Profilbild von Samtpfote

Samtpfote

Lesejury Star
offline

Samtpfote ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Samtpfote über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.12.2025

Bewegend und sehr wichtig (Rezension für das englische Original)

The Hate U Give
0

Inhalt:
Starrs Leben wird nie wieder sein, wie vorher. Vor der Ermordung ihres guten Freundes Khalil durch einen weissen Polizisten. Sie sass auf dem Beifahrersitz, als es geschah und wird nun zum Spielball ...

Inhalt:
Starrs Leben wird nie wieder sein, wie vorher. Vor der Ermordung ihres guten Freundes Khalil durch einen weissen Polizisten. Sie sass auf dem Beifahrersitz, als es geschah und wird nun zum Spielball der verfeindeten Banden, der Polizei und der Medien in ihrem Viertel. Nur sie weiss, was wirklich geschehen ist, doch ihr wird nicht wirklich geglaubt. Gleichzeitig ist sie zum ersten Mal so richtig verliebt, macht sich Gedanken zu ihrer schulischen und beruflichen Zukunft und sorgt sich um ihre jüngeren Geschwister.

Meine Meinung:
Das Buch habe ich im Oktober 2024 (zusammen mit sehr vielen anderen...) von Marija bekommen und nun habe ich es endlich gelesen. Ich muss zugeben, dass ich anfangs Mühe mit den vielen Figuren hatte. Dann aber bin ich gut in die Geschichte gekommen und war beeindruckt und betroffen von den Ereignissen in Garden Heights und berühmt von Starrs Kampf gegen den alltäglichen Rassismus, die (Polizei-)Gewalt und de Bandenkriege in ihrer Siedlung. Besonders gelungen fand ich die Entwicklung der Freundschaft zwischen Starr und ihrer ebenfalls von Rassismus betroffenen Mitschülerin Maya.

Schreibstil und Aufbau:
Ab der ersten Seite ist man mitten im Geschehen dieser meistens rasant erzählten Geschichte angekommen, lediglich der Mittelteil beinhaltet einige Längen. Schüsse knallen, Drogen werden verkauft, verfeindete Banden organisieren ihre gefährlichen Deals. Und mittendrin ist Starr, deren Vater ein ehemaliger Drogenboss ist, der aber den Ausstieg geschafft hat. Somit kennt Starrs Familie alle Seiten der Medaille und weiss, wie man sich in brenzligen Situationen verhält. Die Sprache besteht aus viel Slang und dadurch werden auch die unterschiedlichen sozialen Hintergründe dargestellt und voneinander abgegrenzt. Ich kann mir vorstellen, dass es sehr schwierig ist, dieses Buch authentisch zu übersetzen und würde euch empfehlen, wenn möglich das Englische Original zu lesen.

Meine Empfehlung:
Diese wichtige Geschichte beinhaltet keine leichte Kost und erzählt von einer jungen Frau, welche innerhalb von kurzer Zeit einige lebensverändernde Entscheidungen fällen muss und es lohnt sich sehr, sich die Zeit für dieses wuchtig erzählte Buch zu nehmen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.12.2025

Das Buch hat mich zwiegespalten zurückgelassen

Winterwunderzeit
0

Inhalt:
Laurel und Zach zerbrechen fast an ihrem unerfüllten Kinderwunsch und machen sich zudem immer grössere Sorgen um Laurens Grossmutter Helen, die langsam dement wird. Doch das Geld ist knapp und ...

Inhalt:
Laurel und Zach zerbrechen fast an ihrem unerfüllten Kinderwunsch und machen sich zudem immer grössere Sorgen um Laurens Grossmutter Helen, die langsam dement wird. Doch das Geld ist knapp und kurz vor den Festtagen vertrösten alle Agenturen für Haushaltshilfen die Familie auf das kommende Jahr. Doch plötzlich steht Mrs. Miracle vor der Tür, ein wahres Weihnachtswunder mit direktem Draht nach oben.

Meine Meinung:
Vor vielen Jahren habe ich unzählige Bücher von Debbie Macomber verschlungen. Vor allem die Rose Harbor-Reihe hat es mir angetan. Um so mehr habe ich mich über dieses dünne Weihnachtsbüchlein gefreut, das ich am Freitag im Brocki gefunden habe. Um mich noch einmal so richtig auf die Festtage einzustimmen, habe ich die kurzweilige Geschichte innerhalb von kürzester Zeit verschlungen. Allerdings hat mich dieser dünne Roman eher zwiegespalten zurückgelassen. Mrs. Miracle ist nämlich ein richtiger von Gott gesandter Engel und ich musste mich erst einmal auf dieses sehr religiös angehauchte Buch und seine extrem gläubigen Figuren einlassen. Dies hatte ich so gar nicht erwartet. Ausserdem wird das sehr ernste Thema der ungewollten Kinderlosigkeit in meinen Augen ein wenig gar auf die leichte Schulter genommen und ich habe mich sehr daran gestört, dass Laurel sich immer wieder unvollkommen fühlt, weil sie keine Kinder bekommen kann und auch daran, dass fast alle Figuren stets auf diesem wirklich sehr schmerzhaften Thema herumreiten.
Allerdings hat es Macomber geschafft, eine sehr kurzweilige und vor allem wahrmherzige Geschichte um diese doch ein wenig an den Haaren herbeigezogenen Themen und schrägen Figuren zu flechten und dabei sogar noch richtig viel Weihnachtsstimmung zu zaubern, was mich irgendwie beeindruckt und vor allem auch gut unterhalten hat. Das Buch bleibt definitiv nicht in meinen Regalen stehen, als kurzer Lesesnack zwischen Konzertvorbereitungen, Weihnachtseinkäufen und dem Schreiben der letzten Weihnachtskarten war es aber allemal.

Fazit:
Das Buch hat meine Erwartungen nicht ganz erfüllt und geht auch eher fragwürdig mit dem durchaus schmerzhaften Thema der ungewollten Kinderlosigkeit um. Allerdings hat es mich gut unterhalten und mich im Festtagstrubel ein wenig auf andere Gedanken gebracht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.12.2025

Sehr unterhaltsam und gegen Ende auch ziemlich spannend

Gray
0

Inhalt:
Der Student Elliot hat viele Gesichter, wird von einigen Mitmenschen verachtet und von anderen bewundert. Und plötzlich ist er tot. Unfall? Mord? Selbstmord? Sein Graupapagei Gray wird vorübergehend ...

Inhalt:
Der Student Elliot hat viele Gesichter, wird von einigen Mitmenschen verachtet und von anderen bewundert. Und plötzlich ist er tot. Unfall? Mord? Selbstmord? Sein Graupapagei Gray wird vorübergehend von seinem Tutor Dr. Augustus Huff übernommen, der sich sicher ist, dass Elliot ermordet worden ist. Gemeinsam mit Gray macht sich Huff ans Ermitteln und lernt gleichzeitig noch die Herausforderungen eines Alltags mit einem so anspruchsvollen und schamlosen Haustier kennen.

Meine Meinung:
Vor einigen Jahren habe ich "Glennkill" und "Garou", die beiden Schafskrimis von Leonie Swann, gelesen. Dies waren ihre ersten Romane und ich will gleich vorwegschicken, dass sie mich noch ein wenig mehr beeindruckt haben, als "Gray", weil sie wirklich aus der Sicht der Schafe erzählen und so herrlich atmosphärisch und düster sind. "Gray" hat mir aber ebenfalls sehr gut gefallen. Der sprachgewandte Papagei Gray und der ein wenig seltsame Professor Dr. Augustus Huff agieren darin als unfreiwilliges - und unfreiwillig komisches - Duo. Die Schwierigkeiten von Huff - als plötzlicher Vogelbesitzer, der sonst schon durch seinen starken Aberglauben und zahlreiche Ticks im Alltag herausgefordert ist, was natürlich absolut nachvollziehbar ist - sorgen für einige sehr komische Situationen und für viel Unterhaltung. Allerdings finde ich, dass Huff seinem Papagei lange nicht gut genug zuhört und dadurch wichtige Hinweise und Aussagen verpasst, die ihn schon viel früher auf eine richtige Spur hätten bringen können. Dies fand ich ein wenig schade und hat dafür gesorgt, dass der Krimi zwar sehr humorvoll, aber über grosse Strecken nicht wirklich spannend daherkommt.

Schreibstil und Aufbau:
Anders als in den Schafskrimis wird die Geschichte aus der menschlichen Perspektive erzählt und wir haben keinen inneren Monolog von Gray. Daran musste ich mich zuerst ein wenig gewöhnen, weil ich von Anfang an das Gefühlt hatte, dass Huff nicht so richtig versteht, was Gray ihm mit seinen dahingeworfenen Worten sagen will. Huff ist dafür sehr stark mit sich und zahlreichen Neurosen und Ticks beschäftigt. Der Aufbau und die humorvolle Erzählweise haben mir aber sehr gut gefallen, obwohl ich mir mehr Spannung gewünscht hätte. Diese kam aber gegen Ende doch noch auf und hat das Buch wunderbar abgerundet.

Meine Empfehlung:
Insgesamt hat mir die Geschichte sehr gut gefallen und ich habe eine mir bis dahin unbekannte, äusserst humorvolle Seite der Autorin kennengelernt, die mich beeindruckt hat. Ich bin schon sehr gespannt auf weitere Bücher der Autorin.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.12.2025

Berührend und trotz Längen im Mittelteil sehr unterhaltsam

Alle Toten fliegen hoch
0

Inhalt:
Im Auftaktband der autofiktiven Reihe "Alle Toten fliegen hoch" schreibt Meyerhoff über sein Austauschjahr in Amerika in einer religiösen und konservativen Familie, sein Aufblühen in der neu gewonnenen ...

Inhalt:
Im Auftaktband der autofiktiven Reihe "Alle Toten fliegen hoch" schreibt Meyerhoff über sein Austauschjahr in Amerika in einer religiösen und konservativen Familie, sein Aufblühen in der neu gewonnenen jugendlichen Freiheit, über Sehnsucht und Verlust. In Laramie gehen die Uhren langsamer, Meyerhoff ist plötzlich Klassenbester in Deutsch und trainiert hart für einen Stammplatz in der Basketballmannschaft. Er besucht den Todestrakt in einem Gefängnis, wird vom Gastbruder angefeindet und hört nachts die Wölfe heulen. In "Amerika" geht es aber auch um eine überstürzte und eine geplante Rückkehr in sein altes und zugleich neues Leben in Deutschland und ein Ereignis, das seine Familie tief zerrüttet hat.

Meine Meinung:
Im April habe ich den Abschluss dieser Reihe von Meyerhoff gelesen und war dann sehr neugierig auf die Vorgängerbände, die ich mir nun alle ausleihen darf. Nun habe ich den Auftakt der Reihe gelesen und in "Amerika" Meyerhoff durch sein Austauschjahr in Wyoming begleitet. Die Geschichte hat mich immer mal wieder sehr gut unterhalten und sehr bewegt, obwohl ich mit einigen Längen im Mittelteil zu kämpfen hatte. Besonders gut gefallen haben mir die Schilderungen des Basketballtrainings und Meyerhoffs Pragmatismus, mit dem er sich ins Leben seiner Gastfamilie eingegliedert hat.
Auch finde ich, dass viele der extrem abenteuerlichen Anekdoten in eine komplett andere Zeit und Gesellschaft blicken lassen, was sehr spannend ist und doch ist es auch gut, dass viele der Szenen aus dem Gefängnis in Wyoming sowie der doch eher spezielle Unterricht, den Meyerhoff in Laramie "genossen" hat heute (zumindest hoffentlich) undenkbar sind.

Meine Empfehlung:
Ich bin schon sehr gespannt auf die weiteren Bände der Reihe, die ich mir alle leihen darf und freue mich besonders auf den zweiten Band, der wohl aus der definitiv ziemlich speziellen Kindheit des Autors berichten wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.12.2025

Spannend und vielschichtig

Auf Treu und Glauben
0

Inhalt:
Brunetti leidet unter der Hitze der sommerlichen Stadt und freut sich auf eine Auszeit in den Bergen mit seiner Familie. Nur leider machen ihm ein Leichenfund und skrupellose Betrüger einen Strich ...

Inhalt:
Brunetti leidet unter der Hitze der sommerlichen Stadt und freut sich auf eine Auszeit in den Bergen mit seiner Familie. Nur leider machen ihm ein Leichenfund und skrupellose Betrüger einen Strich durch die Rechnung. Mühsam kämpft er gegen die Hitze und korrupte Verbrecher an und wirbelt dabei richtig viel Staub auf.

Meine Meinung:
Das Verbrechen scheint zu ruhen, aber Ruhe ist nie ein gutes Zeichen in der Serenissima. Und so entwickelt sich schon bald ein spannender, politisch und gesellschaftlich brisanter Fall, dem sich Brunetti mit viel Fingerspitzengefühl und Finesse annimmt. Der Aufbau vieler Brunetti-Romane ist ähnlich. Anfänglich scheint nichts zusammenzupassen, aber irgendwie ist doch alles miteinander verbunden. Auch in diesem Roman entwickelt sich dies ähnlich: Vianellos Besorgnis um seine Tante, welche das ganze Geld der Familie auszugeben droht sowie einige verdächtige Vorgänge und Versäumnisse am Gericht hängen auf den ersten Blick nicht zusammen. Zudem macht die Hitze Brunetti so richtig zu schaffen, was ihn ein wenig langsam in die Gänge kommen lässt. Tatsächlich hat es auch bei mir ein wenig gedauert, bis ich verstanden habe, wie alles zusammenhängt und ich denke, dass dieser Roman den wohl bisher ausgeklügeltsten Fall beinhaltet. Trotzdem kommen die beliebten Restaurantbesuche, das augenzwinkernde Ärgern des Vice-Questore Patta und Szenen aus dem Privatleben Brunettis auch in diesem Buch nicht zu kurz.

Meine Empfehlung:
Auch wenn dieser Krimi von der Jahreszeit her gar nicht in den Dezember gepasst hat, hat mich dieser Fall sehr gut unterhalten und besonders intensiv rätseln lassen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere