Profilbild von Schnick

Schnick

Lesejury Star
offline

Schnick ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Schnick über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.05.2025

Herrlich!

Wer die Kohlmeise stört
0

"Wer die Kohlmeise stört" von Martina Pahr ist der zweite Teil einer Schrebergarten-Krimi-Reihe.

Ich kenne den ersten Teil (noch) nicht, konnte aber dem Geschehen gut folgen. Es gibt zwar einige Andeutungen ...

"Wer die Kohlmeise stört" von Martina Pahr ist der zweite Teil einer Schrebergarten-Krimi-Reihe.

Ich kenne den ersten Teil (noch) nicht, konnte aber dem Geschehen gut folgen. Es gibt zwar einige Andeutungen zum ersten Teil, die allerdings nicht zu viel verraten. Insofern wurde vor allem meine Neugier geweckt, so dass ich wohl auch den Vorgänger "Nur die Wühlmaus war Zeuge" lesen werde.

Filmfreunde und Leseratten werden gemerkt haben, dass sich die Titel an bekannten Film- bzw. Büchertiteln orientieren. Tatsächlich war das mit ein Grund, weshalb ich unbedingt "Wer die Kohlmeise stört" lesen wollte. Das und die Hoffnung, dass dem Schmunzler, den der Titel bei mir auslöste, noch viele weitere Schmunzler bei der Lektüre des Cosy Krimis führen würde. Und das war tatsächlich der Fall!

Martina Pahr erweckt nicht nur die (Münchener) Schrebergarten-Welt und die darin vorkommenden Charaktere zum Leben, sondern entwickelt einen Kriminalroman mit ganz eigenen Charme. Ich wurde super unterhalten!

Dabei vergisst die Autorin aber nicht, die drei Ermittlerinnen Valentina, Friedl und "die Lerche" tatsächlich ermitteln zu lassen. Das Ganze wird mit einem humorvollen Augenzwinkern präsentiert, obwohl der Mord an sich natürlich eine ernste Sache ist.

"Wer die Kohlmeise stört" ist ein klassischer Cosy Krimi mit Anleihen bei Agatha Christie - insbesondere das Finale erinnert stark an Hercule Poirots Herangehensweise, alle Verdächtigen zusammenkommen zu lassen, um dann den Mörder bzw. die Mörderin zu überführen.

Wem diese Mischung zusagt, der sollte diesem kurzweiligen, sehr unterhaltsamen Kriminalroman unbedingt eine Chance geben. Die Mischung ist grandios, sehr gelungen und Martina Pahr ist eine tolle Erzählerin!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.05.2025

Guter Auftakt zu einer Cody-Krimi-Reihe

Mord in der Wiener Werkstätte
0

Die junge Lili lebt mit ihrem alkohol- und spielsüchtigen Vater in ärmsten Verhältnissen im Wien des Jahres 1906. Durch einen Zufall erhält sie eine Arbeitsstelle als Putzfrau in der Wiener Werkstätte. ...

Die junge Lili lebt mit ihrem alkohol- und spielsüchtigen Vater in ärmsten Verhältnissen im Wien des Jahres 1906. Durch einen Zufall erhält sie eine Arbeitsstelle als Putzfrau in der Wiener Werkstätte. Doch schon bald wird eine der dort tätigen Künstlerinnen ermordet aufgefunden.

Mir hat der (Cozy-) Kriminalroman insgesamt gut gefallen. Der Schreibstil ist sehr angenehm, das Setting ist klasse und der Autorin Beate Maly ist es super gelungen, das Wien im Jahr 1906 einzufangen. Sowohl der extreme einiger weniger Personen sowie dazu im Gegensatz die Armut vieler anderer, die Unterdrückung der Frauen sowie die weitreichenden Befugnisse des Kaisertums Österreich werden geschickt in die Geschichte eingewebt.

Doch trotz dieser Melange handelt es sich nicht um einen gesellschaftskritischen Roman, sondern im Kern um einen Cozy-Krimi, so dass zwar einige realistische Szenerien Eingang in den Roman gefunden haben, im Vordergrund aber das "Wohlbehagen" der LeserInnen steht. Das ist aus meiner Sicht legitim und wer knallharten Realismus mag, sollte lieber die Finger von "Mord in der Wiener Werkstätte" lassen.

Wer jedoch Cozy-Krimis mag, wird hier nicht enttäuscht. Der Roman hält eine alles in allem angenehme Balance aus Rätseln, Spannung, Wiener Geschichte und leichteren Story-Elementen. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, auch wenn natürlich auch hier nicht zwingend der Realismus im Vordergrund steht. Aber es wird interessant sein zu sehen, wie sich die Verhältnisse der Hauptfiguren im Verlauf der weiteren Roman entwickeln werden. Eine gute Basis wurde jedenfalls gelegt.

Ich persönlich hätte mir einen etwas stärkeren Fokus auf die Ermittlungsarbeit sowohl des Ermittlers Max von Krause als auch Lilis gewünscht. Die ist meiner Meinung nach etwas zu viel von Zufällen bestimmt und tritt oftmals in den Hintergrund.

Aber alles in allem bietet Beate Maly mit "Mord in der Wiener Werkstätte" gute Unterhaltung. Sie hat sowohl die Charaktere als auch die Stadt Wien des Jahres 1906 zum Leben erweckt, so dass zumindest ich gerne auf weitere Romane dieser Reihe gespannt bin. Das Rätsel, wer sich hinter den Morden verbirgt und was das Motiv für sie ist, hat mich zudem gut bei der Stange gehalten, so dass ich das Buch an einem Tag gelesen habe.

3,5 Sterne und eine Leseempfehlung für alle Cozy-Krimi-LiebhaberInnen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.05.2025

Absolut empfehlenswert!

taschenGARTEN 2026
0

Der taschenGARTEN 2026 ist ein beeindruckender Kalender. Es gibt diesen (Garten-) Kalender bereits für vorangegangene Jahre. Für jedes Jahr wurde und wird ein Fokus gewählt, der den Kalenderteil ergänzt. ...

Der taschenGARTEN 2026 ist ein beeindruckender Kalender. Es gibt diesen (Garten-) Kalender bereits für vorangegangene Jahre. Für jedes Jahr wurde und wird ein Fokus gewählt, der den Kalenderteil ergänzt. So ergibt sich im Lauf der Jahre ein wunderbar breites Wissen zu Gärten, Klima und vielen weiteren Themen. Für 2026 wurde das Thema "Wasser" gewählt.

Der Aufbau des taschenGARTENs sieht wie folgt aus:

Vorne befindet sich zunächst ein Beetplan für das Freiland. Dann gibt's einen Überblick, wer beim taschenGARTEN wie geholfen hat, das Inhaltsverzeichnis, eine erste Liste, welche Infos man bei welcher Kalenderwoche finden wird, ein Vorwort, eine erste Einführung mit ersten Tipps sowie einen ausführlichen ersten Beitrag zum Thema Wasser. Dies beinhaltet auch verschiedene Wege, den eigenen Garten zu bewässern. Es folgen Übersichten zu Ferienterminen, ein erster monatlicher Kalenderteil und ab KW 52 der eigentliche (wöchentliche) Kalenderteil. Am Ende folgen eine Monatsübersicht für 2027, Interviews zum Thema Wasser, kurze Berichte von GärtnerInnen zum Thema Wasser in Gärten, kurze Einführungen zu den Themen "Trockenblumen im Winter", "Laufenten auf Schneckenjagd", ausführliche Erläuterungen zur Anbauplanung im taschenGARTEN, eine Liste "Legende und Begriffserklärung", eine Liste mit geeigneten Pflanzen zur Gründüngung, eine Düngetabelle, eine Anbautabelle und eine Seite für Notizen. Den Abschluss bilden ein bisschen Werbung, das Impressum und ganz hinten ergänzend zu Beetplan am Anfang des Buches einen Gewächshausplan.

Fazit:

Ich bin begeistert von diesem Kalender. Er eignet sich super als Gartenkalender, kann aber natürlich auch als ganz "normaler" Taschenkalender genutzt werden. Platz für kurze tägliche Notizen ist jedenfalls vorhanden. Ich mag das Konzept und finde faszinierend, wie viele Themen rund um das Hauptthema Wasser automatisch Eingang gefunden haben. Da sieht man mal, wie wichtig Wasser für uns ist.

Jede Kalenderwoche bietet links eine kurze Ausführung zu einem Unterthema, das mit Wasser zusammenhängt sowie unten Gartenideen für die jeweilige Woche. Auf der rechten Seite befindet sich der Wochenkalender, der genug Platz bietet, um täglich kurze Notizen einzutragen.

Die linke Themenseite bietet aber nicht nur sehr interessante und gut aufbereitete Informationen, sondern lockert den Kalenderteil auch dank wunderschöner Illustrationen auf.

Bei vielen Informationen wird unten noch auf andere Bücher verwiesen, damit wir - sofern wir Interesse haben - und weiter mit bestimmten Themenfeldern beschäftigen können. Auch das hat mir sehr gefallen.

Alles in allem wird ein tolles Gesamtpaket geliefert, das Vorfreude für das Gartenjahr 2026 schürt und dabei viele nützliche Tipps bereit hält.

Absolut empfehlenswert!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.05.2025

Kurz, prägnant, interessant

«Grenzen akzeptieren wir nicht!»
0

Anhand ihrer beiden Lebenswege zeigt Umes Arunagirinathan in Abstimmung mit Peggy Parnass (die kurz vor der Veröffentlichung des Buches verstarb) auf, was es bedeutet, fliehen zu müssen bzw. vertrieben ...

Anhand ihrer beiden Lebenswege zeigt Umes Arunagirinathan in Abstimmung mit Peggy Parnass (die kurz vor der Veröffentlichung des Buches verstarb) auf, was es bedeutet, fliehen zu müssen bzw. vertrieben zu werden.

Peggy Parnass musste als Kind gemeinsam mit ihrem Bruder zunächst nach Schweden fliehen, um der NS-Herrschaft zu entfliehen und dem Holocaust zu entkommen. Umes Arunagirinathan wiederum musste Jahrzehnte später vor dem Bürgerkrieg in Sri Lanka fliehen.

