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Veröffentlicht am 06.08.2025

Was kostet die perfekte Welt?

Immerland – Die Stadt der Ewigkeit
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Der zwölfjährige Mika wird in den Sommerferien zur Oma mitten im Nirgendwo abgeschoben, da sein Vater mal wieder beruflich unterwegs ist. Sich stundenlang hinter dem Controller verstecken fällt für den ...

Der zwölfjährige Mika wird in den Sommerferien zur Oma mitten im Nirgendwo abgeschoben, da sein Vater mal wieder beruflich unterwegs ist. Sich stundenlang hinter dem Controller verstecken fällt für den zurückhaltenden Jungen somit flach, denn Internet hat Oma nicht. Dafür ein Telefon mit Wählscheibe und sonderbare Messgeräte im Garten. Gewisse Umstände sorgen dafür, dass Mika und seine Oma von einer Chauffeurin nach Immerland gebracht werden. Eine Anfangs verwirrende Welt die Mika schnell das Gefühl vermittelt, nicht mehr unzulänglich zu sein und das bisherige Leben aufgeben zu wollen. Doch zu welchem Preis?
Immerland ist ein Buch, welches mich zwiegespalten zurücklässt. Die bisherigen Werke des Autors Flix mag ich insbesondere wegen seiner vielfältigen Fantasie sowie sein Vermögen, auch problematischere Themen zu hinterfragen und empathischmit einem zwinkernden Auge darzustellen. Wie Mika in dieser Erzählung lernt, selbstsicherer zu werden und für sich und andere einzustehen, ist ihm auch in diesem Roman wunderbar und auf fantastische Weise geglückt zu beschreiben. Vor allem die vielen ausgefallenen Ideen lohnen es, diese für sich zu entdecken. Schwierigkeiten hatte ich allerdings mit dem belastenden Thema, Mika könne seine Oma an den Tod verlieren. Der Tod als Einleitung in die fantastische Welt war über Längen sehr bedrückend, nur um Mika dann von diesem Thema bzw. seiner Oma einfach abdriften zu sehen. Als wenn die Oma wie vergessen wäre. Das empfand ich als sehr befremdlich, auch wenn es zum Gesamtkonzept passt. Im späteren Verlauf war mir ein Abschnitt zu lange zu zäh, hier gab es mehr Beschreibungen auf Kosten der Handlung. Nur um dann von einer bildhaft dargestellten Brutalität beendet zu werden, die mich sehr schockierte. Demgegenüber steht wiederum, dass es schnell fantastisch wird und die Ideen erfrischend anders sind. Diverse Zeichnungen im Buch machen es zudem einfach, sich Personen, Wesen und Erfindungen wunderbar vorstellen zu können.
Trotz einiger Abstriche freue ich mich bereits auf den Folgeroman, der am Schluss angeteasert wird. Ich gebe dem Roman 3,5 von 5 Flische (Fliegende Fische).

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Düsteres Vampir-Abenteuer mit einer klasse Protagonistin

Kingdom of the Black Crescent 1: Touch of Perish
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Mädels (und Jungs): Sagt alle Termine ab, denn sobald ihr dieses Buch anfangt zu lesen wollt ich nicht mehr aufhören! Düster? Ohja. Vampire? Jede Menge. Fantasy? Die Karte im Buch sagt schon alles. Spannung? ...

Mädels (und Jungs): Sagt alle Termine ab, denn sobald ihr dieses Buch anfangt zu lesen wollt ich nicht mehr aufhören! Düster? Ohja. Vampire? Jede Menge. Fantasy? Die Karte im Buch sagt schon alles. Spannung? Pur. Spice? Spät, aber dann so richtig. Romantik? Hmokay, die passte nicht mehr ganz so rein, aber glaubt mir, Schnulze wollt ihr hier auch gar nicht haben. Denn Kaytharas Berührungen sind tödlich! Zumindest für die meisten. Und ihr Leben ist bisher eine Kombination aus Unterdrückung und Brainwashing gewesen, bis ihr jemand zur Flucht verhilft. Nur leider nicht ohne Hintergedanken. Doch Kaythara entscheidet sich schnell: Lieber anderen die Stirn bieten statt zu kuschen.

