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Veröffentlicht am 21.09.2023

Berührende, fesselnde Geschichte

Tage im warmen Licht
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Aus einer persönlichen Not heraus zieht die Alleinerziehende Maria mit ihrer dreizehnjährigen Tochter Linnea vorübergehend in das geerbte Haus ihrer Oma Hanne aufs Land. Dort hat sie eine glückliche, behütete ...

Aus einer persönlichen Not heraus zieht die Alleinerziehende Maria mit ihrer dreizehnjährigen Tochter Linnea vorübergehend in das geerbte Haus ihrer Oma Hanne aufs Land. Dort hat sie eine glückliche, behütete Kindheit und Jugend mit ihren Freunden verbracht. Über zweiundzwanzig Jahre ist es her, dass sie ihre Heimat überstürzt verlassen hat und zu ihrem Vater nach München gezogen ist. Nun kehrt sie mit gemischten Gefühlen zurück und die alte Nachbarin Martha empfängt sie mit offenen Armen.

Kristina Pfisters Roman ist eine gefühlvolle, berührende, fesselnde und flüssig zu lesende Geschichte mit Tiefgang über Maria, die zweiundzwanzig Jahre lang ein einschneidendes Erlebnis verdrängt hat und nun am Ort des Geschehens mit den Geistern der Vergangenheit kämpft. Die Unterstützung und Solidarität, die damals fehlte, erfährt Maria nun von Martha, die eine ganz besondere Frau und Bezugsperson mit einem großen Herzen ist und von ihren neuen Freundinnen.

Alle Charaktere sind authentisch dargestellt, das Umfeld ist atmosphärisch, die Stimmungen und Gefühle werden gut transportiert. Ich bin sofort in der Geschichte angekommen. Maria lernt mit der Zeit, was Zusammenhalt und wahre Freundschaft bewirken können. So kann sie mit dem alten Problem abschließen und neu durchstarten. Für dieses besondere Buch gebe ich gerne fünf Sterne und spreche eine Empfehlung aus.

Das Cover hat mich leider nicht so angesprochen, es ist mir einfach zu unnatürlich, sowohl von den Farben, als auch von der Gestaltung her. Doch das Buch selbst hat mich überzeugt. 5 Sterne

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Veröffentlicht am 15.08.2023

Schön, aber kommt an die Vorgänger nicht heran

A Place to Shine
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Auf der nächtlichen Heimfahrt nach einem Treffen wird Poppy, die jüngste der McCarty-Schwestern Ersthelferin bei einem Autounfall. Ausgerechnet Trace Bradley, der bekannte Countrysänger, von dem Poppy ...

Auf der nächtlichen Heimfahrt nach einem Treffen wird Poppy, die jüngste der McCarty-Schwestern Ersthelferin bei einem Autounfall. Ausgerechnet Trace Bradley, der bekannte Countrysänger, von dem Poppy einst so enttäuscht wurde, ist der Verletzte. Aus Pflichtgefühl begleitet sie ihn ins Krankenhaus und wird dort für seine Freundin gehalten. Natürlich stürzt sich die Klatschpresse sofort auf die Geschichte. So müssen von Trace' Management alle Register gezogen werden, um den "Schaden" zu begrenzen.

Poppy ist das Nesthäkchen der Familie McCarty. Entsprechend ist ihre Rolle in diesem Kreis. Mit ihrem Baumhaushotel hat sie noch nicht den gewünschten Erfolg und ist deshalb immer in Geldnot. Nur deshalb lässt sie sich widerwillig auf einen Deal ein. Sie weiß eigentlich, was sie will und hatte Pläne für ihr Leben, die der plötzliche Tod ihres Vaters durcheinander gebracht hat. Umso enttäuschter ist sie von Trace, bei dem sie vor fünf Jahren Trost gesucht hat. Durch seine verletzende Handlungsweise hat er ihr Vertrauen zerstört. Doch Poppy und Trace müssen sich wohl oder übel zusammenraufen. Wir begleiten sie durch alle Höhen und Tiefen ihrer Gefühle.

Keine Frage: Cherry Hill ist ein Wohlfühlort, die Familie authentisch und herzlich, die Story ist plausibel, trotzdem sind bei mir die Gefühle nicht so ganz angekommen. Das mag vielleicht auch an meinem Alter und dem eingerosteten Englischkenntnissen liegen. Dafür kann die Autorin nichts. Das Buch empfehle ich deshalb vor allem auch jungen Leser*innen gerne weiter und gebe gute 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 13.08.2023

Krönendes Ende der fünfteiligen Familien-Saga - mitreißend und spannend

Die Perlenprinzessin. Schwarze Tränen
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Während Kapitän James Hutton alias "Lucky Jim" bereits in Hamburg weilt, ist seine Frau Ruth mit ihren Söhnen und treuen Freunden aus Tahiti auf der "Poerava" auf dem Weg dorthin. Gemeinsam wollen sie ...

Während Kapitän James Hutton alias "Lucky Jim" bereits in Hamburg weilt, ist seine Frau Ruth mit ihren Söhnen und treuen Freunden aus Tahiti auf der "Poerava" auf dem Weg dorthin. Gemeinsam wollen sie ihrem Schwager und Erzfeind Mathias Mensing das Handwerk legen und auf die Suche nach ihrer Mutter und den verschwundenen Geschwistern gehen. Doch die Intrige zieht weitere Kreise als gedacht. So müssen einige schwierige Abenteuer an diversen Schauplätzen bestanden werden, um die Familie wieder zu vereinen.

Der fünfte Band der Familien-Saga von Iny Lorentz hat mir noch besser gefallen als die ersten vier Teile und das will etwas heißen. Hier laufen alle offenen Fäden zusammen und finden einen krönenden Abschluss. Die Geschichte ist gewohnt mitreißend, spannend und bildlich geschrieben. Ich habe mich durchweg als Mitglied der Familie Simonsen gefühlt, habe mitgefiebert und mitgelitten, habe die Erfolge gefeiert und die Schadenfreude empfunden, wenn es den Gegnern an den Kragen ging - kurzum ich war mittendrin in der Geschichte. Leider ist die Saga hier zu Ende

Sie hat mir viele wunderbare Lesestunden beschert. Sehr gerne spreche ich eine Leseempfehlung aus und vergebe 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 13.08.2023

Unterhaltsamer Familienroman mit tollem Rahmen

Die verlorene Tochter
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Kellermeisterin Lily ist glücklich mit ihrem Beruf, den sie ihrem früh verstorbenen Vater zu verdanken hat. So sammelt sie derzeit Berufserfahrungen in den großen Weingütern der Welt. Kurz vor ihrer Abreise ...

Kellermeisterin Lily ist glücklich mit ihrem Beruf, den sie ihrem früh verstorbenen Vater zu verdanken hat. So sammelt sie derzeit Berufserfahrungen in den großen Weingütern der Welt. Kurz vor ihrer Abreise nach Italien erhält sie von einer Kanzlei ein Erbstück ihrer längst verblichenen Großmutter ausgehändigt. Die kleine Schachtel, die in einem Londoner Mutter-Kind-Haus gefunden wurde enthält nur zwei mysteriöse Zettel: Ein italienisches Rezept und einen Abriss eines Programms der Mailänder Scala von 1946. Was hat das zu bedeuten? Mit Hilfe des sympathischen Winzersohnes Antonio begibt sich Lily in Italien auf die Suche nach ihren Wurzeln.

In zwei abwechselnden Zeitsträngen erzählt uns Soraya Lane erstens von der Suche Lilys und Antonios nach der Identität ihrer Oma, zweitens eine herzzerreißende, berührende Liebesgeschichte zwischen der Ballerina Estee und dem Bäcker Felix, die durch Intrigen der Familie nicht zusammen kommen können. Geschickt verbindet sie diese Stränge, verrät aber nie zu viel, so dass die Spannung bis zum Schluss erhalten bleibt.

Die Protagonistinnen sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart sind alle authentisch und zumeist sehr herzlich charakterisiert. Das toll beschriebene italienische Lebensgefühl und der landschaftliche Rahmen laden zum Träumen ein, ebenso wie das romantische Cover. Ein wunderbares, unterhaltsames, lesenswertes Buch für Musestunden! Es ist der erste Band einer achtteiligen Saga um verlorene Töchter in der ganzen Welt. Ich freue mich auf die weiteren Geschichten. 5 Sterne

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Veröffentlicht am 13.08.2023

Berührende, gut recherchierte Familiengeschichte

Die Zeit zwischen uns
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Marina McCarron, von der ich noch keine Veröffentlichung gelesen habe, teilt ihren aktuellen Roman in drei Abschnitte ein:

Der erste Teil ist zweigleisig geschrieben. 1937 lebt die 12-jährige Elise mit ...

Marina McCarron, von der ich noch keine Veröffentlichung gelesen habe, teilt ihren aktuellen Roman in drei Abschnitte ein:

Der erste Teil ist zweigleisig geschrieben. 1937 lebt die 12-jährige Elise mit Mutter und Bruder in Esperence in der Normandie (F). Seit dem Tod des Vaters ist die Mutter gemütskrank. Elise kümmert sich nicht nur um sie, sondern hilft auch noch in der örtlichen Bäckerei aus. Als ihr Bruder Philippe seinen amerikanischen Freund William mit nach Hause bringt, verliebt sie sich sofort in ihn. Doch er muss zurück in die USA und Elise kann und will ihn nicht begleiten. Den Kontakt verlieren sie jedoch nicht. Sieben Jahre später kehrt William zurück und kommt am D-Day am Omaha-Beach zu Tode. Sein Kamerad Hank hat von ihm den Auftrag, sich um Elise zu kümmern.

2009 Nach dem plötzlichen Tod ihres Großvaters reist die Studentin Lucy aus Boston ohne jede Vorbereitung etwas blauäugig in die Normandie, um die Vergangenheit ihrer unbekannten Großmutter und damit ihre eigene aufzuklären.

Im zweiten Teil des Buches erfährt der Leser mehr über Hank. 1945 zurück in seiner Heimat Rhode Island will er nur den Krieg vergessen. Aus der Ferne kümmert er sich so gut es geht um Elise und auch zu Williams Eltern hält er Kontakt. Später kann er Elise nach Amerika holen und sie heiraten. Trotz aller Liebesmühe ist sie wie einst ihre Mutter traumatisiert und kann William nicht vergessen.

Im dritten Teil schließt sich dann der Kreis um Hank, seinen Sohn Ned und die kleine Enkelin Lucy.

Ausdrucksstark und sehr bildhaft erzählt Marina McCarron die Lebensgeschichte von Elise, William und Hank. Als Leserin bin ich traurig und bestürzt darüber, wie lange und wie schwer sich traumatische Kriegsereignisse, Verluste und Gräuel auf die betroffenen Menschen und ihre Familien auswirken. Das Leben unzähliger Personen hat sich dramatisch geändert. Dabei musste ich an meine eigene Familie denken, denn auch einer meiner Opas ist 1944 in Russland gefallen. Meine Oma musste fünf kleine Kinder alleine großziehen. Der andere Opa war in französischer Kriegsgefangenschaft.

Trotz aller Tragik und Emotionalität in der Geschichte liest sich das Buch flüssig. Die Protagonist*innen werden mit all ihren Stärken und Schwächen skizziert. Die Person Hank hat mir besonders gefallen. Der Roman endet etwas abrupt, ohne Auflösung offener Fragen. Ob es eine Fortsetzung gibt, bleibt offen. Vielleicht möchte die Autorin damit aber auch die Fantasie der Leser anregen. Deshalb vergebe ich gute 4 Sterne und spreche eine Leseempfehlung aus.

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