In beiden Fällen waren es die Eltern, die ihre Kinder bzw. ihren Sohn die Flucht ermöglichten.

Aufgrund der Kürze bleibt naturgemäß Vieles auf der Strecke. Umes Arunagirinathan arbeitet kurz die Fluchtgründe heraus. Ebenso kurz, ohne Pathos, aber prägnant, schildert er anhand seines und Peggys Lebens, was Flucht selbst, die Ungewissheiten, Beschwernisse und Ängste während der Flucht, die bürokratischen Hürden im Ankunftsland und noch vieles mehr mit den Menschen machen.

Er zeichnet dann vor allem Peggy Parnass' Lebensweg nach, ihre Traumata, ihren Aktivismus. Anhand ihres Lebensweges und ihrer Erfahrungen erfahren wir auch - wie bei allen Themen im Buch knapp, aber dennoch fühlbar - viel über den Umgang deutscher Gerichte mit Nazi-Verbrechern abseits der Nürnberger Prozesse.

Natürlich erfahren wir auch einiges von und über Umes Arunagirinathan, aber ich hatte den Eindruck (der täuschen kann), dass der Fokus auf Peggy Parnass liegt.

Schön herausgearbeitet wurde in dem Buch, das beide nicht die Hoffnung auf eine bessere und gerechtere Welt aufgegeben haben. Wir erfahren viel von ihrem Einsatz für diese bessere Welt und die Beweggründe, warum dieser Einsatz so wichtig ist - und zwar nicht nur von diesen beiden Menschen, sondern auch von uns, den LeserInnen, und das jeden Tag.

Es ist interessant zu lesen, wie gegensätzlich und doch ähnlich sich diese beiden Menschen sind. Und es ist auch ein schönes Plädoyer, offen zu bleiben, nicht nur die eigene Blase wahrzunehmen, sondern auch anderen Meinungen ein offenes Ohr zu bieten und sich darüber Gedanken zu machen. Es gibt nicht nur schwarz und weiß, es gibt auch ganz viele Grautöne.

Ich hätte mir oftmals etwas mehr Tiefe gewünscht. Ich verstehe, dass "Grenzen akzeptieren wir nicht" eine gewisse Bandbreite bieten möchte. Am Ende blieb bei mir vor allem der Eindruck haften, dass "Grenzen akzeptieren wir nicht" eine Zusammenfassung bereits veröffentlichter Bücher und Schriften sowohl von Peggy Parnass als auch Umes Arunagirinathan ist. Wer also deren Veröffentlichungen bereits kennt, kann sich "Grenzen akzeptieren wir nicht" praktisch sparen, was durch den Anhang nochmals verdeutlicht wird.

Insofern ist das Büchlein vor allem denjenigen zu empfehlen, die bisher noch nichts oder nur sehr wenig von und über Peggy Parnass und Umes Arunagirinathan gelesen oder gehört haben.

Am Ende ist "Grenzen akzeptieren wir nicht" eine gelungene Hommage an Peggy Parnass und ihr Wirken. Und das ist doch was.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.05.2025

Der Titel ist Programm! :-)

Sonne, Glück und Blaubeerduft
0

Mit "Sonne, Glück und Blaubeerduft" hat der Oetinger Verlag passend zur Sommerzeit eine gelungene Zusammenstellung kurzer schwedischer Kindergeschichten veröffentlicht. Die Geschichtensammlung wird ab ...

Mit "Sonne, Glück und Blaubeerduft" hat der Oetinger Verlag passend zur Sommerzeit eine gelungene Zusammenstellung kurzer schwedischer Kindergeschichten veröffentlicht. Die Geschichtensammlung wird ab einem Alter von 4 Jahren empfohlen. Ich schließe mich dieser Empfehlung an.

Enthalten sind insgesamt acht Geschichten von verschiedenen AutorInnen. Vor allem Astrid Lindgren ist vertreten - mit gleich fünf Erzählungen, die aus ihren "Bullerbü"-, "Krachmacherstraße"-, "Michel"- und natürlich "Pippi"-Büchern stammen. Daran kann man gut erkennen, welchen Stellenwert die Lindgren-Bücher für den Oetinger Verlag immer noch haben.

Mir hat die Zusammenstellung insgesamt gefallen: Die Geschichten selbst sind sehr niedlich und versprühen sommerliche Gefühle. Die Auswahl ist also passend. Richtig gut sind auch die Bilder zu den Geschichten. Nach jeder Geschichte gibt es außerdem ein Rezept bzw. verschiedene Spiele- und Bastelideen, die sich leicht umsetzen lassen und super für die Zielgruppe geeignet sind.

Fazit: Auch wenn die Zusammenstellung sehr Lindgren-lästig ist, bietet das Buch eine ganz wunderbare Mischung aus schwedischen Kindergeschichten, einem Rezept sowie Bastel- und Spielideen, die sich allesamt leicht umsetzen lassen. Die Illustrationen laden zu gemeinsamen Betrachtungen ein und es kommen wunderbare sommerliche Gefühle beim Lesen und Betrachten des Buches auf.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere