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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.06.2021

Leichtigkeit und Lebensfreude

Sommer im kleinen Glückscafé
1

Schon nach den ersten beiden Kapiteln war für mich klar: ich will nach Lerchenbach! 😃 Die Natur und das Sommerfeeling wurden so toll von der Autorin eingefangen, dabei alle Sinne ansprechend und mit Blick ...

Schon nach den ersten beiden Kapiteln war für mich klar: ich will nach Lerchenbach! 😃 Die Natur und das Sommerfeeling wurden so toll von der Autorin eingefangen, dabei alle Sinne ansprechend und mit Blick aufs Detail – ohne überladen zu wirken. Susanne Hanika fand hierbei genau die richtige Mischung von „Bilder schaffen“ und „Lücken lassen“, um des Lesers Phantasie anzuregen. So fand ich mich inmitten einer sommerlichen Kulisse mit herrlicher Natur und einem charmanten kleinen Dorfes. Einfach richtig herrlich!

Die Handlung fand ich auch sehr angenehm und einfach zum Wohlfühlen. Typisch für dieses Genre war klar, dass die Dinge laufen werden und auch WIE sie laufen werden. So konnte ich mich richtig in die Geschichte fallen lassen und habe es sehr genossen, dass es keine bösen Überraschungen gab. Es ist somit, für mich, tatsächlich durch und durch ein Wohlfühlroman. Für den Inhalt verweise ich an der Stelle auf den Klappentext, der einen guten und passenden Einblick gibt.

Während des Lesens gab es Hinweise darauf dass das Buch einen Vorgänger hat und am Ende wurde deutlich, dass es eine neue Liebesgeschichte im idyllischen Lerchenbach geben wird.
Dennoch schließt dieses Buch in sich ab, so dass man nicht gezwungen ist die anderen Bücher zu lesen. Da ich aber unbedingt wieder nach Lerchenbach möchte, werde ich mit Freuden den Vorgänger lesen und mich jetzt schon auf den Nachfolger freuen.

Etwas zu bemängeln habe ich aber auch. An einigen Stellen gab es Fehler im Satzbau und teilweise hatten Namen unterschiedliche Schreibweisen. Dazu kam, dass der SMS Austausch nicht deutlich genug gekennzeichnet war. Dadurch war es teilweise nicht für mich zu erkennen ob es sich bei einem Satz um einen Gedanken handelt oder Teil des SMS-Gesprächs war. Dies alles störte den ansonsten sehr schönen Lesefluss spürbar. Aus diesem Grund werde ich 4,5 von 5 Sternen geben.

Fazit:

Diese Buch ist ein „Rundum-Wohlfühlbuch“! Tolle Charaktere, eine herrliche Handlung voller Leichtigkeit und Lebensfreude in einem äußerst ansprechenden und idyllischen Setting. Wer gerne einfach mal die Seele baumeln lassen möchte, ein Buch sucht, dass nicht viel abverlangt außer sich sorgenfrei fallen zu lassen, findet dies genau mit dieser Geschichte!
Da es leider unnötige Lesestolperer gibt, die den sonst so schönen Lesefluss stören, gibt es einen halben Stern Abzug von mir.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 28.05.2021

Hält nicht was es verspricht

Im Licht der Korallenblüte
0

Cassandra Holloway braucht dringend eine Auszeit, nachdem sie sich jahrelang in einer unbefriedigenden Lebenssituation befunden hat. Als sie sich von ihrem ehebrecherischen Mann getrennt hat, hängt sie ...

Cassandra Holloway braucht dringend eine Auszeit, nachdem sie sich jahrelang in einer unbefriedigenden Lebenssituation befunden hat. Als sie sich von ihrem ehebrecherischen Mann getrennt hat, hängt sie auch ihren Job an den Nagel und verlässt die Stadt Sydney um in einem kleinen Küstenort zur Ruhe zu kommen und sich über ihre Zukunft klar zu werden.

Hier trifft sie schnell sehr nette Menschen, verliebt sich neu und entwickelt eine neue Idee für ihren beruflichen Weg.
Ihre neue Liebe, der Tierarzt Michael, ist Teil einer großen und bekannten Fischerfamilie, die ihren Ursprung beim Einwanderer Guiseppe d‘Aquino hat, welcher nach dem ersten Weltkrieg aus Italien nach Australien übersiedelte. Guiseppe baute sich mit viel Fleiß eine hohe berufliche Anerkennung als Fischer auf und gründete eine Familie, die über die Jahrzehnte zu einer großen Sippe anwuchs.
Eines Tages erbt Cassandra unerwartet von Michaels Großonkel eine viertel Million und wird von Michaels Verwandten der Erbschleicherei beschuldigt.
Da die Familie noch immer sehr beliebt und anerkannt ist, droht Cassandra der Verlust ihrer neuen Existenz.
Bei der Suche nach einer Erklärung, warum ausgerechnet sie, von einem für sie Fremden, so eine hohe Geldsumme erben soll, stößt sie auf überraschende Informationen, die ihre Welt erschüttern.



Phasenweise musste ich mich ziemlich durch das Buch quälen. Obwohl es eigentlich eine schöne Familiengeschichte ist.
Die Erzählung beginnt im Jahr 1906 und dreht sich ausgesprochen ausführlich und teilweise mit Wiederholungen über sehr viele Seite um das Leben von Guiseppe d‘Aquino. Es dauerte bestimmt fast ein Viertel des Buches, ehe das erste Mal Cassandras Name auftauchte.

Und das ist auch der Punkt, der mir persönlich nicht gefällt. Der Klappentext wirbt mit einer Liebesgeschichte einer Frau, die sich nach einer Krise neu sortiert. Aber über die Hälfte des Buches geht es dabei um die längst vergangene Familiengeschichte der d‘Aquinos. Und auch wenn es am Ende eine Verbindung gibt, ist es für meinen Geschmack zu sehr ausgeschmückt, künstlich in die Länge gezogen und hält in meinen Augen nicht das, was es versprochen hat.

Das Buch ist deswegen nicht schlecht, doch es hätte um einige Stellen gekürzt sein können ohne die Zusammenhänge in der Geschichte dadurch zu verändern.

Der Schreibstil ist ganz angenehm. Ich konnte mir die beschrieben Orte und Charaktere ganz gut vorstellen. Trotzdem passierte es immer mal wieder, dass ich während des Lesens gedanklich woanders war und nicht richtig gefesselt. Dies lag aber möglicherweise auch an dem Langziehen der Story. Das nächste Buch von Di Morrissey habe ich grade begonnen und ich bin gespannt, wie es sich da verhalten wird.

Fazit:

Eine eigentlich schöne Geschichte, aber zu sehr in die Länge gezogen und der Fokus lag eher auf der Familiengeschichte der d‘Aquinos statt wie im Klappentext beschrieben bei Cassandra Holloway. Dies fand ich doch etwas enttäuschend, da ich aufgrund des Klappentext eine schön ausgeschmückte Erzählung einer Frau, die sich neu definiert erwartet hatte. Diese blieb aber,nach meinem Empfinden, ziemlich oberflächlich dargestellt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.05.2021

Ein Quell an Gefühlen - authentisch und bewegend!

Die Tänzerin vom Moulin Rouge
4

In „Die Tänzerin vom Moulin Rouge“ geht es um Louise Webers Leben und Schaffen und wir begleiten Louise auf ihrem Weg zum Erfolg und darüber hinaus.

Ich mag dabei besonders, dass Tanja Steinlechner nahe ...

In „Die Tänzerin vom Moulin Rouge“ geht es um Louise Webers Leben und Schaffen und wir begleiten Louise auf ihrem Weg zum Erfolg und darüber hinaus.

Ich mag dabei besonders, dass Tanja Steinlechner nahe an der Biografie Louise Webers geblieben ist und ihr mit einer ganz besonderen und künstlerischen Ausgestaltung wieder Leben eingehaucht hat.

Ich stelle mir das Aufbereiten einer Biografie vor wie eine Restaurierung einer nicht mehr vollständig erhaltenen Skulptur, der man die fehlenden Teile ohne Bildmaterial so passend wie möglich nachbaut. Und ich finde, dass dies Tanja Steinlechner auf eine raffinierte Weise gelungen ist.

Ich kann mir gut vorstellen, dass die Roman-Louise der einstmals echten Louise ziemliche nahe kommt. Mir ist wichtig zu erwähnen, dass ich mich in dieser Rezension aber immer auf die Louise aus dem Roman beziehe.

Für mich dreht sich das Buch nicht nur um Louise, es IST regelrecht Louise. Das Werk ist in sich stimmig, geradezu künstlerisch. Es sind dabei nicht nur die schönen Formulierungen und Sätze, die ich in der Art vorher noch nicht las. Sondern auch das Spiel mit der Perspektive und der zeitlichen Gestaltung, wodurch das Leben und die Persönlichkeit der „Goulue“ durch das Buch regelrecht gefühlt werden kann.

„Wer leben wollte, was er wirklich war, musste einen Ort in der Welt finden, wo er sich nicht erklären musste, wo Ausreden nichts galten und ein Herz zum anderen sprach.“

Man lernt Louise als Jugendliche kennen, eine sympathische, blutjunge Frau mit Träumen vom Tanzen, von Freiheit und dem Wunsch aus dem verarmten Viertel mit der verstockten Gesellschaft auszubrechen. Man ist nah an Louises Gefühlswelt, spürt ihren Lebensdurst, den Überdruss, die jugendliche Kraft und auch Leichtsinn.

Nachdem sie Renoir kennengelernt hat und mit ihm zu Paul Bacard gelangt ist, beginnt eine Phase in der die Autorin eine Distanz zu Louises Gefühlswelt aufbaut. Man wird mitgenommen zu den ersten Erlebnissen in Louises neuer Welt, taucht mit ihr in das schillernde Nachtleben ein und sieht zu, wie sie das Leben bei den Hörnern packt, ohne dabei viel über ihr Innenleben zu erfahren.

Dieses Gefühl der Distanz wurde im Fortschreiten der Geschichte noch verstärkt. Gleichzeitig fand ich mich mitten im pulsierenden Leben des Montmartre und spürte den stürmischen, haltlosen Einfluss dieses Lebens. Menschen zogen vorbei – davon auch verschiedene bekannte Personen aus der Zeit.
Unzählige Eindrücke wirkten ein, Konkurrenzdruck baute sich auf, Grenzen verschoben sich, stabile oder tiefere Beziehungen waren nebensächlich, Alkoholgenuss wurde zelebriert. Lust und Genuß, Spaß und vermeintliche Freiheit, Anerkennung und Ruhm waren Louises Lebensinhalt und das ohne Rücksicht auf Verluste. Auch nicht bei ihr selbst...

„Nur Idioten kosten das Leben nicht in allen Facetten aus. Anmaßend ist, wer Maß hält und langweilig, wer nie Grenzen überschreitet.“

Und so ziehen die Jahre, Menschen und Ereignisse vorbei bis wir uns, nach Jahren voll schillerndem Rausch aber auch voller harter Arbeit, mitten in der Welt des Moulin Rouge befinden. Ab dort taucht Tanja Steinlechner wieder tiefer in Louises Gefühls- und Gedankenwelt. Szenen werden nun zeitlich detaillierter dargestellt und wir steuern ungebremst auf den Höhepunkt zu. Der nicht angenehm ist, kein schönes Gefühl hinterlässt; nah und authentisch am Leben – die Komplexität dessen erfassend.

Ich fühlte mich hilflos, machtlos. Wünschte mir Louise an den Schultern packen oder an die Hand nehmen zu können. Auch jetzt noch, lange nach der Lektüre, bin ich zutiefst berührt von diesem Leben.

Im Dritten Teil des Buches, der direkt an den Höhepunkt anschließt, wurde ich überrumpelt mit Ereignissen, die wie aus heiterem Himmel wirkten. Ich war fassungslos, wie es soweit kam. Gleichzeitig war alles was zuvor geschah Erklärung genug.

Ich war anfangs unzufrieden über die plötzliche und langanhaltende emotionale Distanz, über die scheinbar wenig ausgearbeiteten Teile der Handlung. Und auch im dritten Teil kommt es zu einer zeitlichen Raffung, in der der Leser nur noch punktuell etwas mehr Einblick bekommt und Figuren, die Teil der Handlung waren, gänzlich verschwanden.

Doch genau DAS war Louises Leben und Persönlichkeit, wie sie von Tanja Steinlechner auf Grundlage der wenigen Überlieferungen interpretiert wurden. Und mit Abschluss des Buches gab alles, was ich vorher als Kritikpunkte empfand, einen Sinn, musste so sein.
Dadurch war es nicht einfach nur eine Erzählung, sondern transportierte die Gefühle, die das Leben und die Persönlichkeit der Gefräßigen ausmachten. Packend, sehnsuchtsvoll, verstörend, berührend, hoffnungsvoll, abstoßend sind dabei einige der Eigenschaften des Buches, die man auch auf Louise übertragen könnte.

Fazit:

Dieses Buch ist absolut kein Wohlfühlroman, sondern ein knallharter schonungsloser Roman, mit biografischen Anteilen, der mir sehr nahe ging. Für mich war dieses Buch ein Quell an Gefühlen, die größtenteils nicht angenehm waren. Und dennoch war es einfach grandios.
Packend und absolut mitreißend verschlingt dieses Buch seinen Leser, wie „La Goulue“ ihr Publikum verschlang.

Ich kann das Buch jedem empfehlen, der ohne Happy End klar kommt, sich gerne mit der Komplexität der menschlichen Psyche befasst und damit leben kann, dass die Protagonistin kein Sympathieträger ist und nicht alles einen Abschluss findet. Ganz so wie es im Leben auch allzuoft läuft.
Für dieses authentische, bewegende Werk gebe ich fünf Sterne!

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 17.05.2021

Ein schöner Trip in eine vergangene, fantastische Welt

Der Lehrling des Feldschers
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Nachdem dieser Roman für mich etwas schwerfällig und schleppend begann, mauserte er sich dann zu einem sehr spannenden Buch. Es handelt sich hierbei um eine interessante Mischung aus historischem Roman ...

Nachdem dieser Roman für mich etwas schwerfällig und schleppend begann, mauserte er sich dann zu einem sehr spannenden Buch. Es handelt sich hierbei um eine interessante Mischung aus historischem Roman mit Fantasy, in der Zeit des 30 jährigen Krieg, genauer in der Endphase des 30 jährigen Krieges.

Der Roman begann erstmal wie ein ganz normaler historischer Roman. Die ersten Seiten waren so wie erste Seiten an und für sich sind - ein Einstieg in die Geschichte, man bekommt ein erstes Gefühl für den Schreibstil und fängt an sich ein Bild zu machen. Es gab hier jetzt keine Besonderheiten, nicht extrem packend aber auch nicht total öde. Eine Beschreibung einer Szenerie aus dem Jahre 1618, die als Einführung das Ereignis des Winterkometen beschreibt. Durch altertümliche Sprachfärbung kommt man schön in dem Zeitalter des Barock an, doch dann – !!!! Was ist da los?!?! – plötzlich entsteht ein Ungeheuer aus einem Splitter des Kometen, welcher auf der Erde landete. Dieses Ungeheuer wird so richtig typisch teuflisch/dämonisch beschrieben und schreitet nach dem Erwachen sofort zur Tat und frisst die grade erst frisch eingeführten Charaktere. Bäm! Weg sind sie....

Das war der Moment in dem ich erstmal das Buch weg lag und verstört ein anderes las. Darauf war ich nicht eingestellt. Was daran lag, dass ich den Klappentext lange Zeit vorher las und schon längst wieder verbannt hatte. Ich war schön auf historischer Roman eingestellt und dann ziemlich geplättet von diesem Prototyp eines Dämons.

Nachdem ich mich an den Gedanken gewöhnt hatte, las ich weiter in dem Buch und kam nach und nach immer besser in die Geschichte. Es gab vor allem in den ersten Kapiteln sprachlich ein paar Momente, die mir unpassend und etwas holperig erschienen. Zum Bsp. Redewendungen die mir zu modern wirkten inmitten der altertümlichen Sprache oder einzelne Wörter unglücklich gewählt. Ebenso waren die ersten Dämonen irgendwie zu übertrieben und dennoch nicht ausreichend beschrieben. Sie klangen nach den typischen Monstern aus der Unterwelt und der Gruselfaktor war eher gewollt als gekonnt.
Nach ein paar Kapiteln wurde es aber besser so dass ein gleichmäßiger Lesefluss entstand und ich dann mitten drin in einer sehr packenden Geschichte war, die sogar einige lustige Stellen parat hielt. Die Wesen wurden individueller und bekamen sogar eine Persönlichkeit. Aber ich möchte nicht zu sehr auf den Inhalt vorgreifen, nur so viel, dass die Dämonen ein wesentlicher Teil des Krieges sind und mit den Menschen in unmittelbarer Verbindung stehen. Die politischen Verstrickungen und die Ausbildung der Lehrlinge stehen im
Vordergrund und bilden eine fantastische Geschichte, allerdings mit einem Cliffhanger.
Man sollte sich also bewusst sein, dass das Buch nicht ganz rund endet.

Auch wenn der Start für mich holprig war, kann ich das Buch empfehlen. Denn insgesamt war es überzeugend. Ein schöner Trip in eine vergangene fantastische Welt. Wer gerne mal in die Weiten der Fantasywelten abtaucht und dazu noch historische Romane liebt, wird hier voll bedient. Wer bisher nur eines der Genre gelesen hat kommt auch auf seine Kosten und wird dabei auf interessante Weise an das andere Genre herangeführt. Neben Schlachten, ein paar historischen Hintergründen und schaurigen Momenten, gibt’s zusätzlich ab und zu was zum Schmunzeln.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.05.2021

Spannender Historischer Roman mit einem Familiengeheimnis

Schatten im Bernstein
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Dieser tolle historische Roman hat generationsübergreifend zwei Erzählstränge. Wir begleiten Abbie in den 1960ern, die mit Kind und von der Liebe desillusioniert aus Paris nach England zurückkehrt, weil ...

Dieser tolle historische Roman hat generationsübergreifend zwei Erzählstränge. Wir begleiten Abbie in den 1960ern, die mit Kind und von der Liebe desillusioniert aus Paris nach England zurückkehrt, weil ihre Mutter Selbstmord begangen hat. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
In der Heimat wird sie nur von ihrer Großmutter freudig empfangen. Vater und Bruder geben ihr die Schuld am Suizid der Mutter. Die Mutter wurde von der Großmutter Millie adoptiert und Abbie kann die Vorwürfe nicht auf sich beruhen lassen und möchte von ihrer Grandma mehr über die Umstände der Adoption erfahren. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
Und hier beginnt der zweite Handlungsstrang. Wir werden mitgenommen in die Anfänge des 20. Jahrhunderts und begleiten Millie nach Russland. Dort gerät sie mitten rein in die Zeit des 1. Weltkrieg und die Zeit von Umwälzungen und der Revolution.
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Der Roman ist einfach packend geschrieben und wunderbar vielschichtig in seiner Handlung. Freda Lightfoot versteht es wirklich gut die Irrungen und Wirrungen einer Zeit einzufangen und die Auswirkung dieser auf den einzelnen Mensch darzustellen. So bekommt man etwas geschichtliches Wissen vermittelt und dazu das Gefühl, was es für einen Menschen bzw. in dem Fall einer ganzen Familie bedeutet in der entsprechenden Zeit zu leben.

Was mir sehr an dem Buch gefällt ist die doch recht realistische Darstellung im zwischenmenschlichen Miteinander. Es läuft nicht alles rosarot und Liebesglück ist kein zentrales Thema. Einzig am Ende wird es etwas zu perfekt, was nach meinem Geschmack nicht so recht zum Gesamtwerk passt.

Fazit:
Ich kann das Buch auf jeden Fall empfehlen. Es liest sich flüssig, man taucht in die Zeit der russischen Revolution ein und bekommt noch eine interessante und spannende Geschichte einer Familie mit einem lang gehüteten Geheimnis...