweise wiederholte Schilderungen über die unterwürfige, dienende, mütterliche Rolle Marias in der Bibel gelesen hätte...
Trotzdem haben mich sehr viele Gedanken im Buch berührt, wütend gemacht, inspiriert und zum Weiterdenken angeregt. Wahrscheinlich habe ich einfach schon so viel zum Thema gelesen, dass für mich vieles nicht mehr komplett neu war. Das sehr ausführliche Quellenverzeichnis im Anhang beinhaltet allerdings sehr viele weiterführende Literaturtipps und macht neugierig auf mehr.
Meine Empfehlung:
Ein wenig Kritik zum Trotz empfehle ich das Buch sehr gerne weiter und denke, dass es vor allem für Menschen, welche sich zum ersten Mal mit weiblicher Solidarität auseinandersetzen und entsprechend auch noch viele Ausführungen zum Thema benötigen, ein idealer Einstieg ins Thema ist.