„Während mich die anderen fürchten sollten, solltest du die einzige Person sein, die es nicht tut.“

Sehr viel mehr will ich hier gar nicht verraten ausser, dass es noch ein Love Triangle gibt bei dem sich zunächst kein klarer Favoriten abzeichnet. Ansonsten gibt es wahnsinnig vieles zu entdecken und zu erleben, vor allem hinter den Vampirclans stecken so einige Überraschungen, eine übler als die andere.

„Ich will nicht dein Schwachpunkt sein, sondern deine Stärke.“

Stilistisch sehr gut aufgebaut, es geht sofort spannend los und von da an wächst Kaythara stetig durch ihre Abenteuer und die Erkenntnisse, welche sie erlangt. Die Welt, in der sie lebt, ist für Kaythara zunächst in vielen Dingen neu, da sie quasi die meiste Zeit ihres Lebens eingesperrt war. Entsprechend erkundet man beim Lesen die Welt gemeinsam mit ihr. Eine Welt, die viel Grausamkeit in sich birgt.

„Beweg deinen Plüschhintern zur Hütte!“

Keine Sorge, der Humor kommt vor lauter Düsternis hier keineswegs zu kurz, fällt nur vielleicht etwas schwarz aus. Das haben wir vor allem Danmor zu verdanken, einem ihrer Retter. Ein Mann mit sehr vielen Geheimnissen, welche ich gemeinsam mit Kaythara ergründen will. Und glaubt mir, irgendwann wollt ihr das auch.

Neben dem atmosphärischen Worldbuilding und Kaytharas Charakterentwicklung, den vielen düsteren Geheimnissen und der gelungenen Landkarte im Buch hat mir vor allem die Art gefallen, wie die Vampire dargestellt werden. Und ich befürchte, das war nur ein Teil dessen, was die Autorinnen sich ausgedacht haben.
Definitiv ein sehr genialer erster Band einer düsteren, unverkitschten Vampirfantasy mit einer willensstarken Protagonistin, zwei undurchschaubaren Love Interests und fantastischen Twists. Von mir volle Punktzahl!

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Die Gangsterwelt wird neu aufgemischt

Ein mörderisches Paar - Der Sturz
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Im dritten Teil der Trilogie ist das Ehepaar Simmel, bestehend aus Frauke und Bernhard Sommerfeldt, auf der Flucht vor Gut und Böse. Nicht nur Willi Klempmann bietet ein hohes Kopfgeld auf Sommerfeldt, ...

Im dritten Teil der Trilogie ist das Ehepaar Simmel, bestehend aus Frauke und Bernhard Sommerfeldt, auf der Flucht vor Gut und Böse. Nicht nur Willi Klempmann bietet ein hohes Kopfgeld auf Sommerfeldt, auch die BKA-Ninjas schrecken vor drastischen Methoden nicht mehr zurück. Doch Sommerfeldt hat vorgesorgt, und so begleitet man das untergetauchte Ehepaar auf einer gemütlichen Flucht, während sie die Polizei mit echten und falschen Tipps in Bewegung halten. Was natürlich gewisse Streitigkeiten befeuert zwischen dem Team um Ann-Kathrin Klaasen von der Norder Polizei und den BKAlern, die ebenfalls vor Ort mitmischen wollen. Selbst die Interne Ermittlung versucht, Ann-Kathrins Team Steine in den Weg zu legen. Und auch andere Profi- und Hobbykriminelle bekommen so einiges ab. Zeit für Sommerfeldt, zu handeln.
Bei den Spin-offs der Ostfriesenkrimis ist der Humoranteil etwas höher und auch diesmal gibt es wieder so manch amüsante Momente. Tatsächlich empfand ich einen Großteil des Krimis diesmal als gemütlichen Cozy-Krimi, bis zum Schluss nochmal alles gegeben wurde. Da war Schluss mit gemütlich. Neben viel Lokalkolorit ist es wieder die Sicht auf die Charaktere, welche ich so gerne mag. Klaus-Peter Wolf lässt die Leute Dinge sagen, denken und tun, was in anderen Krimis meist nicht zur Sprache kommt, weil es untypisch für Krimis ist. Aber eben typisch für Menschen, und dadurch wirken die Charaktere authentischer und unterhaltsamer, oftmals sogar herrlich unvorhersehbar.
Insgesamt kann ich sagen, dass mich auch der dritte Band wunderbar unterhalten konnte. Zwischendurch gibt es sehr viele kleinere Handlungen, bis es zu einem unerwarteten Finale kommt. Und dieses zeigt: Schluss ist mit Sommerfeldt noch lange nicht!

