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Veröffentlicht am 28.03.2026

Von Erinnerung zu Erinnerung

Die Geister von La Spezia
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Von Erinnerung zu Erinnerung

Mary Shelley wird mit dem Tod von Percy Bysshe konfrontiert. Pat Colomari soll dessen Tod untersuchen. Das besondere an Pat ist, dass sie mit einem Hilfsmittel in die Erinnerungen ...

Von Erinnerung zu Erinnerung

Mary Shelley wird mit dem Tod von Percy Bysshe konfrontiert. Pat Colomari soll dessen Tod untersuchen. Das besondere an Pat ist, dass sie mit einem Hilfsmittel in die Erinnerungen der Menschen eindringen kann. So geschieht es dann auch, dass der Leser mitgenommen wird, und anhand dieser Erinnerungen in der Zeit zurückreist und so einiges über die Beweggründe der berühmten Autorin erfährt, und natürlich auch über die Titelgebenden Geister von La Spezia.

Das spannende an diesem interessanten Stilmittel ist, dass man auch persönliche Eindrücke in den Erinnerungen abrufen kann, es geht also über die reine Faktenlage hinaus. So konzipiert der Autor hier eine sehr interessante Geschichte, in der wir in die Erinnerungen einiger Köpfe schauen dürfen, um so eine recht gelungene Handlung zu bekommen.
Es war allerdings manchmal ein recht großes hin und her, sowohl was die einzelnen Personen und die dazugehörige Erinnerung angeht, als auch die verschiedenen Zeiten, da oft zwischen der Handlung der Gegenwart und der Vergangenheit gewechselt.
Alles in allem habe ich das Buch aber gerne gelesen, und habe so auch einen interessanten Blick auf die Hintergründe der Macherin von Frankenstein bekommen.

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Veröffentlicht am 04.03.2026

Die Idylle währt nicht lange

Schwarzer September
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Auch wenn mir Sandro Veronesi vor diesem Roman nicht bekannt war, muss man aber sicher erwähnen, dass er sich in Italien bereits einen Namen als Schriftsteller erarbeitet hat.
In diesem Roman umreisst ...

Auch wenn mir Sandro Veronesi vor diesem Roman nicht bekannt war, muss man aber sicher erwähnen, dass er sich in Italien bereits einen Namen als Schriftsteller erarbeitet hat.
In diesem Roman umreisst er die Geschichte um den 12 Jährigen Gigio, der mit seiner Familie am Badeort Fiumetto Urlaub macht. Es ist das Jahr 1972, und Zeit für die erste Liebe, die Gigio in Form von Astel erleben darf. Doch als ihr Vater ermordet wird, ist natürlich nichts mehr so wie es vor diesem schrecklichen Ereignis war.
Dieses Buch wurde sehr einfühlsam erzählt, allerdings aus einer rückwärts gewandten Perspektive von Gigio. Natürlich findet sich auch der Bezug zum Titel wieder, der zwar nichts mit der Handlung um den Mord usw zutun hat, aber die Welt 1972 nachhaltig erschütterte.
Ich werde den Autor definitiv im Auge behalten, da mir seine Erzählweise sehr gut gefallen hat.

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Veröffentlicht am 04.01.2026

Sehr einfühlsam erzählt

Die Riesinnen
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Sehr einfühlsam erzählt

Lieselotte lebt in einem Dorf im Schwarzwald, sie heiratet Bernhard, es ist keine Heirat aus Liebe, eher ein Pflichtgefühl, weil,es der Anstand so will. Bernhard arbeitet im Familienbetrieb ...

Sehr einfühlsam erzählt

Lieselotte lebt in einem Dorf im Schwarzwald, sie heiratet Bernhard, es ist keine Heirat aus Liebe, eher ein Pflichtgefühl, weil,es der Anstand so will. Bernhard arbeitet im Familienbetrieb als Metzger, ihm fehlt allerdings noch die Meisterprüfung. Die Schwangerschaft stellt die sehr groß gewachsene Liese vor eine neue Herausforderung, sie nimmt ihr die Möglichkeit aus diesem Konstrukt zu entfliehen. Doch die kleine Cora wird ihr Augenstern, und sie will das Kind vor ihrem eigenen Schicksal bewahren, dass sie wegen ihres Aussehens zur Außenseiterin gemacht hat. Durch den frühen Tod ihres Mannes steht Liese allerdings erstmal vor anderen noch größeren Problemen, sie trägt nun die Hypothek für das Haus und darf eigentlich gar nicht im Betrieb arbeiten. Dennoch übernimmt sie ihn, und setzt sich durch, zwar ein wenig unrealistisch, aber ich habe es beim lesen einfach mal so hingenommen.

Im weiteren Verlauf der Handlung reiht sich noch die Enkelin dazu, Eva. Cora hatte die selbe Missachtung und Tratsch zu erdulden wie Liese, erst durch Eva änderte sich dann etwas, sie durchbricht quasi diesen Kreis und fühlt sich als erste heimisch.
Mit diesen drei Frauen erzählt die Autorin sehr einfühlsam diese Geschichte über drei Generationen von Frauen, die ihr Leben in diesem Dörfchen begonnen haben. Man sieht die Entwicklungen der Frauen, die sehr unterschiedlich verläuft, aber für mich sehr interessant war. Die Erzählweise hat mich direkt für sich eingenommen

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Veröffentlicht am 18.11.2025

Spannend und psychologisch ausgefeilt

Düsteres Tal
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Clara Lofthus leitet in Nairobi über ein Hilfsprojekt den Aufbau einer Schule. Sie ist gerne dort mit Partner Axel und den Kindern, obwohl es auch in Nairobi manchmal zu Unruhen kommt. Als es dort einen ...

Clara Lofthus leitet in Nairobi über ein Hilfsprojekt den Aufbau einer Schule. Sie ist gerne dort mit Partner Axel und den Kindern, obwohl es auch in Nairobi manchmal zu Unruhen kommt. Als es dort einen Terroranschlag gibt, handelt sie entschlossen und rettet einige Kinder. Zurück in der Heimat Norwegen wird ihr der Posten der Innenministerin angeboten. Sie hat hohe und auch wichtige politische Ambitionen, die Frauen und Familien unterstützen sollen. Doch leider werden Dinge über sie veröffentlicht, Geheimnisse ausgegraben die alles gefährden. Der Journalist Erich Heier könnte alles zunichte machen mit seinen Recherchen.

Die einzelnen Kapitel sind kurz gehalten und aus der Sicht von verschiedenen Akteuren hier im Buch. So werden immer neue Fragmente freigesetzt, die die Spannung anfeuern und irgendwann das gesamte Geflecht an Rache und Schuld offenbaren.
Clara ist auf jeden Fall eine Person, die nach außen anders wirkt als sie ist. Erst durch die einzelnen Fragmente erkennt man ihre Art und kann das Ganze wirklich greifen.
Ein psychologisch ausgereifter Thriller, der sehr spannend war und ohne reißerische Elemente auskommt.

Die Figur Clara Lofthus ist Fans sicher ein Begriff, denn hiermit liegt bereits der dritte Band um sie vor. Die anderen Teile vorweg gelesen zu haben bietet sicher Vorteile, doch ich denke von der grundlegenden Handlung her, kann dieser Band auch allein stehen, es fehlen einem dann lediglich die Informationen zu den Ereignissen aus ihrer persönlichen Vergangenheit.

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Veröffentlicht am 22.10.2025

Ehrliches Geständnis der Autorin

All the Way to the River
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Eat, Pray, Love dürfte den meisten Lesern bekannt sein, die Autorin Elizabeth Gilbert feierte damals einen großen Erfolg. In ihrem neuen Buch erzählt sie von der Seelenverwandtschaft zu Rayya Elias, die ...

Eat, Pray, Love dürfte den meisten Lesern bekannt sein, die Autorin Elizabeth Gilbert feierte damals einen großen Erfolg. In ihrem neuen Buch erzählt sie von der Seelenverwandtschaft zu Rayya Elias, die an einer Drogensucht litt und nun eine Krebsdiagnose erhalten hat.

Gilbert will helfen, es liegt einfach in ihrer Natur, dabei macht sie sich auf der Suche nach Liebe abhängig von diesen Menschen, wie hier eben Rayya. Ein ungesundes Konstrukt, dass die Autorin auf dem Weg zu erfüllender Liebe und Geborgenheit durchbrechen muss.
Diesen Weg teilt sie mit allen lesewilligen und beschönigt dabei nichts. Sie schildert auch unschöne Details, die mir ein gutes Bild der Situation lieferten.
Doch es ist auch hart mitzuverfolgen. Mutig ist es auf jeden Fall und sicher auch der Versuch dieses größtenteils düstere Kapitel aus ihrem Leben zu verbannen. Ob sie wirklich restlos damit abgeschlossen hat, kann man nur hoffen.

Mir hat das Buch nur mäßig gefallen. Auch wenn ich es anerkenne, dass sie so ehrlich alles kommuniziert hat, empfand ich es teilweise doch als zu Drogen lastig.

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