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Veröffentlicht am 25.02.2021

Ein angenehmes, kurzweiliges Buch, welches sich lohnt zu lesen

Die Melodie der Traumpfade
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Dieser Roman spielt in Nordwest-Australien, in der Region Kimberley. Hier lebt Jacqui in dem Küstenstädtchen Broome und besitzt und führt einen Buchladen. Während ihr Sohn Jean-Luc in den Sommerferien ...

Dieser Roman spielt in Nordwest-Australien, in der Region Kimberley. Hier lebt Jacqui in dem Küstenstädtchen Broome und besitzt und führt einen Buchladen. Während ihr Sohn Jean-Luc in den Sommerferien zu seinem alljährlichen Besuch da ist, entwickelt sie nicht nur erste zarte Gefühle für den Dokumentarfilmer Damien, sondern es kommen erste Gerüchte auf, dass ein Großkonzern an der schönen Küste einen Erdgasumschlagplatz bauen will um Erdgas zu fördern. Dies möchten Jacqui und ihre Freunde unbedingt verhindern, da es ein besonderes Kulturerbe und eine bemerkenswert intakte Umwelt zu beschützen gibt. Zusammen mit den Gerüchten taucht auch Cameron, ein alter Bekannter aus Kindertagen, wieder auf und verheißt nichts Gutes...

Dieser Roman von Di Morrissey gefällt mir wirklich gut. Nachdem ich das letzte Buch, welches ich von ihr las („Im Licht der Korallenblüte“), als recht anstrengend und langatmig empfunden habe, ist dieses Buch hier schön flüssig zu lesen.

Die Geschichte befasst sich neben dem Leben rund um Jacqui auch mit einem für Australien wichtigen Thema, nämlich die Landrechte der indigenen Bevölkerung und damit auch um ihre Kultur.

Man erfährt interessante Dinge darüber wie die traditionelle Landnutzung aussieht und kommt u.a. mit Begriffen wie Songlines, Traumzeitwesen und Traumzeitland in Berührung.

Was ich auch sehr mag, sind die kleinen Verbindungen zu anderen Romanen, welche die Autorin vor Jahren schrieb. Da wird zum Beispiel die Buschuniviersität und ihr Initiator Ardjani oder auch die Künstlerkolonie in Bungarra, erwähnt. Beides findet man im Buch „Im Licht der roten Erde“, welches auch in der Kimberley spielt und in dem man noch intensiver geschichtliche und kulturelle Hintergünde vermittelt bekommt. Wer sich dafür interessiert, kann hier viel mitnehmen.

Nach diesem Buch hier habe ich auch angefangen ein bisschen zu recherchieren. Zum einem wollte ich wissen ob die Bücher quasi aus einer Reihe sind (sind sie nicht).

In dem Zusammenhang habe ich ein Buch entdeckt mit dem Titel „Die Perlenzüchterin“, das sich komplett um Lily Barton dreht, welche im hier vorliegenden Buch eine Nebenfigur ist.

Und zum anderen wollte ich herausfinden was Fiktion ist und was real. Die Künstlerkolonie in Bungarra bspw. ist Fiktion, aber Künstlerkolonien an sich sind real. Die Kunst der Aborigines ist ein wichtiges Kulturgut in dem Land. Die Regenbogenschlange, ein Traumzeitwesen, ist z.B. auch real.

Das Thema Landnutzungsrechte ist sowas von real. Es kommt immer wieder dazu, dass Kultur und Landschaft leiden sollen für die Gewinnung von Rohstoffen, wogegen dann vorgegangen und protestiert wird. Ich stell mir vor, dass es so ist wie in den „Kimberley-Büchern“ dargestellt.

Es ist sehr viel Unrechtes geschehen ggü. der indigenen Bevölkerung und es geschieht noch immer. Doch zumindest haben sie mittlerweile zum Glück Rechte.
Wenn man einmal anfängt in der Richtung zu recherchieren kann man viele tolle und interessante Informationen entdecken.


Fazit:
Es ist ein angenehmes kurzweiliges Buch, mit der gewohnt bildlichen Sprache der Autorin, bei der man sich wunderbar in die einzelnen Szenen einfühlen kann. Und auch in diesem Buch von Di Morrissey bekommt man, als Zusatz zur Story, interessantes Wissen vermittelt über die einzigartige Landschaft Australiens, die besondere Kultur der Aborigines (beides beschützenswerte Güter) und historische Hintergründe. Tolles Buch, welches sich lohnt zu lesen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.02.2021

Hält nicht was es verspricht

Im Licht der Korallenblüte
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Cassandra Holloway braucht dringend eine Auszeit, nachdem sie sich jahrelang in einer unbefriedigenden Lebenssituation befunden hat. Als sie sich von ihrem ehebrecherischen Mann getrennt hat, hängt sie ...

Cassandra Holloway braucht dringend eine Auszeit, nachdem sie sich jahrelang in einer unbefriedigenden Lebenssituation befunden hat. Als sie sich von ihrem ehebrecherischen Mann getrennt hat, hängt sie auch ihren Job an den Nagel und verlässt die Stadt Sydney um in einem kleinen Küstenort zur Ruhe zu kommen und sich über ihre Zukunft klar zu werden.

Hier trifft sie schnell sehr nette Menschen, verliebt sich neu und entwickelt eine neue Idee für ihren beruflichen Weg.
Ihre neue Liebe, der Tierarzt Michael, ist Teil einer großen und bekannten Fischerfamilie, die ihren Ursprung beim Einwanderer Guiseppe d‘Aquino hat, welcher nach dem ersten Weltkrieg aus Italien nach Australien übersiedelte. Guiseppe baute sich mit viel Fleiß eine hohe berufliche Anerkennung als Fischer auf und gründete eine Familie, die über die Jahrzehnte zu einer großen Sippe anwuchs.
Eines Tages erbt Cassandra unerwartet von Michaels Großonkel eine viertel Million und wird von Michaels Verwandten der Erbschleicherei beschuldigt.
Da die Familie noch immer sehr beliebt und anerkannt ist, droht Cassandra der Verlust ihrer neuen Existenz.
Bei der Suche nach einer Erklärung, warum ausgerechnet sie, von einem für sie Fremden, so eine hohe Geldsumme erben soll, stößt sie auf überraschende Informationen, die ihre Welt erschüttern.



Phasenweise musste ich mich ziemlich durch das Buch quälen. Obwohl es eigentlich eine schöne Familiengeschichte ist.
Die Erzählung beginnt im Jahr 1906 und dreht sich ausgesprochen ausführlich und teilweise mit Wiederholungen über sehr viele Seite um das Leben von Guiseppe d‘Aquino. Es dauerte bestimmt fast ein Viertel des Buches, ehe das erste Mal Cassandras Name auftauchte.

Und das ist auch der Punkt, der mir persönlich nicht gefällt. Der Klappentext wirbt mit einer Liebesgeschichte einer Frau, die sich nach einer Krise neu sortiert. Aber über die Hälfte des Buches geht es dabei um die längst vergangene Familiengeschichte der d‘Aquinos. Und auch wenn es am Ende eine Verbindung gibt, ist es für meinen Geschmack zu sehr ausgeschmückt, künstlich in die Länge gezogen und hält in meinen Augen nicht das, was es versprochen hat.

Die Buch ist deswegen nicht schlecht, doch es hätte um einige Stellen gekürzt sein können ohne die Zusammenhänge in der Geschichte dadurch zu verändern.

Der Schreibstil ist ganz angenehm. Ich konnte mir die beschrieben Orte und Charaktere ganz gut vorstellen. Trotzdem passierte es immer mal wieder, dass ich während des Lesens gedanklich woanders war und nicht richtig gefesselt. Dies lag aber möglicherweise auch an dem Langziehen der Story. Das nächste Buch von Di Morrissey habe ich grade begonnen und ich bin gespannt, wie es sich da verhalten wird.

Fazit:

Eine eigentlich schöne Geschichte, aber zu sehr in die Länge gezogen und der Fokus lag eher auf der Familiengeschichte der d‘Aquinos statt wie im Klappentext beschrieben bei Cassandra Holloway. Dies fand ich doch etwas enttäuschend, da ich aufgrund des Klappentext eine schön ausgeschmückte Erzählung einer Frau, die sich neu definiert erwartet hatte. Diese blieb aber,nach meinem Empfinden, ziemlich oberflächlich dargestellt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.01.2021

Generationsübergreifendes Familiendrama, mit dem Touch eines Krimis

Das Versteck am Ende der Klippen
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Als Dona MacLeod vom tragischen Tod ihrer Eltern erfährt muss sie zurück an den Ort ihrer Kindheit und Jugend, dem sie vor Jahren den Rücken gekehrt hatte.

Begleitet wird sie dabei von ihrer besten Freundin ...

Als Dona MacLeod vom tragischen Tod ihrer Eltern erfährt muss sie zurück an den Ort ihrer Kindheit und Jugend, dem sie vor Jahren den Rücken gekehrt hatte.

Begleitet wird sie dabei von ihrer besten Freundin und Geschäftspartnerin Amy, mit der sie bis vor kurzem, sehr erfolgreich, ein gemeinsames Restaurant führte.

Zurück in der alten Heimat wird sie von ihrer Vergangenheit, vor der sie geflohen war, eingeholt. So muss sie sich mit ihrem manipulierenden Exverlobten Gordon MacArran auseinandersetzen, als auch mit ihrem Erbe, dem herrschaftlichen Anwesen mit der Wiskybrennerei. In dem Zusammengang lernt sie den Brennmeister Alister Broun kennen, welcher im weiteren Verlauf noch eine wichtige Rolle für Dona einnimmt.