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Veröffentlicht am 28.07.2025

Die Gangsterwelt wird neu aufgemischt

Ein mörderisches Paar. Der Sturz
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Im dritten Teil der Trilogie ist das Ehepaar Simmel, bestehend aus Frauke und Bernhard Sommerfeldt, auf der Flucht vor Gut und Böse. Nicht nur Willi Klempmann bietet ein hohes Kopfgeld auf Sommerfeldt, ...

Im dritten Teil der Trilogie ist das Ehepaar Simmel, bestehend aus Frauke und Bernhard Sommerfeldt, auf der Flucht vor Gut und Böse. Nicht nur Willi Klempmann bietet ein hohes Kopfgeld auf Sommerfeldt, auch die BKA-Ninjas schrecken vor drastischen Methoden nicht mehr zurück. Doch Sommerfeldt hat vorgesorgt, und so begleitet man das untergetauchte Ehepaar auf einer gemütlichen Flucht, während sie die Polizei mit echten und falschen Tipps in Bewegung halten. Was natürlich gewisse Streitigkeiten befeuert zwischen dem Team um Ann-Kathrin Klaasen von der Norder Polizei und den BKAlern, die ebenfalls vor Ort mitmischen wollen. Selbst die Interne Ermittlung versucht, Ann-Kathrins Team Steine in den Weg zu legen. Und auch andere Profi- und Hobbykriminelle bekommen so einiges ab. Zeit für Sommerfeldt, zu handeln.
Bei den Spin-offs der Ostfriesenkrimis ist der Humoranteil etwas höher und auch diesmal gibt es wieder so manch amüsante Momente. Tatsächlich empfand ich einen Großteil des Krimis diesmal als gemütlichen Cozy-Krimi, bis zum Schluss nochmal alles gegeben wurde. Da war Schluss mit gemütlich. Neben viel Lokalkolorit ist es wieder die Sicht auf die Charaktere, welche ich so gerne mag. Klaus-Peter Wolf lässt die Leute Dinge sagen, denken und tun, was in anderen Krimis meist nicht zur Sprache kommt, weil es untypisch für Krimis ist. Aber eben typisch für Menschen, und dadurch wirken die Charaktere authentischer und unterhaltsamer, oftmals sogar herrlich unvorhersehbar.
Insgesamt kann ich sagen, dass mich auch der dritte Band wunderbar unterhalten konnte. Zwischendurch gibt es sehr viele kleinere Handlungen, bis es zu einem unerwarteten Finale kommt. Und dieses zeigt: Schluss ist mit Sommerfeldt noch lange nicht!
Wer die Möglichkeit hat, sollte sich ruhig die Autorenlesung gönnen. Das Hörbuch ist ungekürzt, es fehlt also nichts vom Inhalt und man bekommt sogar noch ein wenig Musik am Ende geboten. Klaus-Peter Wolf hat seine ganz eigene Art, seine Bücher zu lesen. Angenehm entspannt, kein anstrengendes Overacting. Am meisten gefällt mir, dass er seine Charaktere so herrlich glaubwürdig interpretiert: Wer trotzig ist, reagiert auch wirklich trotzig. Ebenso lassen sich andere Emotionen wunderbar heraushören. Wer, wenn nicht der Autor selbst, weiß, wie die Charaktere sich anhören? Dadurch wirken vor allem die komischen Momente so wunderbar amüsant, insbesondere wenn Rupert am Zug ist.

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Veröffentlicht am 15.07.2025

Die Spionin war nur eine Marionette

A Dance of Lies
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Nach zwei Jahren im Kerker ist die einstmalige Tänzerin Vasalie ein körperliches Wrack. Nun schlägt ihr König Illian, für den sie damals alles getan hätte, einen Deal vor: entweder arbeitet sie beim nächsten ...

Nach zwei Jahren im Kerker ist die einstmalige Tänzerin Vasalie ein körperliches Wrack. Nun schlägt ihr König Illian, für den sie damals alles getan hätte, einen Deal vor: entweder arbeitet sie beim nächsten Treffen der Königreiche als tanzende Spionin für ihn, oder der Kerker ist weiterhin für sie gebucht. Vasalie geht auf die Erpressung ein und trainiert trotz ihrer Schmerzen hart, um als Künstlerin bei dem Event zugelassen zu werden.
Tanzende Spionin und königliche Intrigen, das klang für mich vielversprechend und zunächst ist es auch ganz spannend mitzuverfolgen, wie Vasalie mit ihren körperlichen Einschränkungen zu kämpfen hat und diese trickreich zu kaschieren versucht. Auch waren ihre Tanzaufführungen zunächst eine willkommene Abwechslung, allerdings wünschte ich mir schon bald, die Autorin hätte mit dem Rest des Romans ebenso überzeugen können.
Vasalie hält sich für eine starke Frau, und zunächst wirkt sie tatsächlich auch so, wenn man bedenkt, wie sie anfangs zu kämpfen hat. Leider entpuppt sie sich jedoch als eine Frau, die das macht, was ein Mann ihr sagt. Spionin? Von wegen, eine Marionette ist sie, die brav die Aufgaben ausführt, welche der König ihr zukommen lässt. Skrupel redet sie sich zwar ein, Widerstand konnte ich keinen erkennen. Ebensowenig kommt nicht einmal die Idee bei ihr, zu fliehen oder sich Verbündete zu suchen. Sie glaubt weiterhin an die leeren Versprecher, pardon, Versprechungen ihres Königs. Dem Mann, durch dessen Lügen sie überhaupt erst im Kerker landete! Jeder Mensch würde doch daraufhin dessen anderen Äusserungen ebenfalls mal infrage stellen. Vasalie nicht. Zu König Illian kann ich übrigens sagen, als Antagonist war er angenehm perfide, seine Pläne gut durchdacht.
Auch in anderen Punkten hakte für mich die Story schnell. Allem voran diese wochenlange Veranstaltung, bei der sich die Herrschenden der Nachbarländer samt Hofstaat und Soldaten an einem Ort versammeln, ihr Land führungslos zurücklassen. Und wofür? Für Dauervergnügungen? Gerade wenn ein Land sich steter Bedrohung durch Nachbarländer ausgesetzt sieht, wie es bei einem teilnehmenden Land der Fall ist, sehe ich ein derartiges Vorgehen als höchst fahrlässig. Stattdessen wirkt das Spektakel wie eine entspannte Sommerfrische, auf der König Illian seine intriganten Pläne verfolgen kann.
Am meisten ging mir recht schnell Vasalie selbst auf den Keks, sie ist naiv wie ein Teenager, lässt sich von Männern herumschubsen, verwechselt Aufmerksamkeit mit Liebe und wirft sich dem erstbesten an den Hals, unnötige Eifersuchtsgedanken inklusive. Wobei der Typ ihr mit seiner besitzergreifenden Eifersucht in nichts nachsteht. Als sie mit einem weiteren der drei Königsbrüder anbandelt, drei Narzissten mit unterschiedlich hohem Gewaltpotential übrigens, wirft sie ihm wie eine Schallplatte mit Sprung vor, er hätte sich einen Pseudoharem zusammengeraubt, weil dessen Bruder Illian das so behauptet. Was wieder der Punkt wäre, dass sie nichts hinterfragt. Auch gewisse Erinnerungen an ihre Stiefmutter werden bis zum Erbrechen wiedergekaut.
Mit der Zeit funktioniert die geplante Handlung hauptsächlich, weil gewisse Leute sich selten dämlich verhalten. Und am Schluss wird man, nach einer fantasyfreien Story, mit einem Fantasypart überfallen, der stilistisch nicht so recht zum Rest passt.
Wobei zum Thema Stil anzumerken ist, dass mir so manche Ausdrücke zu modern sind im Roman. Getoppt hat das die wiederholte Aussage, sie würden Champagner trinken. Ich bezweifle doch sehr, dass es in dieser Welt eine namensgebende, französische Champagne gibt.
Leider konnte sich Vasalie mit dieser Erzählung nicht vollständig in mein Herz tanzen, dazu war sie mir zu naiv und zu sehr Marionette. Ebenso weist der Roman hier und da einige Längen auf, wenn der Fokus sich detailreich auf Tänze und Kostüme verschiebt. Die Darstellung ihrer körperlichen Probleme war hingegen sehr gut dargestellt. Romantik oder das versprochene Liebesdreieck konnten mich überhaupt nicht abholen, dafür war sie zu sehr Mäuschen, dass sich von Kerlen dirgieren lässt. Die Gestaltung des Buch ist übrigens wunderschön passend an die Glaskunst angelegt, welche im Roman eine gewisse Rolle spielt.

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