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Veröffentlicht am 28.02.2023

Eine Trennung

Einfach super
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Woran lag es, dass der Göttergatte auszog? Eine kritische Analyse offenbart die Schwächen der relativ schnell beendeten Ehe. Heulendes Elend nach einer Trennung? Ja, ziemlich lang und detailliert aufgelistet. ...

Woran lag es, dass der Göttergatte auszog? Eine kritische Analyse offenbart die Schwächen der relativ schnell beendeten Ehe. Heulendes Elend nach einer Trennung? Ja, ziemlich lang und detailliert aufgelistet. Was Maggie trauern nennt, ist eine Mischung aus eben dieser und Selbstmitleid, die sie detailreich auslebt. Und damit ihre Umwelt und auch den Leser nervt.
Margarets Freunde Clive, Amirah und zwei Laurens sorgen mit ihren Verrücktheiten für eine gewisse Abwechslung, versuchen zu trösten und aufzumuntern. Vergebliche Mühe.
Vorhersehbar probiert Maggie Online-Dating. Könnte interessant sein, wenn nicht auch hier alles endlos zerredet würde. Ein zu ausführliche Schilderung eines langweiligen Trennungsjahres.

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Veröffentlicht am 28.09.2022

Düster

Das Gesetz der Natur
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Der Jäger, der Lehrer, die Mutantin. Geächtete, Geflüchtete. Leben in der Wildnis Neuamerikas, autark, konfliktreich, gefährlich. In der patriarchischen Gesellschaft, in der die übrig gebliebenen Menschen ...

Der Jäger, der Lehrer, die Mutantin. Geächtete, Geflüchtete. Leben in der Wildnis Neuamerikas, autark, konfliktreich, gefährlich. In der patriarchischen Gesellschaft, in der die übrig gebliebenen Menschen leben, gibt es Gesetze. Die verlangen, dass die Mutantin getötet wird. Aber sie ist schwanger … und sie kann lesen. Wem kann sie damit nützen?
Solomonica de Winter hat eine eigenartige Welt beschrieben. Wenn die Menschheit sich fast selbst ausgelöscht hat, beginnt der ewige Kreislauf einer neuen Entwicklung.
Fantasievoll, detailreich, aber sich ständig wiederholend sind die Beschreibungen, die Beobachtungen, der Verlauf. Ein langer, langatmiger Kampf ums Überleben, voll mit düsteren Visionen. Eine lange Predigt. Niederdrückend.

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Veröffentlicht am 19.04.2022

Die Jagd auf den Hidohebhi

Brüder des Windes
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Pamon Kes, der Erzähler, ist ein Tinukeda’ya, schätzt sich als geringere Kreatur als die goldhäutigen Zida’ya-Herren ein. Im Süden ihres Reiches taucht ein sehr bedrohliches Wesen, der sagenumwobenen Hidohebhi, ...

Pamon Kes, der Erzähler, ist ein Tinukeda’ya, schätzt sich als geringere Kreatur als die goldhäutigen Zida’ya-Herren ein. Im Süden ihres Reiches taucht ein sehr bedrohliches Wesen, der sagenumwobenen Hidohebhi, ein schwarzer Riesenwurm, auf. Also zieht Pamon mit seinem Herrn, dem Prinzen Hakatri und seinem leichtsinnigen Bruder Ineluki, den grundverschiedenen Brüdern des Windes, aus, um das Ungeheuer zu jagen.
Weitschweifig und poetisch berichtet Pamon von der Suche nach dem Ungeheuer und den Bemühungen, es zu töten. Verbündete zu gewinnen ist schwer, langatmige historische und clangeschichtliche Exkurse, die sehr an japanische Epen erinnern, sorgen für einen spannungsarmen Bericht. Komplizierte Namen und Bandwurmsätze erschweren den Lesefluss.
Tad Williams erzählt ausufernd von den Erlebnissen der Brüder, schildert ausführlich winzigste Begebenheiten. Die anmaßend auftretenden sturen Brüder sind mir unsympathisch, die ausgewalzte Geschichte kann mich nicht mitnehmen. Schade.

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Veröffentlicht am 15.11.2021

Unsympathisch

Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen
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Hitman Toxic lebt und liebt es explosiv, seine feurige Freundin ebenso. Er ist verwundert, dass Leute genervt reagieren, wenn man sie umbringen will. Dabei ist das doch sein Job neben seiner Arbeit als ...

Hitman Toxic lebt und liebt es explosiv, seine feurige Freundin ebenso. Er ist verwundert, dass Leute genervt reagieren, wenn man sie umbringen will. Dabei ist das doch sein Job neben seiner Arbeit als Kellner in New York. Bis er an den Falschen gerät, flüchtet und eine andere Identität annimmt. Als Priester ... . Er lügt sich mehr recht als schlecht durch sein neues Leben, meckert und lässt kein Fettnäpfchen aus, prügelt sich, betrügt, nutzt aus. Kurz gesagt: ein widerlicher Zeitgenosse.
Helgasons bzw. Toxics flapsige Sprüche sind anfänglich ganz nett, manchmal sogar lustig, seine frauenfeindlichen und menschenverachtenden Ansichten sind es nicht. Aus einer Idee mit Potenzial ist eine schwache Geschichte geworden.
Ich mag weder ihn noch das Buch.
Aus dem Isländischen von Kristof Magnusson.

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Veröffentlicht am 19.11.2020

Beruf verfehlt

Ist die Avocado regional? Skurrile Geschichten aus dem Restaurant
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„Wir gingen alle rotzevoll nach Hause. So geht Begegnung!“, schreibt der Verfasser und erteilt sich viel Eigenlob, hält sich für großartig und originell mit Wortschöpfungen wie Gastiate, Vandalinstag, ...

„Wir gingen alle rotzevoll nach Hause. So geht Begegnung!“, schreibt der Verfasser und erteilt sich viel Eigenlob, hält sich für großartig und originell mit Wortschöpfungen wie Gastiate, Vandalinstag, Terrorasse, Freigehege. Bezeichnet Gäste als Kotzbrocken, Plumbskuh, Endgegner-Turbomutti, Quotenkevin, Besserwissicus, Trutsche, Ekel-Kirk, Pempasboy, Gehirnhälftenzombie, Patienten und ähnlich Abwertendes.
Schreibt: „Kein Mensch mag Klugscheißer“, und maßt sich an, Gäste zu erziehen, behandelt sie arrogant und benutzt sein Lieblingswort ziemlich oft. Man dürfte auch erwarten, dass er lernt, Restaurant und Service richtig zu schreiben und die Worte nicht immer zu Restorang und Sörwis verhunzt.
Nein, die geschilderten Begebenheiten sind weder unterhaltsam noch kann das Verhalten von Riek, Olli Gastronomicus, als angemessen empfunden werden. Sicher mitunter interessant, was so in einem Hamburger Restaurant abläuft, aber noch immer sollte auch ein Kellner höflich und respektvoll auch in Stresssituationen auftreten und nicht so oft zum Lachen über seine Gäste in den Kühlraum gehen. Sicher gibt es Gäste, die vieles „besser wissen“ oder Frust ablassen. Sicher ist auch die Bezahlung nicht angemessen und der Stressfaktor mitunter hoch. Ist in jedem Job so. Das hätte ein Kellner aber vorher wissen können. Sehr unprofessionell, nicht amüsant. Atemloses Staunen dafür, dass er sich so toll mit Udo Lindenberg versteht, wird er von mir auch nicht bekommen.
Verlegt vom mir bis dato unbekannten Charles Verlag.

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