Parallel wird im Buch die Geschichte ihrer in Verruf geratenen Urgroßmutter Mairie erzählt, welche diverse biografische Ähnlichkeiten enthält. Mairie ist, laut Überlieferung, Hals über Kopf mit ihrem Liebhaber verschwunden um sich ein neues Leben aufzubauen und hat Mann und Sohn zurück gelassen.

Im Verlauf des Buches kommt es zu verschiedenen Enthüllungen und Entdeckungen, in der am Schluss das Versteck am Ende der Klippen besonders wichtig wird. Dies führt dazu, dass Dona sich endlich mit ihrer Vergangenheit aussöhnt, über sich selbst hinauswächst und zusammen mit Amy etwas Neues in ihrer alten Heimat aufbaut.


Bei meiner immer währenden Suche nach leichten Romanen für Herz und Seele, wurde mir dieses Buch empfohlen. Schon das Cover mit den schroffen Küstenfelsen und der dazugehörigen Ankündigung einen Schottlandroman in den Händen zu halten ließ mein Interesse wachsen. Und nach dem Lesen des Klappentext wollte ich auch sofort beginnen zu lesen.

Direkt im Prolog wurde es aber erstmal ziemlich düster, was mich verwundert das Buch zuschlagen ließ um nochmal abzuchecken ob Klappentext oder Cover darauf hindeuteten...aber nein, es ist ein Roman.
Natürlich dürfen Romane auch düster sein , doch hier hatte ich anfänglich das Gefühl eher einen Krimi unter die Augen bekommen zu haben.

Doch nach dem Prolog löste sich das recht schnell auf, hinterließ aber genug Fragen, wodurch meine Neugier angefacht war....Was war das für ein Ereignis zu Beginn? Wer steckt dahinter? Wem ist das passiert?

Beim Erreichen des nächsten Kapitels wurde die Sache zumindest schon mal soweit klarer, dass hier zwei Geschichten parallel erzählt werden und diese auch miteinander verwoben sind.

So springt man zeitlich von Kapitel zu Kapitel im Wechsel von 1920-1924 zu 2014-2015 und erlebt damit die ergreifenden Biografien zweier Frauen.

Der Wechsel zwischen den beiden Erzählsträngen hat mir sehr gut gefallen, da dadurch immer wieder die Spannung aufrecht erhalten wurde, so dass ich jedes Mal wissen wollte wie es denn nun mit der jeweils anderen weiter ging.

Ein Punkt möchte ich noch nennen, aber von meiner Warte aus eher wertfrei, da ich es nicht als störend empfand. Während des Lesens, hatte ich trotz der aufgebauten Spannung schon den weiteren Verlauf vor meinem inneren Auge und so geschah es dann auch. Es mag Leser geben, die sowas nicht mögen. Deshalb erwähne ich es an dieser Stelle.

Was mir weniger gut gefiel, war ein Nebenstrang bezüglich Amy am Ende der Geschichte. Er wirkte unausgereift.


Achtung! Spoiler!! Wer diesen vermeiden möchte, sollte erst beim Fazit weiter lesen! Ich gehe nun etwas näher auf diesen Kritikpunkt und somit auf die Szene ein.



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Was mir also weniger gut gefallen hat war die Szene, in der Amy verschwunden war und am Ende heraus kam, dass sie brutal überfallen wurde und im Koma lag.

Dies ist an sich ein so heftiges Ereignis, doch es schien mir hier einfach nur platt und ohne Tiefgang eingeflochten um eine Rechtfertigung zu haben weshalb Amy eine zeitlang von der Bildfläche verschwunden ist. Dazu dann der Verdacht, dass es Donas Exverlobter gewesen sein könnte und dann war es aber irgendein Fremder. Und wer, wo und wieso dieses Verbrechen begangen hat wird lapidar in einem Nebensatz geklärt.

Auch der kurze Besuch im Krankenhaus von Dona erschien mir nicht authentisch. Amy ist grade aus dem Koma erwacht aber das Gespräch war dargestellt als wäre sie sprudelnd lebendig und als wär das Unglück so ne Nebensache, kam kaum zur Sprache....

Nein, das passte so gar nicht zum ansonsten doch recht gut ausgearbeiteten Gesamtinhalt.



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Fazit:

Dieses generationsübergreifende Familiendrama, mit einem Touch eines Krimis ist ein recht spannendes und angenehm zu lesendes Buch. Intrigen, Verbrechen, Herzschmerz, Liebe, Freundschaft und Versöhnung machen das Buch aus.

Einziges Manko ist in meinen Augen ein etwas vernachlässigter Nebenstrang am Ende des Buches.

Deshalb gibt es von mir gesamt 4 1/2 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere